Doctor Who – 10te Staffel

Doctor Who – 10te Staffel

Schwanengesang

Das war sie also, die zehnte Staffel der Neuauflage von Doctor Who. Während die deutschsprachigen Zuschauer noch auf eine Ausstrahlung warten müssen hatten die Briten bereits Gelegenheit die letzte Staffel mit Peter Capaldi als „Doctor“ zu schauen. Dabei galt es zunächst auch eine neue Begleitung für den Doctor zu etablieren und in das Geschehen einzuführen. Die dunkelhäutige, junge Frau Pearl Mackie trat in der Rolle der Serviererin und Studentin Bill Potts in die Fußstapfen von Jenna Coleman, die im letzten Jahr die Serie verlassen hatte. Überraschenderweise hat der Doctor diesmal noch einen zweiten Begleiter in der Gestalt von Matt Lucas, der als „Nardole“ bereits im letzten Weihnachtsspecial zu sehen war – und dort eigentlich seinen Kopf verlor….

Die neue Staffel, die bezeichnenderweise den Titel „Pilot“ trägt, führt uns die junge, quirlige Bill Potts vor, die zwar eigentlich in der Kantine einer Universität an der Essensausgabe steht, allerdings auch die Vorlesungen eines Mannes besucht, der auf eine sehr markante Art Geschichte und Quantenphysik unterrichtet.  Sie ist fasziniert von dem Mann, der angeblich schon 90 Jahre an der Universität lehren soll und nimmt freudig das Angebot an Privatstunden zu bekommen. In seinem stilvollen Büro stört eigentlich nur die blaue Polizeinotrufzelle mit einem „Außer Betrieb“-Schild.  Der Dozent, den alle nur als den „Doctor“ kennen, scheint in den Katakomben unter der Uni auch noch etwas im Schilde zu führen, denn dort befindet sich eine merkwürdig modern aussehende Tür, die er und sein Gehilfe zu bewachen scheinen.

Bill hat auf dem Unigelände allerdings auch noch eine andere Person kennengelernt. Eine junge Frau, deren Pupille wie ein Stern geformt ist. Da Bill eher homosexuell eingestellt ist bahnt sich hier eine Liebschaft an, die jedoch gestört wird als die junge Frau offensichtlich von einer nicht trocknen wollenden Pfütze verschluckt wird. Als der Doctor in dieser Hinsicht ermittelt ist dies der Startschuss für Bills Reisen mit dem Doctor.

 

Der Doctor im Einsatz

Analyse:

Neue Figuren in einer Serie zu etablieren ist sicherlich nicht leicht. Nach der kecken, aber sehr resoluten Clara Oswald kommt nun die etwas naive, wenngleich aber auch wissbegierige Bill Potts ins Spiel. Ihre Schlagfertigkeit sorgt für einige Lacher wenn der Doctor sich nur wundern kann wenn Bill mit Wissen aus  Science Fiction Filmen Dinge begreift, die sonst bei Skeptikern eher auf Unverständnis stoßen würden. Die Zuschauer werden jedenfalls sehr schnell warm mit ihr weil sie – auf andere Weise als andere Companions – immer wieder ins Staunen gerät. Glücklicherweise gibt es in der Serie nun aber auch Matt Lucas, den Freunde des englischen Humors aus der Serie „Little Britain“ kennen. Die Zuschauer erfahren in einem Nebensatz, dass der Doctor ihm ein neues Leben verschafft hat nachdem sein Haupt in einem Weihnachtsspecial auf einen Roboterkörper versetzt wurde. „Nardole“ spricht im englischen Original mit einem breiten Akzent und sorgt mit seinen trockenen Kommentaren immer wieder für Lacher. Dabei scheint er inzwischen ein richtiges Faktotum an Bord der TARDIS geworden zu sein und kann diese auch „fahren“. Zu Beginn der Staffel wacht er jedoch darüber, dass der Doctor nicht mit der TARDIS herumfliegen kann, weil „ein Versprechen gegeben hat“. Im Laufe der Staffel zeigt sich, dass der Doctor tatsächlich ein Versprechen gegeben hat. Er beherbergt in dem „Tresor“ eine Person, die dort 1000 Jahre schmachten soll um für ihre Taten bestraft zu werden.

Wer in dieser Gefängniszelle sitzt soll hier nicht verraten werden. Die Episoden selbst sind eine Ansammlung verschiedener Einzelgeschichten mit denen vor allem Bill ihre Probleme bekommt. Ob man in „Smile“ Roboter ausschalten muss, die auf Emojis reagieren oder eine von Icewarriors entführte Brigade viktorianischer Soldaten, die auf dem Mars nach Goldvorräten schürfen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Showrunner Stephen Moffat und sein Autorenteam bringen im Laufe der Staffel verschiedene Themen zur Sprache bevor man im zweiteiligen Finale mal wieder die Emotionen hochkochen lässt. Am Ende der regulären Staffel wird bereits der Regenerationsvorgang des Doctors eingeleitet, der sich vorläufig noch wehren kann. Die Zuschauer müssen jetzt tapfer sein, denn erst dann, im Weihnachtsspecial, wird die Regeneration abgeschlossen.

