Kultjahr 1966 – Ein gutes Jahr für Fantastik

Kultjahr 1966 – Ein gutes Jahr für Fantastik

Herzlichen Glückwunsch

Die Raumpatrouille ist ein halbes Jahrhundert alt.

Aber da ist sie nicht die einzige, wie unser Artikel zeigen wird.

Inhalt:

Mitunter gibt es Jahre, in denen es regelrecht „brummt“. Irgendetwas muss die Kreativen auf der ganzen Welt angeheizt haben, die im selben Jahr mit Werken auftrumpfen, die das Zeug haben sich für ewig in das kollektive Gedächtnis der Menschheit einzubrennen. Eines dieser Jahre ist das Jahr 1966, in denen gleich mehrere TV-Serien starteten, die wir heutzutage als „Kultserie“ bezeichnen würden.

In den USA ist der September/Oktober die Zeit, in der die Sender neue
Serien starten oder ältere Serien aus der Sommerpause zurückkehren. Die
neue Season beginnt und die Produzenten hoffen, dass ihnen die neuen
Serien ordentlich Einschaltquoten und damit Werbekunden verschaffen.

So ist es kein Wunder, dass kultige Neuzugänge vor allem im
September zu verzeichnen sind. Allerdings, das, was wir heute als Kult
betrachten, war aus kommerzieller Sicht nicht unbedingt erfolgreich und
so erstaunt es vielleicht so manch jüngeren Leser, dass es diese Serien
oft kaum in eine weitere Staffel geschafft haben. Aber wo der Mammon regiert ist es leider so, dass über das wohl
und wehe einer Serie nicht das Herz sondern der Geldbeutel entscheidet.

Aber genug der Vorrede: Welche Serien wurden 1966 (oft im
September) gestartet, die noch heute einen Platz in unserem Herzen
gefunden haben während andere Serien schon lange vergessen sind?

Hat jemand einen Kultgegenstand gefunden?

(Bild: ARD/Bavaria)

Batman macht mobil!
Bei Arbeit, Sport und Spiel!

(Bild: ABC)

Batman

1966-1968

Batman

Premiere: 12. Januar 1966

Wohl selten hat eine Comicverfilmung soviel Spaß gemacht wie die Serie „Batman“ von 1966. Im quietschbunten Popart-Look der Sechziger mit comicartigen „Booom“ und „Whack!!!“ Einblendungen vermittelte die Serie einen konsequent durchgezogenen Comiclook. Legendär sind Robins Sprüche, wenn es aufregende Dinge zu sehen gab. „Heilige Garnele!“ und Ähnliches. Natürlich konnten auch Batmans ständig vorrätige Gimmicks amüsieren. Ob mit Haiabwehrspray oder Bat-Klebestiefel, er zauberte immer wieder Neues aus seinem unerschöpflichen Instrumentengürtel. Adam West ging in der Rolle des Batmans total auf, vor allem als er merkte welche Wirkung seine Rolle auf die Damenwelt hatte. Für Robindarsteller Burt Ward ging ebenfalls ein Traum ein Erfüllung als er die Rolle nach einem sportlich angehauchten Filmcasting bekam.

Aber auch die Riege der Bösewichte wurde sehr prominent besetzt. Cesar Romero spielte den Joker. Allerdings weigerte er sich seinen Oberlippenbart abzunehmen, weswegen dieser stets weiß übertüncht werden musste. Burgess Meredith war der Pinguin, Der Rätselknacker wurde abwechselnd von Frank Gorshin und John Astin verkörpert. Für Catwoman mussten gar drei Darstellerinnen in das hautenge Kostüm schlüpfen. Julie Newmar, Eartha Kitt und schließlich Lee Meriwether.

Die Serie hatte anfangs einen recht großen Erfolg. Leider sanken die Einschaltquoten sodass die Serie nach drei Staffeln in 120 Episoden eingestellt wurde. In Deutschland dauerte es lange bis die Serie gezeigt wurde. Allerdings amüsierten sich jung und alt bereits 1967 in dem Kinoerlebnis „Batman hält die Welt in Atem“.

Eigentlich hätte die Serie bereits im September 1965 anlaufen sollen, doch dann wurde sie auf den Januar 1966 verlegt.

 

Düstere Häuser

(Bild: ABC)

Dark Shadows

1966-1971

Dark Shadows

Premiere: 27. Juni 1966

In Deutschland eher unbekannt brachte es die „Gothic Soap Opera“ auf immerhin 1245 halbstündige Folgen.  In den Geschichten, die sich im typischen Gothic-House Ambiente abspielen, geht es um die übliche Schar von Vampiren, Werwölfen, Ghouls etc. die Spannung verbreiten. Das amerikanische Publikum war dank „Addams Familie“ und „The Munsters“ bereits an ähnliche Setups gewöhnt und die oft abenteuerlichen Plottwists und Handlungselemente hielten die Zuschauer bei der Stange. Allerdings war die Serie keineswegs eine Comedy sondern versuchte die Themen ernst anzugehen.

In Deutschland wurde die Serie meines Wissens nicht gezeigt. Allerdings kam natürlich der 2012 gedrehte Film von Tim Burton mit einem eher blassen Johnny Depp in die Kinos. Doch die Geschichte um den Vampir, der sich unsterblich verliebt, blieb hinter den Erwartungen zurück.

In den Staaten bleibt die Serie jedoch im Kollektivgedächtnis, weil sie nicht als Comedy sondern sich  eher wie eine frühe „Buffy“ oder „Vampire Diaries“ Version anfühlt. Die Serie startete 1966 bereits im Juni und lief bis 1971. Seitdem hat es verschiedene gescheiterte Versuche gegeben die Serie noch einmal aufleben zu lassen. Wer weiß, vielleicht wird im momentan grassierenden Remake-Wahn der TV-Macher „Dark Shadows“ auch wiederbelebt. Untote leben halt länger.

 

Superhelden im Maxiformat

(Bild: TBC)

Ultraman

1966-1967

Ultraman

Premiere: 17. Juli 1966

Auch wenn die japanische Serie aus 1966 es auf nur 39 Folgen brachte, so war sie dennoch Wegbereiter für viele der typisch, japanischen Monster- und Kampfserien für das Jugendprogramm. Vorausgegangen war eine schwarz-weiße Adaption von „The Outer Limits“ aus den USA, in der es immer um merkwürdige Fälle mit Technologie und Außerirdischen ging. Dann jedoch entschloss sich das Studio Tsuburaya Studios sich mehr auf Monster zu konzentrieren, die von einem Superhelden im Kampfanzug bekämpft werden. Das Studio hatte bereits mit Godzilla-Filmen Erfahrungen gesammelt und nutzte auch den Fundus aus Monsterkostümen um diese, leicht modifiziert, im Fernsehen auftreten zu lassen.

Der Titelgebende Held Shin Hayata gehört der Organisation „Science Special Search Party“ (SSSP) an und kollidierte bei einem Flug mit einem Außerirdischem, der dabei getötet wird. Es gelingt dem Alien jedoch seine „Essenz“ in Hayata zu übertragen, der fortan als Wirtskörper dient. Wenn der Agent mal wieder auf Monstren trifft kann er mithilfe eines Objektes namens „Beta-Kapsel“ in den Ultraman transferieren und sich auch auf die stattliche Größe der Monstren bringen um diese zu bekämpfen.

Nachdem die Serie 1967 auslief gab es zahlreiche Ablegerserien, die sich desselben Prinzips bedienten. Aus Ultraman selbst wurde 1979 die erste animierte Serie. Später folgten erste Realfilmumsetzungen und inzwischen ist 2015 eine 22-teilige Realserie gestartet worden. 2016 folgte dann, zum fünfzigjährigen Jubiläum, ein neuer Kinofilm, der alle Möglichkeiten des modernen Kinos nutzt. Hierzulande hat man davon natürlich mal wieder nichts mitbekommen….

 

Weltraumhelden

(Bild: CBS)

Star Trek

1966-1967

Star Trek

Premiere: 8. September 1966

Es hat lange gedauert bis die Besatzung von „Raumschiff Enterprise“ auch über deutsche Bildschirme sauste. Erst 1972 begann die Enterprise mit der Zeitreisegeschichte „Morgen ist gestern“ ihren Siegeszug auf deutschen Bildschirm. Das ZDF hatte bis dahin die Scifi-Interessierten mit der Serie „UFO“ bei Laune gehalten. Die Einstiegsfolge war im Prinzip gut gewählt weil man durch die Geschichte der Crew auf der Erde in der heutigen Zeit eine gute Verbindung in die Zukunft schaffen konnte.

Heutzutage ist es kaum noch vorstellbar, dass Enterprise sich von den üblichen Klischees der „bösen Außerirdischen“ verabschiedete. Die Bilder in den Zeitschriften von Mister Spock erweckten, bevor man die Serie sehen konnte, den Eindruck, man hätte hier einen teuflischen Bösewicht a la „Doktor Fu Man Chu“ vor Augen. Auch das Raumschiffdesign der Enterprise war ungewöhnlich. Man war bisher nur Raketen und fliegende Untertassen gewöhnt. Aber der Look der Enterprise mit den separaten Triebwerksgondeln war so merkwürdig, dass die „HörZu“ damals das Foto kopfstehend in die Programmvorschau montierte. Nach 13 ausgestrahlten Folgen kaufte das ZDF nochmals 13 Folgen ein, kürzte Episoden, schnitt diese teilweise um und veränderte auch Dialoge. Bei manchen Texten wurden Formulierungen entschärft, andere wurden durch humorvolle Eingebungen lustiger gemacht.

Als die Enterprise 1972 das erste Mal über deutsche Bildschirme flimmerte war die Serie in den USA bereits Geschichte. Nach drei Staffeln war die Serie wegen mangelnder Einschaltquoten bereits eingestellt worden. Damals ahnte wohl niemand in den Sendeanstalten wie sehr die Fans die fantastische Crew um Captain Kirk in ihr Herz geschlossen hatten.

 

 

Vom Gejagten zum Jäger

(Bild: 20th Century Fox Television)

Green Hornet

1966-1969

Green Hornet

Premiere: 9. September 1966

Medienmogul Britt Reid veröffentlicht tagsüber Zeitungen. Bei Nacht ist jedoch mit Maske als Verbrechensbekämpfer unterwegs. Sein Gehilfe ist der MartialArt-Spezialist Kato. Die Polizei freut sich zwar über die Verhaftungen, hält „Die grüne Hornisse“ allerdings selbst für einen Verbrecher und versucht die Helden ihrerseits dingfest zu machen.

Das ist die Prämisse der Hornisse, die bereits im Radio ihre Abenteuer erlebte. Nach dem großen Erfolg der TV-Serie „Batman“ hatte man sich entschlossen ein weiteres Kampfteam ins Rennen zu schicken. Doch der Erfolg der Ablegerserie blieb aus. Da halfen auch Gastauftritte in den jeweils anderen Serien nicht. Nach nur einer Staffel und 26 Folgen wurde die „Grüne Hornisse“ wieder eingestellt. Für Hauptdarsteller Van Williams war die Serie kein großer Wurf. Wohl aber für den Darsteller des „Kato“, der von niemand geringerem als Bruce Lee dargestellt wurde. Lee konnte danach seine Hollywood-Karriere starten. im Kinofilm „The Bruce Lee Story“ wird dieser Umstand sehr amüsant illustriert.

Die Serie hat es nie bis nach Deutschland geschafft. Lediglich ein eher unwitziger Kinofilm von 2011 wurde hierzulande gezeigt. Leider schafft es auch der aufwändige Film nicht den Funken überspringen zu lassen und damit reiht sich dieser „Superheldenfilm“ in die Reihe der eher misslungenen Versuche ein das alte Franchise aufleben zu lassen.

Die TV-Serie wird in den USA auch nicht unbedingt hoch bewertet. Allerdings bleibt die Serie wegen Bruce Lees halsbrecherischen Stunts im Gedächtnis.

 

 

Zurück in die Zukunft

(Bild: ABC)

Time Tunnel

1966-1969

Time Tunnel

Premiere: 9. September 1966

Tony Newman ist ein junger Wissenschaftler, der maßgeblich an dem Projekt „Tic Toc“ beteilligt ist. In einem unterirdischem Komplex in der Wüste ist das Forschungsprojekt um einen Zeittunnel versteckt. Doch das Projekt ist teuer und so schickt Washington einen Prüfer, der ankündigt das Projekt abzubrechen wenn man ihm nicht beweisen kann, dass der Tunnel funktioniert. Newman ist außer sich, da er glaubt, dass der Tunnel bereits einsatzbereit ist. Um dies zu beweisen betritt er nachts den Tunnel und reist nach 1912, zum Untergang der Titanic. Als man am nächsten Tag bemerkt was geschehen ist versucht man ihn zurückzuholen. Doch der Versuch misslingt und so macht sich ein zweiter Wissenschaftler namens Doug Phillips auf den Weg um Tony zurückzuholen. Doch der Versuch Beide zu retten schlägt wieder fehl. Das Brückenteam kann die Zeitreisenden lediglich wieder in die „Zeitdusche“ holen und in eine andere Zeit befördern. Tony und Doug taumeln damit hilflos von Abenteuer zu Abenteuer.

Manchmal entsteht Kreativität durch Notlagen, manchmal auch durch Ideenblitze. Produzent Irwin Allen hatte wohl beides als ihm die Idee zu „Time Tunnel“ kam. Der Produzent hatte sich bereits einen Namen mit fantastischen TV-Serien wie „Lost in Space“, „Land of the Giants“ und „Seaview“ gemacht. Alle Produktionen waren recht teuer und Allen suchte nach einer Idee um möglichst kostengünstig eine neue Serie zu kreiren. Dabei fielen ihm die vielen Kulissen auf dem Studiogelände auf, die viele Zeitepochen abdeckten. Also wurde eine Zeitreiseserie geschaffen, in der zwei Protagonisten jede Woche in eine andere Epoche reisen und sich dabei (jeweils vor der Werbung) ordentlich prügeln durften. Die Monumentalaufnahmen von herannahenden, historischen Horden wurden aus dem umfangreichen Archiv des Filmstudios „entliehen“.

Ein willkommener Nebeneffekt der Serie war, dass sich die Zuschauer plötzlich für Geschichte zu interessieren begannen.  Die Drehbücher zu den einzelnen Abenteuern waren zunächst natürlich auf Action getrimmt. Allerdings hat man namhafte Autoren verpflichtet, die das Thema Zeitreisen sehr intelligent verarbeiteten und bereits Dinge wie Parallelwelten und Paradoxe einfließen ließen. Leider sank das Publikumsinteresse irgendwann sodass die Serie nach nur 30 Folgen eingestellt wurde.

In Deutschland wurde die Serie zunächst 1971 ausgestrahlt und auf 13 Folgen begrenzt, gekürzt und es wurden bei der Synchronisation leichte Anpassungen vorgenommen. So heißt der zweite Wissenschaftler in der ersten deutschen Fassung „Dan Phillips“. Erst in der Ausstrahlung von 1996 bei Sat1 wurden alle Episoden neu synchronisiert und der Name wieder auf „Doug“ korrigiert. (wollte man in der ARD eine Verwechslung mit „Duck“, also „Ente“ vermeiden?). Dem Darsteller Robert Colbert war nach dem Time Tunnel keine große Karriere vergönnt. Sein Kollege James Darren, der den „Tony Newman“ verkörperte, konnte immerhin an der Seite von William Shatner in der TV-Serie „T.J. Hooker“ ein Comeback feiern.

Ein persönlicher Kommentar sei noch erlaubt. Ich habe die Serie damals geliebt und habe mich danach für Geschichte interessiert sodass ich in der Leih-Bibliothek nach den behandelten Themen suchte. Lustig war für mich später natürlich auch der Umstand, dass der Chef vom Time Tunnel Projekt ausgerechnet ebenfalls „Kirk“ hieß. Die beiden Serien, die mit nur einem Tag Unterschied im US-Fernsehen starteten, gehören immer noch zu meinen Lieblingsserien.

Märchen von übermorgen

(Bild: ARD)

Raumpatrouille

1966-1967

Raumpatrouille

Premiere: 17. September 1966

Die fantastischen Abenteuer des Raumschiffs Orion

Bei all den fantastischen, kultigen TV-Serien darf natürlich eine überhaupt nicht fehlen und rundet damit die enorme Anzahl kultiger, fantastischer Serien ab. „Raumpatrouille“! Als mein Vater mich aus dem Bett holte um mir etwas ganz tolles auf unserem mickrigen Schwarzweißfernseher zu zeigen war ich gerade mal sechs Jahre alt. Die Folge war blöderweise „Kampf um die Sonne“, die langweiligste von allen und so habe ich damals nur wenig mitbekommen. Aber mein Interesse an SciFi war geweckt und von diesem Moment an begann ich im Fernsehen und Kino nach SciFi Ausschau zu halten. Das ZDF zeigte netterweise, kurz nach Einführung des Farbfernsehens, die Serie „‚UFO“. Mein Bedarf war also bedeckt.

Auch heute noch, nach fünfzig Jahren, stellt die „Raumpatrouille“ einen wichtigen Wegpunkt in meinem Leben dar. Die Serie ist, sehen wir mal von dem lächerlichen Bügeleisen ab, toll gestylt, hat für damalige Zeit Special-FX, die auf der Höhe der Zeit waren und verfügte über etwas, was ich bei heutigen Serien so oft vermisse: Charme.

Die fünf Besatzungsmitglieder, denen die GSD-Beamtin Tamara Jagellovsk zur Seite gestellt wird, merken, dass man sich manchmal doch an die Regeln halten muss. Und Tamara merkt, dass man die Regeln auch schon mal „biegen“ muss.

Es gibt nur einen einzigen Kritikpunkt, den ich aus heutiger Sicht auch noch habe: Das endlose Geschwafel in der obersten Raumbehörde. Einerseits dienten diese zwar dem SciFi-Unerfahrenen Zuschauern die Möglichkeit die verzwickte Lage zu erfassen, andererseits nahmen sie der Serie doch enorm an Tempo.

Gänzlich unverzeihlich ist allerdings auch die völlige Unkenntnis von astronomischen Fakten. Noch heute zwirbeln sich mir die Zehennägel hoch wenn ich Lydia van Dyke sagen höre: „Im Sternbild Jagdhunde ist ein Planet aus seiner Bahn geworfen worden. Er verfügt eindeutig über die Eigenschaften einer Supernova.“ Oh ohhhhh….  Sie gibt noch eine Geschwindigkeit an, die der Irrläufer hat, doch um die Erde so schnell zu erreichen müsste das Geschoss schon mit mehrfacher Überlichtgeschwindigkeit fliegen. Aber: Schwamm drüber.

Obwohl die Serie nur 7 Episoden umfasste hat sie einen Kultstatus erreicht, den sonst kaum eine andere Serie schaffte. Für die Darsteller, für die die Dreharbeiten wegen der engen Kostüme wohl eher eine Tortur waren, kam der Ruhm wohl äußerst überraschend. Immerhin war jeder Einzelne in Film, TV und auf der Bühne in zahlreichen anderen Rollen aufgetreten. Leider sind nur noch Wolfgang Völz (86) und Friedrich G. Beckhaus (88) am Leben. Völz Frau Roswitha tanzte zum fünfzigjährigen Jubiläum der Orion bei einem Fantreffen sogar noch den legendären „Galaxo“, dem Tanz, der im Starlight Casino getanzt wurde und bei dem sie selbst schon damals mitwirkte.

Ich wünsche mit, dass jemand mit viel Geld und einem wirklich Talent zum guten Filmemachen sich einmal der Raumpatrouille annimmt und neu verfilmt. Bei all den Reboots, die momentan den TV und Kinomarkt überschwemmen gibt es kein Remake, das ich mir so sehr wünsche wie ein Orion-Reboot. Es muss aber schon sehr gut gemacht sein!

 

In Pension: Man from U.N.C.L.E

(Bild: ITV)

Schlussgedanken:

Es ist schon faszinierend, wieviele fantastische Serien im Jahre 1966 gestartet wurden. Weder 1965, noch 1967 wurden dermaßen viele fantastische Serien aus der Taufe gehoben. Man könnte vermuten, dass der Einfluss des Wettlaufs zum Mond und die damit verbundene Berichterstattung über die Erfolge der Nasa einen Einfluss hätte. Aber dann würde man auch noch eher weitere Weltraumserien vermuten.

Was auch immer der Grund für den Anstieg an Premieren von Serien war, die später Kult wurden, es steht wohl in den Sternen.

 

 

Lobende Erwähnungen

Es gibt durchaus noch weitere Serien, die damals Premiere feierten, die wir aber hier nur noch lobend erwähnen wollen:

  • Daktari – 11. Januar 1966
  • The Girl from U.N.C.L.E – 13.September
  • Mission Impossible – Startete wie „Raumpatrouille“ am 17. September
  • Tarzan – 8. September 1966

Einstellungen

Leider wurden im Jahre 1966 aber auch einige Serien eingestellt, die wir auch heute noch kennen:

  • Rawhide (seit 1959)
  • Mister Ed (seit 1961)
  • Danger Man (UK) (seit 1964)
  • The Addams Family (seit 1964)
  • The Munsters (seit 1964)
  • Perry Mason (seit 1957)
  • Mein Onkel vom Mars (seit 1963)

SciFi – Made by Roger Corman

SciFi – Made by Roger Corman

Weltraumabenteuer aus der Cormanfactory

Inhalt:

Als 1977 der Film „Krieg der Sterne“ ein Vermögen an den Kinokassen einspielte wurden auch andere Studios wach. Dass man mit SciFi Geld verdienen konnte war bis zu diesem Zeitpunkt nicht denkbar. Und während die Top-Studios ihre Schubladen nach eingelagerten Drehbüchern abklapperten zogen auch Billigfilmer nach und produzierten ihre eigenen Weltraumabenteuer. Neben zahlreichen italienischen und spanischen Studios wollte sich auch Produzent Roger Corman nicht lumpen lassen und ließ in seinen Produktionsstätten ebenfalls Weltraumopern produzieren.

Roger Corman ist ein Filmemacher, der sich bereits seit den sechziger Jahren einen Ruf als „Billigfilmer“ erarbeitet hat. Legendär ist die Geschichte von „Der kleine Horrorladen“, ein Film der nur entstand weil man noch schnell eine Kulisse verwenden wollte, die ansonsten abgerissen worden wäre. Mit zahlreichen, günstig produzierten Filmen erarbeitete er sich nicht nur einen guten Ruf, sondern war auch in der Lage eine Filmschule einzurichten.

