Robots362Ab und zu darf auch die Begleiterin des Doctors einmal das Reiseziel der TARDIS aussuchen. Als sich Clara ausgerechnet für einen Besuch bei Robin Hood entscheidet ist der Doctor skeptisch. Er hält den Mann für eine Legendengestalt, die nicht tatsächlich existiert hat. Umso erstaunter ist er als von einem ewig lachenden Held des Mittelalters mit einem Pfeil begrüßt wird. Während Clara hin und weg ist und das Abenteuer genießt bleibt der Doctor skeptisch bis er einer außerirdischen Bedrohung und einen fiesen Sheriff von Nottingham gegenübersteht.

Inhalt:

Clara würde zu gerne Robin Hood kennenlernen. Widerwillig erfüllt der Doctor ihr den Wunsch und fliegt mit ihr ins 12.Jahrhundert. Als sich ein Pfeil in die Tardis bohrt und er von Robin Hood persönlich zum Schwertduell herausgefordert wird nimmt er das Duell zwar freudig an (mit einem Löffel!), bleibt aber unbeeindruckt. Auch die Bande des Robin von Loxley hält der Doctor für Figuren aus einem zukünftigen Vergnügungspark. Oder wurde man etwa wieder miniaturisiert und befindet sich wieder – wie vor vielen Jahren – in einem Miniscope, einer Vorrichtung, in der reiche Menschen miniaturisierte Welten und Bewohner über einen Bildschirm verfolgen können. Als dritte Inkarnation („Carnival of Monsters“) hatte der Doctor schon einmal damit Bekanntschaft gemacht.
  • Autor: Mark Gatiss
  • Regie: Paul Murphy

Schauspieler:

  • Ben Miller (Primeval, Death in Paradise)
  • Tom Riley (Da Vinci’s Demons),
  • Trevor Cooper
  • Ian Hallard
  • Roger Ashton-Griffiths

[media-credit name=“BBC“ align=“alignright“ width=“250″]6961033-high-[/media-credit]Während der Doctor Beweismittel zu finden versucht, dass alles nur eine Fälschung ist, hat Clara (in einem schicken, roten Kleid) ein Auge auf den smarten Robin Hood geworfen. Er führt die Beiden zu seinen Mannen und ist von Claras Bezeichnung („Merry Men“ – Fröhliche Männer) sehr angetan. Er will sich an einem Bogenschießwettbewerb beteilligen, zu den der Sheriff von Nottingham aufgerufen hat. Als Preis winkt ein Pfeil aus purem Gold.

Das Turnier beginnt und am Ende stehen nur noch Robin und der Sheriff als Finalisten fest. Der legendäre Pfeilschuss Robins, der den Pfeil des Sheriffs spaltet verschafft ihm tatsächlich den Sieg. Allerdings greift nun der Doctor ein, der seinerseits den Pfeil Robins spaltet. Das Spiel wiederholt sich mehrmals bis der Doctor mit seinem Schallschraubenzieher kurzerhand die Zielscheibe sprengt. Und plötzlich offenbart sich, was er schon geahnt hat: Die anwesenden Ritterrüstungen entpuppen sich als Roboter, die das Fest jäh beenden.

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[/media-credit] Ende eines Turniers

Robin, der Doctor und Clara werden gemeinsam im Kerker angekettet und während die beiden Männer sich ein hitziges (und lustiges) Wortduell leisten platzt Clara der Kragen. Darauf hat der Gefängniswärter nur gewartet. Clara scheint diejenige zu sein, die das Sagen hat und wird zum Sheriff gebracht. Während sie von ihm seine Pläne erfährt gelingt den beiden Männern über Umwege die Flucht aus dem Kerker.

Dabei entdeckt der Doctor ein in der Burg verstecktes Raumschiff, das hier wohl festsitzt, weil der „Treibstoff“ Gold ausgegangen ist. Die im Keller gehaltenen Sklaven werden dazu gezwungen Gold heranzuschaffen. Offenbar werden damit Panele gebaut, die am Raumschiff angebracht, eine Flucht aus der Atmosphäre ermöglichen. Dabei stellt der Doctor am Bordcomputer fest, dass die vorhandene Menge wohl kaum für einen Start ausreichen dürfte. Nach einigen Verwicklungen trifft schließlich Robin auf den Sheriff. In einem Schwertkampf auf einem Balken gerät Robin zwar zunächst in Verlegenheit, kann sich aber gegen den anstürmenden Sheriff mit einem Trick wehren, den er dem Doctor abgeguckt hat. Der nimmt das anerkennend zur Kenntnis.

Der Sheriff ist besiegt und das Raumschiff versucht zu starten. Doch der Doctor befürchtet, dass es in der Atmosphäre explodieren wird und halb England verseuchen wird. Mit dem gewonnenen Goldpfeil gelingt es ihnen jedoch dem Raumschiff das letzte Quentchen Energie zuzuführen sodass es außerhalb der Atmosphäre gefahrlos explodieren kann. Beim Abschied muss der Doctor anerkennen, dass Robin wohl als Vorlage für die Legende gedient haben muss und Robin hat noch einen schlauen Spruch parat: „Geschichte ist eine Bürde. Legenden lassen Dich fliegen!“

Kritik

Mark Gatiss, Autor der Episode, nutzt die Gelegenheit die Begegnung mit der Legende Robin Hood zu einer Comedysendung werden zu lassen. Nach der düsteren Dalek-Episode und der nachfolgenden Episode „Listen“ dient die RobinHood-Geschichte zur Auflockerung und erkundet damit eine andere Stärke der Serie, den Humor. Dabei ist der Doctor selbst hier immer noch sehr mürrisch, ungenießbar und sarkastisch dargestellt. Andererseits springt er herum und kommt mit haarsträubenden Aktionen daher, die eher in die Matt Smith Zeit gepasst hätten. Der Humor ergibt sich aus den bissigen Dialogen zwischen dem Doctor und dem besonnenen Robin Hood.

Gatiss gab in einem Interview zu, dass er die Idee, Robin Hood zu thematisieren, mit Steven Moffat zusammen ausgeheckt hat. Da damals noch kein Nachfolger für Smith feststand gab es als Vorgabe für den Doctor „Tom Baker in den frühen Jahren“.  Und der Vergleich stimmt auch gut mit der respektlosen Art überein mit der der damalige Doctor die Dinge handhabte. Damals konnten sich Sarah Jane Smith und der Brigadier nur über das sprunghafte Verhalten des Doctors wundern. Interessanterweise war die Debütfolge von Baker damals auch eine Folge namens „Robot“.

BBC
Tom Riley ist Robin Hood

[/media-credit] Tom Riley ist Robin Hood

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Tom Riley, der den Robin Hood spielt, agiert als historisches Spiegelbild des Doctors sehr charmant und weise. Sein Verhalten ähnelt damit auch Matt Smith, aber auch Errol Flynn in dem wohl legendärsten RobinHood-Film. Der Rezensent hätte sich Riley auch gut als neuen Doctor vorstellen können, als man nach Nachfolgern von Matt Smith suchte. In seiner Serie „Da Vinci’s Demons“ agiert Tom Riles genau so hibbelig und sprunghaft, hat immer eine ungewöhnliche Lösung parat und begibt sich von einer Gefahr in die Nächste wie der Doctor. Wohlmöglich hätte er die Rolle sogar bekommen, wäre „Da Vinci’s Demons“ nicht so erfolgreich (eine dritte Staffel wird zur Zeit vorbereitet) – und hätte man nicht nach einem älteren Darsteller für den Doctor gesucht. Mit der Rolle des Robin Hood kann er nun – gewissermaßen als Trostpflaster für den Rezensenten – wie der Doctor agieren und seinen ganzen Charme einsetzen.

[media-credit name=“BBC“ align=“alignright“ width=“300″]6960800-high-[/media-credit]Doch auch der Sheriff von Nottingham ist prominent besetzt. Ben Miller, der in der Saurierserie „Primeval“ und der Krimiserie „Death In Paradise“ immer einen steifen, bürokratisch angehauchten Briten darstellte, kann hier aus dem Vollen schöpfen. Als historischer Sheriff erinnert er an den Master aus der klassischen DoctorWho Serie. Allerdings darf man nicht vergessen, dass der Master damals nach den historischen Vorbildern von Bösewichten der Filmgeschichte modelliert wurde. Allen voran Basil Rathbones Darstellung des „Guy of Gisbourne“ im Film  „Die Abenteuer Robin Hoods“ mit Errol Flynn.

Im Laufe der Handlung stellt sich heraus, dass die Gestalten in den Ritterrüstungen offenbar Androiden sind. Und in einer frühen Fassung der Folge sollte Robin auch den Sheriff enthaupten um zu zeigen, dass er ebenfalls ein Roboter ist. Die Szene, in der der Kopf des Sheriffs über den Boden rollte und später wieder aufgesetzt wird, wurde von der BBC angesichts der schrecklichen realen Vorgänge in Syrien herausgeschnitten. Wer das nicht weiß wird die Szene nicht vermissen. Allerdings kann man nun nur noch durch einen Dialogfetzen „Ich bin der Erste meiner Art…“ erahnen, dass der Sheriff selbst ein Android ist. Interessanterweise war das ursprüngliche Reiseziel des Raumschiffs „Das heilige Land“ („The promised land“), also dasselbe Ziel, das schon der Clockwork-Droide aus der ersten Episode im Sinn hatte.

Fazit:

[media-credit id=1 align=“alignright“ width=“250″]6961019-high-[/media-credit]Wenngleich die Folge unverständlicherweise bei vielen Fans nicht so gut ankam muss man der Folge bescheinigen, dass der Humor und die tollen Gastdarsteller die Folge durchaus sehenswert machen. Da – außer dem „promised Land“-Bezug – keinerlei Verbindung zum Serienhandlungsbogen besteht hätte man die Folge zu jedem Zeitpunkt in den Serienablauf einfügen können. Sie eignet sich für Who-Neulinge um den Doctor und Clara kennenzulernen, hat Witz und Charme und bietet noch genug Science Fiction Elemente um als utopische Serie durchzugehen.

Den Hardcorefans widerstrebt das eher düstere Verhalten des Doctors am Anfang, der hohe Humoranteil und schließlich auch die sehr, an den Haaren herbeigezogene, merkwürdige Lösung des „anschubsen“ des Raumschiffs mit einem Goldpfeil, der auf die Außenhülle geschossen wird. Wenn man mit diesem hanebüchenen Schluss aus der Folge entlassen wird, trübt es den Gesamteindruck der Folge. Wenn man aber darüber hinwegsehen kann, dann kann man sich auf eine unterhaltsame und sympathische Folge freuen.

Robot of Sherwood
74.2 Gesamtwertung
100 Lesermeinung (1 vote)
Pro

Witzige Dialoge
Gute Gastdarsteller

Kontra

Schlimme Auflösung am Ende
Zu düstere Grundhaltung des Doctors

Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
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