Doctor Who – S09E10 – Das Schattenquartier

Doctor Who – S09E10 – Das Schattenquartier

Inhalt:

In der TARDIS staunen der Doctor und Clara nicht schlecht als sich ihr Freund Rigsy auf der Notrufnummer meldet. Er hat einen Tag verloren und beim Aufwachen stellt er fest, dass er im Nacken ein Tatoo hat, das einen Countdown darzustellen scheint. Der Doctor untersucht Rigsy und muss leider feststellen, dass der junge Vater dem Tode geweiht ist.

Dank akribischer Ermittlungsarbeit stoßen die drei schließlich auf eine Gasse in London, die durch einen „Wahrnehmungsfilter“ vor Passanten geschützt ist. In dieser Gasse treffen die Freunde nicht nur auf, als Menschen getarnte, Aliens, sondern auch auf Ashildir, die jetzt als „Bürgermeister Me“ die Geschicke der Straße leitet. Die „Trapstreet“ dient als Refugium für Aliens, die nach Vorfällen mit dem Doctor hier Asyl suchten.

Angeblich soll Rigsby hier eingedrungen sein und eine Bewohnerin umgebracht haben. Ashildir hat ihn zum Tode durch den Raben verurteilt. Was das heißt merken sie auch schnell als ein anderer Bewohner wegen Diebstahls von Medikamenten ebenfalls ein Opfer des Rabens wird. Immerhin kann Clara noch aufschnappen, dass es durchaus möglich gewesen wäre das Tatoo, ein sogenanntes „Chronolock“ zu deaktivieren oder auf jemand anderen zu übertragen.

Während der Doctor Zeugen befragt und auch die „Leiche“ untersuchen darf entscheidet sich Clara zu einem, wie sie meint, klugen Schritt: Damit Rigsys Kind und dessen Frau nicht alleine aufwachsen müssen übernimmt sie das Tatoo von ihm. Inzwischen hat der Doctor herausgefunden, dass die ganze Angelegenheit inszeniert wurde um ihn in die „Winkelgasse“ zu locken. Als er das Stasisfeld der vermeintlich Toten per TARDIS-Schlüssel deaktivieren will bekommt er einen Armbandteleporter verpasst. Offenbar wollen „SIE“ den Doctor zu sich holen. Ashildir hatte mit „IHNEN“ einen Vertrag ausgehandelt um im Austausch Schutz für die Gasse zu erreichen.

Sie erklärt sich bereit Rigsys Tatoo zu deaktivieren und ist wie von Donner gerührt als Clara sich outet. Leider kann sie dieses „Quantum Shade“ nicht mehr deaktivieren. Der Doctor ist geschockt. Auch er kann Clara nicht helfen. Doch während in ihm die Wut hochkocht findet Clara beruhigende Worte für ihn. Sie akzeptiert ihr Schicksal und bitte ihn Eindringlich keine Rache zu üben. „Sei kein Krieger! Sei ein Doctor!“ schärft sie ihm ein bevor sie sich ihrem Schicksal stellt.

Clara und der Rabe

(Bild: BBC)

Notfalltelefon klingelt?

(Bild: BBC)

Der Rabe ( Edgar Allen Poe )

„Und meine Seele soll sich erheben aus dem auf dem Boden schwebenden Schatten – nimmermehr.“

Fakten:

In dieser Folge gibt es ein Wiedersehen mit „Rigsy“, dem jungen Graffitti-Sprayer, der mit Clara bereits im letzten Jahr gegen die „Knochenlosen“ kämpfte. Der Darsteller blieb tatsächlich gut im Gedächtnis und daher ist es schön, dass man ihn hier mit einer spannenden Kriminalgeschichte wieder ins Spiel bringt. Und auch Ashildir, von der wir ja wissen, dass sie die „Opfer“ aus den Einmischungen des Doctors betreuen wollte, tritt hier wieder auf. Die Gasse, in der sie es Aliens, die mit einem Wahrnehmungsfilter ausgestattet wurden, ermöglicht, dass sie sich unerkannt auf der Erde bewegen können, erinnert optisch ein wenig an die „Winkelgasse“ aus „Harry Potter“ und wird auch hier vor normalen Bürgern „vor aller Augen“ versteckt.

Wie es Rigsy gelang, trotzdem in die Gasse zu gelangen, wird nicht erwähnt. Da sich aber alles als Komplott gegen den Doctor herausstellt wird er wohl Hilfe gehabt haben. Es ist interessant zu sehen, dass die Wahrnehmungsfilter (die von Wesen in den Straßenlaternen erzeugt werden), viele bekannte Rassen verbergen. Darunter auch die Judoon, die Ood, Silurianer und Cybermen. Der mittelalterliche Look erinnert daran, dass die Straße wohl schon länger existiert und irgendwie erwartet man, dass der Doctor sich in dem HarryPotter-Zauberstabgeschäft gleich einen neuen Sonicscrewdriver kauft.

Während die Geschichte voranschreitet sehen wir wieder einmal Clara im „Doctor-Modus“. Sie ist inzwischen schon dermaßen übermütig, dass selbst Rigsy bemerkt: „Sie genießt das viel zu sehr…“ und der Doctor antwortet: „Das ist inzwischen ein ziehmliches Problem…“ Tatsächlich merkt man, dass Clara zu glauben scheint, dass der Doctor alle Probleme irgendwie aus der Welt schaffen kann. Dass diese Sicherheit nur trügerisch ist bemerkt sie erst als der Doctor vor der Situation kapitulieren muss. Auch Ashildir hatte nicht mit Claras unvorhergesehenen Schritten gerechnet. Aber als Clara merkt, dass die Reise für sie nun zuende geht, nimmt sie ihr Schicksal erstaunlich gefasst entgegen.

Der Doctor kocht vor Wut und nur Claras Abschiedsworte können ihn an ein Versprechen binden keine Rachegelüste gegenüber Ashildir und ihrer kleinen Gemeinde auszuüben. Aber er warnt die Unsterbliche. Falls er sich noch einmal ihre Pläne korrigieren muss, dann wäre sein Zorn unermesslich. Doch vorerst hat er mit dem Problem zu kämpfen, dass er zu „Ihnen“ teleportiert werden soll. Wer ist so mächtig und so stark interessiert ihn in die Finger zu bekommen.

Interessanterweise bemerkt Ashildir, dass es wohl auch um die Beichtscheibe des Doctors geht, die sie ihm abnimmt bevor sie ihn wegbeamt. Da stellt sich die Frage, ob sie die Scheibe separat verschickt oder ob sie die zurückbehält um einen Trumpf für den Doctor im Ärmel zu behalten. Haben wohlmöglich die „Schwestern von Karn“ steuernd eingegriffen? Das wird dann in der Solo-Doctor Episode 11 „Heaven Sent“ thematisiert.

Autorin Sarah Dollard hat mit ihrem DoctorWho-Debüt eine interessante Geschichte abgeliefert und vermochte es sogar ohne Einmischung von Steven Moffat eine ergreifende Schlussrede für Clara zu verfassen. Die Worte, die die Begleiterin dem Doctor zuflüstert sind wirklich sehr emotional und weise gewählt. Claras Abgang erinnert visuell stark an Szenen, in denen der Doctor sonst zur Regeneration schreitet. Sie nimmt den Tod mit ausgebreiteten Armen entgegen und fast hat man den Eindruck, als ob sie nun überraschenderweise in eine neue Person regeneriert. Doch ihr (netterweise) stumme Schrei und der schwarze Rauch, der aus ihrem Mund quillt erinnert tatsächlich eher an Edgar Allen Poes „Der Rabe“.

Trapstreet – Verborgen vor aller Augen

(Bild: BBC)

Trapstreet oder Winkelgasse?

(Bild: BBC)

Ein Versprechen für Clara

(Bild: BBC)

Fazit:

Die Folge beginnt wie ein Krimi und verwandelt sich dann in eine höchst emotionale Szenerie. Dass Jenna Coleman in dieser Staffel aussteigt war ja schon zu lesen. Allerdings ist ihr Tod in Folge 10 doch ein wenig überraschend. Leider hat die BBC dies bereits im Vorwege stark gespoilert weswegen ihr früher Abgang doch etwas erstaunlich ist. Doch nun können wir in den verbleibenden Folgen sehen wie der Doctor auf den Verlust seines „Lieblingscompanion“ reagiert. Mit Clara hatte er eine Begleiterin, die, wie nie eine Begleiterin zuvor, einen großen Einfluss in seiner mentalen Ausrichtung ausgeübt hatte. Als er sich fragte „Bin ich ein guter Mann?“ und auch ein Dalek behauptet, er hätte einen guten Dalek abgegeben, war es Clara, die ihn quasi auf den humanitären Weg zurückgeführt hatte. Ohne Companion fehlt dem Doctor die Anleitung, dass man eben doch nicht alles tun solle, was man tun könnte…. Insofern hatte Clara einen hohen Stellenwert für ihn.