 

Bill Potts begleitet den Doctor

Nardole ist skeptisch

Fazit:

Beim betrachten der Staffel kann man sich manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass Showrunner Steven Moffat sein Pulver nun verschossen hat. Die Einzelepisoden anderer Autoren sind durchaus sehenswert – auch für Who-Einsteiger – allerdings bleibt irgendwie ein Nachgeschmack. Vielleicht liegt es daran, dass man nie wirklich mit dem Doctor mitzittern kann oder dass Bill sich noch nicht stark genug mit den Zuschauer verbandelt hat.  Zum Anderen vergibt die Staffel eine Chance zu berühren als man mittendrin einen Dreiteiler beginnt, der dann allerdings merkwürdig uneinheitlich wirkt. In der ersten Folge „Extremis“ scheint man tatsächlich eine ernsthafte Bedrohung für den Doctor und die Welt aufzubauen, die sich dann allerdings mit einer lächerlichen Erklärung auflöst. In der zweiten Folge stagniert die Handlung und baut erst zum Ende eine emotionale Spannung auf, während im dritten Teil sich der Stil wieder komplett ändert und dem Zuschauer ratlos dastehen lässt. Man merkt dem Dreiteiler an, dass hier drei Autoren am Werk waren, die wohl eigene Stories im Sinn hatten, diese aber durch einen Handlungsfaden verbinden mussten.

Zum Glück gibt es in der Staffel auch ein paar Lichtblicke. Dem Rezensenten gefiel beispielsweise „The Emperess of Mars“. In dieser Episode verbeugt sich Autor Mark Gatiss sehr tief vor den Autoren viktorianischer Science Fiction Literatur. Zahlreiche Reminiszenzen und einige humorvolle Dialoge machen diese Episode zu einem Highlight der Staffel. Dort wird an Edgar Rice Burroughs „John Carter: Prinzess of Mars“ erinnert, aber auch an H.G. Wells „The first men IN the Moon“. Die Verfilmung dieses Romans dürfte auch Vorlage für einige Kostüme und Sets gewesen sein.

Ein weiteres Highlight der Staffel war „The Eaters of Light“, in der wir im fernen Schottland auf Monstren treffen, die eine legendäre Legion der Römer ausgelöscht zu haben scheint. Hier werden historische Fakten mit einer fantasievollen Inszenierung verknüpft und dabei auch tolle Landschaftsaufnahmen von Wales (das als Double für Schottland herhalten musste) zeigt.

Ähnlich fasznierend ist die Geschichte von „Thin Ice“, in der die Fernsehzuschauer vom letzten Jahrmarkt auf der zugefrorenen Themse erfahren. Auch wenn die Erklärung, wieso dies der letzte Jahrmarkt dieser Art war, anders ist als die wirkliche (Klimaerwärmung), so nimmt der Doctor hier für das Fernsehen mal wieder einen Bildungsauftrag wahr indem er den Zuschauern einige wahre Fakten einbringt.

Insgesamt kann man der zehnten Staffel bescheinigen, dass sie mal wieder „durchwachsen“ war. Einige unterhaltsame Folgen, einige eher lasche Folgen, die allerdings durch das höchst emotionale Ende der Staffel wieder wettgemacht werden. Capaldi ist als Doctor inzwischen so routiniert, dass man sich wünschen würde, er würde bleiben. Allerdings hört nicht nur er auf sondern gleichzeitig Showrunner Stephen Moffat, der seine Sache sehr gut gemacht hat. Zum Ende merkte man der Serie jedoch an, dass Moffat sich eigentlich nur noch selbst zitieren kann und die Serie frisches Blut braucht.

Die Zukunft des Doctors

Mit Chris Chibnall wurde ein neuer Showrunner gefunden, der inzwischen versprochen hat die Serie von Grund auf neu auszurichten. Mit dem Weggang von Steven Moffat und Peter Capaldi werden leider auch Pearl Mackie (Bill) und Matt Lucas (Nardole) die Serie verlassen. Damit wird für Chibnall gewissermaßen „Reiner Tisch“ gemacht und er kann die Serie mit neuen Ideen rebooten. Chibnall ist im Doctor Who Universum kein Unbekannter. Als Autor für „Torchwood“, der Ablegerserie schrieb er einige starke Episoden und in „Doctor Who“ gehen auch einige witzige Episoden auf sein Konto. Mit „Dinosaurier im All“ oder „Zusammengewürfelt“ bewies er, dass er äußerst humorvolle Dialoge schreiben kann.

Doch auch höchst emotionale Episoden in „Torchwood“ gehen auf sein Konto. Zuletzt war er für die brillante Serie „Broadchurch“ veranwortlich, in der er eine höchst ungewöhnliche Kriminalgeschichte in einem kleinen Küstenort schilderte. Bei der Besetzungsliste glaubt man, die Darsteller aus „Doctor Who“ hätten hier ihre zweite Heimat gefunden. Angefangen bei Hauptdarsteller David Tennant (Neunter Doctor) über Arthur Davill (Rory Williams) bis hin zu Olivia Coleman (Mutter in Matt Smiths Debütepisode) oder David Bradley (Solomon, bzw. William Hartnell in einem Who-Dokudrama) und Eve Myles (Torchwood).

Tatsächlich haben sich die Verantwortlichen diesmal für einen weiblichen Doctor entschieden. Es ist Jodie Whittaker, die mit Chris Chibnall bereits in „Broadchurch“ zusammengearbeitet hat und sich durch eine starke Präsenz auszeichnete. Natürlich ging ein Aufschrei durch die Gemeinde als Frau Whittaker in einem Teaser während des Tennisturniers in Wimbledon angekündigt wurde. Aber dass der Doctor durchaus eine Frau sein kann wurde bereits mehrfach in der Serie angedeutet. „Der Master“, der als „Missy“ wieder auftauchte, aber auch ein General auf Gallifrey, der sich freute endlich wieder in einem weiblichen Körper zu stecken („..immer dieses männliche Testosteron…“). Schon in der Classic-Serie probierte Romana gleich mehrere Körper aus um den Tom Baker Doctor zu gefallen. Nun ist es also passiert – der Doctor wird in Zukunft weiblich sein und bietet damit Stoff für amüsante Handlungen. Wie verhält sich ein Timelord wenn er erstmals eine Frau ist? Was zieht er/sie an? Gibt es schminktipps für Timelords? Werden Entscheidungen jetzt mit weiblichem Instinkt getroffen? Wie reagieren andere Aliens auf den neuen Doctor?