Viele heute bekannte Regisseure wie Joe Dante, Ron Howard, James Cameron und andere Filmschaffende haben in der „Roger Corman Filmschool“ ihre ersten Sporen verdient. Aber auch Schauspieler wie Sylvester Stallone feierten hier ihr Spielfilmdebüt. Die Studenten nutzten dabei häufig Archivaufnahmen von Stunts oder Spezialeffekte aus anderen Filmen um ihre Werke aufzuwerten und Geld zu sparen.  Immerhin ging es in erster Linie darum das Handwerk zu erlernen. Dass man mit den Arbeiten auch noch Geld verdienen kann war für Corman die treibende Feder. Dabei setzte er auf Action, tolle Typen und auch die eine oder andere springende Damenbrust. Und das Konzept ging auf.

Sador – Herrscher im Weltraum

(Bild: New World Pictures – 1980)

Sador – Herrscher im Weltraum – 1980

Als sich abzeichnete, dass „Star Wars“ für die großen Studios ein großer Reibach werden würde investierte Corman in programierbare Konstruktionsroboter, an denen er Filmkameras befestigen ließ um ähnlich hochklassige Effekte zu erzielen wie das große Vorbild. Corman führte nicht selbst Regie sondern überließ es einem Regisseur namens Jimmy T. Murakami auf dem Regiestuhl platz zu nehmen.

Das Drehbuch schrieb John Sayles, der sich an der bereits mehrfach verfilmten Geschichte „Die sieben Samurai“ orientierte. Das Ergebnis war „Battle Beyond The Stars“, dessen deutscher Titel „Sador, Herrscher im All“ recht unpassend daherkommt. Roger Corman investierte für den Film nicht nur in die Tricktechnik sondern auch in namhafte Schauspieler, deren Gagenforderungen einen Hauptanteil des Budgets ausmachten. Die reinen Produktionskosten betrugen (geschätzt) 2 Millionen Dollar, ein Schnäppchen gegenüber der für „Star Wars“ veranschlagten 9,6 Millionen Dollar. Der Film spielte 11 Millionen Dollar wieder ein.

In „Sador – Herrscher im Weltall“ ging es um eine Weltraumkolonie, die von einem Bösewicht mit einem Riesenraumschiff erpresst wird ihre Ernte herauszugeben. Da man den Forderungen Sadors nicht mehr nachkommen kann wird der junge Shad (dargestellt von „John-Boy Walton“ Richard Thomas) mit einem Raumschiff namens „Nell“ losgeschickt um Söldner zu engagieren, die den Planeten beschützen sollen und die Bewohner an den Waffen ausbilden sollen. Es gelingt Shad sieben Söldner zusammenzutrommeln, die sich aus verschiedener Motivation bereiterklären die Mammutaufgabe zu übernehmen. Es sind einige Schlachten und Verluste hinzunehmen bevor Sador endgültig geschlagen wird.

Die Schauspielerriege ist durchweg prominent besetzt. Mit Robert Vaughn, George Peppard und John Saxon versammelten sich so einige Darsteller, die sich wohl ähnlich in Erinnerung bringen wollten wie die Söldner, die sie darstellten. Hinter den Kulissen werkelten zahlreiche Spezialisten daran die Effekte von „Star Wars“ nachzuahmen. Das Ergebnis kann man als durchaus gelungen bezeichnen.

Den Soundtrack zu dem Film komponierte der junge James Horner, für den der Score der erste rein symphonische wurde. Seine Anleihen bei „Star Wars“ sind teilweise schon recht deutlich wahrzunehmen. Glücklicherweise bedeutete dieser Score jedoch gleichzeitig den Beginn seiner Karriere und in den folgenden Jahren etablierte er einen eigenen, markanten Stil, der ihn zahlreiche Aufträge und Oscarnominierungen einbrachte. Für TITANIC erhielt er den Oscar für beste Filmmusik und besten Filmsong. Seine  Musik zu „Battle Beyond The Stars“ wurde jedoch von Roger Cormans Filmstudio auch fleißig in anderen Filmen eingesetzt.

Battle Beyond The Stars – Amerikanisches Cover

(Bild: New World Pictures)

Battle Beyond The Stars

Raumschiff Nell verfügt nicht nur über eine erotische Stimme! Designed by James Cameron.

(Bild: New World Pictures)

Erstmal ein bischen abhängen

(Bild: New World Pictures)

Peter Klöppel bei der Arbeit

(Bild: New World Pictures)

Planet des Schreckens – 1981

Der Film „Planet des Schreckens“ entstand im Gefolge der Horror-Alienwelle, die durch Ridley Scotts Film „Alien“ losgetreten wurde. Nach aufregenden Weltraumschlachten traten im Kino vermehrt Filme auf, in denen es um böse Außerirdische geht, die am liebsten in fremde Körper eindringen – oder diese auffressen. Einer der ersten Vertreter dieses Subgenres ist „Galaxy of Terror“, wie der Film im Original heißt.

Darin geht es um ein Team von Raumfahrern, das auf einem Planeten strandet, auf dem sich zahlreiche abgestürzte Raumschiffe versammelt haben. Der Besatzung ist überhaupt nicht wohl als sie die Wracks durchforstet. Dabei werden sie nach und nach Opfer von Bedrohungen, die sich direkt aus ihren Ängsten zu manifestieren scheinen.

Der Film ist durchaus gruselig und genießt aufgrund einer sehr expliziten Szene, in der ein weibliches Besatzungsmitglied von einer Riesenmade sexuell belästigt wird, Kultstatus. Die Tode spiegeln auf faszinierende Weise die Erwartungen der Zuschauer wieder. Jeden Moment erwartet man – mit den Charakteren – irgendwelche Fallen oder Kreaturen aus dunklen Winkeln springen zu sehen. Und diese Erwartungen (der Raumfahrer) werden dann auch erfüllt. Dabei spielt die gekonnte Kameraführung eine wesentliche Rolle. Leider läßt die Spannung zum Ende zwar ein wenig nach, die Auflösung ist aber dennoch recht kreativ im Vergleich mit anderen Kino-Schnellschüssen.

Die Darstellerriege ist durchaus prominent besetzt. Mit dem „Onkel vom Mars“ Ray Walston und dem späteren Freddie-Krüger-Star Robert Englund hat man zwei, auch heute noch, recht bekannte Gesichter gecastet. Auch der „Held“ der Geschichte, Edward Albert, war in den Achtzigern ein durchaus gefragter Darsteller.

Interessanterweise war wieder James Cameron für das kreative Setdesign verantwortlich. Nachdem er bereits für mehrfach für die Trickabteilung von „New World Pictures“ tätig war erhielt er danach die Regie für die Fortsetzung des Joe Dante Hits „Piranha“.  Zwar floppte die Rückkehr der Killerfische, dafür konnte Cameron aber mit seiner Partnerin Gale Anne Hurd ein weiteres Projekt umsetzen, dass wesentlich erfolgreicher wurde: „Terminator“.

„Planet des Schreckens“ war in Deutschland jahrelang wegen der Madenszene indiziert. Inzwischen ist der Film aber wieder frei auf DVD erhältlich.

Planet des Schreckens

Das deutsche Plakatmotiv hat zwar eigentlich nichts mit dem Film zu tun. Allerdings ist die Szene schon einer gewissen Kultszene recht ähnlich. (Bild: New World Pictures – 1981)

Planet des Schreckens

Das Grauen lauert an jeder Ecke. (Bild: New World Pictures – 1981)

Planet des Schreckens

Vor seiner Freddie Krüger Zeit – Robert Englund als „Opfer“ (Bild: New World Pictures – 1981)

Der Android – 1982

Ein weiterer, bemerkenswerter SciFi-Film aus der Talentschmiede „New World Pictures“ ist der Film „Der Android“ von Aaron Lipstadt. Zwar nahm man den Film in Amerika als eher lahm wahr, in Europa wurde er jedoch wegen seiner interessanten Charakterzeichnung gelobt. SpecialFX gibt es so gut wie keine. Die wenigen, vorhandenen wurden aus „Sador“-Schnipseln zusammengesetzt. Die Story bezieht ihren Reiz aus dem Geschehen auf einer Raumstation, auf der Doctor Daniel (Klaus Kinski) an Robotern herumschraubt. Er hätte sich sehr gerne eine weibliche Androidin als Begleiterin gebastelt und ist entzückt als ein Android namens Max 404 (Don Opper) ein Raumschiff andocken lässt, unter deren Crew sich eine Frau befindet. Doch die Raumfahrer sind entflohene Sträflinge und nutzen die Naivität des funktionierenden Androiden aus, da sie immer noch von der irdischen Polizei Terrapol verfolgt werden.

Klaus Kinski kann hier einmal mehr den Verrückten spielen und den weiblichen Darstellern an die Busen grapschen. Durch die kammerspielartigen Szenen wird man allerdings als Zuschauer schon durch die Performance in den Bann gezogen. Doch auch Don Opper als Android spielt hier glänzend auf. Er ist am Drehbuch beteilligt und spielt hier erstmals einen trotteligen, aber liebeswerten Charakter. Eine Rolle, die er in den verschiedenen Critters-Filmen oft wiederholen konnte.

Kleines Schmankerl am Rande: Die Terrapol-Agentin, die nach den Sträflingen sucht, ist Rachel Talalay, die in den letzten beiden DoctorWho-Staffeln jeweils Regie bei den letzten beiden Episoden führen durfte.

Der Android

(Bild: New World Pictures – 1982)

Kinski bei seiner Lieblingsbeschäftigung

Ein Artikel über Roger Corman Filmproduktionen wäre nicht vollständig, wenn es keinen Busenblitzer geben würde…. (Sorry, couldn’t resist)

(Bild: New World Pictures – 1982)

Herr und Geschöpfe

Ein Artikel über Roger Corman Filmproduktionen wäre nicht vollständig, wenn es keinen Busenblitzer geben würde…. (Sorry, couldn’t resist)

(Bild: New World Pictures – 1982)

Space Raiders – 1983

Mit dem Auslaufen der SciFi-Welle lieferte „New World Pictures“ noch einen dritten Beitrag ab, der zum Einen recht sympathisch daherkommt, zum anderen aber auch höchst dramatisch ist.

Space Raiders erzählt die Geschichte des kleinen Peter, der sich an Bord eines Raumschiffes schleicht, das von einer Gruppe von Weltraumhasadeuren gesteuert wird. Die bunt zusammengewürfelte Mannschaft ist entsetzt als sie ihren blinden Passagier entdeckt. Der gutmütige Anführer Hawk (Vince Edwards) verspricht Peter zwar, ihn an der nächsten Raumstation abzugeben, doch inzwischen hat sich herausgestellt, das der Junge offenbar Sohn eines hohen Tieres der Transportbehörde ist. Zwar hat die Mannschaft kein großes Interesse an der Belohnung, dafür aber andere Weltraumschmuggler. Bevor Peter wieder nachhause kann gibt es leider so manches Opfer zu beklagen.

Eigentlich ist die Story recht charmant und die Mannschaft wirkt auch sehr freundlich. Dummerweise hat der Drehbuchautor keinen Sinn für Happy Ends und so ist es recht schade, dass die immerhin fünfköpfige Crew nach und nach dezimiert wird. Möglicherweise hätte die Besatzung mit ihrem Schiff das Zeug für eine Fortsetzung gehabt wenn Regisseur und Drehbuchautor Howard R. Cohen nicht auch noch den Sensenmann mit an Bord genommen hätte.

Hauptdarsteller Vince Edwards war jahrelang als „Ben Casey“ in der gleichnamigen Arzt-TV-Serie unterwegs. Nach zahlreichen Einsätzen als Schauspieler ging er auch dazu über Regie zu führen und inszenierte unter anderem einige Episoden von „Kampfstern Galactica“.

Der kleine Junge „Peter“ wurde von David Mendenhall gespielt und ist bis heute als Schauspieler aktiv. Eine der wenigen Jungdarsteller, die dem Beruf treu geblieben sind.

An Bord des Raumschiffs gibt es auch den telepathisch begabten „Flightplan“, der von Thom Christopher gespielt wird. Das ist bereits der zweite Alien-Charakter, den er darstellt. In „Buck Rogers in the 25th Century“ war er „Hawk“, der Falkenmann, der leider nicht wirklich zu einem vollen Einsatz kam.

Der Film hat viele Actionszenen, die in wiederverwendeten Kulissen aus „Sador“ stattfinden. Ebenso wurden die visuellen Raumschiffeffekte und die Filmmusik recycelt. Wenn man keinen Knallerfilm mit neuen, visuellen Eindrücken erwartet, dann geht das aber in Ordnung. Insgesamt wirkt der Film zwar ein wenig lieblos, hat aber eben doch sein Charme durch die gut harmonisierende Crew. Schade nur, dass das Ende ein wenig traurig macht.

Space Raiders

Scifi aus der Recycle-Tonne. Immerhin sympathisch. (Bild: New World Pictures – 1983)

Die Mannschaft tut alles für Peter

(Bild: New World Pictures)

Kämpfen ohne Rücksicht auf Verluste

(Bild: New World Pictures)

Credits

Bildercopyright: New World Pictures

Alle Aushangfotos: http://www.kino-50er.de/

Michael Schanze – Schalt Dein Herz auf Empfang

Michael Schanze – Schalt Dein Herz auf Empfang

Kulturschock

1978 war das Jahr, in dem „Krieg der Sterne“ nach Deutschland kam. Dieser Film wurde jedoch nicht nur von SciFans wahrgenommen sondern beeinflusste auch zahlreiche andere Medien, die futuristische Anleihen bei Star Wars machten um mit der Zeit zu gehen.

Wie jedes Jahr verpflichtete die „Deutsche Fernsehlotterie“ einen Interpreten, der das offizielle Lied singen durfte. 1978 war dies Michael Schanze, dem man einen liebevollen, aber auch mit elektronisch durchsetzten Song auf den Leib schrieb. Wenn man nur den reinen Song kennt, wird einem das elektronische Gezwitscher sicherlich stören.

Was es damit auf sich hat kann der Zuhörer nur erahnen wenn er das Plattencover kennt oder die Fernsehauftritte von Michael Schanze gesehen hat. Dem charmanten Sänger wurde nämlich ein niedlicher, kleiner Roboter zur Seite gestellt, der an R2-D2 erinnert und sich auch ähnlich piepsend bemerkbar macht.

Der Song mit dem Roboter, Spitzname „Pipifax“, erreichte nie eine höhere Chartposition und sticht aus Michael Schanzes Gesamtwerk nur wegen der ungewöhnlichen Machart heraus.

Schalt Dein Herz auf Empfang – Der Song der ARD-Fernsehlotterie 1978

Trackliste:
Schalt Dein Herz Auf Empfang – 3:05
Sonne Scheint In Alle Herzen – 3:58

EMI-Electrola – Katalognummer: EMI 006-32 731 [de]

Schalt Mal Dein Herz Auf Empfang

(Musik: Joachim Heider – Text: Michael Kunze)

Schalt mal dein Herz auf Empfang.
Stell das Gefühl wieder an.
Schau, da sitzt einer ganz allein
und wartet nur auf ein Wort.
Setz dich zu ihm und treib die Sorgen ihm fort.

Schalt mal dein Herz auf Empfang.
Na, nun mach schon.
Stell das Gefühl wieder an.
So ist gut.
Schau, da ist einer ohne Mut,
weil niemand mehr zu ihm hält.
Vielleicht bist du es, der ihm im Augenblick fehlt.

In den großen Städten rennt und rast man nur
wie die kleinen Rädchen in der großen Uhr.
Doch da man sich im Kreise dreht kommt man nicht weit.
Darum lass dir, lass dir doch ruhig Zeit, ohohoho.

Schalt mal dein Herz auf Empfang, hey.
Stell das Gefühl wieder an.
Schau, da wird einer ausgelacht,
weil er nicht so ist wie du.
Du kannst ihm zeigen, auch er gehört noch dazu,
oh, oh, oh, oh.

Schalt mal dein Herz auf Empfang
und stell das Gefühl wieder an.
Schau, da trinkt einer viel zu viel
und sieht in nichts einen Sinn.
Wenn du ihm zuhörst ist alles nicht mehr so schlimm.

Schalt mal dein Herz auf Empfang.
Was? Na gut, ich auch.

Sarah Brightman – I Lost My Heart To A Starship Trooper

Sarah Brightman – I Lost My Heart To A Starship Trooper

Kulturschock Starwars 1978

Als 1977 der Film „Krieg der Sterne“ in die Kinos kam setzte er nicht nur neue visuelle Maßstäbe sondern hatte auch einen immensen Einfluss auf die Popkultur.

Hier ein Beispiel, wie die Musikszene beeinflusst wurde. Die damals noch 18 Jahre junge (und natürlich schöne) Sarah Brightman und die Popdancegruppe „Hot Gossip“ fanden sich zusammen um den Song „I Lost My Heart To A Starship Trooper“ zu singen. Komponiert von Jeff Calvert und Geraint Hughes bekam die Single Goldstatus und erreichte Platz 6 in den englischen Singlecharts.

Man beachte übrigens die kurzen musikalischen Anspielungen an „2001 – Odyssee im Weltraum“ (Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“) sowie das Motiv aus dem Film „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ von John Williams. Außerdem beinhaltet der Text zahlreiche Formulierungen, die direkte Bezug zu Starwars, Startrek und Flash Gordon nehmen.

Star Wars – Erinnerungen an die Zukunft

Star Wars – Erinnerungen an die Zukunft

Es war der Herbst 1977 als ich in der BRAVO einen Artikel entdeckte, der mein Herz höher schlagen ließ. Darin wurde ein neuer Science Fiction Film beschrieben, der in den USA gerade Rekorde brach. Man sah einen weiß uniformierten Soldaten auf einer Art Dinosaurier sitzen und in einem kleineren Bild wurde eine kleine Gruppe von bewaffneten Menschen in abenteuerlichen Kostümen gezeigt. „Star Wars“ sollte das Werk heißen und würde wohl alles, was wir bisher an Weltraumfilmen gesehen hatten, in den Schatten stellen. Allerdings war die deutsche Filmpremiere erst für den 9.Februar 1978 vorgesehen. Es hieß also zu warten. Zum Glück gab es vorab schon ein aufwändig gestaltetes Doppelalbum der „Deutschen Grammophon“ als Soundtrack zu kaufen. Als  Filmmusiksammler landete das Album natürlich schnell auf meinem Plattenteller und ich analysierte das beiliegende Informationsblatt um Hinweise auf die Handlung zu erhalten.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung wie sehr dieser Film die Sehgewohnheiten der Menschen ändern würde. Natürlich wurde der Film auch damals schon heftig beworben und so hatte nicht nur das Studio Zeit eine Synchronisation und den aufwändigen Scrolltitel zu drehen sondern ich hatte Zeit meine Vorfreude zu steigern. Im Fernsehen gab es natürlich auch immer wieder Ausschnitte zu sehen und schon das, was damals über meinen schwarzweißen 36 Zentimeterfernseher lief brachte mein Blut zum kochen. Eigentlich wollte ich am Premierentag gleich hingehen. Doch leider hatte meine Schule etwas dagegen: Ein Besuch der Hamburgischen Staatsoper für Mozarts „Die Entführung aus dem Serail“ wurde anberaumt. Immerhin führte das dazu, dass mein Vater versprach am Sonntag mit meinem Bruder und mir hinzufahren.

Damals war die beste Kinoadresse das „Grindel“ in der Grindelallee. Damals fuhren wir mit unserem Opel, auf der Suche nach einem Parkplatz am Kino vorbei und konnten kaum glauben, was wir da sahen: Eine Schlange von Menschen, die aus dem Foyer herausführte und ungefähr 100 Meter lang auf dem Gehsteig weiterging. Wir sahen schon unsere Chancen schwinden für die 14:00 Uhr-Vorstellung Karten zu bekommen (Ja, das Kino hatte die Termine sehr eng zusammengelegt und verzichtete, soweit ich mich erinnere, auch auf jegliche Kinowerbung). Nachdem wir erstaunlicherweise unser Auto in der Nähe sicher geparkt hatten trotteten wir die Warteschlange entlang um zu sehen, ob wir schon das „ausverkauft“-Schild an der Kinokasse sehen würden. Wir waren fast ganz vorne an der Schlange angekommen als plötzlich jemand nach uns rief. „Wollt Ihr den Film auch sehen?“ Ein Arbeitskollege meines Vaters. Und das Wunder geschah! Er brachte uns drei Karten für die nächste Vorstellung mit. Gleich danach leuchtete tatsächlich das „Ausverkauft“-Schild auf und brachte die Wartenden zum stöhnen. Aber wir waren drin!

Das Grindelkino war damals das Kino mit der größten Leinwand (eines der ersten Kinos, die für Breitwandformat gebaut wurde) und verfügte sogar über Stereoton. Als wir den Saal betraten und unsere Plätze einnahmen war nicht nur jeder einzelne Platz belegt – es wurden sogar noch extra Klappstühle in die freien Gänge gestellt.

Die jüngere Generation kann es vielleicht nicht mehr nachvollziehen, aber man muss Folgendes bedenken: Zuhause hatten die Menschen meistens kleine 34cm Schwarzweißfernseher und drei Fernsehprogramme, die über Antennen empfangen wurden. Mono, Bildrauschen, Empfangsstörungen. Wenn man etwas in Farbe sehen wollte, dann ging man ins Kino und wurde mit einer Kinoleinwand konfrontiert, die im Vergleich dazu gigantisch war. Zudem wurden auch gerade neue Tonsysteme eingeführt. Stereoton war noch nicht gang und gäbe. „Krieg der Sterne“ war einer der ersten Filme im „Dolbysound“, dem damals besten Stereostandard mit Rauschunterdrückung. Später wurde das THX-Verfahren eingeführt.

Noch heute bekomme ich Gänsehaut wenn ich an die murmelnde Menschenmenge denke, die von dem Geschehen auf der Leinwand geflasht waren und plötzlich ganz still war als nach dem Vorspann erst das „große“ Rebellenraumschiff ins Bild kam. Und dann der imperiale Sternenkreuzer, der Minuten brauchte um über die Kamera hinwegzuziehen. Und dann der Auftritt von Mr.Evil selbst: DARTH VADER. Es ist merkwürdig, aber in „Krieg der Sterne“, heute besser bekannt als „Episode 4 – Eine neue Hoffnung“, war Vader dermaßen furchteinflößend und bombastisch böse, wie er in keinen der anderen Filme jemals wirkte. (Besonders nicht als die Trilogie von 1999 seinen Weg zum Bösen darstellen sollte).

Trotzdem, was dem Kinopublikum von damals besonders in Erinnerung geblieben ist, war diese Verfolgung des Rebellenraumschiffs. Der Größenvergleich der beiden Schiffe und das Ganze auf einer Riesenleinwand. Die armen Kids, die StarWars das erste Mal auf einem mickrigen Fernseher im Kinderzimmer sehen mussten… Zum Glück gibt es heute große HD-Fernseher und die Saga auf BluRay. Vielleicht hilft das ein wenig um das alte Gefühl wiederherzustellen.

Starwars Episode 7 – Das Erwachen der Macht

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Rey – Neue Heldin

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Han Solo – Bindeglied der Generationen

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Wieso ich das jetzt so detailliert beschreibe? Weil „Krieg der Sterne“ tatsächlich ein Wegbereiter war. Alle SpecialFX, die wir heute selbstverständlich hinnehmen verdanken wir „StarWars“. George Lucas, der Regisseur, wollte überzeugende Raumschlachten zeigen und keine Raumschiffe an Fäden durch Pappkulissen ziehen lassen, wie man es seit „Flash Gordon“ aus den Dreißiger Jahren gewohnt war. Was John Dykstra und Doug Trumbull in ihrem Trickstudio zauberte war dermaßen revolutionär, dass man eigens eine Firma namens „Industrial Light & Magic“ (ILM) gründete. Und auch andere Filmstudios begriffen, dass man mit SciFi eben doch Geld verdienen konnte, wenn sie gut gemacht war.

Der Trick damals war, die Kamera an Roboterarmen zu befestigen und die einzelnen Filmelemente separat aufzunehmen und später zusammenzukopieren. Andere Studios übernahmen diese Technik, aber kein Studio konnte sich einen dermaßen guten Ruf erarbeiten wie ILM.

„StarWars“ habe ich innerhalb eines Jahres 10 Mal im Kino gesehen. Einmal sogar in England im Originalton. Seitdem habe ich die Zählung aufgegeben. Aber natürlich kaufte ich mir „StarWars“ auf Heimmedien. Super8, Laserdisc, VHS, DVD und nun BluRay, dazu natürlich auch immer wieder Soundtracks, Romane, Spielzeuge, Figuren. Es ist schon beeindruckend, was man alleine selbst ausgegeben hat ohne gleich ein Mega-Fan zu sein, der Alles kauft.

Aber der Film hat damals tatsächlich viel bewirkt. Die Studios produzierten plötzlich SciFi mit großem Budget, was zu solch genialen Werken wie „Alien“ und „Blade Runner“ führte. Paramount hörte auf an einer Startrek-TV-Serie zu basteln und brachte Captain Kirk gleich auf die große Leinwand. Selbst James Bond war vor dem SciFi-Boom nicht gefeit. Wenn man genau den Originalabspann der 1977 entstandenen Films „Der Spion, der mich liebte“ durchliest, dann findet man den Hinweis „James Bond will return. In Octopussy“. Stattdessen wurde der Film „Moonraker“ produziert. Warum wohl?

In Deutschland reagierte die ARD auf den Boom und zeigte innerhalb eines Jahres knapp 30 SciFi-Filme, die in den Archiven schlummerten. Und im ZDF machte „Der fantastische Film“ von sich reden. Michael Schanze sang, begleitet von einem kleinen Roboter „Schalt Dein Herz auf Empfang“. Quasi alle Bereiche des kulturellen Lebens wurden vom SciFi-Boom erfasst. Für mich war das damals ein Segen, denn ich bin schon SciFi-Fan seit mein Vater mich 1966 aus dem Bett holte um mir „Raumpatrouillie“ anzuschauen.

Der allererste „Starwars“-Film hat tatsächlich eine Art Kulturschock verursacht und war (fast) alleine an der Kinofront. Wenn nun tatsächlich „Starwars – Das Erwachen der Macht“ in die Kinos kommt wird es solch einen Schock nicht mehr geben. Allzuviele Effektfilme donnern momentan über die Kinoleinwände. Die meisten davon so hektisch, dass man als Zuschauer einfach überfordert wird. Die jungen Regisseure scheinen irgendwie auf „Speed“ zu sein und bekleistern die Leinwand zusätzlich mit ätzenden Lichtblendeffekten, künstlich hinzugefügten Staubeffekten auf der Kameralinse oder allzuvielen Details, die man auf die Schnelle niemals wahrnehmen wird.

Als 1999 „Episode 1“ in die Kinos kam waren viele Menschen enttäuscht, weil selbst George Lucas dem „Machbaren“ erlegen war und seine Bilder mit viel zu vielen Details vollstopfte. Die Charaktere von Teil 1 bis 3waren auch nicht so sympathisch wie die Herrschaften aus der zweiten Trilogie. Nun hoffe ich sehr, dass der neue Regisseur von Episode 7, J J Abrams, es wieder hinbekommt die Figuren in den Mittelpunkt zu stellen. (von seinen beiden StarTrek-Filmen bin ich nicht sehr angetan). Eines kann man aber schon aus den Ausschnitten ablesen: Die Spezialeffekte in Episode 7 sind so organisch in die realen Szenen integriert dass man sie als „echt“ akzeptiert. Die Trilogie 1-3 hatte leider einen viel zu quietschbunten Comiclook.

Wird mich der neue Film begeistern? Wir werden sehen….

 

Zum Bravo-Titelbild von 1977 hier klicken.

Der Geist und Mrs. Muir

Der Geist und Mrs. Muir

Wenn man als Kind der Sechzigerjahre das Fernsehen einschaltete, dann meistens um schöne Familienserien zu gucken. So viel Auswahl gab es in den Sechzigern auch nicht. Krimis liefen nur abends und nachmittags gab es halt leichte Kost mit viel Humor. Eine Serie hat sich mir eingeprägt und ich fragte mich gerade, ob sie jemals wiederholt wurde. Doch das scheint nicht der Fall zu sein. Die Rede ist von einer Serie namens „Der Geist und Mrs. Muir“, die zwischen 1968 und 1970 in Amerika ausgestrahlt wurde und im März 1970 auch nach Deutschland kam.
„Das Gespenst auf Freiersfüßen“ USA 1947 – Regie: Joseph L. Mankiewicz

Worum geht es?

Die junge Witwe Carolyn Muir zieht mit ihren beiden Kindern, Candy und Jonathan, und ihrer Haushälterin Martha Grant in ein schmuckes Häuschen in Schooner Bay, Maine, ein. Der Makler versucht beim Einzug zwar noch die Familie daran zu hindern, aber die resolute Frau hat sich bereits in das hübsche Cottage verliebt und ist auch entzückt als sie die stilvolle Einrichtung sieht. Erstaunlich ist auch, dass so gut wie nirgends Staub liegt. Nachdem der Makler abgezogen ist sollen ein paar Räume neu gestrichen werden, aber der Anstreicher kennt den Ruf des Hauses und läßt sich nur mit einem Bonus überreden ein Zimmer zu streichen. Kurz darauf wird er bereits das Opfer von Scherzen und verläßt in Panik das Haus. Der kleine Jonathan erkennt auf einem großen Portraitgemälde des Vorbesitzers einen Mann wieder, den er beim Einzug als Einziger gesehen hat. Den stattlichen Captain Daniel Gregg. Der Witwe bleiben die Streiche des Geistes nicht lange verborgen aber statt Angst zu haben fordert sie ihn auf sich endlich zu zeigen und so erscheint er ihr auch zur nächtlichen Stunde. Gregg war sehr angetan, wie sie das Haus gegen den Makler verteidigt hat und gestattet ihr und ihren Kindern – auf Probe – zu bleiben. Sie freut sich, bringt aber deutlich zum Ausdruck, dass sie nicht mit einem Geist unter einem Dach wohnen wolle. Der Geist müsse verschwinden! Als der Captain auf seinem Hausrecht beharrt packt Carolyn die Koffer und will mit ihrer Familie mitten in der Nacht ausziehen. Doch merkwürdigerweise scheint das Auto ihr nicht mehr zu gehorchen. Captain Gregg will sie nicht ziehen lassen und zwingt sie zur Umkehr. Und so entsteht eine wunderschöne Freundschaft, die über 50 Episoden zu immer wieder lustigen Szenen mit Besuchern führt. Und vielleicht kann man ja auch den Fluch des Captains aufheben lassen?

