[media-credit name=“BBC“ align=“alignright“ width=“150″]Timeheist650[/media-credit]Die Bank von Karabraxos soll der sicherste Ort im Universum sein. Und wer dort versucht die Anlagen zu manipulieren wird sofort bestraft. Doch auch der „Kassierer“ ist ein ganz harter Typ. Ein Alien, das in der Lage ist sich telepathisch mit jemanden zu verbinden und Schuldgefühle aufspüren kann. Wer von dem „Teller“ (Englisch für „Kassierer“ oder „Wahrsager“) gescannt wird, dessen Gehirn wird in Brei verwandelt, wie der Doctor feststellt. Aber der Reihe nach.

Inhalt:

Clara konnte mit Danny ein zweites Treffen vereinbaren und bereitet sich schon auf das Rendevous vor als der Doctor auftaucht. Sie will zwar den Abend mit Danny verbringen, doch dann klingelt das Telefon an der TARDIS und einen Moment später wachen der Doctor und sie an einem Tisch auf, einen Erinnerung löschenden Memorywurm in der Hand. Neben ihnen sitzen noch zwei andere Humanoiden. Saibra, eine erotische, dunkelhäutige Frau und Psi, ein junger Mann, der offenbar Implantate in seinem Schädel trägt um Daten zu transportieren. Vor ihnen steht ein Monitor, auf dem eine silhuettenartige Gestalt erscheint, die sich als „Architekt“ vorstellt und die Gruppe zu einem Bankraub in der Bank von Karabraxos einlädt. Zu ihrer Überraschung spielt er ihnen Aufzeichnungen ihrer eigenen Stimmen vor, die ihr Einverständnis erklären.
  • Autor: Stephen Thompson & Steven Moffat
  • Regie:  Douglas Mackinnon Schauspieler:
  • Keeley Hawes (Spooks, Ashes to Ashes)
  • Jonathan Bailey (Broadchurch)
  • Pippa Bennett-Warner (Death in Paradise)
Offenbar befindet sich die Gruppe bereits auf Karabraxos Planet und Saibra demonstriert gleich ihre spezielle Fähigkeit, sich bei Berührung mit einer Person in dieselbe zu verwandeln (die Kleidung wird von einem Holoprojektor kopiert). Mithilfe einiger Tools aus einem Koffer gelangt die Gruppe in die Empfangshalle der Bank und wird  Zeuge, wie ein Kunde plötzlich die Zielscheibe für das Sicherheitspersonal wird. Man führt den, in Ketten gelegten, massigen „Kassierer“  herein, ein Alien, dessen Augen auf Fortsätzen liegen, die an Schneckenaugen erinnern. Der Mann wird gescannt und während sich dabei sein Gehirn auflöst dellt sich auch noch der Schädel unappetitlich ein. Immerhin gilt dieser Angriff nicht dem Trupp des Doctors. Die Memorywürmer haben jegliche Schuldgefühle hinter einer Barriere versteckt.

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[/media-credit] Vier Bankräuber (Saibra als Mann getarnt)

Die Gruppe verliert keine Zeit und dringt mit verschiedenen Gegenständen, die sie in, vom Architekten bereitgestellten, Koffern finden. Clara fragt zwar, wie es dem Architekten gelungen ist die Koffer zu platzieren, aber offensichtlich nicht in den Haupttresor vorzudringen. Der Doctor führt dies auf die Sonnenstürme zurück. Ihr Vordringen wird entdeckt und so müssen sie sich immer wieder vor den Sicherheitskräften verstecken. In einer der Koffer finden sie sechs Apparate, die der Doctor als Atomzerstäuber identifiziert – eine Art Selbstmordmethode wenn man entdeckt werden würde. Und so kommt es, als Saibra in die Enge getrieben wird, zum ersten Verlust der Gruppe. Als sie sich mal wieder verstecken müssen geraten sie ausgerechnet in den Raum mit der Schlafkammer des „Kassierers“, der auch gleich damit beginnt Clara zu scannen. Bevor er ihr Gehirn in Brei verwandeln kann entkommt die Gruppe und findet sich schließlich vor dem Tresor wieder.

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[/media-credit] Psi – Cyberhacker

Psi klinkt sich in den Computer ein und öffnet nacheinander 23 Schlösser, die die Tür des Tresors versperren. Doch dann trifft Clara erneut auf den „Kassierer“ und Psi kommt ihr zuhilfe bevor er das 24te Schloss lösen kann. Auch er nutzt den „Notfallausstieg“ per Atomzerstäuber und der „Kassierer“ zieht wieder ab. Nun sind Clara und der Doctor alleine und stehen vor der verschlossenen Tresortür. Genau in diesem Moment überzieht jedoch ein Sonnensturm den Planeten mit störenden Energiepartikeln und so öffnet sich das Tor dann doch noch. Sie sammeln zwei Utensilien aus Schließfächern ein, die eigentlich als Bezahlung für Saibra und Psi gedacht waren und stehen plötzlich dem Kassierer gegenüber. Man bringt sie zu der Leiterin der Bank, Ms Delphox, die angesichts des Sonnensturms, Angst um ihre Bank hat weil die Kunden plötzlich alle abreisen.

Sie übergibt die Gefangenen an zwei uniformierte Sicherheitskräfte, die sich plötzlich enttarnen als Delphox den Raum verlassen hat. Saibra, die die Gestalt eines Sicherheitsmannes angenommen hatte und Psi, der sich eine Uniform mit Helm geschnappt hat. Offenbar war der „Atomzerstäuber“ nur ein Transmat-Sender mit dem man sich in ein geparktes Raumschiff beamen kann. Der Doctor übergibt ihnen ihre Bezahlung: Psi bekommt ein Gerät mit dem er seine verschütteten Erinnerungen an seine Familie wiederherstellen kann und Saibra einen Wirkstoff damit sie nicht mehr automatisch in andere Leute mutiert wenn sie ihnen die Hand schüttelt. Die Vier finden schließlich ihr Ziel, den privaten Tresor der Herrin des Planeten: Madame Karabraxos.

Dem Doctor ist inzwischen klar geworden, dass nur ein Zeitreisender den Moment des Sonnensturms abpassen konnte und die Koffer platzieren konnte und will Madame Karabraxos zur Rede stellen. Diese entpuppt sich als die Vorlage für die Bankangestellte und Leiterin Ms Delphox. Karabraxos hat von sich Klone anfertigen lassen, die für sie die Tagesgeschäfte abwickeln. Nachdem der Doctor nun sogar in ihren Privattresor vordringen konnte wurde es Zeit Ms Delphox zu feuern – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie selbst muss befürchten, dass der Planet bald untergeht und will schleunigst verschwinden. Der Doctor übergibt ihr die Telefonnummer seiner TARDIS. Falls sie einmal Gewissensbisse habe, solle sie ihn anrufen, wann es auch sei.

Kaum ist sie verschwunden steigt der Kassierer aus dem Fahrstuhl. Der Doctor stellt sich ihm entgegen und sagt: „Scanne meine Gedanken, Du bist jetzt frei. Ich habe eine Sperre im Gehirn. Durchbreche Sie und gib mir meine Erinnerung zurück.“ Während die Umstehenden entsetzt sind erweist sich der Scan als richtige Lösung. Der Doctor kann sich nun erinnern, dass der ganze Bankraub nur einen Sinn hatte: Dem Kassierer zu helfen an einen Tresor in den Räumen von Madame Karabraxos zu gelangen. Dort befindet sich nämlich ein zweites Wesen seiner Art – sein Weibchen.

Jetzt ist auch klar, dass der Doctor selbst der Architekt war und den Raub vorbereitet hat. Deshalb gibt es auch sechs Transmat-Sender – für den Rettungstrupp und die beiden Aliens. Der Doctor bringt die beiden auf einen paradiesischen Planeten, setzt Saibra und Psi auf ihren Heimatplaneten ab und bringt Clara schließlich nachhause, wo sie sich auf das Date mit Danny freut. Als der Doctor wieder alleine ist meint er „Ein Bankraub! Ha! Ein ganzer Bankraub! Wie kann ein Date das wohl schlagen?“

Die Episode

Man kann die Folge mögen, man kann sie aber auch hassen. Einerseits sieht sie anfangs wie ein Fall für „Oceans Eleven“ aus, doch dann stellt sich heraus, dass mehr dahintersteckt. Der Regisseur nutzt auch stilistische Mittel aus den typischen Einbruchsfilmen wie coole Zeitlupen, aufwändige Überblendungs-Wischer und Linsenblendeffekte wie sie in modernen, coolen Kinofilmen und Fernsehfolgen üblich sind. Das sind Hilfsmittel, die den Eindruck eines Spielfilms erwecken und diese Folge sicherlich optisch eindrucksvoll machen. Andererseits gibt es ein paar dicke „Aber“ zu berücksichtigen.

Fangen wir mit dem Ende an (das ja eigentlich der Anfang ist). Dass der Doctor von einer gealterten Karabraxos vom Sterbebett angerufen wird weil er ihr einen Zettel mit seiner Telefonnummer gereicht hat war ja noch ganz nett. Doch dann fingiert er den Einbruch und dringt offenbar mühelos in den Sicherheitsbereich  und sogar in den Haupttresor ein um Koffer zu platzieren und die Schließfächer für die Bezahlung seiner Söldner zu öffnen. Das Privatgewölbe sollte dann eigentlich auch kein Problem mehr sein. Wieso bei den ersten Einbrüchen die Alarmanlage nicht losging bleibt ein Rätsel.

[media-credit name=“BBC“ align=“alignright“ width=“250″]DW8_Ep05_R3_portrait_girl[/media-credit]Auch wenn die neu eingeführten Figuren sicher interessant sind, so werden sie doch recht schnell „verbraucht“. Wie in Krimis üblich: Hat die Figur ihre Funktion erfüllt kann sie sterben. Immerhin gibt es für sie ein HappyEnd. Der vermeintliche Molekülzerstäuber ist keine Selbstmordbombe sondern ein Transmat-Signalgeber. Es sieht aber auch so aus, als ob man diese Figuren für künftige TV-Episoden in petto haben will. Falls man mal wieder eine Gestaltwandlerin oder einen Cyberbankräuber braucht wäre ein Wiedersehen sicher wünschenswert. Dann braucht man auch nicht immer zur Paternostergang ins viktorianische London zurückkehren.

Welche Rolle Clara eigentlich beim Raub spielen soll – außer die Aufpasserin für den Doctor zu sein – ist ebenfalls nicht ganz geklärt. Sie darf die Opferrolle übernehmen wenn der „Kassierer“ sie ins Visier nimmt. Während des Raubes hat sie immerhin die ehrenvolle Aufgabe das kleine Kärtchen mit den Schließfachnummern umherzutragen. Sei es drum. Für den Raub als solchen spielte Clara keine große Rolle – sie hat eigentlich sogar beinahe den Raub verhindert, weil Psi ihr zur Rettung eilt bevor das 24te Schloss des Tresors geknackt wird.

Schließlich muss man noch ein innerliches Aufstöhnen verhindern als man die Natur des Raubs am Ende entfernt. Wie der Doctor richtig bemerkt: „Das war niemals ein Zeitbankraub, sondern eine Rettungsmission!“ Etwas Ähnliches passierte ja bereits in der siebten Staffel in „Hide“ als der Doctor und Clara ein Geisterhaus besuchten und eine verschollene Zeitreisende retteten. Das vermeintliche Monster war damals von seinem Partner getrennt worden und als der Doctor erkannte, wieso eine Baumähnliche Figur durch das Anwesen streift wagte er sich sogar mit der TARDIS noch einmal in das gefährliche Taschenuniversum, in dem die Partnerin des Alien festsaß. Und so ähneln sich die finalen Szenen der beiden Episoden doch sehr.

Ein interessantes Detail für die Fans ist eine kleine Bilderschau, die Psi aus dem Computer abruft. Nacheinander werden verschiedene Kriminelle angezeigt, die allesamt aus früheren Who-Folgen, aber auch aus der Serie „Sarah Jane Adventures“, „Torchwood“ und den Comics entstammen.

Fazit:

Obwohl die Folge visuell stark inszeniert wurde – besonders das Design des Kassierers muss hier gelobt werden – hat sie doch einige dramaturgische Schwächen. Der Doctor ist diesmal weniger witzig, spielt aber auch mit einer Gedächtnisblockade sehr souverän den Anführer. Das Ende ist allzu kitschig geraten, man wünscht sich allerdings, dass man die beiden Gehilfen einmal wiedersehen darf (was im Moffat’schen Whoniversum durchaus vorkommen kann). Es ist beinahe schon schade, dass man die Folge als eine der schwächeren Folgen titulieren muss denn bisher überzeugt die Staffel auf ganzer Linie. Hier überhaupt eine Bewertungsreihenfolge anzubringen ist äußerst schwierig, da jede Folge ihre eigenen Stärken und Schwächen hat.

Bester Dialog der Folge:

DOCTOR: „Sind Sie größer geworden?“ CLARA: „Ich trage hochhackige Schuhe!“ DOCTOR: „Wieso, wollen Sie ein hohes Regal erreichen?“

Time Heist
72.7 Gesamtwertung
80 Lesermeinung (1 vote)
Pro

Visuell toll inszeniert
Gutes Aliendesign
Rasante Handlung

Kontra

Kitschiges Ende
Teilweise unlogische Handlungen
Verschenkte Gastcharaktere

Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
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