Die Fans werden den neuen Doctor auf jedenfall lieben.

Zunächst aber müssen die Fans erstmal auf Weihnachten warten wenn der aktuelle Doctor und Moffat ihre Abschiedsvorstellung geben….

In Deutschland wird die zehnte Staffel ab Dezember bei „FOX Serie“ ausgestrahlt, inklusive dem Weihnachtsspecial vom letzten Jahr „Die Rückkehr von Doctor Mysterio“.

 

Die Mönche auf der Suche nach Wahrheit

(Alle Bilder Copyright: BBC)

Der Doctor mal ganz anders. Jodie Whittaker ist Doctor Who!

(Alle Bilder Copyright: BBC)

Das neue Team in der TARDIS!

Yasmin (Mandip Gill),  Graham ( Bradley Walsh), Frau Doctor (Jodie Whittaker)  und Ryan (Tosin Cole)

Class – S01E01 – For tonight we might die

Class – S01E01 – For tonight we might die

Inhalt:

Aus der alten Coal Hill Schule ist jetzt die „Coal Hill Academy“ geworden. Zumindest äußerlich macht die Schule jetzt einen modernen Eindruck und die Klassenzimmer wurden auch renoviert. Der alte Schulmeister ist sichtlich stolz als er seiner neuen resoluten, jungen Lehrerin Miss Quill zu ihrer Klasse bringt. Auch ein Schüler namens Charlie ist neu, aus Sheffield, wie er behauptet. Allerdings scheint er ein wenig weltfremd zu sein und muss in seinem Handy immer wieder nach Begriffen googeln wie „Wer ist Idris Elba“.

Allerdings scheinen an der Schule nach wie vor merkwürdige Dinge vorzugehen. Schüler verschwinden und die dunkelhäutige Tanya wird von einem Schatten bedrängt, was ihr pakistanischer Freund Ram über Skype mitbekommt. Schließlich hat auch die tatkräftige April bei der Vorbereitung eines Schulballs eine verhängnisvolle Begegnung mit einem Schatten.

Wie sich herausstellt sind die Lehrerin Miss Quill und Charlie von einem anderen Planeten. Dort war Charlie der Prinz eines Volkes namens Rhodia, das quasi in einem Paradies lebte, dabei aber das Volk der Quill unterdrückte. Die Rhodia gingen im Krieg als Sieger hervor und implantierten den überlebenden Quill einen Wurm in den Kopf, der verhindern soll, dass die Angehörigen jemals wieder eine Waffe benutzen können. Die Völker hätten friedlich weiterleben können als sie plötzlich von einer fremden Rasse überfallen wurden, die sich unbemerkt als Schatten einschleichen konnten um dann die ganze Bevölkerung zu töten. Nur Charlie und die „Freiheitskämpferin“ Quill überlebten weil ein verrückter Mann mit einer blauen Box sie auf die Erde brachte.

Doch während der Flucht brachte Charlie ein Relikt an sich, das als „Kabinett der Seelen“ bekannt ist. Die böse Alienrasse „Shadow Kin“ könnte dieses Relikt als Waffe einsetzen weil es angeblich die Seelen aller Verstorbener der Rhodier mit deren Fähigkeiten beherbergt. Als der Anführer Corakinus auftaucht und während der Promnight Menschen tötet und verstümmelt scheint es keine Rettung zu geben bis ein gewisser Doctor auftaucht.

die Klasse beim Unterricht

Miss Quill an der tafel

Unerwartete hilfe

Kritik:

Man war ja doch gespannt ob die neue Spinoff-Serie von „Doctor Who“ in der Qualität mit der Mutterserie mithalten kann. Sie kann. Zwar richtet sich die Serie deutlich an ältere Jugendliche, dafür trumpft sie aber mit einer frischen Optik und einem modernen Soundtrack auf. Dummerweise ist ausgerechnet die Titelmusik etwas zu nichtssagend geworden. Während der Folge wird immer wieder Popmusik angespielt, wie man es von amerikanischen Serien kennt und was bei „DoctorWho“ zum Glück vermieden wurde.

Der Look ist modern und die Schnitte sind schnell, aber nicht zu hektisch. Außerdem wird mal wieder auf Kurzrückblenden zurückgegriffen, die man auch in der Mutterserie öfters mal sieht. Auffällig ist hingegen der hohe Blutfaktor. Die „Shadow Kin“ nutzen eine Art Hellebarde als Waffe und so kommen nicht nur Menschen zu Tode sondern der arme Ram muss bei einem Zweikampf sein Bein einbüßen. Glücklicherweise hat der „Doctor“, der zur Rettung der Schule eilt, noch ein kybernetisches Ersatzbein zur Hand.

Der Auftritt von Peter Capaldi ist natürlich ein Fest für DoctorWho-Fans und mit seiner lockigen neuen Frisur wirkt er einmal mehr wie eine hagere Version des vierten Doktors Tom Baker. Insgesamt kann man der Einstiegsfolge bescheinigen, dass Autor Patrick Ness es versteht uns mit den neuen Gegebenheiten an der Coal Hill Academy vertraut zu machen. Die Protagonisten sind ein gut gewählter kultureller Mix aus verschiedenen Persönlichkeiten, die alle als „typische Schüler“ durchgehen. Als der Doctor sie zu einem Team erklärt, das den temporalen Riss in der Schule überwachen soll, sind die Menschen und Aliens nicht unbedingt begeistert. Aber so oft wird man es wohl nicht mit außerirdischen Bedrohungen zu tun bekommen. Oder doch?

