Doctor Who – S09E09 – Morpheus Arme

21. Nov. 2015 | Doctor Who, Episodenführer, Reviews | 1 Kommentar

Massive Spoilerwarnung

Es folgt eine Zusammenfassung, die massive Spoiler enthält. Wer nichts über den Inhalt wissen will sollte nicht weiterlesen!

Inhalt:

Auf einer Raumstation im 38. Jahrhundert begegnet ein Rettungstrupp dem Doctor und Clara. Gemeinsam entdecken sie merkwürdige Kreaturen, die aus Sand zu bestehen scheinen und Container, die sich als Schlafkabinen herausstellen. Der Erfinder, ein Mann namens Rasmussen, hat eine Möglichkeit entdeckt den benötigten Schlaf eines Monats auf fünf Minuten zu komprimieren.

Doch wie sich herausstellt manipuliert der „Schlafsand“ im Augenwinkel die Wahrnehmung und begünstigt daher die Entstehung von humanoiden. Der Doctor versucht zu verhindern, dass damit die Bevölkerung außerhalb der Raumstation infiziert wird.

 

 

Claras Fünfsekundenschlaf

(Bild: BBC)

b

Macbeth - Zweiter Akt - William Shakespeare

MACBETH
Mir war, als rief es: Schlaft nicht mehr, Macbeth
Mordet den Schlaf! – Ihn, den unschuldgen Schlaf;
Schlaf, der des Grams verworrn Gespinst entwirrt,
Den Tod von jedem Lebenstag, das Bad
Der wunden Müh, den Balsam kranker Seelen,
Den zweiten Gang im Gastmahl der Natur,
Das nährendste Gericht beim Fest des Lebens.

LADY MACBETH
Was meinst du?

MACBETH
Stets rief es: Schlaft nicht mehr! durchs ganze Haus,
Glamis erschlug den Schlaf, und drum wird Cawdor
Nicht schlafen mehr, Macbeth nicht schlafen mehr!

Fakten:

Wenn man die Inhaltsangabe liest, könnte man meinen, dass die Geschichte durchaus reizvoll sein könnte. Leider vergibt Autor Mark Gatiss gleich mehrfach die Chance aus der Situation eine spannende Szenerie zu gestalten. Zum einen geht die Episode einen ungewöhnlichen Weg: Sämtliche Kamerawinkel scheinen aus Material von Überwachungs- und Helmkameras zusammengesetzt worden zu sein. Allerdings steckt noch ein Twist dahinter, den ich hier mal nicht verraten will.

Die ganze Sendung scheint ein, von Rasmussen erstelltes, Video zu sein um seinen Schlafvirus in der Botschaft zu verstecken und in die Welt zu senden um andere „anzugleichen“. Daher macht sein erster Satz „Schaut dies nicht an, denn ihr könnt es nicht ungesehen machen….“ durchaus Sinn zu machen. Manch TV-Zuschauer hätte sich vielleicht auch gewünscht, diesen Rat zu beherzigen. Denn leider krankt die Episode auch noch an anderen Details.

 

Zum einen ist die Situation – ein Trupp flieht vor irgendwelchen Wesen durch düstere Gänge einer Station – quasi eine Wiederholung der Folge „Unter dem See“. Zum anderen scheint man hier sogar die gleiche Kulisse verwendet zu haben, die nur etwas umdekoriert und anders beleuchtet wurde. Da kaschiert die Egoperspektive der Akteure zwar eine Menge, aber insgesamt wirkt dieses Storydetail doch wie eine Wiederholung der dritten Folge. Auch die Monstren, so gut sie auch per CGI umgesetzt wurden, wirken etwas deplaziert und grob, zumal man gegen Ende erfährt, dass sie durchaus weniger monsterhaft hätten aussehen können.

Interessant ist indes, dass der Doctor in dieser Folge keinen eindeutigen Sieg davontragen kann, sondern nur mit knapper Not der Situation entkommen kann. Im Netz konnte man schon lesen, dass die Serie möglicherweise nocheinmal auf die „Sandmänner“ zurückkommen wird.

 

Rassmussen spielt den Sandmann

( Bild: BBC)

Tödlicher Schlafsand

(Bild: BBC)

Fazit:

Mark Gatiss hat schon so einige Drehbücher für „Doctor Who“ geschrieben. Es gibt einige gelungene Episoden wie „Cold War“, aber auch weniger gelungene. Das Drehbuch zu dieser Folge zählt sicherlich eher zu den letzteren. Wie man in einem Interview lesen konnte ist die Entscheidung, dass man die Story im „Found Footage“-Look drehen wollte wohl erst spät gefallen, sodass Gatiss das Drehbuch umschreiben musste. Man verzichtete sogar darauf einen regulären Serientitel zu verwenden und blendete stattdessen ein „Störbild“ ein, in dem „Doctor Who“ farblich hervorgehoben wurde.

Man muss die Entscheidung loben einmal etwas anderes zu probieren. Bei einer Serie, die aus 22 Episoden besteht, könnte man das vielleicht sogar gutheißen. Aber wenn die Serie regulär nur aus 12 Folgen besteht, dann sollte man vielleicht auf solche Mätzchen verzichten.

Insgesamt ist die Folge eher langweilig, bringt nichts Neues und wirkt eher wie eine Spar-Episode. Sie ist eindeutig die bisher schwächste Episode der Staffel.

 

Who goes there?

(Bild:  BBC)

Besetzung

  • Reece Shearsmith – Rassmussen
  • Elaine Tan – Nagata
  • Neet Mohan – Chopra
  • Bethany Black – 474
  • Paul Courtenay Hyu – Deep Ando
  • Zina Badran – Morpheus Präsentatorin

Team

  • Autor    Mark Gatiss
  • Regisseur    Justin Molotnikov
  • Produzent    Nikki Wilson
  • Ausführender Produzent   Steven Moffat
  • Ausführender Produzent   Brian Minchin
S09E09 - Morpheus Arme
48.8 Gesamtwertung
Pro
- interessantes Konzept - neues Monster
Kontra
- Found Footage funktioniert hier nicht - Story langweilig - Kulissen bekannt
Zusammenfassung
Mark Gatiss mag versucht zu haben der Serie einen neuen Impuls zu geben. Aber da vor ein paar Woche bereits eine ähnliche Folge lief und man sogar die Sets wiedererkennen kannt geht der Versuch insgesamt nach hinten los. Auch wenn Capaldi und die anderen Schauspieler ihr bestes geben, so können sie die schwache Folge nicht mehr retten.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch