Der Doctor bringt Clara versehentlich nach Bristol und stellt fest, dass die TARDIS  durch einen merkwürdigen Energieabfall ihre äußere Größe reduziert. Clara ermittelt von außen und kommt hinter eine Bedrohung, die jenseits der menschlichen Wahrnehmung liegt. Der Doctor ist in dieser Folge eher Statist und muss die Laufarbeit diesmal Clara überlassen.

Inhalt:

[/media-credit] Clara hat was zu lachen

Es ist schon merkwürdig. Die Tardis ist von außen nur noch halb so groß und Clara und Doctor können sich gerade noch eben aus der Telefonzelle quetschen. Irgendetwas hat die TARDIS angegriffen und Energie abgezogen. Ihre „relativen Dimensionen“ (wie ein Teil ihres Namens andeutet), verringern sich. Der Doctor kann gerade noch wieder einsteigen und Clara auf Erkundungstour schicken, da schrumpft die Zeitmaschine auf Spielzeuggröße. Als Clara zurückkommt kann sie kaum glauben, dass dieses niedliche Ding wirklich innen so groß wie zuvor ist. Und der Doctor kann nur noch durch winzige Türen mit ihr kommunizieren.
  • Drehbuch: Jamie Mathieson
  • Regie: Douglas Mackinnon

Schauspieler

  • Rigsy – Joivan Wade
  • Danny – Samuel Anderson
  • Roscoe – John Cummins
  • PC Forrest – Jessica Hayles
  • Fenton – Christopher Fairbank
  • Al – Matt Bardock
  • George – Raj Bajaj
  • Bill – James Quinn
  • Missy – Michelle Gomez

Clara bekommt Psychopapier und Schallschraubenzieher zugesteckt. Über einen Knopf im Ohr und Nanosonden verbindet sich der Doctor mit ihren Gesichtssinnen und schickt sie los um auf die Spur von verschwundenen Menschen zu kommen. Irgendeine Macht hat der TARDIS Energie abgezwackt und Menschen verschwinden lassen. Clara trifft auf eine Gruppe von Menschen, die zu Sozialarbeitsstunden verurteilt wurden und gerade dabei sind Graffittis zu übertünchen.
Ein junger Graffitti-Künstler namens Rigsy erweist sich als aufgeweckter Bursche und wird von „Doctor Oswald“ ziehmlich schnell mit dem Doctor bekanntgemacht. Sie besuchen zwei Wohnungen, aus denen die Bewohner auf mysteriöse Weise verschwunden sind. Die Schreie der Polizistin „D.C. Forrest“ locken sie in ein Zimmer, dessen Wände sich plötzlich zu einer tödlichen Bedrohung entwickeln.

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[/media-credit] Doctor Oswald als Zauberlehrling

Clara und der Doctor (als „Mann im Ohr“) kommen dahinter, dass es wohl Wesen aus einer anderen Welt mit nur zwei Dimensionen sind, die der TARDIS die Energie abzweigen um in das dreidimensionale Universum zu wechseln. Es ist Claras sprudelndem Einfallsreichtum zu verdanken, dass die TARDIS zuguterletzt wieder ihre alte Größe erlangt und der Doctor sie wie ein Magier in ihr Universum zurückkatapultiert.

Währenddessen scheint die mysteriöse Missy die Vorgänge interessiert zu beachten und freut sich. „Oh, meine Clara. Was für eine gute Wahl ich doch getroffen habe!“, orakelt sie.

Analyse

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[/media-credit] Neue Monster: Lebensechte Graffiti

Das zweite Drehbuch von Autor Jamie Mathieson steht seiner Mumiengeschichte der letzten Woche in nichts nach. Glänzende Dialoge, neue Monster, starke Charaktermomente und überraschende Problemlösungen machen „Flatline“ zu einem Fest. Dabei sind die zombieähnlichen „Knochenlosen“, die am Ende auftreten beinahe noch beängstigender als die Mumie der letzten Woche. Von diesem Autor, dessen skurriler Humor auch in der Serie „Dirk Gently“ schon deutlich wurde, wünscht man sich gerne noch weitere Drehbücher.

Offenbar hatte Mathieson die Aufgabe eine „Doctor Light“ Episode zu schreiben. Da man Peter Capaldis Szenen relativ schnell abdrehen sollte mussten die meisten Szenen des Doctors in der TARDIS spielen. Dass das zu verschiedenen Zeiten gedreht wurde merkt man spätetestens wenn der Doctor während des dramatischen Höhepunkts plötzlich kurzgeschnittene Haare hat, nur um kurz darauf wieder in voller Lockenpracht dazustehen. Gedreht wurden auch offenbar zunächst alle Clara-Szenen sodass Capaldi später beim Filmen über Lautsprecher ihre Dialoge eingespielt bekommen konnte.

Spielzeug?

[/media-credit] Der Doctor versucht sich beim Schach – als Figur

Visuell macht die Folge auch einiges her. Die Szenen, in denen sich dreidimensionale Objekte in einem Zimmer plötzlich zu flachen Gemälden verwandeln sind phänomenal und sehr beängstigend umgesetzt. Auch die Szenen, in denen der Doctor durch seine winzige Tür nach draußen guckt sind sehr faszinierend. Man hat zwar einen leicht flachen Eindruck von Capaldis Nase, aber angesichts des Problems, das in die Live-Action einfügen zu müssen, sieht der Effekt schon recht gut aus. Dasselbe gilt auch wenn Clara ihn überzeugt „einen auf Addams-Familie“ zu machen und sich sein „eiskaltes Händchen“ zum Spaziergang wappnet.

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[/media-credit] Knochenlose haben kein Rückgrat…

Die „Knochenlosen“, also die Inkarnationen der fremden Wesen, sehen ein wenig nach Knetmassemännchen aus, was aber auch gewollt ist. Autor Jamie Mathieson hatte den Look mit eigenen Skizzen vorgegeben. Um dies zu realisieren wurden die Schauspieler aufwändig in 3D-Scannern erfasst und danach animiert. Etwas „unechter“ sah dagegen eine Untergrundbahn aus, die durchaus noch einen etwas realistischeren Anstrich gebraucht hätte. Aber da die Folge sowieso eher Wert auf die witzigen Dialoge legt kann man da getrost drüber hinwegsehen.

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[/media-credit] TARDIS im Belagerungsmodus

Die BBC dürfte Mathieson auch noch in einer anderen Weise dankbar sein. Erstmals in der Who-Geschichte verwandelt sich die TARDIS in einen Würfel mit gallifreyschen Symbolen. Diese TARDIS im  „Siege-Mode“ („Belagerungsmodus“) kann sich durchaus als ein neues Merchandising-Produkt für den weihnachtlichen Gabentisch erweisen.

Die Episode zeigt endlich auch mal wieder Missy, die sich freut die richtige Wahl getroffen zu haben. Doch noch immer ist nicht klar, was die Dame im Schilde führt. Freut sie sich für Clara, den Doctor für sie gewählt zu haben oder freut sie sich, dass sie Clara selbst auserwählt hat? In zwei Wochen wissen wir mehr. Ersteinmal folgt noch die Episode „In the forest of the night“ (ein Zitat aus dem William Blake Poem: „Tyger, Tyger“)

Fazit:

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[/media-credit] Clara auf Hermine Grangers Spuren

Eine überaus vergnügliche Folge, die aber auch gleichzeitig sehr gespenstisch daherkommt. Eine Bedrohung, dass man Teil eines Graffitis wird, gab es bisher noch nicht in dieser Form. Eine ähnliche Sache, mit anderem Vorzeichen, passierte als ein junges Mädchen in der Episode „Fürchte sie!“, Menschen wegzauberte indem sie sie zeichnete.

Capaldi und Jenna Coleman können einmal mehr beweisen, was für großartige Schauspieler sie sind. Coleman hat sichtlich Spaß daran selbst einmal „Der Doctor“ zu sein und zu zeigen, wie man sich die Führung in einer Gruppe aneignet. Sie erinnert irgendwie an Hermine Granger aus „Harry Potter“. Ist der Doctor etwa „Dumbledore“? Und Missy entspricht „Minerva McGonnagall“? Wird Clara hier etwa zu einer neuen Timelady ausgebildet?

Claras Freund Danny kann einem leid tun, weil sie seine Anrufe nicht mehr beantwortet und mit vorgefertigten SMS („bin im Meeting – melde mich später“ sendet sie) abfertigt.

Alles in Allem eine sehr runde Folge und wieder einmal ist es schwer die Wertungen bei den starken Konkurrenzfolgen zu vergeben.

Flatline
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