Das Setting erinnert einerseits an die Mutterserie Doctor Who, andererseits auch an die anderen Ablegerserien „Torchwood“ und „Sarah Jane Adventures“. Letztere wäre von der BBC wohl gerne fortgeführt worden, doch leider starb die titelgebende Hauptdarstellerin Elisabeth Sladen viel zu früh. Die Konstellation einer Gruppe von Jugendlichen, die von einer Mutterfigur in Alien-Abenteuer geführt wird, ist ähnlich. Selbst ihr „Sohn“, ein von Aliens geschaffener Klon ist in der Figur von Charlie hier enthalten. Zum anderen erinnern die bluttriefenden Szenen, die teilweise obszöne Jugendsprache und sexuellen Andeutungen eher an das erwachsene „Torchwood“. Auch dort kämpfte eine Truppe von Erwachsenen gegen Dinge, die in Cardiff aus einem offenen „Riss“ im Raum-Zeitgefüge kamen. Interessanterweise scheint Charlie auch keine sexuelle Präferenz zu haben und scheint es mit Partnerschaften zu halten wie seinerseits Jack Harkness.

Die Figuren machen auf jeden Fall schon einmal Spaß. Allen voran die Lehrerin Miss Quill, die selbst keine Waffe abfeuern kann, ansonsten aber durch ihr Gehirn zur Waffe wird, wie ihr der Doctor versichert. Die markigen Sprüche erinnern fast schon an die Oneliner eines Arnold Schwarzeneggers, durchzogen von sarkastischen Humor.  Ist sie vielleicht auch die Autorin der Banner an der Wand? Beim dekorieren der Schulaula bringt sie Sinnsprüche an die Wand wie „Ihr könntet heute nacht sterben. Also tut nichts Dummes!“ und „Wenn Du DIES wirklich liest, dann ist deine Nacht ein FEHLSCHLAG!“

Shadow Kin in tödlicher mission

Ein Prinz im exil

Fazit:

Der Serienauftakt ist vielversprechend und macht soweit alles richtig. Mich stört nur die etwas blöde Titelmusik. Die Figuren wurden gut eingeführt, die Effekte sind angemessen und der Look entspricht der Mutterserie.

Die Premiere macht Lust auf mehr. Ich drücke der Serie die Daumen dass sie es auch über mehr als nur eine Staffel schafft und dass man die Serie auch auf einem deutschen Sender zu sehen bekommt. „FOX Serie“ sollte sich mal drum kümmern.

april – verbunden mit einem alien

(Alle Bilder Copyright: BBC)

Doctor Who – S09E13 – Besuch bei River Song

Doctor Who – S09E13 – Besuch bei River Song

Inhalt

Der Doctor landet in ferner Zukunft auf einem Planeten, auf dem gerade das Weihnachtsfest gefeiert wird. Er wird durch ein Klopfen an der Tür gestört und von einem jungen Mann gefragt, ob er der „Doctor“ sei. Als er dem Mann folgt wird er zu einer „fliegenden Untertasse“ geleitet, in der ihn eine Frau bittet als Chirurg tätig zu werden. Der Doctor freut sich, als er River Song erkennt. Sie hingegen ist sich über ihr Gegenüber nicht im Klaren, da sie davon ausgeht schon alle 12 Gesichter des Doctors zu kennen. Mit einer weiteren Inkarnation rechnet sie nicht und scheint sich auch nicht zu wundern, dass im Ort die TARDIS steht. Der Doctor wurde eigentlich bestellt um einen kostbaren Diamanten aus dem Schädel eines Königs zu bergen. Auch wenn sie diesen extra zu diesem Zweck geheiratet hat, so macht es ihr nichts aus wenn ihr Gatte bei der Operation sterben würde. Doch praktischerweise ist dieser bereits von seinem Körper getrennt und wird von einem Roboterkörper herumgetragen. Kein Wunder, dass dieser den beiden Zeitreisenden folgt als diese sich, samt Kopf in einer Reisetasche, davon machen.

Analyse:

River Song hat sich seit ihrem ersten Auftritt in der vierten Staffel zu einem Publikumsliebling entwickelt. Die Tochter von Amy und Rory hat Eigenschaften eines Timelords – auch wenn sie sämtliche Regenerationen für den Doctor aufgegeben hat, lebt aber bereits über 200 Jahre. Dass ihr Leben aber keine unbegrenzte Dauer weiß der Doctor nur allzu gut, da sie in der Bibliothek einen Heldentod starb, den er nicht verhindern konnte. Immerhin hatte er ihr Bewusstsein in die virtuelle Realität des Bibliothekcomputer transferiert. In ihren letzten Momenten erzählte sie „Ten“ von ihrer letzten gemeinsamen Nacht bei den „Singenden Felsen“.

Es ist schön, dass Autor Steven Moffat eine Möglichkeit gefunden hat den neuen Doctor mit River zusammentreffen zu lassen. Dabei nutzt er auch sämtliche Möglichkeiten einer Screwball-Komödie um, nach der düsteren neunten Staffel, einen humoristischen Abschluss zu bilden. River ähnelt ihm im Charakter sehr und liefert immer wieder lustige Sprüche ab („Ein Archäologe ist ein Dieb – mit sehr viel Geduld“) und zeigt dem Doctor im Vorbeigehen, was es mit den „runden Dingern“ in der TARDIS auf sich hat. Dabei erfährt man auch, dass sie offenbar schon mehrfach mit der TARDIS heimlich unterwegs war während der Doctor sie irgendwo geparkt hatte.

