Alien Covenant – Von Alien zu Prometheus und weiter.

Alien Covenant – Von Alien zu Prometheus und weiter.

Inhalt:

Das Raumschiff „Covenant“ ist ein Siedlerschiff mit 2000 Menschen in Tiefschlafkammern, die zu einem fernen Planeten unterwegs sind. An Bord wacht der Androide David über die Schläfer und die, ebenfalls im Tiefschlaf befindlichen, Besatzungsmitglieder. Sieben Jahre vor ihrer Ankunft fängt der Bordcomputer „Mutter“ ein Funksignal auf, das wohl menschlichen Ursprungs ist. Die Besatzung wird geweckt um zu entscheiden, was zu tun ist. Die Crew stellt bei der Datenbankabfrage fest, dass der Planet wohl auch in der Lage wäre die Siedler aufzunehmen und so entschließt man sich dem Funksignal nachzugehen. Wie so oft geht die Landung des Shuttles nicht ohne Blessuren ab und während eine Technikerin an Bord bleibt um Reparaturen durchzuführen bricht der Rest des Erkundungsteams auf um das Funksignal zu finden. Leider infizieren sich zwei Crewmitglieder mit winzigen Pilzsporen, die in ihrem Körpern schnell zu „Neomorphen“ heranwachsen. Während einer der Infizierten an Bord gebracht werden kann und dort Chaos anrichtet ist die aufgeteilte Gruppe im Gelände auf dem Rückweg. Doch das im Shuttle ausgebrachte Alien sorgt für eine Explosion des Raumschiffs. Die Überlebenden kämpfen gegen das inzwischen zweite geschlüpfte Alien als sie unerwartete Hilfe von „Walter“ bekommen, jenem Androiden, der vor zehn Jahren mit der Prometheus verschwand. Der „Bruder“ von Android David erzählt ihnen, dass die damals entkommene Astronautin ihn wieder repariert hatte bevor sie auf diesem Planeten abstürzten. Dabei sei sie zu Tode gekommen. Während die Covenant-Crew auf die Rettung durch ihre Kollegen vom Raumschiff im Orbit hoffen kristallisiert sich langsam heraus, dass der als harmlos angesehene Walter wohl selbst Gott spielen wollte indem er an den Aliensporen herumexperimentierte. Als die Crew ihren tödlichen Irrtum bemerkt ist es fast schon zu spät.

Filmplakat

Analyse:

Dass aus dem Film „Alien“ einmal ein solch großes Franchise werden würde hatte sich Regisseur Ridley Scott sicher nicht vorstellen können. Der Film war 1978 eine Auftragsarbeit von 20th Century Fox, die nach dem großen Erfolg von „Krieg der Sterne“ einen weiteren SciFi-Film produzieren wollte. Zum Glück schlummerte in den Archiven des Studios noch ein abgelehnter Drehbuchentwurf namens „Starbeast“ von Dan O’Bannon und Ronald Shusett. Die Idee von O’Bannon war, und so bot er es auch den Studios an, einen „Weißen Hai im Weltraum“ zu drehen. Bereits vor der Produktion war O’Bannon von den Werken H.R.Gigers, einem schweizer Designer, begeistert und richtete seinen Drehbuchentwurf danach aus.

Schon früh wurde klar, dass der Titel „Starbeast“ eher Assoziationen zu billig produzierten Monsterfilmen weckte und so kam die Idee auf den Begriff „Alien“ (fremd) zu verwenden weil er nicht nur einen Einwanderer bezeichnete sondern auch als Adjektiv verwendet werden konnte. Frühe Entwürfe zum Raumschiffdesign des Künstlers Chris Foss wurden angefertigt, schließlich aber nicht verwendet weil der Regisseur Ridley Scott eigene Ideen und Storybooks einbrachte.

Als der Film 1979 in die Kinos kam war er, nach dem eher naiven „Krieg der Sterne“, ein ernstzunehmender Erwachsenenfilm, der mehr dem Horrorgenre zuzuordnen war. Außerdem wurde gerade die schaurige Geburtsszene an Bord der Nostromo zum absoluten Zugpferd für den Film, da man im Mainstreamkino damals eher auf Splatterszenen verzichtete. Das Marketing ging sogar soweit dass man freiwilligen Zuschauern EKG-Elektroden auf die Brust klebte um später damit werben zu können wie aufgeregt die Besucher waren (Ja, auch in Deutschland). Nach dem riesigen Erfolg des Films war es nur eine Frage der Zeit bis das Studio einen zweiten Film in Auftrag gab.

Regisseur James Cameron gelang das Kunststück den ersten Film nicht einfach zu wiederholen sondern einen eigenständigen, neuen Alienfilm zu produzieren. Mit viel Action und vielen Aliens vermochte es Cameron die Ausrichtung des Spektakels zu verändern und konnte sich glücklicherweise nicht nur auf bessere Aliendesigns verlassen sondern auch auf die erneute Mitwirkung von Darstellerin Sigourney Weaver, die im ersten Film überlebt hatte. Gleichzeitig festigte Cameron die Rolle „starke Heldin“. Während „Ripley“ sich im ersten Film noch eher zufällig als Überlebende aus dem Cast herauskristallisiert hatte war in „Aliens“ ihre Figur eindeutig die Heldin und wurde damit zur Stilikone für zukünftige Heldinnen. Cameron hatte in seinem Film „Terminator“ bereits mit Sarah Connor eine starke Frauenfigur eingeführt, in „Aliens“ wiederholte er dies.

