Ein Schicksalsschlag bringt Clara dazu schwere Konseqenzen zu ziehen und der Doctor hilft ihr, wenn auch widerwillig. Die Beiden besuchen ein Mausoleum mit schrecklichen Exponaten  und Missy, die mehr ist als nur die Leiterin der 3W-Company. Der Doctor erlebt einen Albtraum im Silber, doch am schrecklichsten ist das Geheimnis, das Missy offenbart.

ACHTUNG! Das folgende Review enthält Spoiler über die Identität von Missy. Wer hier weiterliest tut dies auf eigene Gefahr!

Inhalt:

Danny Pink

[/media-credit] Bei Anruf Mord

Clara ist endlich soweit Danny reinen Wein einzuschenken und ihm von ihren Abenteuern mit dem Doctor zu erzählen. Leider versucht sie es ausgerechnet telefonisch und verursacht damit einen Autounfall, bei dem Danny ums Leben kommt. Wie betäubt lässt sie die Trauerfeier über sich ergehen und sinnt darüber nach, wie der Doctor ihr helfen kann. Ihr Plan ist aggressiv und verwegen, doch es ist die einzige Möglichkeit den Doctor unter Druck zu setzen. Sie sammelt in der TARDIS sämtliche Türschlüssel ein und betäubt den Doctor mit einem Schlafinduktionsgerät. Als er wieder aufwacht befindet er sich mit der TARDIS in einem aktiven Vulkanschlot. Clara droht alle Schlüssel in die Lava zu werfen wenn er ihr nicht hilft die Zeit zu ändern und Danny zu retten. Der Doctor hat schließlich einen Plan und schließt Clara wieder an die telepathischen Bedienelemente der TARDIS an, wie er es schon in „Listen“ tat. Nun kann Clara die TARDIS dorthin steuern, wo Danny gerade ist….

Das Jenseits präsentiert sich dem Verstorbenen als ein kahles Büro, in dem ein Sachbearbeiter namens „Seb“ die Formalitäten der Aufnahme mit ihm durchgehen will. Danny kann sich nicht erinnern gestorben zu sein und ist umso verblüffter als Seb ihm durch ein Fenster den Blick auf eine gigantische Hohlkugel präsentiert, in der sich zahlreiche Hochhäuser zur Mitte strecken. Dies sei die Unterwelt, das gelobte Land oder Paradies, erklärt der überkanditelte Seb. Für die Aufnahme müsse sich Danny nun nur noch offiziell von seinem Körper trennen, der wohl noch irgendwie mit seinem Geist verbunden ist. Dann könne er als Bürger in der Nethersphere aufgenommen werden.

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[/media-credit] Ein Mausoleum der besonderen Art

Währenddessen machen der Doctor und Clara die Entdeckung, dass die TARDIS in einem Mausoleum gelandet ist, in dem zahlreiche flüssigkeitsgefüllte Kammern aufgereiht sind. In jeder Kammer hockt ein Skelett auf einem Thron. Clara möchte Danny natürlich ungern als Skelett begegnen. Gleich darauf erscheint auch Missy, die in einer hyperaktiven Weise erklärt, sie sei ein Roboter, der die Aufgabe hat Besucher willkommen zu heißen. Das „erweiterte Willkommenspaket“, das sie dem Doctor zukommen läßt, ist ein dicker Schmatzer auf Mund und Nase. Clara wehrt dankend ab, als man ihr dasselbe Angebot macht. Doch als der Doctor dem „Roboter“ seine Hand auf das Brustbein legt um Missys „Herzschlag“ zu prüfen erstarrt er ungläubig.

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[/media-credit] Doctor Chang stellt Verbindungen her

Es bleibt keine Zeit zum überlegen denn Missy macht die Beiden mit Doctor Chang bekannt, der für die Wartung der Anlage (und des Roboters) zuständig ist. Während Chang für Clara ein Telefonat mit dem verstorbenen Danny arrangiert will der Doctor die Anlage inspizieren. Irgendetwas scheint zu passieren, denn in allen Kammern wird das „Dunkle Wasser“ abgelassen, das nur das Licht organischer Materie reflektiert. Der Doctor gerät in Panik als er sieht, womit die Skelette ummantelt sind. Cybermen-Rüstungen.

Der Doctor kann mithilfe des Schallschraubenziehers ins Freie gelangen. Laut rufend will er die Passanten warnen, dass sie sich vor den, aus der St.Pauls Kirche herausströmenden, Cybermen verstecken sollen. Die Passanten interessieren sich jedoch nicht für ihn und auch Missy ist wieder zur Stelle um den panikerfüllten Doctor zu beruhigen. „Wer bist Du?“, fragt er schließlich. „Du kennst mich. Ich bin Missy, die Kurzform für Mistress. Ich kann mich wohl schlecht weiterhin den MASTER nennen, oder?“

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[/media-credit] Invasion wie in den Sechziger Jahren

 Analyse

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[/media-credit] Grenzenloses Entsetzen

Kaum zu glauben, aber mit der elften Folge wird bereits wieder das Finale der achten Staffel Doctor Who eingeleitet. Die Staffel war insgesamt sehr stark und verfügte auch über mehrere folgenübergreifende Handlungselemente, die nun aufgelöst werden. Da wäre zum Einen die Beziehung von Clara zu Danny Pink. Während sie mit dem Doctor auf Reisen war hatte Danny immer Anlass zur Sorge, auch wenn der Doctor es immer wieder schaffte, sie rechtzeitig zurückzubringen. Aber Clara hatte Probleme ihre Freizeitbeschäftigung und den Beruf unter einen Hut zu bringen. In der Folge konnte sie Danny nur anlügen wenn er wissen wollte, wie weit der Doctor sie getrieben hat. In „Dark Water“ entschließt sich Clara endlich die Wahrheit zu beichten und Danny alles zu erzählen. Wie hätte sie auch ahnen können, dass ihr Anruf für ihn tödlich verlaufen sollte?

Das zweite Handlungselement war der Doctor selbst. Nach seiner Regeneration war lange noch nicht klar, ob er ein guter Mann war, oder ob er nach der Regeneration ein Bösewicht werden würde. Über die Staffel hinweg zeigte er eine gewisse Rücksichtslosigkeit und vielleicht auch Gnadenlosigkeit und er neigte auch dazu Clara zu beleidigen. Gleichzeitig hat er, im Körper eines älteren Mannes nicht mehr den jugendlichen Charme eines Matt Smith und die Mädels himmeln ihn nicht wegen seines Aussehens an. Schließlich hat er selbst eine gewisse Berührungsempfindlichkeit entwickelt, die sogar soweit geht, dass er sich nicht gerne umarmen lässt. Clara hat mehr als einmal gezeigt, dass sie ihm über gewisse entscheidungsrelevante Defizite hinweghelfen kann. Er weiß das zu schätzen und fragt sich, wieso er ihr eigentlich nichts bezahlt. Trotzdem kann man ihm bescheinigen, dass er in den zahlreichen Abenteuern mit Clara ruhiger geworden ist und ihr offensichtlich soweit vertraut, dass er ihr alle Verstecke für die TARDIS-Schlüssel verraten hat. (Unter anderem im Buch „Die Frau des Zeitreisenden“)

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[/media-credit] Missy bietet ein Willkommensgeschenk an

Das dritte Handlungselement betrifft „Missy“, ein mysteriöse Frau, die offenbar frisch Verstorbene seit der ersten Episode einsammelt und im „Paradies“ willkommen heißt. Wer ist diese Frau? Und was genau ist diese Nethersphere, von der die Rede ist? Zumindest das kommt am Ende von „Dark Water“ kurz zur Sprache. Sie ist der regenerierte Master, dem Erzfeind des Doctors aus den siebzigerjahren. Der Master begann als kriminelles Genie, der von den Autoren erfunden wurde, als der dritte Doctor auf die Erde verbannt wurde und man ihm einen Gegenspieler erschaffen wollte. Ähnlich wie Moriarty bei Sherlock Holmes bekam der Doctor seinen Gegner, dessen Look auch damals an typische Schurkenbilder angelehnt war. Der Sheriff von Nottingham, bzw der Guy of Guisborne in der Gestalt von Basil Rathbone diente als Vorlage. Damit kann Missy natürlich nicht mithalten. Statt im teuflischen Look mit Spitzbart orientiert sich ihr Aussehen mehr an Mary Poppins oder Nanny McPhee. Vielleicht hat sie ein solch großes Interesse an Clara, weil sie im Weihnachstspecial 2013 auch als Kindermädchen im viktorianischen London unterwegs war.

Der Auftritt der Cybermen in der Folge sieht mal wieder sehr beängstigend aus. Der Rezensent hat diese Blechkameraden noch lieber als die quäkenden Daleks. Der kraftvolle Gleichschritt macht sie wirklich bedrohlich und als Zweibeiner sind sie auch wesentlich wendiger als die glibbrigen Daleks in ihren Gehäusen. In der Vergangenheit sahen wir die Cybermen Menschen zu ihresgleichen machen. Ob es in „Closing Time“ war, wo der junge Vater Craig schon fast in der Rüstung steckte oder auch Rose Tylers Mutter einmal knapp dem Dasein als Cyberman entging. Waren die Cybermen schon immer eingesammelte Tote?

Missy

[/media-credit] Was führt Missy im Schilde?

Die Folge, die als erster Teil des Finales dient, soll vor Allem erst einmal Missys Identität lüften und das Konzept des Lebens nach dem Tode erläutern. Es sind noch keine großen Actionelemente enthalten sondern alle Schauspieler bekommen die Gelegenheit ihre Qualitäten unter Beweis zu stellen. Sam Anderson, der als Danny Pink bisher eher unbeschäftigt war, darf nun etwas von seinen Erinnerungen als Soldat in Afghanistan zeigen. Dabei erfahren wir auch von dem Jungen, der infolge des Häuserkampfes unschuldig zu Tode gekommen ist.

Außerdem zeigt Jenna Coleman erneut, wie wandlungsfähig sie ist. Von der trauernden Fast-Witwe zur belustigten Begleiterin. Der Doctor sagt immer, sie solle „das mit den Augen“ nachlassen. Wenn sie ihn mit ihren Rehaugen anguckt vermutet er schon, dass die Augen irgendwie aufblasbar sein müssen.

Nicht zuletzt brilliert auch Peter Capaldi wieder mit nuancenreichen Spiel. Die Panik im Lavaschlot, die sich plötzlich im Gesicht zu einem Triumph wandelt. Aber auch das grenzenloses Entsetzen als er erkennt, wer Missy in Wirklichkeit ist.

Fazit:

Es wäre unfair, würde man dieser Episode ein vernünftiges Resume andichten, da sie ja erst die Hälfte der Geschichte darstellt. Steven Moffat hat mit dieser ersten Episode jedenfalls wieder ausgefeilte Dialoge und ungewöhnliche Einfälle vereint und wagt sich auch an die Enthüllung, dass sich Timelords durchaus auch in Frauen verwandeln können. Immer, wenn ein Darsteller seinen Job als Doctor niederlegt, brandet eine Diskussion auf, ob der nächste Darsteller vielleicht auch weiblich sein könnte. Moffat hat das zwar bisher immer verneint, aber der Master gibt ihm die Gelegenheit die Reaktionen des Publikums zu testen und einen anderen Gallifreyer zur Frau zu machen. Dass die Möglichkeit besteht deutete auch schon Matt Smith an, als er nach der Regeneration durch sein Haar fuhr und zunächst dachte, er wäre jetzt ein Mädchen. Und auch dem achten Doctor, dessen Regeneration durch Zauberinnen ausgelöst wurde, bot man an das Geschlecht zu wechseln.

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[/media-credit] Aug in Aug mit Skarosa

Natürlich sind jetzt so einige Zuschauer erbost, wie man aus dem Master eine Frau machen kann. Doch der Rezensent fand auch die letzte Inkarnation des Masters grenzwertig. Als John Simm die Rolle übernahm war er ein von Wahnsinn gezeichneter Mann, der zuletzt mithilfe eines Aliengerätes seinen Körper auf alle Erdenbürger projizierte. Diese bescheuerte Idee wurde nur noch durch die überaus grenzwertige durchgeknallte Darstellung des Masters übertroffen.

Es gab mal Zeiten, wo der Master ein vernünftiger Mann mit zu vieler krimineller Energie war. Nun ist also Michelle Gomez die „Mistress“, die sich nicht scheut dem verdutzten Doctor einen Kuss auf Mund und Nase zu geben. Dabei wirkt die Kombination aus Machthunger und Rivalität schon beinahe „sexy“. Man sollte also akzeptieren, dass mit Missy ein neuer Gegner aufgetaucht ist, der dem Doctor in der nächsten Staffel wohlmöglich wieder einige Probleme bereiten wird. Doch warum hat Missy ein so ausgeprägtes Interesse an Clara Oswald?

 

  • The Doctor – Peter Capaldi
  • Clara – Jenna Coleman
  • Danny – Samuel Anderson
  • Missy – Michelle Gomez
  • Woman – Joan Blackham
  • Gran – Sheila Reid
  • Seb – Chris Addison
  • Dr Chang – Andrew Leung
  • Fleming – Bradley Ford

 

 

Dark Water
84.5 Gesamtwertung
100 Lesermeinung (3 votes)
Dramatik
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Logik
Optik
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