Eigentlich war Claras Abgang ja schon fest für das letzte Weihnachtsspecial eingeplant. Als sich Jenna Coleman im letzten Moment zum Bleiben umentschied musste sogar noch ein etwas eilig konstruiertes Ende her. Für einen Schauspieler muss es auch schwer sein aus den Nachfolge-Angeboten das Richtige auszusuchen. Für Jenna Coleman kam dann wohl doch noch die richtige Rolle und so darf sie in ITVs „Victoria“ die berühmte Königin spielen. (Lustigerweise die Königin, die in der Folge „Klauen und Zähne“ das Torchwood-Institut gründete um das Werk des Doctors in Großbritanniens zu überwachen).

Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass wir Clara noch nicht ganz abhaken müssen. Es gibt Bilder von ihr, in denen sie in einem amerikanischen Diner als Bedienung arbeitet. Wohlmöglich besucht der Doctor noch ein paar Instanzen der „gesplitteten Clara“ bevor er sich von ihr löst. (Was irgendwie stark an das Ende von „Xanadu“ erinnern würde…)

In all dem Trubel um Clara bleiben jedoch noch ein paar Fragen übrig: Wer sind „DIE“, mit den Ashildir einen Pakt eingegangen ist? Timelords? Oder eine bisher unbekannte Rasse? In der Vorschau zur nächsten Woche wird ein Wesen namens „The Veil“ („Der Schleier“) gezeigt. Muss der Doctor wieder einmal für seine Taten geradestehen? Oder wird er für etwas angeworben?

Was führt sie im A-Shildr?

(Bild:  BBC)

Warnung des Doctors

(Bild:  BBC)

Besetzung

  • Rigsy    Joivan Wade
  • Ashildr    Maisie Williams
  • Kabel    Simon Manyonda
  • Rump    Simon Paisley Day
  • Anahson    Letitia Wright
  • Chronolock Mann   Robin Soans
  • Alien Frau   Angela Clerkin
  • Habrian Frau   Caroline Boulton
  • Ältere Frau    Jenny Lee
  • Jen    Naomi Ackie

Team

  • Autor    Sarah Dollard
  • Regisseur    Justin Molotnikov
  • Produzent    Nikki Wilson
  • Ausführender Produzent   Steven Moffat
  • Ausführender Produzent   Brian Minchin
S09E10 - Das Schattenquartier
82.2 Gesamtwertung
Pro
- Interessante Sets - Starke Grundstory - Gute Monologe
Kontra
- Claras Abgang - Aliens ein wenig zu sehr übertrieben
Zusammenfassung
Claras Schwanengesang, der eigentlich ein Rabenkrächzen ist erinnert mitunter an Edgar Allen Poes "Der Rabe". Die Geschichte ist zunächst verhältnismäßig unspannend, entwickelt sich dann aber zu einer Folge mit einem hohen Dramatikfaktor für Clara und auch dem Doctor.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch

Doctor Who – S09E09 – Morpheus Arme

Doctor Who – S09E09 – Morpheus Arme

Massive Spoilerwarnung

Es folgt eine Zusammenfassung, die massive Spoiler enthält. Wer nichts über den Inhalt wissen will sollte nicht weiterlesen!

Inhalt:

Auf einer Raumstation im 38. Jahrhundert begegnet ein Rettungstrupp dem Doctor und Clara. Gemeinsam entdecken sie merkwürdige Kreaturen, die aus Sand zu bestehen scheinen und Container, die sich als Schlafkabinen herausstellen. Der Erfinder, ein Mann namens Rasmussen, hat eine Möglichkeit entdeckt den benötigten Schlaf eines Monats auf fünf Minuten zu komprimieren.

Doch wie sich herausstellt manipuliert der „Schlafsand“ im Augenwinkel die Wahrnehmung und begünstigt daher die Entstehung von humanoiden. Der Doctor versucht zu verhindern, dass damit die Bevölkerung außerhalb der Raumstation infiziert wird.

 

 

Claras Fünfsekundenschlaf

(Bild: BBC)

b

Macbeth - Zweiter Akt - William Shakespeare

MACBETH
Mir war, als rief es: Schlaft nicht mehr, Macbeth
Mordet den Schlaf! – Ihn, den unschuldgen Schlaf;
Schlaf, der des Grams verworrn Gespinst entwirrt,
Den Tod von jedem Lebenstag, das Bad
Der wunden Müh, den Balsam kranker Seelen,
Den zweiten Gang im Gastmahl der Natur,
Das nährendste Gericht beim Fest des Lebens.

LADY MACBETH
Was meinst du?

MACBETH
Stets rief es: Schlaft nicht mehr! durchs ganze Haus,
Glamis erschlug den Schlaf, und drum wird Cawdor
Nicht schlafen mehr, Macbeth nicht schlafen mehr!

Fakten:

Wenn man die Inhaltsangabe liest, könnte man meinen, dass die Geschichte durchaus reizvoll sein könnte. Leider vergibt Autor Mark Gatiss gleich mehrfach die Chance aus der Situation eine spannende Szenerie zu gestalten. Zum einen geht die Episode einen ungewöhnlichen Weg: Sämtliche Kamerawinkel scheinen aus Material von Überwachungs- und Helmkameras zusammengesetzt worden zu sein. Allerdings steckt noch ein Twist dahinter, den ich hier mal nicht verraten will.

Die ganze Sendung scheint ein, von Rasmussen erstelltes, Video zu sein um seinen Schlafvirus in der Botschaft zu verstecken und in die Welt zu senden um andere „anzugleichen“. Daher macht sein erster Satz „Schaut dies nicht an, denn ihr könnt es nicht ungesehen machen….“ durchaus Sinn zu machen. Manch TV-Zuschauer hätte sich vielleicht auch gewünscht, diesen Rat zu beherzigen. Denn leider krankt die Episode auch noch an anderen Details.

 

Zum einen ist die Situation – ein Trupp flieht vor irgendwelchen Wesen durch düstere Gänge einer Station – quasi eine Wiederholung der Folge „Unter dem See“. Zum anderen scheint man hier sogar die gleiche Kulisse verwendet zu haben, die nur etwas umdekoriert und anders beleuchtet wurde. Da kaschiert die Egoperspektive der Akteure zwar eine Menge, aber insgesamt wirkt dieses Storydetail doch wie eine Wiederholung der dritten Folge. Auch die Monstren, so gut sie auch per CGI umgesetzt wurden, wirken etwas deplaziert und grob, zumal man gegen Ende erfährt, dass sie durchaus weniger monsterhaft hätten aussehen können.

Interessant ist indes, dass der Doctor in dieser Folge keinen eindeutigen Sieg davontragen kann, sondern nur mit knapper Not der Situation entkommen kann. Im Netz konnte man schon lesen, dass die Serie möglicherweise nocheinmal auf die „Sandmänner“ zurückkommen wird.

 

Rassmussen spielt den Sandmann

( Bild: BBC)

Tödlicher Schlafsand

(Bild: BBC)

Fazit:

Mark Gatiss hat schon so einige Drehbücher für „Doctor Who“ geschrieben. Es gibt einige gelungene Episoden wie „Cold War“, aber auch weniger gelungene. Das Drehbuch zu dieser Folge zählt sicherlich eher zu den letzteren. Wie man in einem Interview lesen konnte ist die Entscheidung, dass man die Story im „Found Footage“-Look drehen wollte wohl erst spät gefallen, sodass Gatiss das Drehbuch umschreiben musste. Man verzichtete sogar darauf einen regulären Serientitel zu verwenden und blendete stattdessen ein „Störbild“ ein, in dem „Doctor Who“ farblich hervorgehoben wurde.