Die Fans des Franchise halten die ersten beiden Alienfilme noch  immer für die Besten. „Alien“ wegen seines Gothic-Horrors und „Aliens“ wegen seiner Actionhandlung. Leider bewies das Studio jedoch kein gutes Händchen mehr als es darum ging weitere Teile in Auftrag zu geben. „Alien 3“ wurde von David Fincher inszeniert, einem Regisseur, der sich mit dem Horrordrama „Se7en“ einen Namen gemacht hatte. Der typische Stil Finchers mit monochromen Bildern und das Setting in einer Strafanstalt im All war nicht übermäßig publikumswirksam und so floppte der Film.

Auch wenn man in dem folgenden Teil 4 versuchte an die Action aus Teil 2 anzuknüpfen wurde auch das Werk des Franzosen Jean-Pierre Jeunet kein finanzieller Erfolg trotz bekannter Namen wie Wynona Rider und Ron Pearlman und Joss Wheadon als Drehbuchautor blieb das Einspielergebnis hinter den Erwartungen zurück. Lange Zeit sah es so aus als ob nach 1997 keine weiteren Auftritte des Aliens mehr folgen würden.

Doch dann besann man sich auf einen erfolgreichen Comic in dem das Alien gegen den Trophäenjäger aus dem Film „Predator“ antrat. Immerhin reichte es für zwei Filme um das Franchise am Leben zu erhalten. Umso erstaunter waren die Fans als Ridley Scott bekannt gab, dass er vorhätte die Vorgeschichte zu „Alien“ zu inszenieren.

In „Prometheus“ trifft eine Raumschiffbesatzung tatsächlich auf eines der ringförmigen Raumschiffe das man aus dem ersten Teil kennt. Und auch hier gibt es bald Probleme mit fremden Organismen, die sich in menschlichen Körpern ausgesprochen wohlfühlen bevor sie schlüpfen. Am Ende überlebt mal wieder eine Frau (mit dem Kopf des Androiden Walter im Gepäck) und hebt mit dem Alienschiff ab. Die philosophisch angehauchte Geschichte enttäuschte die Fans doch sehr. Die vertrauten Aliens traten kaum auf, stattdessen wurden merkwürdige Tentakelmonster angeboten, denen man ihre CGI-Herkunft allzu deutlich ansah. Auch wenn sich Ridley Scott wieder selbst in den Regiestuhl gesetzt hatte vermochte er es nicht die Fans von der neuen Szenerie zu überzeugen. Wie so häufig bei Prequels ist es immer schwierig Spannung zu erzeugen wenn der Zuschauer zu wissen glaubt wohin die Sache hinführen soll. Dementsprechend blieb die Frage ob es tatsächlich noch zu einer Fortsetzung von „Prometheus“ kommen würde. Immerhin deutete das Ende ja an, dass die Geschichte weitergeführt werden könnte. Nun ist mit „Alien:Covenant“ ein neuer Film erschienen und als Fan möchte man gerne wissen wie es weitergeht.

Eines der Aliens

Ein Xenomorph greift an

Kritik:

Um es gleich vorwegzunehmen. Wirklich befriedigend ist auch „Alien: Covenant“ nicht. Wir erleben nicht die weiteren Abenteuer der überlebten Dr.Elizabeth Shaw sondern treffen irgendwann den reparierten Androiden Walter, von dem in „Prometheus“ nur ein Kopf übriggeblieben war. Genau genommen ist der neue Film nichts Anderes als eine Ansammlung von Versatzstücken aus den bisherigen Filmen. Ein Raumschiff, das auf ein Funksignal reagiert, eine Mannschaft, die von herumlaufenden Aliens dezimiert wird bis zum actionreichen Showdown. Dabei ist der komplette Film so düster gehalten dass man sich ständig wünscht, dass mal jemand den Lichtschalter findet.

Die Inszenierung ist routiniert und die tricktechnisch vielleicht beeindruckendste Szene ist komischerweise eine Einstellung wenn Michael Fassbender als Walter sich selbst bzw. seinem Gegenpart David, den er auch darstellt, Blockflöte spielen beibringt. Es ist beinahe schon faszinierender zu beobachten wie toll heutzutage Doppelgängeraufnahmen koordiniert werden können als alle CGI-Aliens und Raumschiffszenen zusammen. Leider liegt der Fokus des Filmes mehr auf der Doppelrolle von Michael Fassbender als auf den Aliens.

Wie schon in „Prometheus“ ergründet Ridley Scott eher die Frage „Wer hat uns erschaffen“ bzw. „Können wir selbst Gott spielen?“ Ridley Scott deutete an, dass die neue Filmreihe die Entwicklung der Xenomorphen zeigen würde. Dabei dürfte David mit seinen Zuchtexperimenten Erfolg haben und als Fan kann man sich bereits auf den nächsten Film freuen, der 2018 gedreht werden soll. Es ist für Ridley Scott sicherlich nicht einfach. Eigentlich sollte neben einer Prometheus-Filmreihe auch eine separate Alien-Reihe entstehen. Nun wurden die beiden Konzepte  zusammengelegt. Dementsprechend macht der Film „Alien: Covenant“ den Eindruck als ob Scott zwei Filme vorgelegt hat: Einerseits die Geschichte von David, der gerne Schöpfer spielt. Andererseits aber ein Alien Actionfilm, der erst gegen Ende wirklich in Fahrt kommt. Die Szenen, in denen die Aliens schlüpfen, sind beinahe schon nebensächlich geworden und gehen in der Hektik der Szenen unter. Da war selbst in „Prometheus“ die Geburtsszene mit Dr.Shaw noch spannender inszeniert.

