IntoTheDalek01_362320Mit der zweiten Episode der achten Staffel nimmt der Doctor die reguläre „Arbeit“ auf. Clara Oswald ist überhaupt nicht begeistert als sie der Doctor an ihrem Arbeitsplatz, der Coal Hill Schule, aufsucht um sie für ein neues Abenteuer abzuholen. Das Abenteuer führt sie nicht nur in eine entfernte Zukunft sondern auch in das Innere eines Erzfeind des Doctors, einem Dalek. Und nebenbei entwickelt Clara auch noch Gefühle für einen Mann, der für den Doctor ein Feindbild sein könnte.

Inhalt:

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Der Doctor prüft den Miniaturisierer

Der Doctor leidet noch immer unter dem postregenerativen Syndrom und mischt sich in einen Weltraumkampf zwischen Daleks und Menschen ein. Eine junge Pilotin namens Journey Blue wird vom Doctor in dem Moment gerettet als ihr kleiner Jäger unter dem Beschuss durch die Daleks zu bersten droht. Er bringt sie zu ihrem Sanitätsmutterschiff „Aristotele“, das sich hinter einem Asteroiden versteckt hat. Dort wird der Doctor zu einem Dalek gebracht, der „Doctor“ schreit als er ihn sieht. Der Doctor ist alarmiert, aber wie sich herausstellt ruft das Wesen nur nach medizinischer Unterstützung.
  • Autoren: Phil Ford & Steven Moffat
  • Regie: Ben Wheatley

Schauspieler:

  • Zawe Ashton (Fresh Meat)
  • Michael Smiley (Ripper Street)
  • Samuel Anderson als Danny Pink

ITD_DaleksDer Doctor staunt nicht schlecht als der Dalek schreit, dass er nicht ihn sondern alle Daleks eliminieren will. Das muss natürlich untersucht werden. Doch anstatt das Gehäuse einfach aufzuschrauben wird der Doctor, Clara und ein Stoßtrupp kurzerhand miniaturisiert und gemeinsam dringen sie in den Dalek ein. Das sonst kaum mannshohe Gefährt ist nun für die Mini-Menschen ein riesiges Gebäude ohne Leitern und Fahrstühle. Sie müssen sich aus eigener Kraft zur beschädigten Einheit und dem quallenartigen Lebewesen vorarbeiten um dem veränderten Verhalten des Daleks auf den Grund zu gehen. Wie sich herausstellt gibt es ein Antikörpersystem das die Eindringlinge kurzerhand attackiert. Und so geht das Unternehmen nicht ohne Verluste ab.

Clara hat aber noch eine andere Sorge. Sie hat sich mit einem neuen Lehrer an ihrer Schule verabredet, der früher einmal Soldat war und wohl dabei auch bei einem Massaker an Zivilisten beteilligt war. Da der Doctor, wie er im Lazarettschiff beweist, eine Abneigung gegen schießwütige Soldaten hegt, ist Claras Romanze brisant. Sollte Danny Pink, der neue Mathelehrer, auf den Doctor treffen ist der Ärger bereits vorprogrammiert.

Kritik:

In der Vergangenheit waren in der Neuauflage die Daleks immer mehr zur Pflichtveranstaltung geworden ohne eine ernsthafte Bedrohung darzustellen. Lediglich in der Weihnachtsfolge, die auf Trenzalore spielte, konnte man ihre Tödlichkeit wieder erahnen. Allerdings waren sie nur Statisten und teilten sich die Bedrohlichkeit mit den anderen Feinden des Doctors. In „Into The Dalek“ sind die Daleks wieder Hauptfeinde der Folge und stellen gleich zu Anfang klar, wie gefährlich sie sind. Als die Pilotin Journey Blue mit ihrem kleinen Raumschiff durch ein Asteroidenfeld flüchtet zeigt die Folge eine grandiose Actionsequenz bevor das Schiff zerstört wird. Später gelangen die Daleks auch an Bord der „Aristotele“ und töten, begleitet von  ihrem Kampfschrei „Eliminieren!“, Menschen mit ihren Energiestrahlen.

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Journey Blue im Inneren des Dalek

Die Szenen, die im abtrünnigen Dalek selbst spielen, erscheinen ein wenig merkwürdig. Es gibt zwar einige Bluebox-Hintergründe und einige angefertigte Kulissen, doch wirken einige Szenen eher, als hätte man sie in einem Industriegebäude gefilmt (was ja auch zutrifft). Dass hier das Budget eine Rolle spielt dürfte klar sein. Das Innere eines Daleks stimmt jedenfalls kaum mit den Eindrücken überein, die man gewonnen hat als in vergangenen Staffeln ein Dalek geöffnet dastand. Beispielsweise als sich ein ebenfalls gefangener Dalek in der gleichnamigen Folge Rose Tyler öffnet um ihr einen Blick auf seine wahre Gestalt zu gewähren.

Die Idee, in einen „kranken“ Körper einzudringen um ihn von innen zu „operieren“ ist ja nicht neu und der Doctor sagt auch ironisch: „Ärzte verkleinern und eine Operation von innen am Patienten durchzuführen. Das wäre eher die Idee für einen Film…“ und spielt dabei an den 1966 entstandenen Film „Die fantastische Reise“ an, in dem Stephen Boyd, Raquel Welch, Donald Pleasance und ein paar andere Schauspieler genau dies tun. Interessanterweise gibt es zu diesem Thema auch einen Film namens „Innerspace – Die Reise ins Ich“, wo dies zwar auch „angedacht“ ist, aber der einsame Pilot Dennis Quaid eher zufällig im Körper landet. Eine dritter Film, der dieses Thema aufgreift ist „Antibody“, der zwar als Billigfilm konzipiert ist, aber durchaus seine Momente hat.

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Journey Blue und ihr Onkel

Dagegen wirkt die Reise in den Dalek leider etwas unwirklich. Gerade auch als der Grund herausgefunden wird, wieso der Dalek sich auf einmal gegen seine Artgenossen wendet. Offenbar sind auch irgendwelche Memorybänke ausgeschaltet, die dem Dalek die positiven Aspekte des Lebens verwehren und ihn nur noch kampfwütig macht. Der Doctor repariert ein Reaktorleck, was den Dalek kurzfristig wieder „böse“ werden lässt – offenbar hat das Leck seine guten Eigenschaften wieder zutage gefördert und mit dem Schließen des Lecks wird er wieder zum vollwertigen Dalek. Aber erst als Clara in einer Einzelmission die Speicherbänke wieder aktiviert kann der Dalek wieder positiv über den Sinn des Lebens nachdenken. Der Doctor erfährt, dass der Dalek Zeuge der Geburt eines Sterns war und daher den Sinn des Eliminierens hinterfragt. Als der Doctor ihm Zugriff auf seine eigenen Erinnerungen zulässt kann der Dalek wieder „positiv“ denken und will nun gegen seine Artgenossen vorgehen.

Es ist schon ein bisschen merkwürdig was uns das Autorenteam hier vorsetzt. Statt einen Akkuschraubenzieher zu nehmen und den Dalek aufzuschrauben wird eine gefährliche Reise ins Innere des Daleks unternommen. Die Motivation des Daleks durch eine  Gedankenverschmelzung zu festigen ist auch ein zweischneidiges Schwert. Kann der Doctor seine Geheimnisse für sich behalten wenn er mit einem Dalek Erinnerungen teilt? Der Doctor scheint seine Gedanken gerne mit Anderen zu teilen – auch das Sonnenwesen in den Ringen von „Akhaten“ in der letzten Staffel wurde zuletzt durch die mannigfaltigen Erinnerungen des Doctors besiegt.

Etwas merkwürdig ist auch das Verhalten des Doctors im Inneren des Daleks als er einem todgeweihten Soldaten etwas zuwirft was er runterschlucken soll. Doch der stirbt unter dem Beschuss von „Antikörpern“. Der Gegenstand war eine Batterie und der Doctor konnte anhand ihrer Strahlung den Weg in eine „Magengrube“ finden. Eine weitere Soldatin opfert sich für den Doctor und die Mission – nur um kurz darauf bei „Missy“ im „Himmel“ zu einer Tasse Tee eingeladen zu werden.

Die Folge schürt nun zum zweiten Mal das Rätsel um „Missy“ und ihren Zugang zum Himmel. Nach „Deep Breath“ sehen wir nun schon zum zweiten Mal jemanden zu ihr „aufsteigen“. Beide Male scheint es so zu sein, dass die Toten sich für den Doctor geopfert haben. Wer also ist Missy? Das Rätsel wird die Staffel wohl noch weiter aufbauen bevor in der finalen Doppelfolge Missy zur Hauptfigur werden wird.

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„Bin ich ein guter Mann?“

Der Doctor weiß noch immer nicht, wo er selbst steht. „Bin ich ein guter Mann?“, fragt er Clara, die zugeben muss, dass sie es nicht weiß. Immerhin wäre am Wichtigsten, dass er versucht einer zu sein, fügt sie später hinzu. Dass er noch nicht wieder ganz der Alte ist beweist sein Unvermögen einige menschlichen Verhaltensweisen zu deuten. Als er im Dalek eine zweifelhafte Aktion vorschlägt fragt er Clara, was für einen Blick sie ihm gerade zuwirft. „Das ist mein Blick, kurz bevor ich Dir eine knalle!“ sagt sie und ohrfeigt ihn. Das hilft ihm tatsächlich zu fokussieren und eine andere Lösung anzustreben.

Fazit:

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Danny Pink – Mathelehrer und Ex-Soldat

Eine interessante Dalek-Folge, die es allerdings mit der Logik nicht ganz so genau nimmt. Der Doctor kann hier wieder einmal zeigen, dass wir uns nicht ganz sicher sein können, ob er wirklich noch ein „guter Mann“ ist, denn der scheinbar verschuldete Tod eines Soldaten – auch wenn dieser laut Doctor schon „ein toter Mann“ war – hinterlässt ein zwiespältiges Gefühl. Trotzdem blitzt immer wieder eine gute Portion Humor auf und der Doctor selbst merkt, dass er Clara braucht. Er fragt sie, ob er sie eigentlich bezahlt, aber sie meint, er wäre ihr Hobby und er brauche nichts zu bezahlen.

Auch der neu eingeführte dunkelhäutige Lehrer Danny Pink macht einen sympathischen Eindruck als er nervös reagiert wenn er mit Clara spricht. Dabei hilft auch die Inszenierung, die zwischen dem real Geschehenen und dem was er eigentlich hätte sagen wollen hin und herhüpft. Man kann sich schon freuen wie der Doctor auf den Ex-Soldaten reagiert, der gerade der Pilotin der „Aristotele“ die Mitfahrt mit der TARDIS versagt hat, weil sie nun mal leider eine Soldatin ist.

Into the Dalek
72 Gesamtwertung
80 Lesermeinung (1 vote)
Pro

Ungewöhnlicher Einblick in Dalek
Tolle Spezialeffekte
Witzige Sprüche des Doctors

Kontra

Unlogische Vorgehensweise
Der Doctor reagiert ungewohnt aggressiv
Kulissen teilweise unpassend

Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
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