Nach einer Bruchlandung auf dem Mond entdecken der Doctor und eine Shuttlecrew, dass die mexikanische Besatzung einer Mondstation tot ist. Offenbar wurden sie von Spinnen angegriffen. Als sie die Situation genauer untersuchen stoßen sie auf seismische Aktivitäten auf dem Mond und merken, dass der Trabant bald auseinanderbrechen wird. Eine Entscheidung steht an, die der Doctor aber nicht selbst fällen kann. Wie werden sich die Menschen entscheiden?

Inhalt:

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[/media-credit] Der Doctor macht eine Entdeckung

Clara kann nicht glauben, dass der Doctor Courtney Woods auf eine Spritztour mitnehmen will. Die junge Dame ist vorlaut, unzuverlässig und hat sogar schon einmal das Psychopapier des Doctors genutzt um sich Schnaps zu kaufen. Doch der Doctor lässt sich nicht beirren und so darf die Fünfzehnjährige mitfliegen.
  • Drehbuch: Peter Harness
  • Regie: Paul Wilmshurst

Schauspieler:

  • Hermione Norris (The Crimson Field)
  • Ellis George
  • Tony Osoba
  • Phil Nice

Das Reiseziel ist der Mond, allerdings materialisiert die TARDIS innerhalb eines gerade notlandenden Spaceshuttles. Der Doctor erkennt sofort, dass etwas nicht stimmt. Offenbar hat der Mond an Masse zugelegt, sodass die Besucher genauso schwer sind wie auf der Erde.

Courtney hat die Ehre als erste Frau die Mondoberfläche betreten zu dürfen und unterstreicht es auch mit entsprechenden Worten. Als die Astronauten die Schürf-Basisstation der Mexikaner erreichen finden sie diese offen vor. Außerdem kann man Spinnenweben erkennen, die das Schlimmste befürchten lassen. Und tatsächlich finden sie eine eingesponnene Leiche des alten Astronautenteams. Doch schlimmer noch: Eine gespenstische Spinne schleicht durch die Station und greift die Neuankömmlinge an. Glücklicherweise reagiert die Spinne auf Desinfektionsmittel und wird von Courtney dahingerafft.

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[/media-credit] Auf dem Weg zur Bohrstelle

Eine Exkursion zur Bohrstelle offenbart dann auch, dass in Höhlen noch wesentlich mehr spinnenartige Tiere lauern. Der Doctor ordnet die Wesen allerdings als rieisige Bakterien ein, die auf einem noch größeren Wirtskörper herumwuseln. Währenddessen kommt es immer wieder zu Beben und Spalten tun sich in der Mondoberfläche auf. Und so stürzt auch das recycelte Spaceshuttle in einen Abgrund – mit der TARDIS in seinem Inneren. Die darin wartende Courtney ist aber nicht in Gefahr weil die TARDIS sie schützt.

Die Raumfahrer kehren zur Mondbasis zurück wo der Doctor seine Ermittlungsergebnisse präsentiert: Der Mond ist nichts Geringeres als ein gigantisches Ei, in dessen Inneren gerade ein Organismus zu schlüpfen beginnt. Die Beben entsprechen dem Bersten der Schale. Das Problem ist nur, niemand weiß, ob das Wesen nicht die Erde angreifen wird oder friedlich davonzieht. Es werden Lösungsalternativen besprochen: Läßt man das Wesen einfach schlüpfen oder sprengt man es mit den mitgebrachten Nuklearwaffen?

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[/media-credit] Astronautin Lundvik

Der Doctor tut etwas, mit dem keiner gerechnet hat: Nichts! Er sagt, dass die Entscheidung einzig von den Menschen selbst getroffen werden kann, nicht von einem Alien, wie er eines ist. Und er unterstreicht seine Äußerung damit indem er in die TARDIS steigt und verschwindet. Nun obliegt es Clara, Courtney und der Astronautin die Entscheidung selbst zu treffen. Sie machen die Ladungen scharf, behalten sich aber einen Countdown vor. Als sich jemand von der Erde meldet sendet Clara einen Notruf an die Weltbevölkerung und die Frage, wie sie vorgehen soll. Wenn die Menschen meinen, man solle das Wesen töten, dann sollen die Städte die Lichter löschen, das würde man von oben sehen. Und tatsächlich verlöschen alle Lichter auf der Erde.

Zwei Sekunden bevor der Countdown endet drückt Clara allerdings den Abbruchknopf für die Explosion. Darauf scheint der Doctor nur gewartet zu haben. Er kehrt mit der TARDIS zurück und beordert die drei Menschen hinein. Von einem Strand auf der Erde aus beobachten sie wie das Wesen den Mond auseinanderreißt und schlüpft. Die Bruchstücke verschwinden mit dem Wesen, doch vorher legt es ein neues Ei und die Erde hat einen neuen Mond.

Der Doctor erklärt, dass ihre Entscheidung, das Wesen leben zu lassen damit es schlüpfen kann, dazu geführt hat, dass die Menschheit wieder Interesse an der Weltraumfahrt bekommen hat und deshalb bis zum Ende aller Tage überleben konnte. Und das alles nur wegen dieser drei Frauen. Später, nachdem er Clara und Courtney wieder in der CoalHill Schule absetzt, spricht Clara ihn wegen der Entscheidung an. Sie ist wütend und kann nicht glauben, dass er sie vor diese schwierige Alternative gestellt hat. Die Argumente des Doctors können sie nicht beeindrucken. Sie hat genug von ihm und verlangt unter Tränen, dass er abhauen soll und nicht wieder zurückkommen soll. Sie sei fertig mit ihm!

Danny Pink kann natürlich sofort erkennen, was mit seiner Freundin los ist. „Er hat es getan, nicht? Er hat es zu weit getrieben?“ sagt er verständnisvoll. Doch er weiß auch, dass man mit niemanden Schluss macht, solange man noch verärgert ist. Wenn sie sich beruhigt hat soll sie es dem Doctor nochmal sagen – und danach ihm.

Kritik

Es hätte eine sehr schöne Folge sein können. Spinnen auf dem Mond, eine Horrorstory in einer Mondbasis. Doch durch die abenteuerliche Idee, dass der Mond ein Ei ist, macht der Autor einen Sprung in Richtung Lächerlichkeit, die den positiven Eindruck am Anfang komplett zunichte macht. Ein Wesen, das im Mondinnere wartet endlich schlüpfen zu dürfen? Wirklich?

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[/media-credit] Courtney und Lundvik

Es ist nicht das erste Mal dass Doctor Who mit einer solchen Idee kommt. Angefangen von Silurianern, die seit Millionen von Jahren unterirdisch leben und eine Zivilisation gegründet haben bishin zu den Racnoss, die in der Folge „The Runaway Bride“ mithilfe eines Raumschiffs die Erde überhaupt möglich gemacht haben und seidem darauf warten, dass ihre spinnenartige Königin sie aus dem Erdkern befreit. Das war damals schon harter Tobak und auf eine Who-mäßig folgerichtige Weise macht das vielleicht auch Sinn. Trotzdem fühlt man sich als Zuschauer etwas verladen.

Es gibt allerdings auch noch andere Dinge, die man als heutiger, aufgeklärter Mensch nicht so leicht schlucken kann. Die Akteure laufen auf der Mondoberfläche herum, als hätten sie Erdschwerkraft. Der Doctor merkt, dank seines Yoyos auch selbst, dass etwas nicht stimmt. Haben die Menschen auf dem Mond mit dunkler Materie experimentiert? Aber selbst wenn man berücksichtigt, dass unter der Mondoberfläche ein gigantisches Wesen lauert, so ist dies als Erklärung nicht ausreichend. Der Mond ist ein in sich abgeschlossenes System. Selbst wenn das Wesen dort sich von dem Protoschleim, den der Doctor zutagefördert, ernährt hat, so ist das Gesamtgewicht immer das Gleiche. Es gibt keinen Grund wieso sich die Gesamtmasse des Mondes inklusive des Wesens versechsfacht hat. Hinzu kommt, dass der Mond dann schon längst auf die Erde gestürzt wäre und nicht nur elektrische Störungen und Flutwellen verursacht hätte (wie man in der Folge behauptet), sondern auch gigantische Erdbeben verursacht hätte.

Aber die Erklärung für die Gewichtszunahme des Mondes ist wohl einfach nur dem Umstand zuzuschreiben dass es für das Produktionsteam einfach zu umständlich gewesen wäre die ganzen Schauspieler in Harnische zu stecken um sie dann mit einem Sechstel ihres Gewichtes herumhüpfen zu lassen. Im Studio wäre das vielleicht noch möglich gewesen, doch es gab ja auch Außenaufnahmen und die fanden in der vulkanischen „Mond“-Landschaft von Lanzarote statt. Das wäre wohl zu aufwändig geworden. Die Schauspieler mussten schon genug kämpfen in ihren abgeschotteten Raumanzügen durch die Hitze zu marschieren.

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[/media-credit] Ein Mond namens Lanzarote

Kommen wir aber einmal zum Positiven. Die Lanzarote-Szenen sind wirklich gut gelungen. Die Mondlandschaft kommt überzeugend rüber und einige geologische Ungereimtheiten werden durch die Beben und Spaltenbildung relativiert. Ab und zu kann man auf den spiegelnden Helmen allerdings noch die Wolken über Lanzarote erkennen. Da hat wohl jemand nicht aufgepasst. Doch so auffällig wie bei dem italienischen Machwerk „Perry Rhodan“ waren die Wolkenreflektionen dann doch nicht.

Die Folge hätte weitaus besser funktioniert, wenn man etwas mehr Betonung auf die Spinne in der Mondstation gelegt hätte. Die Spinne mit den leuchtenden Beingelenken sah wirklich zum fürchten aus und es wäre tatsächlich besser gewesen, hätte man die Leute noch in der Basis mit mehr Spinnen konfrontiert.  Die Spinnen, die nachher in den Felsspalten saßen oder über die Mondoberfläche huschten waren dann nicht mehr ganz so bedrohlich. (Erinnerungen an „Starship Troopers“ wurden wach).

Schließlich muss man noch die Entscheidung Claras ansprechen. Zunächst fragt man sich, wieso sie die Erdbevölkerung zum Televoting auffordert und sich in letzter Sekunde dagegen entscheidet. Andererseits war ihr Impulsverhalten genau die richtige Wahl. Der Doctor hat sie in dieser Hinsicht vielleicht richtig beurteilt und ihre spätere Wut kann er wohl auch verstehen.  In wieweit er allerdings ihrem Wunsch entsprechen kann und sie in Zukunft nicht mehr belästigen wird, bleibt abzuwarten. Danny hat jedenfalls recht wenn er sie bittet ihren Ausstieg mit dem Doctor in aller Ruhe zu besprechen.

Der finale Dialog mit dem Doctor war allerdings der wohl emotionalste Moment, der sich jemals zwischen Clara und dem zwölften Doctor abgespielt hat. Ein clever geschriebener Gefühlsausbruch und dazu eine tolle Leistung von Jenna Coleman entschädigen für die wissenschaftlichen Ungereimtheiten, die der Autor auf der fantastischen Ebene verzapft hat. Man hat Peter Harness dieses Drehbuch wohl schreiben lassen weil er als Autor der Krimiserie „Wallander“ über Erfahrungen verfügt anspruchsvolle, persönliche Dialoge zu schreiben. Auf dieser Ebene weiß das Drehbuch zu überzeugen.

Fazit:

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[/media-credit] Schwere Entscheidung auf dem Mond

Eine etwas eigentümliche Folge, die leider Chancen verschenkt eine stringente Horrorstory zu präsentieren. Stattdessen wird wieder auf abgefahrene Ideen gesetzt. Vielleicht ist die Prämisse beim Drehbuchschreiben „Je verrückter, desto besser“. Trotzdem hinterlässt die Folge ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits hat man sich mit den aufwändigen

Außendrehs auf Lanzarote wirklich Mühe gegeben eine überzeugende Mondlandschaft zu präsentieren, andererseits wird der positive Eindruck durch die Erklärung geschmählert. Eines muss man Jenna Coleman jedoch zugestehen. Ihr wütende, tränenerfüllte Gefühlsausbruch am Ende war wirklich meisterlich geschauspielert und könnte als „Oscarmoment“ für künftige Preisverleihungen als Clip benutzt werden. Die Nebendarsteller blieben leider hinter den Erwartungen zurück.

Kill The Moon
74.8 Gesamtwertung
100 Lesermeinung (2 votes)
Pro

Tolle Optik
Dramatische Dialoge

Kontra

Fürchterliche Auflösung
Farblose Nebendarsteller

Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
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