12 Monkeys – Sinnvolles Remake als TV-Serie?

12 Monkeys – Sinnvolles Remake als TV-Serie?

Beginn:

Die Geschichte der Serie „Twelve Monkeys“ ist schon etwas länger. Es begann mit einem animierten Fotoroman von 1962 mit dem Titel „Am Rande des Rollfelds“. Der Film erzählt in Standbildern eine interessante Geschichte von einem Kind, das Zeuge eines Mordes auf dem Flughafen Orly wird. Nachdem er in ein Zeitreiseprojekt eingebunden war merkt er schließlich, dass er damals seinen eigenen Tod gesehen hatte.

Die Story war so eindringlich dass daraus 1995 ein amerikanischer Spielfilm gemacht wurde. Regie übernahm Terry Gilliam, der mit „Brazil“ seinen ersten großen Spielfilmerfolg erzielt hatte. Für die Schauspieler Brad Pitt und Bruce Willis wurde „12 Monkeys“ zu großen Achtungserfolgen. Mit dem unverwechselbaren Look und den grandiosen Schauspielern gelang es  Terry Gilliam auch seinem zweiten fremd produzierten Film einen großen Erfolg zu feiern. Die Geschichte wurde von David Webb Peoples und Janet Peoples adptiert und erweitert.

James Cole (Bruce Willis) ist Insasse einer Strafanstalt, die von der Umwelt abgeschottet ist. Draußen hat sich ein Virus verbreitet, der einen Großteil der Menschheit ausgerottet hat. Als man ihn von der Erdoberfläche holte stellte sich heraus, dass er offenbar gegen das Virus immun ist. Man bietet ihm Straffreiheit an wenn er dafür per Zeitmaschine ins Jahr 1996 zurückreist und eine Probe des unmutierten Virus besorgt und dabei auch die Hintermänner ausfindig macht, die das Virus entwickelt haben. Cole findet in der Gegenwart Hinweise darauf, dass eine Gruppe namens „Armee der 12 Monkeys“ wohl am Ausbruch der Seuche schuld ist. Mithilfe der Ärztin Kathryn Reilly (Madeline Stowe) findet er schließlich den mental instabilen Jeffrey Goines (Brad Pitt), dessen Vater (Christopher Plummer) das Forschungslabor unterhält, in dem das Virus gezüchtet wurde. Jeffrey gehört der Gruppe „12 Monkeys“ an und hat Zugang zu den Forschungslaboren seines Vaters. Doch auch die Pläne von Cole und Reilly das Virus zu vernichten werden vereitelt. Cole will, bevor die Seuche ausbricht einmal ans Meer, das er noch nie gesehen hat. Auf dem Flughafen kommt es schließlich zu einer Schießerei und er begreift, sterbend, dass eine Kindheitserinnerung, die ihn jahrelang plagt, tatsächlich eingetreten ist. Er war als Kind Zeuge seines eigenen Todes.

 

 

Cassie und Cole auf Zeitreise

Die Serie:

Nachdem der visuell außergewöhnliche, dabei auch noch sehr spannende, Film aus dem Jahre 1995 große Erfolge gefeiert hatte wurde die Ankündigung, dass man aus dem Stoff eine TV-Serie machen würde, mit gemischten Gefühlen bei den Fans aufgenommen. Wie sich herausstellen sollte entpuppte sich die TV-Serie durchaus als sehenswert und lief im Frühjahr 2017 in der bereits dritten Staffel. Eine vierte, abschließende, Staffel ist für 2018 geplant.

Die Änderungen zum Kinofilm sind glücklicherweise nicht allzu groß. Die Story wurde naturgemäß erweitert und der Look von den Terry Gilliam üblichen Schnickschnack befreit. Der Fokus liegt erneut auf James Cole (Aaron Stanford), der in einer desolaten Zukunft lebt. Eine Seuche hat drei Milliarden Menschen dahingerafft und Cole schlägt sich, zusammen mit seinem besten Freund José Ramse (Kirk Acevedo) durchs Leben. Das Leben ist hart und entbehrungsreich. Die Menschen leben in kleinen Gruppen in Zelten und Ruinen und müssen täglich um das Überleben kämpfen. Cole und Ramse treffen bei ihren Streifzügen schließlich in einem alten Forschungsgebäude auf eine Gruppe von Wissenschaftlern, die unter der Leitung der verhärmten Katarina Jones (Barbara Sukowa) eine Zeitmaschine entwickelt haben. Sie plant Menschen in die Vergangenheit zu schicken um den Virus aufzuhalten, der die Menschheit dezimieren würde. James Cole scheint gegen das Virus immun zu sein und wird in das Jahr 2016 zurückgeschickt. Dort macht er Bekanntschaft mit der jungen Ärztin Cassandra Reilly, die ihm zunächst medizinisch hilft, dann aber in seine Mission hineingezogen wird.

Cole entdeckt, dass auch hier eine Gruppe namens „Die Armee der 12 Monkeys“ hinter der Verbreitung des Virus steckt. Nachdem mehrere Versuche das Virus zu vernichten fehlschlagen werden Cole und Reilly zur Zielscheibe der Organisation, die offenbar sehr mächtig ist und von der einige Mitglieder offenbar spezielle Fähigkeiten haben. Die sogenannten „Primaries“ könnten der Schlüssel sein um die Seuche aufzuhalten. Cole und Reilly treffen bei ihrer Suche auf die eingewiesene Jennifer Goines, die wohl auch über unglaubliche seherische Fähigkeiten verfügt. Glücklicherweise erweist sie sich in manchen Dingen als große Hilfe als sie begreift, dass ihre Visionen und Zeichnungen etwas zu bedeuten haben.

 

 

 

Ramse hat ein Problem

Was ist besser: Film oder Serie?

Ich muss sagen, dass mich die Serie weitaus mehr beeindruckt als der Terry-Gilliam-Film. Natürlich stellt das Werk des früheren Monty-Python-Mitglieds ein außergewöhnliches Independent-Werk dar. Mir waren jedoch einige Szenen einfach nur viel zu übertrieben. Gilliams Look alleine ist schon abgefahren genug, aber in den Szenen im Irrenhaus, als sowohl Bruce Willis als auch Brad Pitt verrückt agieren, sind für mich einfach zuviel des Guten. Irgendwie sorgt die Kombination von Look und Spiel dafür, dass man der Geschichte darüber gar nicht richtig folgen kann.

Im Gegensatz dazu gefällt mir die Serie wesentlich besser. Die Zukunftsszenen draußen sehen wirklich bedrohlich aus und das Forschungslabor ist spartanisch, aber zweckmäßig eingerichtet. Die Zeitmaschine, die wie eine riesige Kanone aussieht macht einen äußerst wuchtigen Eindruck und man möchte den Menschen fast bedauern, der sich im Fokus der Strahlenkanone auf den Liegestuhl setzt um „gesplintert“ zu werden.

Die Darsteller sind, im Gegensatz zum Kinofilm, durchaus normale Menschen, die in ihrem Spiel die düstere Stimmung gut herüberbringen. Aaron Stanford bringt den abgeklärten James Cole gut herüber. Er ist so gar nicht verrückt wie Bruce Willis damals. Stattdessen ist er voll bei der Sache und – auch wenn es wenig Humor gibt – durchaus sympathisch. Sein Kumpel Ramse war im Spielfilm zwar auch zugegen, bekam aber durch den Fokus des Films keine größere Aufgabe. Ramse dient in der Serie einerseits als Avatar für den Zuschauer, den man Dinge erläutert. Trotzdem hat er durchaus gute eigene Handlungsstränge (der Verlust seines Sohnes). Es ist schön Kirk Acevedo in einer so großen Nebenrolle zu sehen, da er sich in fünf Staffeln „Fringe“ als FBI-Agent in die Herzen der Zuschauer spielen konnte.

Für die Deutsche Barbara Sukowa dürfte die Rolle der Wissenschaftlerin Katarina Jones sicher mal etwas Anderes sein. Die renommierte Schauspielerin darf hier eine verhärmte, aggressive Wissenschaftlerin spielen, der die Rettung der Menschheit alles bedeutet und dabei mitunter eine große Härte an den Tag legt. Es ist schön zu hören, dass man ihr die deutsche Herkunft in der Serie gelassen hat und dass sie mitunter in der Originalfassung akzentfreies Deutsch sprechen kann. In ihrer Rolle wird sie zwar bewusst mit strengen Haaren und dickerandigen Brille zur „hässlichen“ Forscherin gemacht. In einigen Episoden darf sie aber auch selbst auf Zeitreise gehen und darf sich dann auch mal „schön“ präsentieren. Ich muss zugeben, dass ich mich sehr gefreut habe, dass sie eine so große Rolle in einer amerikanischen TV-Serie bekommen hat.

 

 

Cole beim „splintern“

Cole bereitet sich vor

Die Umsetzung

 

Aus dem abgefahrenen Kinofilm ist eine wirklich fesselnde Zeitreisegeschichte geworden. Cole wird auf verschiedene Missionen durch die Zeit geschickt. Immer auf der Suche nach Hinweisen nach den „Primaries“ oder auch dem sogenannten „Zeugen“, der angeblich hinter Allem steckt. Dabei geht die Serie auch dezent mit den Auswirkungen von Coles Ausflügen um. Es gibt tatsächlich Beeinflussungen, die so manches bewirken, jedoch nie die Vermeidung der Seuche.

Eine sehr gefährliche Auswirkung äußert sich in Folge eines Zeitsturms, der in Form eines roten Gewitters das Forschungslabor bedroht. Ein Hauptthema der zweiten Staffel ist dabei die Hoffnung diesen Sturm abzuwenden denn sonst wäre die Existenz Aller bedroht. Glücklicherweise spielt die Primary Jennifer Goines eine wesentliche Rolle. Ihre Visionen führen Cole, Ramse und auch Railly schließlich zum Ziel. Dabei entdeckt das Team allerdings, dass die „Armee der 12 Monkeys“ nicht einfach nur Umweltaktivisten, wie im Kinofilm, sind sondern eine Organisation, die selbst Zeitreisen durchführen können und Katarinas Zeitreiseteam immer wieder über den Weg laufen.

Die Geschichte ist im Laufe von drei Staffeln äußerst komplex geworden und folgt dabei einer Storyline, die nicht zusammengeschustert, sondern wohl durchdacht zu sein scheint. Glücklicherweise hat der Sender zwar den Abschluss der Serie bekanntgegeben aber immerhin noch eine abrundende vierte Staffel in Auftrag gegeben. Da freuen sich die Fans, zumal die dritte Staffel sich als äußerst spannend präsentiert hatte.

Man muss der Serie bescheinigen, dass sie es meisterhaft verstanden hat das Konzept des Kinofilms zu übernehmen, alle Gilliamtypischen Zutaten zu beseitigen und eine großartig, wohldurchdachte, spannende Handlung geschaffen hat. Die visuellen Effekte sind angemessen, die Schauspieler talentiert.

Natürlich muss man gewillt sein sich auf eine durchgehende Handlung einzulassen. Am besten genießt man die Serie per Binge-Watching. Denn natürlich gibt es am Ende jeder Folge einen Cliffhanger und man brennt darauf zu erfahren wie es weitergeht.

Für mich ist die Serie auf jeden Fall dem ausgeflippten Film gegenüber vorzuziehen.

 

Jones bereitet die nächste Reise vor

Doctor Who – 10te Staffel

Doctor Who – 10te Staffel

Schwanengesang

Das war sie also, die zehnte Staffel der Neuauflage von Doctor Who. Während die deutschsprachigen Zuschauer noch auf eine Ausstrahlung warten müssen hatten die Briten bereits Gelegenheit die letzte Staffel mit Peter Capaldi als „Doctor“ zu schauen. Dabei galt es zunächst auch eine neue Begleitung für den Doctor zu etablieren und in das Geschehen einzuführen. Die dunkelhäutige, junge Frau Pearl Mackie trat in der Rolle der Serviererin und Studentin Bill Potts in die Fußstapfen von Jenna Coleman, die im letzten Jahr die Serie verlassen hatte. Überraschenderweise hat der Doctor diesmal noch einen zweiten Begleiter in der Gestalt von Matt Lucas, der als „Nardole“ bereits im letzten Weihnachtsspecial zu sehen war – und dort eigentlich seinen Kopf verlor….