Man muss die Entscheidung loben einmal etwas anderes zu probieren. Bei einer Serie, die aus 22 Episoden besteht, könnte man das vielleicht sogar gutheißen. Aber wenn die Serie regulär nur aus 12 Folgen besteht, dann sollte man vielleicht auf solche Mätzchen verzichten.

Insgesamt ist die Folge eher langweilig, bringt nichts Neues und wirkt eher wie eine Spar-Episode. Sie ist eindeutig die bisher schwächste Episode der Staffel.

 

Who goes there?

(Bild:  BBC)

Besetzung

  • Reece Shearsmith – Rassmussen
  • Elaine Tan – Nagata
  • Neet Mohan – Chopra
  • Bethany Black – 474
  • Paul Courtenay Hyu – Deep Ando
  • Zina Badran – Morpheus Präsentatorin

Team

  • Autor    Mark Gatiss
  • Regisseur    Justin Molotnikov
  • Produzent    Nikki Wilson
  • Ausführender Produzent   Steven Moffat
  • Ausführender Produzent   Brian Minchin
S09E09 - Morpheus Arme
48.8 Gesamtwertung
Pro
- interessantes Konzept - neues Monster
Kontra
- Found Footage funktioniert hier nicht - Story langweilig - Kulissen bekannt
Zusammenfassung
Mark Gatiss mag versucht zu haben der Serie einen neuen Impuls zu geben. Aber da vor ein paar Woche bereits eine ähnliche Folge lief und man sogar die Sets wiedererkennen kannt geht der Versuch insgesamt nach hinten los. Auch wenn Capaldi und die anderen Schauspieler ihr bestes geben, so können sie die schwache Folge nicht mehr retten.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch

Doctor Who – S09E07 und E8

Doctor Who – S09E07 und E8

Massive Spoilerwarnung

Es folgt eine Zusammenfassung, die massive Spoiler enthält. Wer nichts über den Inhalt wissen will sollte nicht weiterlesen!

Inhalt:

Nach den Geschehnissen des Jubiläumsspecials hat die Erdregierungen 20 Millionen Zygonen erlaubt menschliche Gestalt anzunehmen und sich unter die Weltbevölkerung zu mischen. Doch innerhalb der Zygonen fühlen sich einige Vertreter nicht wohl und planen eine große Demaskierungsaktion. Mithilfe der sogenannten „Osgood-Box“ sollen sich alle getarnten Aliens in ihre Ursprungsgestalt zurückverwandeln, Panik unter den Menschen verursachen sodass ein Krieg ausbricht und die Zygonen schließlich als Sieger hervorgehen. Natürlich haben die Gestaltwandler ihre Rechnung ohne den Doctor gemacht.

Und auch die totgeglaubte Osgood taucht wieder auf um dem Doctor und UNIT zu helfen die bevorstehende „Invasion der Zygonen“ abzuwenden.  Während der Doctor in London nach den abtrünnigen Zygonen sucht versucht Kate Stewart von Unit ihr Glück in einem Dorf in New Mexico, das den schönen Namen „Wahrheit oder Konsequenzen“ („Truth or consequences“) trägt.

Der Doctor muss leider feststellen, dass die Gestaltwandler nicht davor zurückschrecken eine Person zu imitieren, die ihm alles bedeutet. Nun ist es an ihm den Anführer der Revolte dazu zu bringen Vernunft walten zu lassen und von einer Invasion abzusehen.

Zwei Osgoods – eine Box?

Nein, zwei Boxen!

Fakten:

In dieser spannenden Doppelfolge vemag es Autor Peter Harness eine logische und spannende Fortsetzung der Jubiläumsfolge anzubieten. Man wird in einer Rückblende sogar an die entscheidenden Momente im „Schwarzen Archiv“ erinnert, als die beiden Doctoren 9 und 10 die Zygonen und Kate zwingen Frieden zu schließen.

Harness baut  sehr düstere Szenarien auf, allerdings hat es sich Chefautor Steven Moffat nicht nehmen lassen besonders wichtige Dialog/Monolog-Passagen, die für die Serienmythologie notwendig sind, selbst zu verfassen. Davon gleich mehr.

Die Folge führt erfreulicherweise auch Osgood auf die Spielbühne zurück, die bei den Fans, trotz ihrer wenigen bisherigen Auftritte, sehr gut bei den Fans ankam. Zum Glück ist in einem SciFi-Universum alles möglich und die Erklärung für ihr Überleben ist wieder sehr mystisch und lässt das Interesse bis zum Schluss nur noch steigern. Man kann nur hoffen, dass die sympathische UNIT-Mitarbeiterin in zukünftigen Folgen wieder zu sehen sein wird.

Die Idee, die Gestaltwandeler, die Zygonen, wieder auftreten zu lassen, ist ein geschickter Schachzug. So hat der Showrunner immer ein Hintertürchen offen, wie man eine Figur umbringen kann und trotzdem in weiteren Folgen wieder auftreten zu lassen. Wer hätte gedacht, dass die etwas lächerlichen Blubbermonster aus der Zeit des vierten Doctors mal zu einem wichtigen Element in den neuen Folgen werden würde?

Die Doppelfolge nutzt erneut UNIT und zeigt, dass die eigentlich so „unpersönliche“ Armee doch aus Menschen besteht. Wenn ein Soldat von einem Double seiner (verstorbenen) Mutter angesprochen wird, merkt man, dass UNIT eben doch „menschlich“ ist und nicht, wie in Actionserien üblich, eine gesichtslose Ansammlung von Stuntmen ist, die möglichst dekorativ umfallen sollen.

Interessant auch die Verzweiflung im Blick des Doctors als Kate Stewart zwei Zygonen erschießt und offenbar auch in „Truth and Consequences“ einige Zygonen erledigt hat. Für den Doctor sind Leben halt nun mal unersetzlich und er trauert um jedes Leben, egal ob Mensch oder Alien.

Dies wird auch in der flammenden Rede deutlich, die er „Bonnie“, der menschgewordenden Kommandantin der abtrünnigen Zygonen (aber auch Kate) entgegenwirft. Die Rede dürfte dafür sorgen, dass die zweite Folge „Die Umkehrung der Zygonen“ nicht nur für das Drehbuch sondern auch für die schauspielerische Leistung von Peter Capaldi für Fernsehpreise nominiert wird.

Zwar ähnelt dieser Höhepunkt ein wenig dem Finale der Jubiläumsepisode, doch hier ist es vor allem die rhetorische Kraft, die die Zygonen zum Aufgeben bringt. Peter Capaldi spielt die Szene mit einer unglaublichen Brisanz, dass man sich auf eine Shakespeare-Bühne versetzt fühlt. Und die Worte, die ihm Steven Moffat in den Mund gelegt hat, werden durch seine Performance umso deutlicher. Selbst das niedergeschriebene Zitat hinterlässt nicht den Eindruck, den sein Auftritt erzeugt.

Man merkt der Doppelfolge an, dass hier einige Szenen, wie Kates Ausflug nach New Mexico, nur eingefügt wurden um die Handlung auf zwei Folgen auszudehnen. Aber so konnte man noch ein paar Szenen eines Dorfes auf Teneriffa einfügen, das als Double für die Wüstenstadt fungieren musste. Mitunter wünscht man sich, dass man statt Doppelfolgen lieber 90-minütige Eventmovies produziert hätte um Füllerszenen zu vermeiden.

Clara in der Hand von Zygonen

(Bild: BBC)

Rede des Doctors

(Bild: BBC)

Fazit:

Die beiden Folgen sind „aus einem Guss“ und bieten alles, was Doctor Who ausmacht. Fiese Aliens, Verschiedene Schauplätze, Komik, Theatralik und ein Hauptdarsteller, der mit seinem Schlussplädoyer wohl auch noch dem letzten Zweifler überzeugt, dass er die Rolle des Doctors und Pazifisten verinnerlicht hat. Die Story hat einige Höhepunkte und einen Cliffhanger, der wieder einmal auf eine sehr kreative Weise aufgelöst wird.

Erfreulich ist, dass man Osgood wieder dabei hat und ihr Dasein mit einem großen Geheimnis ummantelt hat. Immerhin wissen wir, dass ihr Vorname „Petronella“ ist. Der Doctor gibt zwar auch an, dass sein Vorname „Basil“ sei. Aber da die erste Regel im Umgang mit ihm lautet: „Der Doctor lügt“, kann man sich leicht vorstellen, dass ihm wohl nur irgendein Name eingefallen ist. (Vermutlich „Basil Rathbone“, einem berühmten Sherlock-Holmes-Darsteller).

Doch bei aller Action und Dramatik sticht vor allem die Rede des Doctors hervor, die eindeutig auf Steven Moffats Mist gewachsen ist. Ich persönlich habe die Episode bis zu diesem Zeitpunkt mit mäßiger Spannung verfolgt. Doch die Rede hat dazu geführt, dass ich aufmerksam auf der Sesselkante saß und mir die Szene später nochmal separat angeschaut habe. Welch eine Sternstunde der Fernsehunterhaltung!

Die Episode spielt mit den Unterwanderungsängsten, die momentan in Hinblick auf die Flüchtlingsproblematik so aktuell wie nie ist. Und die Argumentation des Doctors sollte man mal den Machthabern dieser Welt, die so gerne Krieg spielen, vorführen. Daher scheue ich mich auch nicht zu betonen, dass mir allein wegen dieser Szene die Folge in der Staffel bisher am Besten gefallen hat.

„Doctor Disco for World-President!“

 

Doctor Disco im Einsatz

(Bild: BBC)

Junge Frau zum mitreisen gesucht!

(Bild: BBC)

Besetzung

  • Osgood –   Ingrid Oliver
  • Kate –   Jemma Redgrave
  • Jac  –  Jaye Griffiths
  • Claudette – Cleopatra Dickens
  • Jemima – Sasha  Dickens
  • Walsh – Rebecca Front
  • Little Boy – Abhishek Singh
  • Little Boy’s Mum – Samila Kularatne
  • Hitchley – Todd Kramer
  • Lisa – Jill Winternitz
  • Norlander – Gretchen Egolf
  • Hitchley’s Mom – Karen Mann
  • Zygon – Aidan Cook
  • Zygon – Tom Wilton
  • Stimme der Zygons – Nicholas Briggs

Team

  • Autor – Peter Harness
  • Co-Autor Episode 8 – Steven Moffat
  • Regie –  Daniel Nettheim
  • Produzent – Peter Bennett
  • Executive Producer – Steven Moffat
  • Executive Producer – Brian Minchin
S09E07 - Die Invasion der Zygonen
80.3 Gesamtwertung
Pro
- Osgood ist zurück - Starke Invasionsstory - Unerwartete Wendung - Starker Cliffhanger
Kontra
- Unwichtige Nebenhandlung
Zusammenfassung
Die Eingangsfolge nutzt viel Zeit für die Etablierung der Handlung. Bevor sie jedoch in die Langweiligkeit abdriftet kommt es zu einer Enthüllung, die gleich darauf in einem Mega-Cliffhanger endet.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
S09E08 - Die Inversion der Zygonen
82.3 Gesamtwertung
Pro
- Starke Rede des Doctors - Gute Auflösung des Cliffhangers - Starke Dialoge zwischen Doctor und Osgood
Kontra
- Nicht schlechtes
Zusammenfassung
Die zweite Hälfte der Story wird mit einer Mega-Rede des Doctors beschlossen. Aufgrund der Qualität der Rede und der Performance von Peter Capaldi wird diese Folge absolut preisverdächtig.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch

Doctor Who – S09E05 und E06

Doctor Who – S09E05 und E06

Massive Spoilerwarnung

Es folgt eine Zusammenfassung, die massive Spoiler enthält. Wer nichts über den Inhalt wissen will sollte nicht weiterlesen!

Inhalt „Das Mädchen, das starb“:

Der Doctor und Clara werden von Wikingern gefangen genommen und in ihr Dorf gebracht. Um nicht getötet zu werden versucht der Doctor sich als „Odin“ auszugeben, wird aber vom „echten“ Odin unterbrochen. Der Doctor ist verwirrt, denn er weiß, dass Götter sich normalerweise nicht wirklich zeigen.

Tatsächlich sind es Außerirdische namens „The Mire“, die sich die stärksten Wikinger schnappen um aus ihnen einen stärkenden Trunk zu bereiten. Ein junges Mädchen im Dorf, die von Clara ermutigt wird, erklärt den „Mire“ den Krieg. Der Doctor hat einen Tag Zeit um aus den Schwächlingen eine Armee zu machen.

Zwar gelingt es ihm die „Mire“ mit einer List zu vertreiben, doch das Mädchen Ashildir stirbt dabei. Der Doctor nutzt einen Medi-Chip der „Mire“ um sie wieder zum Leben zu erwecken – und verurteilt sie damit „unsterblich“ zu werden.

Inhalt „Die Frau, die lebte“:

Der Doctor ist einer Energiesignatur auf der Spur und landet im 17.Jahrhundert in England, wo er einen Kutschenüberfall vereitelt, der von einem „Highwayman“ verübt wird, der sich als „The Knightmare“ vorstellt. Überrascht muss der Doctor feststellen, dass die bewaffnete Gestalt niemand anderes als die „Unsterbliche“ Ashildir ist, die die letzten 800 Jahre Geschichte hautnah miterlebt hat.

Ashildir, die sogar ihren eigenen Namen vergessen hatte und nur noch als „Lady Me“ bekannt ist, würde gern mit dem Doctor reisen, was dieser allerdings ablehnt, da es „nicht richtig“ sei. Tatsächlich hat Ashildir bereits einen anderen Kandidaten, der sie von der Erde mit nehmen könnte. Ein gestrandetes Alien in der Form eines feuerspuckenden Löwenmenschen.

Um ein Portal zu öffnen benötigen die Beiden jedoch ein besonderes Amulett, das auch den Doctor angelockt hatte. Nach einem Einbruch gelangt das Juwel „Die Augen des Hades“ zwar in ihren Besitz, doch es gibt einen Preis um das Portal zu öffnen. Jemand muss sein Leben lassen um mit seiner Energie den Strahl zu erzeugen, der dafür nötig ist.

Nächtlicher Überfall

(Bild: BBC)

Wenn Dich jemand fragt, ob Du ein Gott bist, dann sagst Du „Ja“.

(Bild: BBC)

Fakten:

Die beiden Folgen „Das Mädchen, das starb“ und „Die Frau, die lebte“ sind zwar eigentlich zwei unabhängige Folgen, aber sie verbindet die Figur der Ashildir, die von der talentierten 18-jährigen Maisie Williams dargestellt wird. Die Schauspielerin wurde in den letzten Jahren durch ihre Rolle als Arya Stark in der Fantasy-Serie „Game Of Thrones“ sehr populär. Ihre Figur dort ist eine der wenigen dieser Serie, die man intensiv ins Herz schließt. Kein Wunder also, dass die BBC sich freut, diese Darstellerin für DoctorWho gewinnen zu können. Als „Unsterbliche“ kann sie natürlich auch in künftigen Folgen und Staffeln durchaus erneut auftreten.

Die beiden Episoden unterscheiden sich sehr stark. Im ersten Teil, „Das Mädchen, das starb“, ist der Grundton eher humoristisch angelegt und erinnert auch ein wenig an die RobinHood-Folge vom letzten Jahr, in der der Doctor auf eine Roboterarmee im Mittelalter traf. Damals war Tom Rileys Figur des Robin Hood allerdings etwas zu stark angelegt – quasi als Spiegelbild des Doctors. Kein Wunder, dass viele Fans diese Episode damals eher negativ empfanden. In dieser Wikingerfolge hat der Doctor wieder alle Fäden in der Hand, wenngleich seine Methoden auch sehr skurril sind. Ein Yo-Yo als Zeichen, dass er der Gott Odin sei?

Auch die anderen Ideen, mit denen der Doctor die „Mire“ besiegt sind eher unrealistisch und auf skurril getrimmt. Die Grundsituation erinnert an „Die Drei Amigos“ oder „Die Sieben Samurai“, in der Söldner ein Dorf gegen einen Angreifer fitmachen sollen. Autor Jamie Mathieson sollte hier wohl, nach den eher düsteren Folgen, einen leichteren Ton anschlagen. Es gibt auch einige Szenen, in denen wohl eher Steven Moffat den Text schrieb. In den Gesprächen von Clara und dem Doctor wird klar, dass man hier an einem Storybogen arbeitet, der wohl erst zum Staffelfinale ein dramatisches Ende findet.