FAZIT:

Es ist ein wenig schade, dass Ridley Scott nicht die Geschichte der Ärztin aus dem letzten Teil erzählt sondern das Hauptgewicht auf die Identitätsfindung des Androiden legt. Dabei hätte Scott ausreichend Gelegenheit gehabt dieses Thema in dem gerade anstehenden Film „Blade Runner: 2049“ (Deutscher Start: 5.Oktober 2017) zu erörtern. Die Aliens sind als Actionelement zwar vorhanden, verschwinden aber auch genauso schnell wie sie gekommen sind von der Leinwand.

Der Film „Alien: Covenant“ ist sicherlich keine Offenbarung. Einerseits als klischeebehaftetes „Zehn kleine Negerlein“-Spielchen konzipiert langweilt der Film mit seinen philosophischen Betrachtungen. Die Actionszenen sind mal wieder äußerst hektisch und geben dem Zuschauer kaum Gelegenheit einen vernünftigen Blick auf die verschiedenen Alien-Varianten zu werfen. Auch sind die menschlichen Figuren mal wieder dermaßen farblos dass man niemanden eine Träne nachweint wenn es ihn erwischt hat. Hoffen wir auf einen weiteren Film, der mehr richtig macht.

Dumm gelaufen für Dr. Shaw

Daniels ist die neue Ripley

The Expanse – SciFi at it’s best

The Expanse – SciFi at it’s best

Inhalt:

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Die Menschheit ist ins All aufgebrochen und hat den Mars besiedelt. Im Asteroidengürtel haben sich Industrien angesiedelt, die Rohstoffe wie Eis und Edelmetalle abbauen. Da die Wasservorräte auf dem Mars knapp sind und auch auf der Erde Versorgungsschwierigkeiten bestehen haben sich Feindschaften zwischen Mars und Erde entwickelt. Leider werden die Transportschiffe immer wieder von Raumschiffen angegriffen und man verdächtigt sich gegenseitig dafür verantwortlich zu sein.

Den Bewohnern des Asteroidengürtel, den „Beltern“ ist es relativ egal wem sie liefern solange die Bezahlung stimmt. Auf den größeren Asteroiden wie Eros, Ceres und anderen haben sich Schürferkolonien gebildet, die auch nach ihrer eigenen Unabhängigkeit streben. Doch dann geschieht etwas Unfassbares.

In einem Raumschiff namens „Anubis“ wird die Besatzung von einer seltsamen, infektiösen Krankheitserreger angegriffen. Als die Besatzung des Raumschiffes „Tachi“ das Schiff inspiziert findet sie die Besatzung tot vor. Offenbar hat ein bläulich schimmernder Virus die Mannschaft getötet. Doch irgendjemand ist entkommen und zum Asteroiden Eros gelangt.

Glücklicherweise kann sich die Mannschaft auch von dem Verdacht befreien die Explosion des Wassertransporters „Canterbury“ verschuldet zu haben.Weil sie sich von nun ab nichts mehr zuschulden kommen lassen wollen benennen sie ihr Raumschiff in „Rocinante“ um und folgen einer Spur nach Eros.

Auf Eros ist ein Ermittler namens Joe Miller gerade auf der Suche nach einer gewissen Julie Mao als die Besatzung der Rocinante eintrifft. Gemeinsam können sie das Versteck der jungen Frau finden, denn sie ist die Überlebende der Anubis. Doch offenbar ist sie auch von der Seuche betroffen und stirbt einen qualvollen Tod. Das Team fragt sich, wie die junge Frau nach Eros gelangt ist. Die Wahrheit ist erschreckend!

 

Allein im Weltraum

James Holden ist der Kommandant der Rocinante

Die Rocinante

Analyse:

Seit sich der Sender „SyFy“ darauf besonnen hat seinem Namen alle Ehre zu machen und aufwändige SciFi-Eigenproduktionen zu bestellen kann man sich als Fan wirklich freuen. Nach den Eigenproduktionen „Killjoys“ und „Dark Matter“ ist nun mit „The Expanse“ eine weitere Weltraumserie geschaffen worden, die wirklich sehenswert ist. Basierend auf den Büchern von James S. A. Corey hat man eine Serie kreiert, die sich wirklich Mühe gibt wissenschaftlich korrekt mit den Gegebenheiten im All umzugehen. Angefangen von den Verzögerungen bei der Kommunikation aufgrund der Lichtgeschwindigkeit bis hin zu Distanzen, die die Schiffe bewältigen müssen. Auch die Schwerelosigkeit in einigen Schiffen kommt gut rüber.

Als Fan von Weltraumserien freut man sich über zahlreiche, neue Raumschiffdesigns, die sehr funktional wirken und sich von anderen Serien abheben. Man „glaubt“ der Serie, dass diese Schiffe funktionieren können und auch die Sets und Gebrauchsgegenstände sind unglaublich detailreich gestaltet. Der Sender hat hier eine Menge investiert und der Look der Serie ist absolut überzeugend.

Visuell könnte man „The Expanse“ für einen Ableger der legendären Serie „Babylon 5“ halten. Würde man diese Kultserie mit der Computerleistung von heute neu drehen, dann würde sie sicherlich ähnlich aussehen. Dass die Macher mit viel Liebe zum Detail arbeiten sieht man schon daran, dass die Raumschlachten nicht mit „Laserkanonen“ sondern mit „Railguns“ durchgeführt werden. Dabei werden Projektile mithilfe von Magnetfeldern so stark beschleunigt, dass sie mühelos Raumschiffhüllen durchschlagen können. Dadurch bekommen die Gefechte auch gleich eine neue visuelle Qualität. Insgesamt sehen die Weltraumszenen auch sehr plastisch aus. Wenn man bei „Battlestar Galactica“ mitunter den Eindruck gewinnen konnte, dass die Bilder manchmal doch zu gedrängt waren, so hat man hier immer das Gefühl der Tiefe.

Die Charaktere

Manchmal würde man sich wünschen, dass die Figuren etwas mehr Humor an den Tag legen würden. Die Besatzung der „Rocinante“, aber auch sämtliche anderen Charaktere scheinen dauerhaft unter schlechter Laune zu leiden. Wenn man dieser Serie einen Vorwurf machen kann, dann dass es zuwenig Humor gibt. Da hat „Babylon 5“ eindeutig die Nase vorn. Eigentlich wünsche ich mir bei Serien immer Charaktere, die man liebgewinnen kann und ab und zu auch mal einen lockeren Spruch absondern. Eine andere Serie, „Firefly“, die auch Kultstatus genießt, hat es vorgemacht. Die Besatzung der „Rocinante“ kann es, was die Sympathiepunkte betrifft, keinesfalls mit der Crew der „Serenity“ aufnehmen.

Die Grundsituation

Die Serie ist äußerst komplex angelegt. Die politischen Verwicklungen zwischen Erde, Mars und den „Beltern“ werden oft thematisiert. Dabei überstrahlt die indische Ministerin Chrisjen Avasarala alle anderen Akteure. Sie agiert teilweise recht skrupellos um der Erde ihr Recht zu verschaffen. Als der Wassertransporter „Canterbury“ auf dem Weg zur Erde zerstört wird glaubt sie, dass Holden, der Captain der „Rocinante“, hinter dem Anschlag steckt. Damit wird die Verbindung zwischen den politischen Intrigen und der unschuldigen „Rocinante“ geschaffen.

Alex – Pilot der Rocinante

Joe Miller, Privatdetektiv

Die Crew der Rocinante

Fazit:

Endlich mal eine Serie bei der alles stimmt. Eine Raumschiffcrew, die sich inmitten eines Handelskrieges befindet und neben den politischen Verwicklungen es auch noch mit einer außerirdischen Bedrohung aufnehmen muss. Die Charaktere agieren zwar spröde schaffen es aber trotzdem Sympathien zu wecken. Dazu kommen grandiose Spezialeffekte, die nicht mit überladenen Bildmanipulationen befrachtet sind.

Ich habe es weiter oben schon betont: Würde man versuchen die Serie „Babylon 5“ wiederzubeleben, dann hat man mit „The Expanse“ eine neue Qualitätsmarke gesetzt an der sich spätere Serien ein Beispiel nehmen könnten. Hier stimmt auch die verzwickte Geschichte, die das Leben in einer nicht zu entfernten Zukunft schildert.  Insbesondere die indische „Deputy Undersecretary“ der vereinten Nationen beeindruckt mit ihrem Durchblick – und ihrer unglaublich tiefen Stimme.

Die zweite Staffel endet mit einem Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Es gibt in den Romanvorlagen auch noch spektakuläre Elemente auf deren visueller Umsetzung der Buchkenner hoffen dürfte.

 

Amos – Wartungstechniker

(Alle Bilder Copyright: SyFy)

Rogue One – A Star Wars Story

Rogue One – A Star Wars Story

Inhalt:

Galen Erso war einer der Konstrukteure einer riesigen Raumstation. Doch dann zog er sich zurück weil er die Bedeutung des Planetenzerstörers erkannte. Ein Todesstern! Von den Schergen des Imperiums verfolgt fristete er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Jyn ein karges Leben auf einem abgelegenen Planeten bis man ihn dort aufstöberte und verschleppte. Die kleine Tochter musste nun alleine aufwachsen, nur beschützt von Söldner Saw Gerrera. Sie entwickelt sich zu einer rebellischen, widerspenstigen jungen Dame, die in einem Alienknast landet bevor sie überraschenderweise von den Rebellen befreit wird. Sie soll der Rebellion helfen Galen Erso zu finden denn der hat mit Hilfe eines abtrünnigen Imperiumspiloten die Mitteilung an die Rebellenallianz geschickt, dass die bisher noch geheime Raumstation eine von ihm extra eingebaute Schwachstelle hat.

Jyn Erso bricht mit einem kleinen Trupp nach Eadu auf, wo das geheime Forschungslabor des Imperiums ist. Captain Cassian Andor hat zwar den geheimen Auftrag Galen auf jeden Fall zu töten, doch als man Zeuge wird wie sich Galen schützend vor seine Kollegen stellt kommen ihm Zweifel. Doch ein vorzeitig gestarteter Angriff der Rebellen auf das Labor verletzt Galen schwer. Jyn bekommt von ihm einen Kristall mit einer holografischen Nachricht, den allerdings nur sie zu sehen bekommt weil Grand Moff Tarkin einen Probeschuss auf das Felsendorf auf Sedha abfeuert. Jyn kann zwar in letzter Sekunde dank Captain Andor entkommen, doch der Hinweis auf die Schwachstelle des Todessterns ist mit der Zerstörung des Kristalls verloren. Jyn Erso versucht die Allianz davon zu überzeugen, dass man in das Datenarchiv des Imperiums auf Scarif eindringen muss und die Festplatte mit den Daten direkt stehlen muss.

Nur ein kleiner Trupp von Freiwilligen ist bereit sich auf das Himmelfahrtskommando einzulassen und so kommt es auf Scarif zu einem Gemetzel, das auch von einem gewissen Darth Vader nicht unbemerkt bleibt. Verbissen verfolgt er die Spur der gestohlenen Daten bis zu einem Blockaderunner der Rebellenallianz, auf der eine gewisse Prinzessin gerade neue Hoffnung schöpft.

 

Offizielles Poster

Analyse:

Als Disney ankündigte, dass man, abgesehen von der geplanten neuen Star Wars Trilogie, noch weitere Einzelfilme drehen wolle, war die Skepsis zunächst sehr groß. Einerseits freut man sich als Fan natürlich über neues Material, aber mit den Animationsserien „Clone Wars“ und „Rebels“ wurde das Star Wars Franchise doch eigentlich schon recht umfassend bedient. Welche Geschichten sollten reizvoll genug sein um als Einzelfilme zu funktionieren? Wie sich herausstellte war die Idee gar nicht mal schlecht. Die Geschichte vom Diebstahl der Pläne des Todessterns ist ein reizvolles Thema und gab gleichzeitig Gelegenheit eine der Ungereimtheiten der ganzen Saga richtig zu stellen. Als Darth Vader den Satz sagt: „Was ist mit der Funkübertragung der Rebellen geschehen, die sie euch gefunkt haben?“, muss man sich fragen: „Wieso jagt man einer Funkübertragung hinterher? Die könnte doch von hunderten Raumschiffen gleichzeitig aufgefangen worden sein….. Mit dem Film „Rogue One – A Star Wars Story“ wird dieser Punkt geklärt und zeigt auch sehr spannend wie emotional Darth Vader ist als er den Plänen hinterher jagt.

Der Film ist sicherlich keine leicht verdauliche Kost. Obwohl man auch hier auf die Darstellung von Blut verzichtet ist der Bodycount doch immens hoch. Wie sagte noch Leia in „Krieg der Sterne“? „Viele Rebellen sind für diese Pläne gestorben. Ich hoffe, dass die Pläne eine Schwachstelle aufzeigen…“ Und Regisseur Gareth Edwards nutzt die Chance diesem Star Wars Film eine ganz neue, düstere Note aufzuerlegen. Zwar gibt es auch hier ein paar humoristische Einlagen, aber man bekommt nicht viel Gelegenheit sich allzu sehr mit den Hauptfiguren anzufreunden. Am ehesten noch mit dem Roboter K-2SO, der einige köstliche Bemerkungen vom Stapel lässt.

Visuell ist der Film auf der Höhe der Zeit. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass reale Aufnahmen mit Computeranimationen so perfekt vermischt werden, dass alles organisch zusammenpasst. Außerdem haben sämtliche Szenen eine große Tiefe. Noch vor zehn Jahren hatte man mitunter den Eindruck, dass einzelne flache Bildebenen zusammengepappt wurden. Heute wirkt vieles sehr plastisch, auch ohne die 3D-Version sehen zu müssen. Nur bei Weltraumszenen bleibt die Tiefenwirkung etwas auf der Strecke. Daher spielen sich die meisten Kampfszenen eher in Bodennähe ab

Besonders überraschend dürfte für viele Zuschauer sein, dass man dem Gouverneur Grand Moff Tarkin einige Screentime eingeräumt hat. Nachdem der Schauspieler Peter Cushing ja bereits verstorben ist wurde (zumindest das Gesicht) per Computergrafik simuliert. Und das höchst überzeugend. Wie man liest waren wohl zunächst weniger Szenen mit ihm geplant, doch als die Simulation so überzeugend war wurden zusätzliche Szenen geschrieben. Dabei wäre es sicherlich auch kein Problem gewesen einen komplett anderen Charakter für die ursprünglich konzipierten Szenen einzusetzen. Möglicherweise sogar nur mit Darth Vader, der Tarkins Dialog sprechen könnte.

Mir persönlich gefiel die Darstellung der jungen Prinzessin Leia allerdings nicht so sehr. Ihr Gesicht wirkt leider ein wenig in die Länge gezogen. Komisch, dass das niemanden aufgefallen ist….

Die Nachdrehs

Irgendwann kam das Gerücht auf, dass man rund ein Drittel des Films neu drehen würde weil Disney mit den bisherigen Aufnahmen nicht zufrieden war. Normalerweise ist dies bei den meisten Filmen so, allerdings schien der hohe Prozentanteil darauf hinzudeuten, dass irgendetwas daran außergewöhnlich war. Man kann nur spekulieren ob Disney der Look einfach zu düster war, oder ob einige Handlungselemente nicht zusammenpassten. Anhand der Kinotrailer kann man allerdings erkennen, dass wohl ganze Sequenzen komplett anders zusammengefügt werden mussten. So sieht man in den Trailern Jyn Erso mit der erbeuteten Festplatte quer durch das Schlachtfeld mit den AT-ACT-Walkern laufen, eine Szene, die so im fertigen Film nicht enthalten ist. Dort scheint es, dass die entscheidende Funkantenne im selben Gebäude ist wie das Datenarchiv. Es war sicher eine teure Entscheidung die bereits fertig gestellten Szenen fallen zu lassen. Im Netz hat jemand ein Video mit den, im Film nicht enthaltenen, Einstellungen zusammengestellt. Insgesamt 45 Einstellungen, die auf teilweise deutliche Storyänderungen hindeuten.

Was auch immer dort ursprünglich vorgesehen war, hätte man im Vorfeld nicht über die Nachdrehs berichtet, dann wäre niemandem eine Änderung aufgefallen.

Neuer Bösewicht

Orson Krennic will es wissen!

Cassian Andor und K-2SO

Ein neues Mitglied kommt an Bord

Die Bauarbeiten sind beendet

Der Todesstern ist bereit zum Probeschuss

Suche nach der Schwachstelle

Die Rebellen schöpfen neue Hoffnung

Fazit:

Mit „Rogue One – A Star Wars Story“ ist es Disney/Lucasfilm gelungen einen vollwertigen StarWars-Film abzuliefern, der vom Stil sicherlich nichts für zarte Gemüter ist, aber die StarWars-Saga doch recht gut abrundet. Im Netz ist man sich einig, dass der Begriff „Prequel“ nicht mehr unbedingt als Schimpfwort zu gelten hat. Die Episoden 1-3 der Saga sind bei den Fans bekanntlich nicht so beliebt weil es wohl doch zu unangenehm ist dem Leidensweg des Annakin Skywalker zu folgen. Mit „Rogue One“ gelingt es dem Regisseur einerseits sympathische Antihelden in eine aufrührende Geschichte zu verwickeln ohne dass man allzu sehr an sie gewöhnt. Zum Anderen werden einige Erklärungen nachgeliefert, die der Saga noch mehr Gewicht verleihen.

Besonders beeindruckt hat mich eine kleine Rede der Freiwilligen, die sagen, dass sie bereit sind zu sterben weil sie als Rebellen selbst unehrenhaft waren und Menschen und Aliens umbringen mussten um die Ziele der Allianz zu erfüllen. Diese kleine Rede ist vielleicht das, was „Rogue One“ so wertvoll macht. Das plumpe Geballer war bisher immer nur ein Heidenspaß. Jetzt werden wir nachdenklich wieviele Lebewesen bei ihrem Kampf ins Gras beißen müssen.

Nichtsdestotrotz ist es für den Fan natürlich schön einige Details aus der ursprünglichen Saga wiederzuentdecken. Angefangen von der Ruinenstadt auf Yavin4 mit Droiden, die wir alle noch in Erinnerung haben bis hin zu Begegnungen mit Leuten, die auf 12 Sternen zum Tode verurteilt sind. Die Spielzeugindustrie freut sich natürlich, dass man mal wieder ein paar neue Raumschiffmodelle und Modifikationen auf den Markt bringen kann.

Viele Fans sind auch begeistert als Darth Vader am Ende seinen Lichtsäbeltanz aufführt. Endlich ist er wieder der Böse und nicht nur ein unterwürfiger Scherge eines kichernden Imperators. Der Kreis schließt sich.

Zum Abschluss sei noch ein kurzer Hinweis auf den grandiosen Soundtrack von Michael Giacchino gegeben. Da John Williams mit der Vertonung von Spielbergs „BFG – Sofie und der Riese“ beschäftigt war musste jemand anderes den Anthologiefilm vertonen. Michael Giacchino versteht es geschickt den Williams-Sound zu treffen. Da der Film andere Charaktere hat tauchen natürlich auch andere musikalische Themen auf. Vertraute Melodien ertönen nur wenn beispielsweise Darth Vader oder andere vertraute Dinge im Bild zu sehen sind. Der Film ist bekanntlich kein Heldenepos für schmetternde Fanfaren. Stattdessen wirkt die Gesamtstimmung neben den Actioneinlagen fast schon „verzweifelt“. Allerdings arbeitet der Soundtrack ein wunderschönes Thema heraus, das die große Hoffnung der Rebellenallianz widerspiegelt. Die Filmmusik fügt sich nahtlos in die Reihe bisheriger John Williams-Star Wars Soundtracks ein und ist eine absolute Kaufempfehlung.

Bereit für das Himmelfahrtskommando

(Alle Bilder Copyright: Disney/Lucasfilm)

Soundtrack bei Amazon

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Class – S01E01 – For tonight we might die

Class – S01E01 – For tonight we might die

Inhalt:

Aus der alten Coal Hill Schule ist jetzt die „Coal Hill Academy“ geworden. Zumindest äußerlich macht die Schule jetzt einen modernen Eindruck und die Klassenzimmer wurden auch renoviert. Der alte Schulmeister ist sichtlich stolz als er seiner neuen resoluten, jungen Lehrerin Miss Quill zu ihrer Klasse bringt. Auch ein Schüler namens Charlie ist neu, aus Sheffield, wie er behauptet. Allerdings scheint er ein wenig weltfremd zu sein und muss in seinem Handy immer wieder nach Begriffen googeln wie „Wer ist Idris Elba“.

Allerdings scheinen an der Schule nach wie vor merkwürdige Dinge vorzugehen. Schüler verschwinden und die dunkelhäutige Tanya wird von einem Schatten bedrängt, was ihr pakistanischer Freund Ram über Skype mitbekommt. Schließlich hat auch die tatkräftige April bei der Vorbereitung eines Schulballs eine verhängnisvolle Begegnung mit einem Schatten.

Wie sich herausstellt sind die Lehrerin Miss Quill und Charlie von einem anderen Planeten. Dort war Charlie der Prinz eines Volkes namens Rhodia, das quasi in einem Paradies lebte, dabei aber das Volk der Quill unterdrückte. Die Rhodia gingen im Krieg als Sieger hervor und implantierten den überlebenden Quill einen Wurm in den Kopf, der verhindern soll, dass die Angehörigen jemals wieder eine Waffe benutzen können. Die Völker hätten friedlich weiterleben können als sie plötzlich von einer fremden Rasse überfallen wurden, die sich unbemerkt als Schatten einschleichen konnten um dann die ganze Bevölkerung zu töten. Nur Charlie und die „Freiheitskämpferin“ Quill überlebten weil ein verrückter Mann mit einer blauen Box sie auf die Erde brachte.

Doch während der Flucht brachte Charlie ein Relikt an sich, das als „Kabinett der Seelen“ bekannt ist. Die böse Alienrasse „Shadow Kin“ könnte dieses Relikt als Waffe einsetzen weil es angeblich die Seelen aller Verstorbener der Rhodier mit deren Fähigkeiten beherbergt. Als der Anführer Corakinus auftaucht und während der Promnight Menschen tötet und verstümmelt scheint es keine Rettung zu geben bis ein gewisser Doctor auftaucht.

die Klasse beim Unterricht

Miss Quill an der tafel

Unerwartete hilfe

Kritik:

Man war ja doch gespannt ob die neue Spinoff-Serie von „Doctor Who“ in der Qualität mit der Mutterserie mithalten kann. Sie kann. Zwar richtet sich die Serie deutlich an ältere Jugendliche, dafür trumpft sie aber mit einer frischen Optik und einem modernen Soundtrack auf. Dummerweise ist ausgerechnet die Titelmusik etwas zu nichtssagend geworden. Während der Folge wird immer wieder Popmusik angespielt, wie man es von amerikanischen Serien kennt und was bei „DoctorWho“ zum Glück vermieden wurde.

Der Look ist modern und die Schnitte sind schnell, aber nicht zu hektisch. Außerdem wird mal wieder auf Kurzrückblenden zurückgegriffen, die man auch in der Mutterserie öfters mal sieht. Auffällig ist hingegen der hohe Blutfaktor. Die „Shadow Kin“ nutzen eine Art Hellebarde als Waffe und so kommen nicht nur Menschen zu Tode sondern der arme Ram muss bei einem Zweikampf sein Bein einbüßen. Glücklicherweise hat der „Doctor“, der zur Rettung der Schule eilt, noch ein kybernetisches Ersatzbein zur Hand.

Der Auftritt von Peter Capaldi ist natürlich ein Fest für DoctorWho-Fans und mit seiner lockigen neuen Frisur wirkt er einmal mehr wie eine hagere Version des vierten Doktors Tom Baker. Insgesamt kann man der Einstiegsfolge bescheinigen, dass Autor Patrick Ness es versteht uns mit den neuen Gegebenheiten an der Coal Hill Academy vertraut zu machen. Die Protagonisten sind ein gut gewählter kultureller Mix aus verschiedenen Persönlichkeiten, die alle als „typische Schüler“ durchgehen. Als der Doctor sie zu einem Team erklärt, das den temporalen Riss in der Schule überwachen soll, sind die Menschen und Aliens nicht unbedingt begeistert. Aber so oft wird man es wohl nicht mit außerirdischen Bedrohungen zu tun bekommen. Oder doch?

Das Setting erinnert einerseits an die Mutterserie Doctor Who, andererseits auch an die anderen Ablegerserien „Torchwood“ und „Sarah Jane Adventures“. Letztere wäre von der BBC wohl gerne fortgeführt worden, doch leider starb die titelgebende Hauptdarstellerin Elisabeth Sladen viel zu früh. Die Konstellation einer Gruppe von Jugendlichen, die von einer Mutterfigur in Alien-Abenteuer geführt wird, ist ähnlich. Selbst ihr „Sohn“, ein von Aliens geschaffener Klon ist in der Figur von Charlie hier enthalten. Zum anderen erinnern die bluttriefenden Szenen, die teilweise obszöne Jugendsprache und sexuellen Andeutungen eher an das erwachsene „Torchwood“. Auch dort kämpfte eine Truppe von Erwachsenen gegen Dinge, die in Cardiff aus einem offenen „Riss“ im Raum-Zeitgefüge kamen. Interessanterweise scheint Charlie auch keine sexuelle Präferenz zu haben und scheint es mit Partnerschaften zu halten wie seinerseits Jack Harkness.

Die Figuren machen auf jeden Fall schon einmal Spaß. Allen voran die Lehrerin Miss Quill, die selbst keine Waffe abfeuern kann, ansonsten aber durch ihr Gehirn zur Waffe wird, wie ihr der Doctor versichert. Die markigen Sprüche erinnern fast schon an die Oneliner eines Arnold Schwarzeneggers, durchzogen von sarkastischen Humor.  Ist sie vielleicht auch die Autorin der Banner an der Wand? Beim dekorieren der Schulaula bringt sie Sinnsprüche an die Wand wie „Ihr könntet heute nacht sterben. Also tut nichts Dummes!“ und „Wenn Du DIES wirklich liest, dann ist deine Nacht ein FEHLSCHLAG!“

Shadow Kin in tödlicher mission

Ein Prinz im exil

Fazit:

Der Serienauftakt ist vielversprechend und macht soweit alles richtig. Mich stört nur die etwas blöde Titelmusik. Die Figuren wurden gut eingeführt, die Effekte sind angemessen und der Look entspricht der Mutterserie.

Die Premiere macht Lust auf mehr. Ich drücke der Serie die Daumen dass sie es auch über mehr als nur eine Staffel schafft und dass man die Serie auch auf einem deutschen Sender zu sehen bekommt. „FOX Serie“ sollte sich mal drum kümmern.

april – verbunden mit einem alien

(Alle Bilder Copyright: BBC)

Startrek Continues 7 – Embracing The Winds

Startrek Continues 7 – Embracing The Winds

Episodenkritik

Inhalt:

Die Enterprise bleibt in einem Raumsektor, in dem man gerade ein verschollenes Raumschiff der Constellationklasse entdeckt hat. Die USS-Hood. Es ist unklar, was an Bord geschehen ist und Kirk würde das scheinbar intakte Schiff gerne selbst untersuchen. Doch dann trifft eine Nachricht der Sternenflotte ein: Kirk und Spock sollen zu einer Erdbasis kommen, wo man ihnen eine überraschende Eröffnung macht: Da die „Hood“ führerlos ist will man diese neu bemannen und kann sich keinen besseren Kommandanten vorstellen als Mister Spock.

Spock wäre natürlich aus „logischen Gründen“ bereit das Kommando anzunehmen, doch er weiß auch, dass er sich an Bord der Enterprise wohler fühlen würde. Auch Kirk ist natürlich alles Andere als begeistert, dass er seinen besten Mann abgeben soll. Zähneknirschend sieht er aber auch ein, dass er der Karriere des langlebigen Vulkaniers nicht im Wege stehen will. Da tritt überraschenderweise eine Gegenkandidatin auf, die ihrerseits gerne das Kommando über die „Hood“ hätte.

Captain Garrett ist eine aufstrebende junge Angehörige der Sternenflotte, die offensichtlich bereits mehrfach auf verschiedenen Schiffen gedient hat. Der Grund: Sie glaubt, dass sie nicht so zielstrebig aufsteigen kann wie ihre männlichen Kollegen. Kirk muss ihr zugestehen, dass ihre zahlreichen Belobigungen und Auszeichnungen sie durchaus berechtigt einen Anspruch auf ein eigenes Schiff geltend zu machen. Aber sie scheint auch ein sehr aufbrausendes Temperament zu besitzen, was Gründe für Zweifel an ihren Führungsfähigkeiten weckt. In einem Tribunal soll entschieden werden, ob Garrett oder Mr.Spock das Kommando übernehmen soll. Kirks Votum ist dabei das Zünglein an der Waage. Er ist inzwischen überzeugt, dass Mister Spock wohl leider der bessere Kandidat ist. Doch dann kommt ein Funkspruch der Enterprise herein….

 

Analyse:

Pünktlich zum fünfzigsten Geburtstag der TV Serie „Star Trek“ veröffentlichte das Team um Vic Mignogna eine weitere Folge mit der klassischen Enterprise. Stilecht, wie schon zu William Shatners Zeiten, geht es diesmal eher um diplomatisches Verhalten und Feminismus. Es ist faszinierend wie die Autoren es verstehen die Themen der Sechziger aufzugreifen und darauf hindeuten, dass die Sternenflotte durchaus bereit ist sich weiterzuentwickeln.

„Eines Tages werden Frauen ebenfalls Raumschiffe kommandieren!“, tröstet Kirk die junge Aspirantin als ihr klar wird, dass sie den Job vielleicht bekommen hätte wenn sie nicht hitzköpfig mit den falschen Beschuldigungen argumentiert hätte. Wie wir alle wissen sind in der neueren Zeit Kapitäne wie Janeway unterwegs und beweisen, dass sie durchaus „ihren Mann“ stehen können.

Wie auch schon in vergangenen Folgen spielen in dieser Episode ein paar Schauspieler mit, die wir aus anderen Filmen und Serien kennen. Erin Gray, die bereits einmal in „Star Trek Continues“ zu sehen war wiederholt ihre Rolle der Captain Gray. Beau Billingslea, der als Tribunalmitglied anwesend ist, spielte in der Neuauflage von „Star trek“ in dem Film „Into Darkness“ mit. Die redegewandte Garrett wurde von Clare  Kramer verkörpert, die in 13 Episoden von „Buffy – die Vampirkillerin“ die Höllengöttin „Glory“ spielte.

Doctor McCoy hat in dieser Folge nicht allzuviel zu tun. Dafür schlägt die große Stunde für Scotty, der mit einem Außenteam im Maschinenraum der „Hood“ ein paar Probleme aus dem Weg schaffen muss. Die Folge lebt mal wieder von dem brillanten Spiel der Haupt- und Nebendarsteller und lässt auch hier echtes Star Trek Feeling aufkommen. Leider wird es nur noch zwei Folgen geben, dann ist die Fünfjahresmission offiziell beendet.

Doch Vic Mignogna hat schon zugegeben, dass es ihn in den Fingern juckt eventuell auch noch mit der Kino-Enterprise dahin zu gehen, wo noch nie eine Fanproduktion zuvor gewesen ist…..

 

Die Enterprise im Einsatz

(Bild: Folge 6)

Kann man Chekov den Captainsessel anvertrauen?

(Bild: Startrek continues)

Ist Garrett für ein Kommando geeignet?

(Bild: Startrek continues)

Wer soll die „Hood“ kommandieren?

(Bild: Startrek continues)