Die neue Staffel, die bezeichnenderweise den Titel „Pilot“ trägt, führt uns die junge, quirlige Bill Potts vor, die zwar eigentlich in der Kantine einer Universität an der Essensausgabe steht, allerdings auch die Vorlesungen eines Mannes besucht, der auf eine sehr markante Art Geschichte und Quantenphysik unterrichtet.  Sie ist fasziniert von dem Mann, der angeblich schon 90 Jahre an der Universität lehren soll und nimmt freudig das Angebot an Privatstunden zu bekommen. In seinem stilvollen Büro stört eigentlich nur die blaue Polizeinotrufzelle mit einem „Außer Betrieb“-Schild.  Der Dozent, den alle nur als den „Doctor“ kennen, scheint in den Katakomben unter der Uni auch noch etwas im Schilde zu führen, denn dort befindet sich eine merkwürdig modern aussehende Tür, die er und sein Gehilfe zu bewachen scheinen.

Bill hat auf dem Unigelände allerdings auch noch eine andere Person kennengelernt. Eine junge Frau, deren Pupille wie ein Stern geformt ist. Da Bill eher homosexuell eingestellt ist bahnt sich hier eine Liebschaft an, die jedoch gestört wird als die junge Frau offensichtlich von einer nicht trocknen wollenden Pfütze verschluckt wird. Als der Doctor in dieser Hinsicht ermittelt ist dies der Startschuss für Bills Reisen mit dem Doctor.

 

Der Doctor im Einsatz

Analyse:

Neue Figuren in einer Serie zu etablieren ist sicherlich nicht leicht. Nach der kecken, aber sehr resoluten Clara Oswald kommt nun die etwas naive, wenngleich aber auch wissbegierige Bill Potts ins Spiel. Ihre Schlagfertigkeit sorgt für einige Lacher wenn der Doctor sich nur wundern kann wenn Bill mit Wissen aus  Science Fiction Filmen Dinge begreift, die sonst bei Skeptikern eher auf Unverständnis stoßen würden. Die Zuschauer werden jedenfalls sehr schnell warm mit ihr weil sie – auf andere Weise als andere Companions – immer wieder ins Staunen gerät. Glücklicherweise gibt es in der Serie nun aber auch Matt Lucas, den Freunde des englischen Humors aus der Serie „Little Britain“ kennen. Die Zuschauer erfahren in einem Nebensatz, dass der Doctor ihm ein neues Leben verschafft hat nachdem sein Haupt in einem Weihnachtsspecial auf einen Roboterkörper versetzt wurde. „Nardole“ spricht im englischen Original mit einem breiten Akzent und sorgt mit seinen trockenen Kommentaren immer wieder für Lacher. Dabei scheint er inzwischen ein richtiges Faktotum an Bord der TARDIS geworden zu sein und kann diese auch „fahren“. Zu Beginn der Staffel wacht er jedoch darüber, dass der Doctor nicht mit der TARDIS herumfliegen kann, weil „ein Versprechen gegeben hat“. Im Laufe der Staffel zeigt sich, dass der Doctor tatsächlich ein Versprechen gegeben hat. Er beherbergt in dem „Tresor“ eine Person, die dort 1000 Jahre schmachten soll um für ihre Taten bestraft zu werden.

Wer in dieser Gefängniszelle sitzt soll hier nicht verraten werden. Die Episoden selbst sind eine Ansammlung verschiedener Einzelgeschichten mit denen vor allem Bill ihre Probleme bekommt. Ob man in „Smile“ Roboter ausschalten muss, die auf Emojis reagieren oder eine von Icewarriors entführte Brigade viktorianischer Soldaten, die auf dem Mars nach Goldvorräten schürfen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Showrunner Stephen Moffat und sein Autorenteam bringen im Laufe der Staffel verschiedene Themen zur Sprache bevor man im zweiteiligen Finale mal wieder die Emotionen hochkochen lässt. Am Ende der regulären Staffel wird bereits der Regenerationsvorgang des Doctors eingeleitet, der sich vorläufig noch wehren kann. Die Zuschauer müssen jetzt tapfer sein, denn erst dann, im Weihnachtsspecial, wird die Regeneration abgeschlossen.

 

Bill Potts begleitet den Doctor

Nardole ist skeptisch

Fazit:

Beim betrachten der Staffel kann man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass Showrunner Steven Moffat sein Pulver nun verschossen hat. Die Einzelepisoden anderer Autoren sind durchaus sehenswert – auch für Who-Einsteiger – allerdings bleibt irgendwie ein Nachgeschmack. Vielleicht liegt es daran, dass man nie wirklich mit dem Doctor mitzittern kann oder dass Bill sich noch nicht stark genug mit den Zuschauer verbandelt hat.  Zum Anderen vergibt die Staffel eine Chance zu berühren als man mittendrin einen Dreiteiler beginnt, der dann allerdings merkwürdig uneinheitlich wirkt. In der ersten Folge „Extremis“ scheint man tatsächlich eine ernsthafte Bedrohung für den Doctor und die Welt aufzubauen, die sich dann allerdings mit einer lächerlichen Erklärung auflöst. In der zweiten Folge stagniert die Handlung und baut erst zum Ende eine emotionale Spannung auf, während im dritten Teil sich der Stil wieder komplett ändert und dem Zuschauer ratlos dastehen lässt. Man merkt dem Dreiteiler an, dass hier drei Autoren am Werk waren, die wohl eigene Stories im Sinn hatten, diese aber durch einen Handlungsfaden verbinden mussten.

Zum Glück gibt es in der Staffel auch ein paar Lichtblicke. Dem Rezensenten gefiel beispielsweise „The Emperess of Mars“. In dieser Episode verbeugt sich Autor Mark Gatiss sehr tief vor den Autoren viktorianischer Science Fiction Literatur. Zahlreiche Reminiszenzen und einige humorvolle Dialoge machen diese Episode zu einem Highlight der Staffel. Dort wird an Edgar Rice Burroughs „John Carter: Prinzess of Mars“ erinnert, aber auch an H.G. Wells „The first men IN the Moon“. Die Verfilmung dieses Romans dürfte auch Vorlage für einige Kostüme und Sets gewesen sein.

Ein weiteres Highlight der Staffel war „The Eaters of Light“, in der wir im fernen Schottland auf Monstren treffen, die eine legendäre Legion der Römer ausgelöscht zu haben scheint. Hier werden historische Fakten mit einer fantasievollen Inszenierung verknüpft und dabei auch tolle Landschaftsaufnahmen von Wales (das als Double für Schottland herhalten musste) zeigt.

Ähnlich fasznierend ist die Geschichte von „Thin Ice“, in der die Fernsehzuschauer vom letzten Jahrmarkt auf der zugefrorenen Themse erfahren. Auch wenn die Erklärung, wieso dies der letzte Jahrmarkt dieser Art war, anders ist als die wirkliche (Klimaerwärmung), so nimmt der Doctor hier für das Fernsehen mal wieder einen Bildungsauftrag wahr indem er den Zuschauern einige wahre Fakten einbringt.

Insgesamt kann man der zehnten Staffel bescheinigen, dass sie mal wieder „durchwachsen“ war. Einige unterhaltsame Folgen, einige eher lasche Folgen, die allerdings durch das höchst emotionale Ende der Staffel wieder wettgemacht werden. Capaldi ist als Doctor inzwischen so routiniert, dass man sich wünschen würde, er würde bleiben. Allerdings hört nicht nur er auf sondern gleichzeitig Showrunner Stephen Moffat, der seine Sache sehr gut gemacht hat. Zum Ende merkte man der Serie jedoch an, dass Moffat sich eigentlich nur noch selbst zitieren kann und die Serie frisches Blut braucht.

Die Zukunft des Doctors

Mit Chris Chibnall wurde ein neuer Showrunner gefunden, der inzwischen versprochen hat die Serie von Grund auf neu auszurichten. Mit dem Weggang von Steven Moffat und Peter Capaldi werden leider auch Pearl Mackie (Bill) und Matt Lucas (Nardole) die Serie verlassen. Damit wird für Chibnall gewissermaßen „Reiner Tisch“ gemacht und er kann die Serie mit neuen Ideen rebooten. Chibnall ist im Doctor Who Universum kein Unbekannter. Als Autor für „Torchwood“, der Ablegerserie schrieb er einige starke Episoden und in „Doctor Who“ gehen auch einige witzige Episoden auf sein Konto. Mit „Dinosaurier im All“ oder „Zusammengewürfelt“ bewies er, dass er äußerst humorvolle Dialoge schreiben kann.

Doch auch höchst emotionale Episoden in „Torchwood“ gehen auf sein Konto. Zuletzt war er für die brillante Serie „Broadchurch“ veranwortlich, in der er eine höchst ungewöhnliche Kriminalgeschichte in einem kleinen Küstenort schilderte. Bei der Besetzungsliste glaubt man, die Darsteller aus „Doctor Who“ hätten hier ihre zweite Heimat gefunden. Angefangen bei Hauptdarsteller David Tennant (Neunter Doctor) über Arthur Davill (Rory Williams) bis hin zu Olivia Coleman (Mutter in Matt Smiths Debütepisode) oder David Bradley (Solomon, bzw. William Hartnell in einem Who-Dokudrama) und Eve Myles (Torchwood).

Tatsächlich haben sich die Verantwortlichen diesmal für einen weiblichen Doctor entschieden. Es ist Jodie Whittaker, die mit Chris Chibnall bereits in „Broadchurch“ zusammengearbeitet hat und sich durch eine starke Präsenz auszeichnete. Natürlich ging ein Aufschrei durch die Gemeinde als Frau Whittaker in einem Teaser während des Tennisturniers in Wimbledon angekündigt wurde. Aber dass der Doctor durchaus eine Frau sein kann wurde bereits mehrfach in der Serie angedeutet. „Der Master“, der als „Missy“ wieder auftauchte, aber auch ein General auf Gallifrey, der sich freute endlich wieder in einem weiblichen Körper zu stecken („..immer dieses männliche Testosteron…“). Schon in der Classic-Serie probierte Romana gleich mehrere Körper aus um den Tom Baker Doctor zu gefallen. Nun ist es also passiert – der Doctor wird in Zukunft weiblich sein und bietet damit Stoff für amüsante Handlungen. Wie verhält sich ein Timelord wenn er erstmals eine Frau ist? Was zieht er/sie an? Gibt es schminktipps für Timelords? Werden Entscheidungen jetzt mit weiblichem Instinkt getroffen? Wie reagieren andere Aliens auf den neuen Doctor?

Die Fans werden den neuen Doctor auf jedenfall lieben.

Zunächst aber müssen die Fans erstmal auf Weihnachten warten wenn der aktuelle Doctor und Moffat ihre Abschiedsvorstellung geben….

In Deutschland wird die zehnte Staffel ab Dezember bei „FOX Serie“ ausgestrahlt, inklusive dem Weihnachtsspecial vom letzten Jahr „Die Rückkehr von Doctor Mysterio“.

 

Die Mönche auf der Suche nach Wahrheit

(Alle Bilder Copyright: BBC)

Der Doctor mal ganz anders. Jodie Whittaker ist Doctor Who!

(Alle Bilder Copyright: BBC)

Das neue Team in der TARDIS!

Yasmin (Mandip Gill),  Graham ( Bradley Walsh), Frau Doctor (Jodie Whittaker)  und Ryan (Tosin Cole)

Alien Covenant – Von Alien zu Prometheus und weiter.

Alien Covenant – Von Alien zu Prometheus und weiter.

Inhalt:

Das Raumschiff „Covenant“ ist ein Siedlerschiff mit 2000 Menschen in Tiefschlafkammern, die zu einem fernen Planeten unterwegs sind. An Bord wacht der Androide David über die Schläfer und die, ebenfalls im Tiefschlaf befindlichen, Besatzungsmitglieder. Sieben Jahre vor ihrer Ankunft fängt der Bordcomputer „Mutter“ ein Funksignal auf, das wohl menschlichen Ursprungs ist. Die Besatzung wird geweckt um zu entscheiden, was zu tun ist. Die Crew stellt bei der Datenbankabfrage fest, dass der Planet wohl auch in der Lage wäre die Siedler aufzunehmen und so entschließt man sich dem Funksignal nachzugehen. Wie so oft geht die Landung des Shuttles nicht ohne Blessuren ab und während eine Technikerin an Bord bleibt um Reparaturen durchzuführen bricht der Rest des Erkundungsteams auf um das Funksignal zu finden. Leider infizieren sich zwei Crewmitglieder mit winzigen Pilzsporen, die in ihrem Körpern schnell zu „Neomorphen“ heranwachsen. Während einer der Infizierten an Bord gebracht werden kann und dort Chaos anrichtet ist die aufgeteilte Gruppe im Gelände auf dem Rückweg. Doch das im Shuttle ausgebrachte Alien sorgt für eine Explosion des Raumschiffs. Die Überlebenden kämpfen gegen das inzwischen zweite geschlüpfte Alien als sie unerwartete Hilfe von „Walter“ bekommen, jenem Androiden, der vor zehn Jahren mit der Prometheus verschwand. Der „Bruder“ von Android David erzählt ihnen, dass die damals entkommene Astronautin ihn wieder repariert hatte bevor sie auf diesem Planeten abstürzten. Dabei sei sie zu Tode gekommen. Während die Covenant-Crew auf die Rettung durch ihre Kollegen vom Raumschiff im Orbit hoffen kristallisiert sich langsam heraus, dass der als harmlos angesehene Walter wohl selbst Gott spielen wollte indem er an den Aliensporen herumexperimentierte. Als die Crew ihren tödlichen Irrtum bemerkt ist es fast schon zu spät.

Filmplakat

Analyse:

Dass aus dem Film „Alien“ einmal ein solch großes Franchise werden würde hatte sich Regisseur Ridley Scott sicher nicht vorstellen können. Der Film war 1978 eine Auftragsarbeit von 20th Century Fox, die nach dem großen Erfolg von „Krieg der Sterne“ einen weiteren SciFi-Film produzieren wollte. Zum Glück schlummerte in den Archiven des Studios noch ein abgelehnter Drehbuchentwurf namens „Starbeast“ von Dan O’Bannon und Ronald Shusett. Die Idee von O’Bannon war, und so bot er es auch den Studios an, einen „Weißen Hai im Weltraum“ zu drehen. Bereits vor der Produktion war O’Bannon von den Werken H.R.Gigers, einem schweizer Designer, begeistert und richtete seinen Drehbuchentwurf danach aus.

Schon früh wurde klar, dass der Titel „Starbeast“ eher Assoziationen zu billig produzierten Monsterfilmen weckte und so kam die Idee auf den Begriff „Alien“ (fremd) zu verwenden weil er nicht nur einen Einwanderer bezeichnete sondern auch als Adjektiv verwendet werden konnte. Frühe Entwürfe zum Raumschiffdesign des Künstlers Chris Foss wurden angefertigt, schließlich aber nicht verwendet weil der Regisseur Ridley Scott eigene Ideen und Storybooks einbrachte.

Als der Film 1979 in die Kinos kam war er, nach dem eher naiven „Krieg der Sterne“, ein ernstzunehmender Erwachsenenfilm, der mehr dem Horrorgenre zuzuordnen war. Außerdem wurde gerade die schaurige Geburtsszene an Bord der Nostromo zum absoluten Zugpferd für den Film, da man im Mainstreamkino damals eher auf Splatterszenen verzichtete. Das Marketing ging sogar soweit dass man freiwilligen Zuschauern EKG-Elektroden auf die Brust klebte um später damit werben zu können wie aufgeregt die Besucher waren (Ja, auch in Deutschland). Nach dem riesigen Erfolg des Films war es nur eine Frage der Zeit bis das Studio einen zweiten Film in Auftrag gab.

Regisseur James Cameron gelang das Kunststück den ersten Film nicht einfach zu wiederholen sondern einen eigenständigen, neuen Alienfilm zu produzieren. Mit viel Action und vielen Aliens vermochte es Cameron die Ausrichtung des Spektakels zu verändern und konnte sich glücklicherweise nicht nur auf bessere Aliendesigns verlassen sondern auch auf die erneute Mitwirkung von Darstellerin Sigourney Weaver, die im ersten Film überlebt hatte. Gleichzeitig festigte Cameron die Rolle „starke Heldin“. Während „Ripley“ sich im ersten Film noch eher zufällig als Überlebende aus dem Cast herauskristallisiert hatte war in „Aliens“ ihre Figur eindeutig die Heldin und wurde damit zur Stilikone für zukünftige Heldinnen. Cameron hatte in seinem Film „Terminator“ bereits mit Sarah Connor eine starke Frauenfigur eingeführt, in „Aliens“ wiederholte er dies.

Die Fans des Franchise halten die ersten beiden Alienfilme noch  immer für die Besten. „Alien“ wegen seines Gothic-Horrors und „Aliens“ wegen seiner Actionhandlung. Leider bewies das Studio jedoch kein gutes Händchen mehr als es darum ging weitere Teile in Auftrag zu geben. „Alien 3“ wurde von David Fincher inszeniert, einem Regisseur, der sich mit dem Horrordrama „Se7en“ einen Namen gemacht hatte. Der typische Stil Finchers mit monochromen Bildern und das Setting in einer Strafanstalt im All war nicht übermäßig publikumswirksam und so floppte der Film.

Auch wenn man in dem folgenden Teil 4 versuchte an die Action aus Teil 2 anzuknüpfen wurde auch das Werk des Franzosen Jean-Pierre Jeunet kein finanzieller Erfolg trotz bekannter Namen wie Wynona Rider und Ron Pearlman und Joss Wheadon als Drehbuchautor blieb das Einspielergebnis hinter den Erwartungen zurück. Lange Zeit sah es so aus als ob nach 1997 keine weiteren Auftritte des Aliens mehr folgen würden.

Doch dann besann man sich auf einen erfolgreichen Comic in dem das Alien gegen den Trophäenjäger aus dem Film „Predator“ antrat. Immerhin reichte es für zwei Filme um das Franchise am Leben zu erhalten. Umso erstaunter waren die Fans als Ridley Scott bekannt gab, dass er vorhätte die Vorgeschichte zu „Alien“ zu inszenieren.

In „Prometheus“ trifft eine Raumschiffbesatzung tatsächlich auf eines der ringförmigen Raumschiffe das man aus dem ersten Teil kennt. Und auch hier gibt es bald Probleme mit fremden Organismen, die sich in menschlichen Körpern ausgesprochen wohlfühlen bevor sie schlüpfen. Am Ende überlebt mal wieder eine Frau (mit dem Kopf des Androiden Walter im Gepäck) und hebt mit dem Alienschiff ab. Die philosophisch angehauchte Geschichte enttäuschte die Fans doch sehr. Die vertrauten Aliens traten kaum auf, stattdessen wurden merkwürdige Tentakelmonster angeboten, denen man ihre CGI-Herkunft allzu deutlich ansah. Auch wenn sich Ridley Scott wieder selbst in den Regiestuhl gesetzt hatte vermochte er es nicht die Fans von der neuen Szenerie zu überzeugen. Wie so häufig bei Prequels ist es immer schwierig Spannung zu erzeugen wenn der Zuschauer zu wissen glaubt wohin die Sache hinführen soll. Dementsprechend blieb die Frage ob es tatsächlich noch zu einer Fortsetzung von „Prometheus“ kommen würde. Immerhin deutete das Ende ja an, dass die Geschichte weitergeführt werden könnte. Nun ist mit „Alien:Covenant“ ein neuer Film erschienen und als Fan möchte man gerne wissen wie es weitergeht.

Eines der Aliens

Ein Xenomorph greift an

Kritik:

Um es gleich vorwegzunehmen. Wirklich befriedigend ist auch „Alien: Covenant“ nicht. Wir erleben nicht die weiteren Abenteuer der überlebten Dr.Elizabeth Shaw sondern treffen irgendwann den reparierten Androiden Walter, von dem in „Prometheus“ nur ein Kopf übriggeblieben war. Genau genommen ist der neue Film nichts Anderes als eine Ansammlung von Versatzstücken aus den bisherigen Filmen. Ein Raumschiff, das auf ein Funksignal reagiert, eine Mannschaft, die von herumlaufenden Aliens dezimiert wird bis zum actionreichen Showdown. Dabei ist der komplette Film so düster gehalten dass man sich ständig wünscht, dass mal jemand den Lichtschalter findet.

Die Inszenierung ist routiniert und die tricktechnisch vielleicht beeindruckendste Szene ist komischerweise eine Einstellung wenn Michael Fassbender als Walter sich selbst bzw. seinem Gegenpart David, den er auch darstellt, Blockflöte spielen beibringt. Es ist beinahe schon faszinierender zu beobachten wie toll heutzutage Doppelgängeraufnahmen koordiniert werden können als alle CGI-Aliens und Raumschiffszenen zusammen. Leider liegt der Fokus des Filmes mehr auf der Doppelrolle von Michael Fassbender als auf den Aliens.

Wie schon in „Prometheus“ ergründet Ridley Scott eher die Frage „Wer hat uns erschaffen“ bzw. „Können wir selbst Gott spielen?“ Ridley Scott deutete an, dass die neue Filmreihe die Entwicklung der Xenomorphen zeigen würde. Dabei dürfte David mit seinen Zuchtexperimenten Erfolg haben und als Fan kann man sich bereits auf den nächsten Film freuen, der 2018 gedreht werden soll. Es ist für Ridley Scott sicherlich nicht einfach. Eigentlich sollte neben einer Prometheus-Filmreihe auch eine separate Alien-Reihe entstehen. Nun wurden die beiden Konzepte  zusammengelegt. Dementsprechend macht der Film „Alien: Covenant“ den Eindruck als ob Scott zwei Filme vorgelegt hat: Einerseits die Geschichte von David, der gerne Schöpfer spielt. Andererseits aber ein Alien Actionfilm, der erst gegen Ende wirklich in Fahrt kommt. Die Szenen, in denen die Aliens schlüpfen, sind beinahe schon nebensächlich geworden und gehen in der Hektik der Szenen unter. Da war selbst in „Prometheus“ die Geburtsszene mit Dr.Shaw noch spannender inszeniert.

FAZIT:

Es ist ein wenig schade, dass Ridley Scott nicht die Geschichte der Ärztin aus dem letzten Teil erzählt sondern das Hauptgewicht auf die Identitätsfindung des Androiden legt. Dabei hätte Scott ausreichend Gelegenheit gehabt dieses Thema in dem gerade anstehenden Film „Blade Runner: 2049“ (Deutscher Start: 5.Oktober 2017) zu erörtern. Die Aliens sind als Actionelement zwar vorhanden, verschwinden aber auch genauso schnell wie sie gekommen sind von der Leinwand.

Der Film „Alien: Covenant“ ist sicherlich keine Offenbarung. Einerseits als klischeebehaftetes „Zehn kleine Negerlein“-Spielchen konzipiert langweilt der Film mit seinen philosophischen Betrachtungen. Die Actionszenen sind mal wieder äußerst hektisch und geben dem Zuschauer kaum Gelegenheit einen vernünftigen Blick auf die verschiedenen Alien-Varianten zu werfen. Auch sind die menschlichen Figuren mal wieder dermaßen farblos dass man niemanden eine Träne nachweint wenn es ihn erwischt hat. Hoffen wir auf einen weiteren Film, der mehr richtig macht.

Dumm gelaufen für Dr. Shaw

Daniels ist die neue Ripley

The Expanse – SciFi at it’s best

The Expanse – SciFi at it’s best

Inhalt:

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Die Menschheit ist ins All aufgebrochen und hat den Mars besiedelt. Im Asteroidengürtel haben sich Industrien angesiedelt, die Rohstoffe wie Eis und Edelmetalle abbauen. Da die Wasservorräte auf dem Mars knapp sind und auch auf der Erde Versorgungsschwierigkeiten bestehen haben sich Feindschaften zwischen Mars und Erde entwickelt. Leider werden die Transportschiffe immer wieder von Raumschiffen angegriffen und man verdächtigt sich gegenseitig dafür verantwortlich zu sein.

Den Bewohnern des Asteroidengürtel, den „Beltern“ ist es relativ egal wem sie liefern solange die Bezahlung stimmt. Auf den größeren Asteroiden wie Eros, Ceres und anderen haben sich Schürferkolonien gebildet, die auch nach ihrer eigenen Unabhängigkeit streben. Doch dann geschieht etwas Unfassbares.

In einem Raumschiff namens „Anubis“ wird die Besatzung von einer seltsamen, infektiösen Krankheitserreger angegriffen. Als die Besatzung des Raumschiffes „Tachi“ das Schiff inspiziert findet sie die Besatzung tot vor. Offenbar hat ein bläulich schimmernder Virus die Mannschaft getötet. Doch irgendjemand ist entkommen und zum Asteroiden Eros gelangt.

Glücklicherweise kann sich die Mannschaft auch von dem Verdacht befreien die Explosion des Wassertransporters „Canterbury“ verschuldet zu haben.Weil sie sich von nun ab nichts mehr zuschulden kommen lassen wollen benennen sie ihr Raumschiff in „Rocinante“ um und folgen einer Spur nach Eros.

Auf Eros ist ein Ermittler namens Joe Miller gerade auf der Suche nach einer gewissen Julie Mao als die Besatzung der Rocinante eintrifft. Gemeinsam können sie das Versteck der jungen Frau finden, denn sie ist die Überlebende der Anubis. Doch offenbar ist sie auch von der Seuche betroffen und stirbt einen qualvollen Tod. Das Team fragt sich, wie die junge Frau nach Eros gelangt ist. Die Wahrheit ist erschreckend!

 

Allein im Weltraum

James Holden ist der Kommandant der Rocinante

Die Rocinante

Analyse:

Seit sich der Sender „SyFy“ darauf besonnen hat seinem Namen alle Ehre zu machen und aufwändige SciFi-Eigenproduktionen zu bestellen kann man sich als Fan wirklich freuen. Nach den Eigenproduktionen „Killjoys“ und „Dark Matter“ ist nun mit „The Expanse“ eine weitere Weltraumserie geschaffen worden, die wirklich sehenswert ist. Basierend auf den Büchern von James S. A. Corey hat man eine Serie kreiert, die sich wirklich Mühe gibt wissenschaftlich korrekt mit den Gegebenheiten im All umzugehen. Angefangen von den Verzögerungen bei der Kommunikation aufgrund der Lichtgeschwindigkeit bis hin zu Distanzen, die die Schiffe bewältigen müssen. Auch die Schwerelosigkeit in einigen Schiffen kommt gut rüber.

Als Fan von Weltraumserien freut man sich über zahlreiche, neue Raumschiffdesigns, die sehr funktional wirken und sich von anderen Serien abheben. Man „glaubt“ der Serie, dass diese Schiffe funktionieren können und auch die Sets und Gebrauchsgegenstände sind unglaublich detailreich gestaltet. Der Sender hat hier eine Menge investiert und der Look der Serie ist absolut überzeugend.

Visuell könnte man „The Expanse“ für einen Ableger der legendären Serie „Babylon 5“ halten. Würde man diese Kultserie mit der Computerleistung von heute neu drehen, dann würde sie sicherlich ähnlich aussehen. Dass die Macher mit viel Liebe zum Detail arbeiten sieht man schon daran, dass die Raumschlachten nicht mit „Laserkanonen“ sondern mit „Railguns“ durchgeführt werden. Dabei werden Projektile mithilfe von Magnetfeldern so stark beschleunigt, dass sie mühelos Raumschiffhüllen durchschlagen können. Dadurch bekommen die Gefechte auch gleich eine neue visuelle Qualität. Insgesamt sehen die Weltraumszenen auch sehr plastisch aus. Wenn man bei „Battlestar Galactica“ mitunter den Eindruck gewinnen konnte, dass die Bilder manchmal doch zu gedrängt waren, so hat man hier immer das Gefühl der Tiefe.

Die Charaktere

Manchmal würde man sich wünschen, dass die Figuren etwas mehr Humor an den Tag legen würden. Die Besatzung der „Rocinante“, aber auch sämtliche anderen Charaktere scheinen dauerhaft unter schlechter Laune zu leiden. Wenn man dieser Serie einen Vorwurf machen kann, dann dass es zuwenig Humor gibt. Da hat „Babylon 5“ eindeutig die Nase vorn. Eigentlich wünsche ich mir bei Serien immer Charaktere, die man liebgewinnen kann und ab und zu auch mal einen lockeren Spruch absondern. Eine andere Serie, „Firefly“, die auch Kultstatus genießt, hat es vorgemacht. Die Besatzung der „Rocinante“ kann es, was die Sympathiepunkte betrifft, keinesfalls mit der Crew der „Serenity“ aufnehmen.

Die Grundsituation

Die Serie ist äußerst komplex angelegt. Die politischen Verwicklungen zwischen Erde, Mars und den „Beltern“ werden oft thematisiert. Dabei überstrahlt die indische Ministerin Chrisjen Avasarala alle anderen Akteure. Sie agiert teilweise recht skrupellos um der Erde ihr Recht zu verschaffen. Als der Wassertransporter „Canterbury“ auf dem Weg zur Erde zerstört wird glaubt sie, dass Holden, der Captain der „Rocinante“, hinter dem Anschlag steckt. Damit wird die Verbindung zwischen den politischen Intrigen und der unschuldigen „Rocinante“ geschaffen.

Alex – Pilot der Rocinante

Joe Miller, Privatdetektiv

Die Crew der Rocinante

Fazit:

Endlich mal eine Serie bei der alles stimmt. Eine Raumschiffcrew, die sich inmitten eines Handelskrieges befindet und neben den politischen Verwicklungen es auch noch mit einer außerirdischen Bedrohung aufnehmen muss. Die Charaktere agieren zwar spröde schaffen es aber trotzdem Sympathien zu wecken. Dazu kommen grandiose Spezialeffekte, die nicht mit überladenen Bildmanipulationen befrachtet sind.

Ich habe es weiter oben schon betont: Würde man versuchen die Serie „Babylon 5“ wiederzubeleben, dann hat man mit „The Expanse“ eine neue Qualitätsmarke gesetzt an der sich spätere Serien ein Beispiel nehmen könnten. Hier stimmt auch die verzwickte Geschichte, die das Leben in einer nicht zu entfernten Zukunft schildert.  Insbesondere die indische „Deputy Undersecretary“ der vereinten Nationen beeindruckt mit ihrem Durchblick – und ihrer unglaublich tiefen Stimme.

Die zweite Staffel endet mit einem Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Es gibt in den Romanvorlagen auch noch spektakuläre Elemente auf deren visueller Umsetzung der Buchkenner hoffen dürfte.

 

Amos – Wartungstechniker

(Alle Bilder Copyright: SyFy)

Jonathan Creek – Eine vergessene Krimiserie

Jonathan Creek – Eine vergessene Krimiserie

Wer ist Jonathan Creek?

Die BBC startete die Krimiserie „Jonathan Creek“ im Jahre 1987 mit zunächst fünf Folgen. Sie handelt von dem talentierten Designer Jonathan Creek der für einen befreundeten Bühnenmagier die Trickvorrichtungen konstruierte und baute. Als eine Journalistin von einem unmöglichen Mordfall erfährt zieht sie Creek zu Rate. Seine Kenntnis der Ablenkung und Showtricks verhelfen zu der richtigen Lösung des Falls. In weiteren Fällen wird Creek immer wieder hinzugezogen wenn Todesfälle von übernatürlichen oder magischen Erscheinungen begleitet werden. Er glaubt nicht an Übersinnliches und kann sämtliche Fälle auf mentale oder mechanische Begleitumstände zurückführen. Unerschütterlich grübelt er über logische Erklärungen, auch wenn seine Mitmenschen bereits übernatürliche Lösungen akzeptiert haben.

Die Serie brachte es zwischen 1987 und 2004 auf immerhin vier Staffeln und einige Weihnachtsspecials bevor sie zunächst für fünf Jahre pausierte. Zwischen 2009 und 2014 wurden immerhin noch einzelne Weihnachtsepisoden ausgestrahlt bevor die Serie mit einer fünften Staffel im Jahr 2014 mit drei Folgen fortgesetzt wurde. 2016 wurde ein weiteres Xmas-Special ausgestrahlt.

Darsteller Alan Davies beklagte die zu langen Arbeitszeiten und die verringerten Gehaltszahlungen weswegen er sich nicht mehr auf komplette Staffeln einließ. Trotzdem genießt die Serie in Großbritannien inzwischen einen großen Kultstatus, da die Fälle und deren Auflösung derart skurril sind, dass die Zuschauer ständig nach mehr verlangen.

Jonathan Creek erinnert sicherlich in manchen Dingen an Sherlock Holmes, ist charaktermäßig aber aus anderem Holz geschnitzt. Die Kriminalfälle interessieren ihn eigentlich weniger und auch seine Ehefrau tut so Einiges um zu verhindern, dass merkwürdige Fälle an ihn herangetragen werden. Allerdings ist sie auch gerne bereit als Assistentin zu fungieren wenn erst einmal der Jagdinstinkt erwacht ist.

Es ist eigentlich erstaunlich, dass die originelle Serie es noch nicht nach Deutschland geschafft hat. Der eigenwillige Humor und die haarsträubenden Fälle würden sich nahtlos in das Programmschema des ZDF zwischen Inspector Barnaby und anderen britischen Ermittlerrn eingliedern. Inzwischen gibt es 32 Fälle, was reichlich Sendestoff für deutsche Fernsehstationen abgeben würde.

 

 

Jonathan und Maddie

(BBC – 1987)

Best scene ever

In einem Fall der fünften Staffel konnte ich mich vor Lachen kaum halten. Ich beschreibe einmal die Szene, die sehr gut den Humor der Serie illustriert:

Polly, Jonathan Creeks Ehefrau, wird von einer älteren Dame in ihr Cottage geben weil sie fragen möchte, ob sich Jonathan ihres Falles annehmen könne. Sie war am Vormittag mit der Urne ihres verstorbenen Mannes im Hause herumgewandert als ihr einfiel, dass sie ja eigentlich eine dringende Verabredung hatte. In ihrer Hektik kippte sie die Urne um sodass die Asche ihres Mannes auf den Parkettfußboden fiel. Sie hatte allerdings keine Zeit sich um das Malheur zu kümmern und verließ erst einmal eilig das Haus. Als sie jedoch zurückkam war die Asche ihres Mannes verschwunden! War ihr Mann etwa von den Toten auferstanden und lief nun im Dorf herum? Oder sind sogar Geister verantwortlich?

Was würde Jonathan Creek dazu sagen?

Polly bittet die Witwe sich erst einmal zu beruhigen und ein Stück Kuchen zu sich zu nehmen während sie sich eine plausible Erklärung überlegen. Schon ist Polly bereit Jonathan doch wegen der verschwundenen Asche um seine Meinung zu bitten und lässt versehentlich ein paar Kuchenkrümel auf den Fußboden fallen.

Und dann biegt der automatische Putzroboter um die Ecke um die Krümel aufzusaugen……

Dialogbeispiel:

Jonathan bekommt von einem Mädchen auf einem Reiterhof einen Fotoapparat in die Hand gedrückt. Er soll jemanden vor den Ställen fotografieren, weil sie gerade woanders hin soll. Jonathan fotografiert und gibt dem Mädchen später den Apparat zurück.

Jonathan: „Ich fürchte, ich habe Deinem Pferd den Kopf abgeschnitten!“

Mädchen: „Sie Mörder!!!!“

 

Jonathan und Polly

(BBC – 2015)