Besonders das Zusammenspiel von Darstellerin Alex Kingston und Peter Capaldi ist in dieser Episode herrlich. Der Doctor, der ja keine Erinnerung mehr an Clara hat, darf hier erstmals auch unbeschwert lachen („Hat uns gerade ein Kopf in einer Tasche mit dem Tode bedroht?“) und spielt anfangs auch mit als River glaubt, er habe noch nie eine TARDIS von innen gesehen („Oh mein Gott, die ist ja innen größer als von draußen….“). Man glaubt dem Pärchen, dass es tatsächlich füreinander geschaffen ist. Und auch wenn das Ende sehr sentimental geworden ist, so gibt es – auch wenn der Doctor etwas Anderes behauptet – mal wieder ein Hintertürchen um River Song einmal wiederzusehen.

Und das wäre absolut wünschenswert – nur nicht zu oft, damit sich der Effekt nicht abnutzt.

Kleiner Weihnachtsausflug

(Bild: BBC)

Der Doctor und seine Frau River Song

(Bild: BBC)

König in der Tasche

(Bild: BBC)

River mit ihrem fast vollem Tagebuch

(Bild: BBC)

Fazit

Ein sehr vergnüglicher Abschluss der neunten Staffel. Nach den düsteren Folgen der letzten Wochen ist es erholsam, dass die Serie noch einen humoristischen Abschluss findet. Die Chemie zwischen Capaldi und Kingston ist dabei sehr gut und man kann nur hoffen, dass River auch in der zehnten Staffel wieder vorbeischaut. Steven Moffat hat mal wieder ein kreatives Schlupfloch geschaffen um dies zu ermöglichen.

Die Dialoge sind auch wieder gut gelungen. Da verzeiht man der Episode, dass man das Set aus „Das Schattenquartier“ wiederverwendet hat und der Roboter auch an das Roboterduo aus „Dinosaurier auf einem Raumschiff“ erinnert.

Die Gaststars sind hierzulande fast unbekannt. Lediglich Matt Lucas, der Bote, der einen Chirurgen suchen sollte, ist dem deutschen Publikum aus „Little Britain“ vertraut. Er ist knuffig und spielt den Charakter recht sympathisch. Rivers Ehemänner wirken ein wenig farblos, aber dadurch stören sie nicht besonders.

„Habe ich was auf dem Kopf?“

Matt Lucas und Peter Capaldi

(Bild: BBC)

Besetzung

  • River Song    Alex Kingston
  • Nardole    Matt Lucas
  • King Hydroflax    Greg Davies
  • Ramone    Phillip Rhys
  • Flemming    Rowan Polonski
  • Scratch    Robert Curtis
  • Concierge    Anthony Cozens
  • Alphonse    Chris Lew Kum Hoi
  • Receptionist    Nicolle Smartt

Team

  • Autor    Steven Moffat
  • Regie   Douglas Mackinnon
  • Produzentin    Nikki Wilson
  • Executive Producer    Steven Moffat
  • Executive Producer    Brian Minchin
Doctor Who - Besuch bei River Song
81.7 Gesamtwertung
Pro
- Tolle Chemie der Darsteller - Gute Sprüche - Schöne Sets
Kontra
- keine großartige Handlung - Abschied von River - oder nicht?
Zusammenfassung
Schönes Zusammentreffen von River Song und dem Doctor. Nach der düsteren neunten Staffel ist dieses Weihnachtsspecial erfreulich spaßig und kann damit auch die Weihnachtsmuffel überzeugen.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch

Doctor Who – S09E12 – In Teufels Küche

Doctor Who – S09E12 – In Teufels Küche

Massive Spoilerwarnung

Es folgt eine Zusammenfassung, die massive Spoiler enthält. Wer nichts über den Inhalt wissen will sollte nicht weiterlesen!

Inhalt:

Der Doctor ist wieder auf Gallifrey! Doch es zieht ihn nicht sofort in den Regierungssitz, die Zitadelle, sondern er kehrt in die Badlands zurück, dem Ort wo die Scheune steht, in der er so oft übernachtet hatte. Die ortsansässigen Leute spendieren ihm erstmal eine Suppe wohlwissend, dass in der Zitadelle gerade alle Alarmglocken die Rückkehr des Kriegshelden ankündigen.

Der Präsident, ein regenerierter Rassilon, tut alles um ihn in den Palast zu zitieren, doch er muss schon selbst zum Doctor kommen um mit ihm zu sprechen. Erst als Rassilon abdankt und ins Exil fliegt begibt sich der Doctor in die Zitadelle. Der Doctor verliert keine Zeit. Als wieder eingesetzter Präsident fordert er sogleich den Einsatz der Extrahierungskammer, mit dessen Hilfe er Clara vor dem Tod durch den Raben aus dem Schattenquartier retten will. Die junge Dame staunt auch nicht schlecht, als vor ihrem letzten Herzschlag die Zeit stehenzubleiben scheint und ihr der Doctor die Hand entgegenstreckt. Sie ist entsetzt, dass der Doctor ihr den Tod nicht gönnt und wieder mal riskiert, dass das Raumzeitgefüge aus den Angeln gehoben wird.