Im zweiten Teil, „Die Frau, die lebte“, hatte Torchwood-Autorin Catherine Tregenna die Fäden in der Hand. Die Story verzichtet fast vollständig auf die Anwesenheit von Clara, was dem Duo Maisie Williams und Peter Capaldi Gelegenheit ergibt intensive Gespräche über die Vor- und Nachteile von Unsterblichkeit zu halten. Dabei ist die Rahmenhandlung eher nebensächlich und wirkt oft eher holprig geschrieben. Die Stärken der Folge liegen eindeutig auf den Szenen, in denen Maisie von ihren 800 Jahren Lebenserfahrung berichtet und man auch kurze Rückblenden ihrer Beteilligung in der Geschichte sieht.

Ein großes Lob gebührt der Inszenierung: Der Regisseur Ed Bazalgette versteht es großartig mit Licht und Schatten umzugehen. Die Szenen des nächtlichen Kutschenüberalls, aber auch der Einbruch in der Nachbarvilla sind meisterlich ausgeleuchtet. Man hat wirklich den Eindruck, dass nur eine Kerze den Raum erhellt. In anderen Serien hat man oft, dass die Szenen so hell sind, dass man gar keine Kerze mehr benötigen würde.

Gastdarsteller Rufus Hound erweist sich in einigen Szenen als ausgesprochener „Show Stealer“. Seine liebenswerte Darstellung des ortsbekannten Ganoven und Liebhabers ist wirklich sympathisch und man würde sich wünschen, dass er mit dieser Figur öfters zu sehen sein würde. In Deutschland ist der Theaterschauspieler eher nicht bekannt. Im britischen Fernsehen tritt er desöfteren als Moderator für Musiksendungen auf.

Im Kampf mit den „Mire“

(Bild: BBC)

Lady Me auf Beutezug

(Bild:  BBC)

Bei Sam Swift werden Frauen schwach

(Bild: BBC)

Fazit:

Die beiden Folgen wissen durch ihre jeweils eigene Machart zu überzeugen. Allerdings muss man der zweiten Folge leider auch vorwerfen, dass man zwar sehr viel Gewicht auf die Charakterzeichnung gelegt hat, dafür ist aber die eigentliche Story eher ins Hintertreffen geraten. Es ist überhaupt nicht klar, wieso ein Löwenmensch aus dem Sternbild „Löwe“ kommen muss. Ein Sternbild kann in dieser Form nur von der Erde wahrgenommen werden und wurde nur deswegen so genannt. Selbst wenn man jetzt einen Übersetzungscomputer nutzen würde um den Herkunftsstern als „Delta Leonis“ zu identifizieren, wäre es schon ein ziehmlicher Zufall, wenn die Aliens dann auch noch wie Löwen aussehen würden. Abgesehen davon hatte man immer den Eindruck im Film „Die Schöne und das Biest“ gelandet zu sein.

Schön fand ich, dass Steven Moffat endlich einen Weg gefunden hat zu zeigen, wieso sich der Doctor bei der letzten Regeneration für sein aktuelles Gesicht entschieden hat. Dass man dabei auch noch einen kurzen Ausschnitt von Donna und „Ten“ verwendete empfand ich als besonders gelungen. Dann wäre das also jetzt auch geklärt….

Es ist eigentlich schade, dass bei der guten Inszenierung und den aufschlussreichen Dialogszenen die Story nicht viel hergibt. Im Vergleich zu der eher humoristischen Folge ist der zweite Teil also deutlich schwächer. Trotzdem hat die Folge natürlich eine tiefere Bedeutung weil sie den zukünftigen Weg von Ashildir festlegt und per Handybeweis auch zeigt, dass sie auch 2015 noch präsent ist.

Die Fans des Schallschraubenziehers des Doctors jubilierten sicherlich als das neue Gadget, die „Schall-Sonnenbrille“, im Wikingerdorf zu Bruch ging. Doch der Doctor scheint von denen noch mehr zu besitzen. In der zweiten Geschichte nutzt der sie als „Zorro-Maske“ und zum entzünden eines Kerzendochtes.

Abschließend möchte ich bemerken, dass die beiden Folgen sicherlich insgesamt besser gewirkt hätten, wenn beide Folgen vom selben Autor geschrieben worden wären. So wirkt es, als ob das Konzept der „Doppelfolgen“ nicht ganz zuende gedacht wurde. Die Stories unterscheiden sich so stark, dass sie problemlos in eine reguläre Staffel mit Einzelepisoden gepasst hätten, wäre da nicht das verbindende Element der Ashildir. Jedenfalls bleibt die Autorin Catherine Trennega erstaunlich oberflächlich was die Serienmythologie betrifft. Sie führt nur den Beweis an, das Ashildir tatsächlich bis in die heutigen Tage überlebt hat und offenbar sehr fleißig war die Menschen seelisch zu betreuen, die den Weg des Doctors gekreuzt haben.

Ob ich Maisie Williams als eine Nachfolgerin für Jenna Coleman sehen möchte weiß ich nicht. Sie darf aber gerne ab und zu mal als Gast wieder den Weg des Doctors kreuzen. Ähnlich wie Captain Jack Harkness, den der Doctor explizit erwähnt und sogar meint, dass er Ashildir möglicherweise eines Tages über den Weg laufen wird. (Catherine Trennega kennt sich mit Jack ja aus, da sie für „Torchwood“ als Autorin tätig war). Drücken wir also die Daumen, dass John Barrowman sich ab und zu mal von der Serie „The Arrow“ losreißen kann.

Partners in Crime

(Bild: BBC)

Maisie Williams ist „Lady Me“

(Bild: BBC)

Besetzung

„Das Mädchen, das starb“

  • Ashildr    Maisie Williams
  • Odin    David Schofield
  • Nollarr    Simon Lipkin
  • Chuckles    Ian Conningham
  • Lofty    Tom Stourton
  • Limpy    Alastair Parker
  • Hasten    Murray McArthur
  • Heidi    Barnaby Kay

„Die Frau, die lebte“

  • Ashildr/Lady Me  Maisie Williams
  • Sam Swift    Rufus Hound
  • Kutscher    Gareth Berliner
  • Lucie Fanshawe    Elisabeth Hopper
  • Mr Fanshawe    John Voce
  • Clayton    Struan Rodger
  • Soldat Lloyd Llewelyn    Gruffudd Glyn
  • Soldat William Stout    Reuben Johnson
  • Leandro    Ariyon Bakare
  • Mann    Daniel Fearn
  • Frau    Karen Seacombe
  • Henker    John Hales

Team

  • Autor    Jamie Mathieson/Steven Moffat (Teil 1) – Catherine Tregenna (Teil 2)
  • Regisseur    Ed Bazalgette
  • Produzent    Derek Ritchie
  • Ausführender Produzent   Steven Moffat
  • Ausführender Produzent   Brian Minchin
S09E05 - Das Mädchen, das starb
74.8 Gesamtwertung
Pro
- Interessanter Neuzugang zum Whoniverse - Schöne Originalschauplätze - Gut geschriebene Dialoge - Der Doctor erinnert sich, woher er sein Gesicht kennt.
Kontra
- Ein wenig albern und unlogisch - Der Doctor zaubert wieder unmögliche Lösungen aus dem Hut - "Odin" sieht aus wie ein Operettengott
Zusammenfassung
Die Story ist nicht sehr innovativ, dabei ist der Tonfall erfrischend heiter. Der Doctor besiegt die "Götter" mit Zitteraalen, die es auf der Nordhalbkugel nicht geben dürfte. Die Figur der Ashildir ist sicher noch sehr naiv angelegt. Das dürfte sich im zweiten Teil ändern. Dafür gibt es wieder interessante Dialoge zwischen Doctor und Clara, die wohl auf ihren Ausstieg hinarbeiten.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
S09E06 - Die Frau, die lebte
75.1 Gesamtwertung
Pro
- Starke Maisie Williams - Tolle Dialoge - Stimmungsvolle Inszenierung
Kontra
- Oberflächliche Story - Aufgesetzte Komik - Unnötiger "Beauty and the Beast" Bezug
Zusammenfassung
Während Maisie Williams hier eine gute Performance abliefert bleibt der "Bösewicht" trotz Feuerspuckens recht zahnlos. Der geschichtliche Bezug zu den berüchtigten "Highwaymen" und die stimmungsvolle Inszenierung machen die Folge indes sehenswert.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch

Doctor Who – S09E03 und E04

Doctor Who – S09E03 und E04

Massive Spoilerwarnung

Es folgt eine Zusammenfassung, die massive Spoiler enthält. Wer nichts über den Inhalt wissen will sollte nicht weiterlesen!

Inhalt:

Die TARDIS bringt den Doctor und Clara in eine Förderstation auf dem Boden eines Sees. Offenbar ist „The Drum“, so der Name der Station, verwaist und auch die TARDIS fühlt sich nicht wohl, wie der Doctor überrascht feststellt. Doch ganz so verwaist ist die Station dann doch nicht. Der Doctor und Clara stoßen auf zwei Wesen, die sich als „Geister“ entpuppen. Sie tun ihnen zwar nichts, führen die Beiden aber in einen Hangar, in dem ein außerirdisches Raumschiff steht.

Der Doctor merkt sofort, dass etwas nicht stimmt: Ein Energiezylinder fehlt und die Cryokammer des Piloten ist auch nicht da. Außerdem gibt es in der Wand merkwürdige Zeichen, die von der TARDIS nicht übersetzt wurden. Und plötzlich versuchen die Geister nun doch mit Harpune und Hammer auf sie loszugehen. Als der Doctor und Clara durch die Station finden treffen sie schließlich in einem abgeschirmten Raum auf Überlebende, die sich vor den Geistern verstecken. Der Doctor erkennt schließlich, dass die Geister offenbar von jemanden geschaffen wurden um als „Funkbarke“ eine Leitsignal an jemanden zu richten.

Er will mit der TARDIS in der Zeit zurückreisen um herauszufinden wie alles begonnen hat. Leider werden sie auf dem Weg zur TARDIS getrennt und während für den Doctor und zwei Crewmitglieder  der Weg frei ist, bleibt Clara mit zwei anderen Mitgliedern zurück. Der Doctor muss allein zurückreisen. Doch Clara fährt der Schreck in die Glieder als sie durch ein Fenster einen weiteren Geist erspäht: Es ist der Doctor!

Den Doctor und seine neuen Freunde hat es inzwischen in ein Militärcamp auf britischen Boden ins Jahr 1980 verschlagen, das früher einmal Ausbildungslager für Agenten war, die in Russland eingeschleust werden sollten. Hier ist das Raumschiff gelandet und ein Alien der Rasse Tivoli bereitet gerade die Bestattung eines weiteren Außerirdischen, dem sogenannten „Fisher King“,  vor, der sich allerdings als nicht so tot erweist, wie er annahm.

Nachdem der Doctor die Situation erfasst hat versucht er über sein Spezialtelefon mit Clara in Kontakt zu kommen, die ihn zitternd von seinem Ableben informiert. Der Doctor ist schockiert und akzeptiert, dass er wohl sterben muss. Er muss sich allerdings vor dem gruseligen „Fisher King“, verstecken bevor er einen Plan aushecken kann. Wieder einmal muss der Doctor die Regeln für Timelords neu auslegen um den Sensenmann von der Schippe zu springen.

 

Die Tardis fühlt sich nicht wohl

(Bild: BBC)

Der Doctor simuliert ORION-Gürtelsterne

(Bild: BBC)

Wo ist der Pilot?

(Bild: BBC)

Fakten:

Die beiden Episoden „Under The Lake“ und „Before The Flood“ einzeln zu besprechen macht irgendwie keinen Sinn. Daher werde ich diese und die kommenden Doppelfolgen jeweils zusammen rezensieren. Toby Whithouse hat bereits mehrere Episoden für „Doctor Who“ geschrieben und bewies dabei, dass er durchaus mit Chefautor Steven Moffats Stil mithalten kann.

Der Zweiteiler regt zum Mitdenken an, da wieder ordentlich mit Paradox-Situationen hantiert wird, die dem Zuschauer einiges abverlangen. Die beiden Teile sind stilistisch durchaus unterschiedlich. Während der erste Teil mit den Geistern eher an die klaustrophobischen Situationen aus dem Film „Alien“ erinnern konzentriert sich der zweite Teil mehr auf das Geschehen rund um den „Fischer King“ und dem Versuch des Doctors seines sicheren Todes zu entrinnen.

Wieso das Alien den Namen „Fisher King“ trägt wird nicht eindeutig geklärt, denn eigentlich entstammt der Name der Arthus-Legende und erzählt von einem König, der von einer Lanze unter der Gürtellinie verletzt ist und seitdem zeugungsunfähig ist. In den Parcival-Mythen wird der „Fisher King“ beschrieben und war auch bereits in Terry Gilliams gleichnamigen Film eine Albtraumgestalt.

Einer der Geister, ein Bewohner des Planeten Tivoli, entpuppt sich im zweiten Teil als skurriler Totengräber, der die Leiche des „Fisher King“ bestatten sollte. Paul Kaye, der unter der Alienmaske nur schwer zu erkennen ist, spielt hier wieder den übertrieben herumwieselnden Typen, ähnlich wie in „Jonathan Strange & Mister Norrell“, was wohl auch sein Markenzeichen ist. Als „Geist“ im ersten Teil hat er wenig Gelegenheit sein eigentliches Talent zum Vorschein zu bringen. Erst in „Vor Der Flut“ wird der bekannte Schauspieler seinem Image gerecht.

Die Schauspielerriege der „Drum“ ist sicherlich sehr talentiert. Interessant dabei ist der Einsatz einer taubstummen Figur, deren Lippenlesefähigkeit hier wichtig wird. Die Schauspielerin Sophie Stone ist seit ihrer Geburt taub, kann aber trotzdem sehr gut verständlich sprechen. Sie schaffte es die Schauspielschule dank Fördermitteln zu besuchen und trat sowohl auf der Bühne als auch in Film und Fernsehen auf. Ihr Spiel in „Doctor Who“ ist sehr intensiv und sogar ihre Zeichensprache drückt Entschlossenheit aus.

In den Folgen steht ihr Zaqui Ismail zur Seite, der für sie übersetzt. Im echten Leben hat Zaqui eine ebenfalls taube, ältere Schwester. Daher kommt seine Zeichensprache auch gut rüber und wirkt nicht wie „geschauspielert“.

Das Setting für die Unterwasserstation „The Drum“ ist gut gelungen. Die Gänge, die verschiedenen Räume und schließlich auch der Ausblick durch Panoramafenster in der Messe bringen eine gehörige Portion Klaustrophobie in die Story. Interessant dabei ist, wie unterschiedlich die Station im Tag- und Nachtmodus wirkt. Tagsüber hell und Sicherheit ausstrahlend, gibt es im Nachtmodus überall dunkle Passagen, die nur durch Licht aus Sichtfenstern beleuchtet werden.

Interessanterweise merkt man kaum, dass man an Effekten gespart hat. Wenn ein ferngesteuertes U-Boot die versunkene Kirche durchsucht sehen wir nur eine grafische Darstellung des Bootes auf dem Bildschirm, eine Außenansicht des suchendes Bootes wird nicht angeboten. Sehr geschickt gemacht, wie ich finde.

Bestimmt hatte das Trickteam auch alle Hände voll zu tun die Geistereffekte zu realisieren. Immerhin wird im zweiten Teil ein Staudamm gesprengt und muss sich, von der optischen Wirkung her, nicht vor Kinofilmen verstecken.

Der „Fisher King“ beeindruckt in seiner Größe und seinem Design. Der Darsteller Neil Fingleton ist über 2,32 Meter groß und spielte früher Basketball. Aufgrund seiner Körpergröße wird er gern für Film und Fernsehen gebucht. Zuletzt sah man ihn als Riese „Mag“ in „Game Of Thrones“ und in „Jupiter Ascending“. Die Stimme des „Fisher King“ stammt von  Peter Serafinowicz, für den Schrei wurde dagegen eigens Corey Taylor von der Rockgruppe „Slipknots“ engagiert.

Kommen wir nun zum zentralen Thema der Schlussepisode: Der Doctor wendet sich im Teaser direkt an den TV-Zuschauer und bereitet es damit auf seinen Trick vor, mit dem er den „sicheren Tod“ entgehen will. Er nennt es das „Bootstrap Paradox“ (und fordert die Nation zum googeln auf). Der Begriff beschreibt ein beliebtes Thema bei Zeitreisen: Kann man sich an den eigenen Schnürsenkeln aus dem Dreck ziehen? Der Doctor zieht als Vergleich Beethoven heran: Wenn ein Zeitreisender Fan von Beethoven ist und in dessen Zeit reist um sich Autogramme zu holen, dann aber feststellt, dass dieser nirgends bekannt ist. Wenn nun der Zeitreisende dem Unbekannten nun Noten seiner Werke vorlegt, die dieser abschreiben soll damit das Werk überhaupt geschaffen wird.

Wer, so fragt der Doctor, hat das Werk überhaupt erschaffen? Und er unterlegt seine Ausführungen mit den Eingangstakten der „Fünften Symphonie“, gespielt auf seiner Rockgitarre. Tatsächlich ist die Lösung, die der Doctor ergreift um den „sicheren Tod“ zu entgehen ein heftiger Verstoß gegen die Regeln der Timelords und die TARDIS sabotiert sogar seinen Plan und läßt die warnende Klosterglocke läuten.

Der Doctor als Geist!

(Bild:  BBC)

Paul Kaye in Höchstform

(Bild: BBC)

Stumme Unterhaltung

(Bild: BBC)

Fisher King mit eigenem Leichenwagen

(Bild: BBC)

Der Doctor erklärt seinen Trick

(Bild: BBC)

Was ist ein Bootstrap Paradox?

(Bild: BBC)

Fazit:

Auch wenn die beiden Episoden „Under The Lake“ und „Before The Flood“ zusammengehören, so wirken sie doch wie zwei völlig unterschiedliche Geschichten. Dadurch bleibt die Gesamtstory abwechslungsreich. Toby Whithouse hat sich mit der Geschichte auf jeden Fall als möglicher Showrunner empfohlen falls Steven Moffat mal keine Lust mehr hat.

Die Folge ist voller Anspielungen an frühere Episoden und es ist auch nett, dass man mit „Prentiss“ einmal mehr einen Vertreter des Planeten Tivoli gesehen hat, dem Planeten, der so oft, wie sonst keiner, von Aliens besetzt wurde. In „Der Gotteskomplex“ wurde Darsteller David Walliams („Little Britain“, „Partners In Crime“) von einem Minotaurus gejagt. Schön, dass man diese Aliens mal wieder zu Gesicht bekommt. Paul Kaye vermag es auch im zweiten Teil die Rolle mit Leben zu erfüllen ( so langsam werde ich ein Paul Kaye Fan und hoffe, dass es auch zu einer weiteren Staffel von „Jonathan Strange & Mister Norrell“ kommt, in der er wohl dann sogar Hauptfigur sein wird.)

Mir persönlich gefielen beide Episoden, da sie jeweils andere Schwerpunkte hatten. Die eine mehr als Horror-Movie, die andere mehr als pure Zeitreise-Story. Die erste Episode war allerdings stimmungsvoller und in sich stimmiger. Daher würde ich die erste Folge als leicht besser einstufen. Daran kann man aber auch sehen, dass man erst beide Folgen gesehen haben muss bevor man sich über beide ein Urteil bilden kann.

Allerdings! So ganz glücklich bin ich mit den Zweiteilern nicht, aber ich kann damit leben wenn, wie hier, scheinbar zwei unterschiedliche Settings vorherrschen….

Geisterstunde unter dem See

(Bild: BBC)

Besetzung:

  • Moran Colin McFarlane
  • Cass    Sophie Stone
  • Lunn    Zaqi Ismail
  • O’Donnell    Morven Christie
  • Bennett    Arsher Ali
  • Pritchard    Steven Robertson
  • Prentis    Paul Kaye
  • Fisher King    Neil Fingleton
  • Stimme des Fisher King    Peter Serafinowicz
  • Gröhlen des Fisher King    Corey Taylor

Team

  • Autor    Toby Whithouse
  • Regisseur    Daniel O’Hara
  • Produzent    Derek Ritchie
  • Ausführender Produzent   Steven Moffat
  • Ausführender Produzent   Brian Minchin
S09E03 - Spuk am See
71.3 Gesamtwertung
Pro
- Spannendes, klaustrophobisches Abenteuer - Guter Cliffhanger - Taubstumme Nebenfigur - Gruselige Geister
Kontra
- Stereotypische Charaktere - Eintöniger Schauplatz
Zusammenfassung
Als erster Teil der zweiten Story funktioniert die Folge sehr gut. Die Charaktere sind zwar typisch für das Genre. Herausragend ist allerdings die Darstellung der tauben Darstellerin Sophie Stone. Der Cliffhanger ist tatsächlich erschreckend, auch wenn man sich vorstellen kann, dass es mal wieder einen "Timey-Whimey"-Trick gibt.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
S09E04 - Vor der Flut
70.1 Gesamtwertung
Pro
- Interessantes neues Monster - Gute Einführung des Paradoxons durch den Doctor - Paul Kaye agiert gewohnt überkandidelt
Kontra
- Schwer nachvollziehbarer Trick des Doctors - Setting des Militärcamps nicht ganze stimmig
Zusammenfassung
Durch den anderen Schauplatz verliert das Gesamtkonzept der Doppelfolge an Dramatik. Schon zum zweiten Mal in dieser Staffel muss der Doctor dem "sicheren Tod" entgehen. Dafür beeindruckt das neue Monster durch seine Präsenz. Insgesamt die schwächere der beiden Folgen.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch

Doctor Who – S09E02 – Hexenkunst

Doctor Who – S09E02 – Hexenkunst

Massive Spoilerwarnung

Es folgt eine Zusammenfassung, die massive Spoiler enthält. Wer nichts über den Inhalt wissen will sollte nicht weiterlesen!

Inhalt:

Natürlich sind Clara und Missy nicht gestorben. Missy erklärt es Clara: Sie hat dem Doctor abgeguckt wie man einen Vortex-Manipulator so umprogrammiert, dass ein Laserschuss einen Notfalltransport auslöst. So konnte Missy auch bei ihrem letzten Zusammentreffen entkommen. Clara würde gerne in die Hände klatschen, doch aus unerfindlichen Gründen hat Missy sie kopfüber mit einem dicken Seil an ein einen Felsvorsprung geknotet.

Sie befinden sich noch immer auf Skaro, vor den Toren von Dalek-City und suchen nun nach einem Zugang zur Stadt, in der der Doctor noch immer mit dem dahinsiechenden Davros spricht. Die beiden Frauen begeben sich in die Kanalisation unter der Stadt, die allerdings keinen Abfall transportiert sondern eine Lagerstätte für sterbende Dalek-Mutanten ist.

Währenddessen kann der Doctor immer noch nicht glauben, dass Davros auf einmal sentimental geworden ist. Als dieser mit letzter Kraft seine verklebten Augen öffnet um seinen letzten Sonnenaufgang zu erleben kann es der Doctor nicht mit ansehen und spendet ihm Regenerationsenergie. Doch darauf hat der listige Davros nur gewartet. Sein Gehilfe „Kolonie Sarff“ hat fesselt den Doctor an die Energieleitungen und so ergießt sich die Regenerationsenergie nicht nur in Davros Lebenserhaltungssystem sondern auch in die, auf Skaro anwesenden, Daleks. Missy und Clara kommen gerade noch zurecht um den  Doctor zu retten. Doch dieser wirkt nicht demoralisiert. Angeblich hat er Davros Schachzug vorausgesehen. Die Regnerationsenergie hat sich auch in die Kanalisation in die sterbenden Dalek-Mutanten ergossen, die sich nun gegen ihre älteren Kollegen wenden.

Der Doctor und Clara entkommen dem Chaos der einstürzenden Stadt. Nur Missy, die Clara auf eine besonders perfide Weise loswerden wollte, bleibt, umringt von Daleks, zurück. Doch sie hat bereits einen neuen Plan….

 

In der Höhle des Löwen

(Bild: BBC)

Auf dem Schlachtfeld

(Foto: BBC)

Fakten:

Die zweite Hälfte der Geschichte ist sicherlich nicht ganz so abwechslungsreich wie der erste Teil. Dafür darf Steven Moffat einmal wieder zeigen zu welch meisterlichen Dialogen er fähig ist, wenn er Zeit hat ein Gespräch zu entwickeln. Der Dialog zwischen dem Doctor und Davros erinnert ein wenig an die Folge vom letzten Jahr „Into the Dalek“, in der der Doctor bestätigt bekam, dass er ein guter Dalek wäre. In einer Szene nimmt der Doctor sogar in Davros Lebenserhaltungsgefährt platz und wird auch optisch halb zum Dalek, halb zum Timelord. Dabei schlürft er sogar noch eine Tasse Tee, die so deplaziert ist, dass der Doctor sagt: „Woher habe ich wohl eine Tasse Tee? Ich bin der Doctor! Akzeptiert es einfach!“.

Da der Doctor fast die ganze Episode lang mit Davros zu tun hat ist es an Clara und Missy den amüsanten Part zu übernehmen. Missy zeigt in jeder einzelnen Szene, wie gering sie Clara einzuschätzen scheint. Sie fesselt Clara kopfüber in der Wüste, stürzt sie in Gruben, bedroht sie mit einem spitzen Stock und sorgt schließlich noch dafür, dass sie in die Hülle eines Daleks schlüpfen muss – in der Hoffnung, dass der Doctor das Gefährt vernichtet.

Dabei kann man Michelle Gomez bei der Darstellung der durchgeknallten Missy nur gratulieren. Anders als der letzte Master-Darsteller John Simm, der nur wilde Grimassen schnitt, ist Missy eher verspielt, unvorhersehbar und gefährlich. „Mary Poppins böse Schwester“ wäre vielleicht die Bezeichnung, die man ihr geben sollte. Als sie verlangt zum Supreme-Dalek gebracht zu werden sagt sie, der Dalek solle ausrichten „The bitch is back!“. Die Ähnlichkeit des anzüglichen Begriffs „Bitch“ (Schlampe) zu „Witch“ (Hexe) war es wohl auch, die Folge „The Witch’s familiar“ („Die Hexe ist uns bekannt“) zu nennen. Woraus man ableiten kann, dass Missy, in ihrer weiblichen Inkarnation, auch schon auf die Daleks getroffen sein muss.

Übrigens ist der Begriff „The Witch’s familiar“ auch als begleitendes Wesen einer Hexe (ein Dämon oder Geist oder ein Tier) etabliert. Das hieße, dass der Titel sich auf Clara beziehen würde…..

Ebenfalls interessant ist ein Hinweis auf die Brosche, die Missy an ihrem Kragen trägt. Das Material, eine Legierung aus Materie eines „dunklen Sterns“,  ist in der Lage eine Dalek-Panzerung zu durchdringen. Sie sagt dazu, dass der Doctor ihr die Brosche schenkte als ihre Tochter (!)…. und bricht ab als ein Dalek hereinkommt. Eine Tochter? Hmmm…

Für Clara ist das Abenteuer auf Skaro nicht sehr angenehm. Sie muss als „Prügelknabe“ für Missys Streiche herhalten und hat nicht die geringste Chance ihre Souveränität, die sie im Beisein des Doctors sonst hat, auszuspielen. Gegen Missys Sprunghaftigkeit ist sie machtlos. Besonders als sie von Missy in einen Dalek gesperrt wird und ihre Worte vom Sprachverzerrer immer in „Exterminate“ umgewandelt wird, kommt Panik auf. Außerdem erinnert die Situation stark an die Geschichte, in der eine „Verwandte“ namens Oswin in einem defekten Dalek steckte und schließlich den Heldentod starb.

Immerhin erfahren wir durch Missy einige Details über Daleks, die uns bisher nicht bekannt waren. Der Sprachprozessor, der, egal, was man sagt, alles in Kampfgeschrei ummünzt, aber auch, dass der Ruf „Exterminate“ offenbar die Waffen wieder auflädt. Wohlmöglich sind also die Dalek-Mutanten im Inneren selbst auch nur Sklaven der Kampfmaschine, in der sie stecken?

 

 

Albtraum für die Daleks

(Foto: – BBC)

Gnade – Ein Wort, das die Daleks lernen müssen

(Foto: BBC)

Fazit:

Es ist nicht einfach der Folge eine Einzelbewertung zu geben, da man sie im Zusammenhang mit der vorigen Episode sehen sollte. Nachdem die erste Episode die Akteure nach Skaro brachte erleben wir hier, was dem Doctor und seinen weiblichen „Fans“ auf Skaro passiert. Dabei ist der Aktionsteil eher auf Missy und Clara fokussiert, die in einer Art Comedy-Act der Geschichte ihre Düsternheit nimmt. Meiner Meinung nach gelingt der Spagat recht gut. Missys Eskapaden erinnern an die Sprunghaftigkeit des Doctors, allerdings in einer sehr aggressiven Weise. Clara erlebt hier wohl, wie es wäre wenn der Doctor kein „guter Mann“ wäre.

In den Dialogen zwischen dem Doctor und Davros gelingt es dem Autor Steven Moffat so etwas wie Mitgefühl für den verunstalteten Wissenschaftler zu erzeugen. Als er „mit eigenen Augen“ den Sonnenaufgang auf Skaro sehen will klingt das zwar irgendwie an Anakin Skywalkers letzte Worte in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Doch hier drückt Davros bewusst auf die Tränendrüse des Doctors. Seitdem der Doctor ihn als Kind aus dem Hand-Minenfeld rettete weiß er, dass der Doctor eine große Schwäche hat: Mitgefühl. Als Zuschauer ist man dann natürlich entsetzt als sich Alles wieder nur als übler Trick entpuppt, der dem Doctor die Regenerationskräfte entziehen soll und Davros und den Daleks eine Chance zum Überleben geben soll.

Die Folge ist kurzweilig und überrascht immer wieder mit skurrilen Einfällen wie der Teetasse des Doctors (möglicherweise eine Verneigung vor Douglas Adams Roman: „Dirk Gently: Der lange Fünfuhrtee der Seele“). Ebenso überraschend dürfte für die Fans der Umstand sein, dass der Doctor angeblich keine Schallschrauber mehr nutzt weil er die Tasche immer ausbeult. Stattdessen zieht er „Wearables“ vor, sprich eine dunkle Sonnenbrille, die irgendwie an Arnold Schwarzeneggers Brille erinnert. Ich warte noch auf den Satz „I’ll be back!“.

Andere Überraschungen sind natürlich Missy zuzuschreiben. Warum sie sich einen spitzen Stock schnitzt oder Clara wie eine Jagdtrophäe an einen Felsen hängt wird nicht erklärt.

Die Folge war sicherlich nicht der aufwändige Actionkracher, lebte aber von grandiosen schauspielerischen Leistungen. Nicht nur Peter Capaldi und Michelle Gomez brillierten hier sondern auch Julian Bleach, der es mit dem schweren Davros-Makeup sicherlich nicht einfach hatte. Die Fans sind allerdings ein wenig verwundert, dass Davros auf einmal seine Augen öffnen konnte. Bisher hieß es, dass er bei einer Bombardierung seine Augen verloren hatte und deshalb nur mit einem künstlichen Stirnauge sehen konnte. Aber vielleicht hat Steven Moffat dieses Detail geändert um den Schauspieler die Möglichkeit zu geben sein Talent besser auszuspielen.

Die ersten beiden Folgen waren super. Jetzt hoffe ich, dass die anderen Autoren mit den „Routinefolgen“ auch gute Ergebnisse abliefern.

Claras Probefahrt

(Foto: BBC)

Brille statt Schallschrauber

(Foto: BBC)

Besetzung

  • Colony Sarff  –  Jami Reid-Quarrell
  • Junger Davros   – Joey Price
  • Davros – Julian Bleach
  • Stimme der Daleks –   Nicholas Briggs
  • Dalek  –  Barnaby Edwards
  • Dalek  –  Nicholas Pegg

Team

  • Autor    Steven Moffat
  • Regisseurin    Hettie McDonald
  • Produzent    Peter Bennett
  • Ausführender Produzent   Steven Moffat
  • Ausführender Produzent   Brian Minchin
S09E02 - Hexenkunst
73.1 Gesamtwertung
Pro
- starke Schauspieler - gute Dialoge - Viel Humor - Neue Infos über Daleks
Kontra
- Logiklöcher - Veränderung der Mythologie
Zusammenfassung
Mit der Folge gelingt es Autor Steven Moffat den Schauspielern Peter Capaldi und Julian Bleach zu brillieren. Aber auch die humoristischen Einlagen von Missy sind köstlich anzuschauen. Leider ist Clara hier nur in einer Opferrolle zu sehen.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch