Class – S01E01 – For tonight we might die

25. Okt. 2016 | Blog, Doctor Who, Episodenführer, Reviews | 2 Kommentare

Inhalt:

Aus der alten Coal Hill Schule ist jetzt die „Coal Hill Academy“ geworden. Zumindest äußerlich macht die Schule jetzt einen modernen Eindruck und die Klassenzimmer wurden auch renoviert. Der alte Schulmeister ist sichtlich stolz als er seiner neuen resoluten, jungen Lehrerin Miss Quill zu ihrer Klasse bringt. Auch ein Schüler namens Charlie ist neu, aus Sheffield, wie er behauptet. Allerdings scheint er ein wenig weltfremd zu sein und muss in seinem Handy immer wieder nach Begriffen googeln wie „Wer ist Idris Elba“.

Allerdings scheinen an der Schule nach wie vor merkwürdige Dinge vorzugehen. Schüler verschwinden und die dunkelhäutige Tanya wird von einem Schatten bedrängt, was ihr pakistanischer Freund Ram über Skype mitbekommt. Schließlich hat auch die tatkräftige April bei der Vorbereitung eines Schulballs eine verhängnisvolle Begegnung mit einem Schatten.

Wie sich herausstellt sind die Lehrerin Miss Quill und Charlie von einem anderen Planeten. Dort war Charlie der Prinz eines Volkes namens Rhodia, das quasi in einem Paradies lebte, dabei aber das Volk der Quill unterdrückte. Die Rhodia gingen im Krieg als Sieger hervor und implantierten den überlebenden Quill einen Wurm in den Kopf, der verhindern soll, dass die Angehörigen jemals wieder eine Waffe benutzen können. Die Völker hätten friedlich weiterleben können als sie plötzlich von einer fremden Rasse überfallen wurden, die sich unbemerkt als Schatten einschleichen konnten um dann die ganze Bevölkerung zu töten. Nur Charlie und die „Freiheitskämpferin“ Quill überlebten weil ein verrückter Mann mit einer blauen Box sie auf die Erde brachte.

Doch während der Flucht brachte Charlie ein Relikt an sich, das als „Kabinett der Seelen“ bekannt ist. Die böse Alienrasse „Shadow Kin“ könnte dieses Relikt als Waffe einsetzen weil es angeblich die Seelen aller Verstorbener der Rhodier mit deren Fähigkeiten beherbergt. Als der Anführer Corakinus auftaucht und während der Promnight Menschen tötet und verstümmelt scheint es keine Rettung zu geben bis ein gewisser Doctor auftaucht.

die Klasse beim Unterricht

Miss Quill an der tafel

Unerwartete hilfe

Kritik:

Man war ja doch gespannt ob die neue Spinoff-Serie von „Doctor Who“ in der Qualität mit der Mutterserie mithalten kann. Sie kann. Zwar richtet sich die Serie deutlich an ältere Jugendliche, dafür trumpft sie aber mit einer frischen Optik und einem modernen Soundtrack auf. Dummerweise ist ausgerechnet die Titelmusik etwas zu nichtssagend geworden. Während der Folge wird immer wieder Popmusik angespielt, wie man es von amerikanischen Serien kennt und was bei „DoctorWho“ zum Glück vermieden wurde.

Der Look ist modern und die Schnitte sind schnell, aber nicht zu hektisch. Außerdem wird mal wieder auf Kurzrückblenden zurückgegriffen, die man auch in der Mutterserie öfters mal sieht. Auffällig ist hingegen der hohe Blutfaktor. Die „Shadow Kin“ nutzen eine Art Hellebarde als Waffe und so kommen nicht nur Menschen zu Tode sondern der arme Ram muss bei einem Zweikampf sein Bein einbüßen. Glücklicherweise hat der „Doctor“, der zur Rettung der Schule eilt, noch ein kybernetisches Ersatzbein zur Hand.

Der Auftritt von Peter Capaldi ist natürlich ein Fest für DoctorWho-Fans und mit seiner lockigen neuen Frisur wirkt er einmal mehr wie eine hagere Version des vierten Doktors Tom Baker. Insgesamt kann man der Einstiegsfolge bescheinigen, dass Autor Patrick Ness es versteht uns mit den neuen Gegebenheiten an der Coal Hill Academy vertraut zu machen. Die Protagonisten sind ein gut gewählter kultureller Mix aus verschiedenen Persönlichkeiten, die alle als „typische Schüler“ durchgehen. Als der Doctor sie zu einem Team erklärt, das den temporalen Riss in der Schule überwachen soll, sind die Menschen und Aliens nicht unbedingt begeistert. Aber so oft wird man es wohl nicht mit außerirdischen Bedrohungen zu tun bekommen. Oder doch?

Das Setting erinnert einerseits an die Mutterserie Doctor Who, andererseits auch an die anderen Ablegerserien „Torchwood“ und „Sarah Jane Adventures“. Letztere wäre von der BBC wohl gerne fortgeführt worden, doch leider starb die titelgebende Hauptdarstellerin Elisabeth Sladen viel zu früh. Die Konstellation einer Gruppe von Jugendlichen, die von einer Mutterfigur in Alien-Abenteuer geführt wird, ist ähnlich. Selbst ihr „Sohn“, ein von Aliens geschaffener Klon ist in der Figur von Charlie hier enthalten. Zum anderen erinnern die bluttriefenden Szenen, die teilweise obszöne Jugendsprache und sexuellen Andeutungen eher an das erwachsene „Torchwood“. Auch dort kämpfte eine Truppe von Erwachsenen gegen Dinge, die in Cardiff aus einem offenen „Riss“ im Raum-Zeitgefüge kamen. Interessanterweise scheint Charlie auch keine sexuelle Präferenz zu haben und scheint es mit Partnerschaften zu halten wie seinerseits Jack Harkness.

Die Figuren machen auf jeden Fall schon einmal Spaß. Allen voran die Lehrerin Miss Quill, die selbst keine Waffe abfeuern kann, ansonsten aber durch ihr Gehirn zur Waffe wird, wie ihr der Doctor versichert. Die markigen Sprüche erinnern fast schon an die Oneliner eines Arnold Schwarzeneggers, durchzogen von sarkastischen Humor.  Ist sie vielleicht auch die Autorin der Banner an der Wand? Beim dekorieren der Schulaula bringt sie Sinnsprüche an die Wand wie „Ihr könntet heute nacht sterben. Also tut nichts Dummes!“ und „Wenn Du DIES wirklich liest, dann ist deine Nacht ein FEHLSCHLAG!“

Shadow Kin in tödlicher mission

Ein Prinz im exil

Fazit:

Der Serienauftakt ist vielversprechend und macht soweit alles richtig. Mich stört nur die etwas blöde Titelmusik. Die Figuren wurden gut eingeführt, die Effekte sind angemessen und der Look entspricht der Mutterserie.

Die Premiere macht Lust auf mehr. Ich drücke der Serie die Daumen dass sie es auch über mehr als nur eine Staffel schafft und dass man die Serie auch auf einem deutschen Sender zu sehen bekommt. „FOX Serie“ sollte sich mal drum kümmern.

april – verbunden mit einem alien

(Alle Bilder Copyright: BBC)