Dem gallifreyischen General ist sichtlich nicht wohl in seiner Haut und muss hilflos mit ansehen wie der Doctor mit Clara in das Klostergewölbe  gehen will um dort einen verborgenen Ausgang zu nutzen. Während der Doctor nach dem Ausgang sucht erklärt er Clara, dass sich die Zeit selbst heilen wird und sie schon bald ihren vertrauten Pulsschlag spüren wird. Weder der General noch Ohila, von der Schwesternschaft von Karn, können ihn von seiner Absicht abbringen. Die Timelords glauben, dass der Doctor während seines Martyriums in der Beichtscheibe, das sich immerhin über 4 Milliarden Jahre erstreckte, einen seelischen Schaden erlitten hat.

Doch der Doctor glaubt es besser zu wissen, öffnet den Geheimgang um erneut eine TARDIS zu stehlen, mit der er Clara abholt. Doch irgendwie scheint seine Annahme, dass Claras Puls zurückkehrt, sich nicht zu erfüllen. Auch ein Gespräch mit Ashildir, die sich immer noch „Ich“ nennt, bringt ihm nicht viel. Sein letzter Plan muss einfach funktionieren! Von Gallifrey hatte er einen Neural-Manipulator auf Menschen programmieren zu lassen. Wenn Clara sich nicht mehr an ihre Vergangenheit erinnert, so glaubt er, sei sie vor dem „Raben“ sicher. Allerdings hat Clara zwischenzeitlich mit der Schall-Brille etwas an den Einstellungen verändert….

„I will be back!“

(Bild: BBC)

Allein gegen den Rest der Welt

(Bild: BBC)

Ratlos auf Gallifrey – Was will der Doctor?

Fakten:

„Hell Bent“ ist ein Wortspiel, das man kaum ins Deutsche übersetzen kann. Am dichtesten wäre wohl die Formulierung „Vom Teufel geritten“ und beschreibt im Englischen Leute, die rücksichtslos etwas durchziehen, ob sie dafür in der Hölle landen oder nicht.  Das beschreibt vielleicht am Besten, was der Doctor in dieser Folge durchzieht. Clara ist für ihn die wichtigste Bezugsperson und ihr sinnloser Tod in der Folge „Das Schattenquartier“ läßt ihn Wege erfinden sie zu retten, egal ob er damit das Raum-Zeitgefüge erschüttert oder nicht.

Seine Lösung ist zwar einigermaßen kreativ, läßt den Zuschauer allerdings ein wenig ratlos zurück. Wie soll man sich das vorstellen, dass Clara irgendwie weiterlebt – ohne Herzschlag – während in der Trapstreet ein Rabe gerade auf sein Opfer zufliegt und die Zeit dort stillzustehen scheint? Starker Tobak.

Natürlich wird sich Autor Steven Moffat wegen dieses Schachzugs mal wieder auf die Schulter klopfen können. Einerseits haben wir Clara bis zum Ende der Staffel gesehen und andererseits wurde sie aus der Serie rausgeschrieben ohne wirklich richtig tot zu sein. Wenn sie nun mit „Ich“ als Companion in einer neuen TARDIS unterwegs ist um auf dem „langen Weg“ nach Gallifrey zurückzukehren damit sie in ihren totgeweihten Körper zurückkehren kann, dann birgt dies gleichzeitig auch Chancen Jenna Coleman als Gaststar in künftigen Folgen nochmals auftreten zu lassen. Trotzdem fühlt man sich als Zuschauer sicherlich ein wenig verschaukelt weil man zwei Wochen lang um die „Verstorbene“ getrauert hat.

Aber schauen wir einmal auf die anderen Aspekte der Folge. Steven Moffat beweist in einer starken Einstiegssequenz, dass er nicht nur starke Dialoge schreiben kann, sondern auch spannende, wortlose Szenen spielen kann. Die Art und Weise wie der Doctor die Verantwortlichen auf Gallifrey zu sich „bittet“ hat etwas von Clint-Eastwood-Western. (Der Doctor ist nicht der erste Zeitreisende, der sich als „Clint Eastwood“ darstellt). Umso stärker sind seine ersten gesprochenen Worte: „Verschwinde von meinem Planeten!“. Nachdem Rassilon den Planeten verlassen hat kann der Doctor wieder aufdrehen um Clara zu retten.

Immerhin kann er seinen bereits früher bekleideten Posten als Präsident von Gallifrey wieder einnehmen und Befehle erteilen. Sein militärischer Berater scheint ein Fan zu sein. Ulkigerweise zieht dieser es vor als Frau zu regenerieren. Damit wird nun auch endgültig bestätigt, dass Timelords auch das Geschlecht wechseln können. Interessanterweise muss der Doctor mal wieder eine TARDIS zu stehlen um sich mit Clara zu verdünnisieren. Seine eigene steht ja noch in der Trapstreet. Von dort hatte ihn Ashildir ja in die Beichtscheibe verbannt. Offenbar scheint auch bei ihr der Chamäleon-Schaltkreis defekt zu sein, wie man später erfährt. Als der Doctor seine eigene TARDIS wiedererhält befinden sich auf der Außenseite Graffitis des Künstlers Rigsy, die aber dann abblättern als der Doctor seine Aggregate startet. Immerhin spendiert ihm die TARDIS auch noch einen funkelnagelneuen Schallschrauber. Die Spielzeugindustrie freut sich jedenfalls schon mal auf neue Vermarktungschancen.

Eines ist bei Steven Moffats Geschichten auch hier wieder überdeutlich. Sein Lieblingsthema scheint der Tod zu sein und wie man ihm von der Schippe springt. Dabei reizt Moffat das Thema Zeitreisen bis zum Äußersten aus. Die Rettung innerhalb von Nanosekunden, in denen man mal soeben die Energie eines Blasterschusses nutzt um einen Vortexmanipulator mit Strom zu versorgen, das ist schon ungewöhnlich. Auch der Begriff „phasenverschoben“ wird sehr oft verwendet um Dinge zu verbergen. Was dialogtechnisch Sinn macht stellt die Fantasie der Zuschauer schon manchmal auf eine harte Probe. Ebenso die Vorstellung, dass man einen Planeten versteckt indem man ihn an „das Ende des Universums“ verschiebt. Eigentlich fehlt noch eine Sendung in der mal geklärt wird, was mit den „Unsterblichen“ passiert wenn das Universum zuende geht. Ashildir scheint dafür nun immerhin eine Lösung gefunden zu haben: Unterwegs mit dem „unmöglichen Mädchen“ in einer gestohlenen TARDIS.

Gibt es die auch von Fielmann?

(Bild: BBC)

Was weiß ich denn?

(Bild: BBC)

Fazit:

Ich muss zugeben, dass mir die Episode insgesamt sehr gut gefallen hat. Das liegt einseits an einigen grandiosen Szenen (Der Doctor bei seiner Scheune) und andererseits an der Tatsache, dass man Gallifrey wieder auf dem Spielfeld hat. Andererseits finde ich es ein wenig unfair, dass man auch Clara nicht endgültig hat sterben lassen sondern mal wieder einen „schnippidi-schnapp“-Trick anwendete um sie möglicherweise nochmal einsetzen zu können.

Allerdings ist dafür die Rahmenhandlung recht gut gelungen, in der der Doctor die Handlung der Folge als „Geschichte“ erzählt. Hierbei stellt sich die Frage, ob sich wirklich alles so zugetragen hat, oder ob die Erzählung des Doctors reine Fiktion ist. Immerhin scheint Clara und Ashildir tatsächlich mit einer TARDIS unterwegs zu sein und der Zuschauer wird mal wieder aufs Glatteis geführt wessen Erinnerungen gelöscht wurden. Für solche Dinge liebe ich Steven Moffat und verzeihe daher auch so manche schwer verdauliche Handlungselemente.

Für die Fanboys und – girls war es sehr schön die TARDIS von Gallifrey zu sehen, die äußerlich nicht mehr als ein Zylinder ist. Und auch das Innere, im 60er-Jahre Stil, sah auf wunderbare Weise vertraut aus. Fast wünscht man sich eine Ablegerserie namens „Clara Who“.

Was Clara selbst betrifft hätte ich mir für ihr Überleben eine andere Lösung gewünscht. Ich schrieb es schon in meinem Review zu „Das Schattenquartier“. Als der Rabe in ihre Brust eindrang nahm sie die typische Timelord-Pose ein, als ob sie gleich regenerieren würde. Das hätte einen schönen Überraschungseffekt gegeben. Da man in Fankreisen schon lebhaft diskutierte wie ähnlich Clara dem Doctor geworden ist, hätte ich mir vorstellen können, dass sie auch TARDIS-Energie aufgenommen hätte und irgendwie regenerieren könnte. Entweder in eine neue Person oder einfach als gleiche, aber geheilte Clara. Vielleicht wäre das eine Idee für die zehnte Staffel. Clara kann auf ihren „langen Umweg“ nach Gallifrey vielleicht ein paar Informationen sammeln wie sie dem Raben entgeht.

Abschließen möchte ich noch anmerken, dass mir die letzte Folge „Heaven Sent“ irgendwie völlig überflüssig vorkommt. Anstatt diese Episode einzufügen hätte man lieber „Das Schattenquartier“ („Face the Raven“) und diese Episode zum zweiteiligen Finale machen sollen. Das wäre in sich stimmender gewesen.

Clara Who?

(Bild: BBC)

Mach es zu Deinem Projekt!

(Bild: BBC)

Besetzung

  • Ich/Ashildir Maisie Williams
  • Der Präsident    Donald Sumpter
  • Der General    Ken Bones
  • Weiblicher General    T’Nia Miller
  • Gastron    Malachi Kirby
  • Ohila    Clare Higgins
  • Die Frau    Linda Broughton
  • Plumper Mann    Martin T Sherman

Team

  • Autor – Steven Moffat
  • Regie –  Rachel Talalay
  • Produzent – Peter Bennett
  • Executive Producer – Steven Moffat
  • Executive Producer – Brian Minchin

Doctor Who – S09E11 – Die Angst des Doktors

Doctor Who – S09E11 – Die Angst des Doktors

Einführung

Wenn Du in diese Welt kommst wird ebenso etwas Anderes geboren werden.
Du beginnst Dein Leben und es beginnt eine Reise – zu Dir.

Es geht nur langsam, aber es bleibt nie stehen.
Wo auch immer Du hingehst, welchen Pfad Du auch immer nimmst…
Es wird Dir folgen. Niemals schneller, niemals langsamer, aber beständig kommend

Du wirst laufen. Es wird gehen.
Du wirst Dich ausruhen. Es ruht niemals.

Eines Tages wirst Du zu lange an einem Ort weilen.
Du wirst zu stillsitzen oder zu tief schlafen.

Und wenn Du, zu spät, aufwachst um zu gehen…
wirst Du einen weiteren Schatten bemerken, der nicht Dir gehört.
Und Dein Leben wird vorbei sein.