„Der Geist und Mrs.Muir“ Edward Mulhare und Hope Lange haben das Ruder fest im Griff – Bild: ABC

Hintergrundinfos

Die Serie „Der Geist und Mrs.Muir“ basiert auf dem Spielfilm „Gespenst auf Freiersfüßen“ von 1947, Regie: Joseph L. Mankiewicz. Damals spielte Rex Harrison den Captain und Gene Tierney war Mrs. Lucy Muir. Als Vorlage diente jedoch der Roman „Der Geist des Captain Gregg“ von R.A.Dick. Der Kinofilm hatte zwar auch lustige Momente, war aber eher melancholisch angelegt. In der TV-Fassung von 1968 spielte Edward Mulhare den Captain Gregg. Fans der TV-Serie „Knight Rider“ kennen den Schauspieler mit den beeindruckenden Augen als Devon Miles. Außerdem war er immer als Gast in verschiedenen TV-Serien zu sehen, wo er meist britische Aristokraten verkörperte. Die resolute Mrs.Muir wurde von Hope Lange gespielt. Die Darstellerin war zunächst Mannequin bevor sie in „Bus Stop“ neben Marilyn Monroe eine Rolle innehatte. Sie spielte immer wieder in Topfilmen mit. Darunter auch „Blue Velvet“, „Nightmare on Elm Street 2“ und neben Harrison Ford in „Das Kartell“. Sie erhielt zweimal in Folge einen Emmy für ihre Rolle der Carolyn Muir. Trotz der Emmy-Auszeichnung konnte sich die Serie nicht gegen die gleichzeitig laufenden Konkurrenzserien behaupten und hatte mit den Einschaltquoten zu kämpfen. Nachdem NBC die Serie 1969 einstellte wurde sie von ABC übernommen und konnte sich auch da gegen die CBS-Hitserie „Family Affairs“ nicht behaupten. Im Frühjahr 1970 stellte ABC die Serie komplett ein. Ironischerweise musste CBS im Folgejahr auch wegen sinkender Quoten „Family Affairs“ einstellen. In Deutschland lief die Serie im Vorabendprogramm der ARD vom 18.März 1970 bis 15. Juli 1970 wobei nur 43 der insgesamt 50 Episoden ausgestrahlt wurden. Der Spielfilm von 1947 lief in Deutschland nie im Kino. Erst 1989 wurde das Werk mit deutscher Synchronisation im ZDF ausgestrahlt.

Besetzung:

  • Hope Lange ist Carolyn Muir, die verwitwet ist und ihr ganzes Erspartes in den Kauf des Hauses gesteckt hat um dort in Ruhe ihrer Arbeit als Autorin nachgehen zu können.
  • Edward Mulhare ist Captain Daniel Gregg. Der Captain agiert als waschechter Poltergeist, der Dinge bewegen kann und dessen Einfluss sich nicht auf das Haus beschränkt. Normalerweise wird er nur für Menschen sichtbar, denen er es gestattet. Allerdings kann Sohn Jonathan ihn auch so sehen.
  • Charles Nelson Reilly ist Claymore Gregg. Der etwas tölpelige Mann bekleidet die Rolle des ortsansässigen Notars und ist gleichzeitig Carolyns Vermieter. Als Nachkomme des Captains hat er die Verfügungsgewalt über das Grundstück und ist daher die bevorzugte Zielscheibe des Captains.
  • Reta Shaw spielt Martha Grant, die Haushälterin.
  • Kellie Flanagan spielt die neunjährige Tochter Candace „Candy“ Muir.
  • Harlen Carraher spielt Jonathan Muir, Mrs. Muir’s Sohn. Von Anfang an kann er den Captain sehen und mit ihm sprechen.
  • Scruffy Mrs.Muirs Fox Terrier.
Hauptbesetzung „Der Geist und Mrs.Muir“ Captain Daniel Gregg (Edward Mulhare), Carolyn Muir (Hope Lange), Anwalt Claymore Gregg (Charles Nelson Reilly) Haushälterin Martha Grant (Reta Shaw ) und „Scruffy“, der Hund Candance „Candy“ Muir (Kellie Flannagan) und Jonathan Muir (Harlen Carraher) Bild: ABC

Memory Lane

Es gibt Serien, die man gleich wieder vergisst, nachdem man sie gesehen hat. Bei „Der Geist und Mrs.Muir“ war das natürlich anders. Als Zehnjähriger habe ich wohl nicht jede Handlung direkt verstanden. Dafür war es natürlich immer sehr lustig wenn der Captain mal wieder seine Späße mit aufdringlichen Besuchern spielte. Wasser, das über Köpfe gekippt wird, Eimer, die durch die Luft schweben oder Autos, die plötzlich nicht mehr zu steuern sind. Auf solche Slapstickmomente reagiert man als Kind natürlich. In sofern war die Serie eine prächtige Familienunterhaltung. Heute würde man „Sitcom“ zu so etwas sagen. Und wenn ich mir die heutigen Sitcoms so anschaue, mit all den sexistischen Anspielungen, dann wünsche ich mir lieber den Captain Daniel Gregg zurück. Ich entsinne mich noch, dass ich mich immer freute, dass Mrs.Muir sich durch kein Hindernis davon abhalten ließ ihren Willen durchzusetzen. Da konnte der Captain Türen zuschlagen, ihr  Barrieren in den Weg legen. Carolyn ließ sich nichts gefallen. Und der kleine Jonathan verblüffte immer wieder, dass er den Captain wohl als Einziger ständig sehen konnte. Auch die Haushälterin ließ sich vom Captain nichts gefallen, sehr zum Frust des Geistes. Und dann war da ja noch der Makler, der immer für Comic Relief einsprang. Er war das bevorzugte Ziel des Captains und reagierte auch immer äußerst heftig wenn Gregg ihn mal wieder mit irgendetwas piesackte. Der Hund „Scruffy“ stand immer daneben und bellte aufgeregt. Es gibt ja inzwischen eine Menge Geisterfilme und Serien. Aber keine strahlte solche Wärme aus wie „DGuMM“. Alle Hauptfiguren waren sympathisch und hatten das Herz am rechten Fleck. Die Störungen (und potentielle Opfer für Schabernack) kamen meistens von außen. Dabei fand ich es damals auch immer schön, dass der Captain immer auf der Seite von Carolyn war. Diese Serie hat auf jeden Fall dazu beigetragen, dass ich Serien bevorzuge, wo zwischen den Figuren eine gute Chemie besteht. Wenn ich so manche heutige Serie sehe, wo intrigiert wird, gestritten wird und Streiche manchmal sehr schmerzhaft aussehen, dann graust es mir all zu oft. Leider gibt es zu der Serie noch keine deutschsprachigen DVDs und offenbar wurde die Serie seit 1970 nie wieder ausgestrahlt. Schade.

Der Geist und Mrs. Muir
3.5
Spannung
8.5
Humor
4.5
Optik
3.5
Sound
4
Musik
6.5
Drehbuch
6.5
Regie
Gesamtbewertung 5.3
Zusammenfassung
Während der erste Kinofilm eher eine melancholische Seite anschlug regiert hier der Humor. Die Situationskomik ist aber trotzdem auf den Punkt. Lediglich einige Szenen sind etwas zu albern. Aber das nimmt man gern in Kauf. Für Edward Mulhare war dies der Beginn einer Karriere im Fernsehen. Kein Wunder.
Gregg läßt sich gern in die Karten gucken Anwalt Claymore Gregg (Charles Nelson Reilly) und Scruffy Bild: ABC