Inhalt:

Der Transporter von Ashildir befördert den Doctor in eine Empfangsstation, die sich in einer Art mittelalterlichen Burg zu befinden scheint. Vergeblich versucht der Doctor „Die“ zu warnen, die ihn herbeizitiert hatten. Doch er scheint alleine zu sein. Ganz allein? Nein, denn ein eigenwillig verhülltes, schlurfendes Wesen mit mächtigen Pranken schleicht durch die Gänge. Schnell bemerkt der Doctor, dass „der Schleier“ es auf ihn abgesehen hat. Überall in der Burg befinden sich Hinweise, dass jemand etwas für ihn vorbereitet hat. Doch wer? Dass die Burg sich ab und zu drehen scheint und andere Räume freigibt hilft nicht gerade dabei das Rätsel zu lösen.

Konfrontiert mit dem Wesen begreift er langsam, dass man ihn zum gestehen seiner Geheimnisse bringen will, denn eigenartigerweise bleibt „Der Schleier“ jedesmal stehen wenn er wieder ein Detail preisgibt. Mithilfe eines Blicks auf die Sterne glaubt er zu wissen, dass er sich 7000 Jahre in der Zukunft befindet. Doch erst die Entdeckung einer Wand aus einem Material, das 400 mal so hart wie Diamant ist gibt ihm die Gewissheit, dass er diese Mauer einschlagen muss. Doch das kann dauern….

 

Wo bin ich?

(Bild: BBC)

The Horror On Clockwork Castle

(Bild: BBC)

Dem Tode geweiht?

(Bild: BBC)

Fakten:

Die Folge, die von Steven Moffat verfasst wurde, ist eine One-Man-Show für Peter Capaldi. Wie schon in anderen Episoden beweist der Darsteller in seinen Monologen und Handlungen sein großes Talent. Dabei helfen natürlich die grandiosen Texte, die ihm Moffat in den Mund gelegt hat. Zwar ist die Folge, trotz der manchmal aufkommenden Hektik, etwas langatmig, dafür besticht sie aber durch Capaldis großartiges Spiel. Im letzten Drittel ist man eigentlich nur noch geflasht und beeindruckt.

Moffat nutzt das Stilmittel des „Mindcastles“ um die Gedanken des Doctors sichtbar zu machen. Eine ähnliche Taktik wird von Steven Moffat auch oft in den Drehbüchern zu seiner anderen Serie „Sherlock“ angewandt. Für den Zuschauer bedeutet dies aber auch, dass man nicht ständig nur die Wände der Burg sehen muss sondern auch schon mal in der TARDIS verweilt wo der Doctor Zwiegespräche mit seiner Gedanken-Clara führt. Sie spricht zwar fast überhaupt nicht. Dafür kommt für die Fragen, die das Unterbewusstsein stellt, wieder die Kreidetafel zum Einsatz.

Nebenbei erfahren wir einige Details zur Mentalität des Doctors und wie sehr er auf die Führung durch Clara angewiesen ist. Da die Geschichte sich buchstäblich im Kreis bewegt muss man schon genau hinhören um mitzukriegen, dass der Doctor bis zum Ende der Folge gut 2 Milliarden Jahre braucht bis er schließlich die Wand durchbricht, die sich als Einziges Element nicht ständig resettet.

Man muss auch die gute Kameraarbeit von Regisseurin Rachel Talalay loben, die dem langweiligen Gemäuer immer wieder neue Blickwinkel abverlangt sodass man nie den Eindruck von Eintönigkeit bekommt. Ebenso ist mal wieder Murray Golds Musik hervorzuheben. Für die ganze Episodenlänge wurde durchgehend ein Soundtrack unterlegt, der die einzelnen Stimmungsschwankungen des Doctors vortrefflich unterstreicht.

 

Der Doctor gegen den „Schleier“

(Bild: BBC)

Der Doctor im Mindcastle

(Bild: BBC)

Fazit:

Ich muss zugeben, dass ich zunächst ein wenig gelangweilt war. Ähnliche Stories hat es schon in anderen TV-Serien gegeben. Nicht zuletzt erinnert die Story auch an „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Allerdings versteht es Steven Moffat hervorragend durch imaginäre Schauplatzwechsel, beispielsweise in das Mindcastle, für Abwechslung zu sorgen. Man rätselt bis zum Ende, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Allerdings vermutete ich schon recht früh, dass die Bekenntnisse des Doctors etwas mit der Scheibe zu tun haben würden, die Ashildir von ihm einkassiert hatte.

Auch wenn die Geschichte zunächst etwas langatmig daherkommt muss man die Auflösung und den Knalleffekt am Ende loben. Besonders die Szenen, in denen der verunstaltete Doctor sich zu der Transporterkammer schleppte verursachten bei mir seelische Pein. Es lohnt sich, wenn man sich in Serien Zeit nimmt die Charaktere so darzustellen, dass man mit ihnen mitfiebern kann. Da könnten sich so manche, hektische US-Serien eine Scheibe abschneiden.

 

Alone again, naturally!

(Bild: BBC)

Besetzung

Jami Reid-Quarrell – „Der Schleier“

Team

  • Autor – Steven Moffat
  • Regie – Rachel Talalay
  • Produzent – Peter Bennett
  • Executive Producer – Steven Moffat
  • Executive Producer – Brian Minchin
S09E11 - Die Angst des Doktors
78.1 Gesamtwertung
Pro
- Grandiose One-Man-Show - Gute Monologe - Interessante Grundstory - Toller Soundtrack
Kontra
- Etwas langatmig - keine "neue" Idee
Zusammenfassung
Peter Capaldi beweist in seiner One-Man-Show was für ein grandioser Schauspieler er ist. Auch wenn die Story kaum actionlastig ist, so übt sie eine eigenartige Faszination aus.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch