Der Doctor kann es kaum glauben. Missy hat sich als seinen alten Widersacher ausgegeben. Derweil bevölkern Cybermen die Straßen von London und Passanten lassen sich sogar zu Selfies mit ihnen hinreißen. Der Doctor versteht die Welt nicht mehr. So beginnt das Finale der achten Staffel von Doctor Who.

Inhalt:

Mich gibt es nicht

[/media-credit] Mich gibt es nicht

Clara hat ein Problem. Ein Cyberman marschiert auf sie zu und bedroht sie mit der Waffe. Doch Clara ist einfallsreich und kann sich mit einer abenteuerlichen Behauptung aus der Situation retten. Sie behauptet, dass sie der Doctor sei.

StPauls

[/media-credit] Der Tod im Himmel wird gesät

Währenddessen bekommt Missy auf der Straße ein Problem. UNIT, die taktische Eingreifstruppe gegen Alienbedrohungen hat das 3W-Institut bereits länger im Visir und überrascht die Timelady mit ihrer Festnahme. Doch die Cybermen, die auch einkassiert werden sollen, zünden Triebwerke in den Stiefeln und heben senkrecht ab. Gleichzeitig öffnet sich das Kuppeldach der Kahtedrale, die dem 3W-Institut als Tarnung gedient hat und weitere fliegende Cybermen streben zum Himmel. Die metallischen Wesen streben in alle Himmelstrichtungen davon, nur einer bleibt zurück, explodiert in der Luft und hinterlässt eine dunkle Wolke, die sich in Richtung der Friedhöfe bewegt.

Missys Plan offenbart sich erst als man sie und den Doctor, samt TARDIS in das Flugzeug von UNIT, „Boat One“ geschafft hat. Die Cyberman-Wolke beherbergt „Pollen“, die in die Gräber eindringen und damit aus den Skeletten von Verstorbenen neue Cybermen produzieren. Die Cybermen werden mit den Geistern der Verstorbenen wiederbelebt, die sie in der Nethersphere zwischengespeichert hatte und gehorchen Missys Befehlen. Ein Soldat widersetzt sich jedoch der Programmierung – Es ist der frisch verstorbene Danny Pink, dessen Schaltkreis zum Verhindern von Emotionen nicht richtig funktioniert. Er rettet Clara und bringt sie auf den Friedhof, wo es zu einer entscheidenden Begegnung mit dem Doctor und Missy kommt.

Analyse

Missy_Bracelet

[/media-credit] Missys Armband

Wenn man das Finale der Episode betrachtet kann man sie hassen oder mögen. Einerseits hat sich Autor Steven Moffat diesmal verkniffen allzuviel Zeitreise-Elemente und überflüssige Action aufzufahren. Andererseits würde man sich vielleicht etwas mehr Action statt Gefühlsmomente wünschen. Trotzdem ist das Finale als Zweiteiler aus einem Guss und unterhält ziehmlich gut.
Dass Missy der Master ist wurde im Internet sehr emotional diskutiert. Doch Michelle Gomez versteht es vortrefflich eine Mischung aus Freundlichkeit und Tyrannei unter einen Hut zu bringen. Dass sie dabei auch ein wenig an Mary Poppins erinnert ist sicherlich Ausdruck ihres Wahnsinns.

In einer Szene schwebt sie mit aufgespannten Sonnenschirmchen vom Himmerl herab wie einst Julie Andrews. Dass sie jedoch über Leichen geht merkt man spätestens dann, wenn sie beliebte Nebenfiguren mithilfe eines eigenen Apparates pulverisiert. Ihre Motivation für die ganze Story ist sicherlich nicht Jedermanns Sache und ihr „Geburtstagsgeschenk“ für den Doctor wirkt dann doch ein wenig „überdimensioniert“.  Umso erstaunlicher ist es, dass Steven Moffat sie am Ende scheinbar auch pulverisiert. Aber der Effekt  sah dann doch eher nach dem „Beamvorgang“ aus, der früher in der Folge gezeigt wurde. Man kann eigentlich sicher sein, dass man Missy – oder eine andere Inkarnation des Masters – nochmal wiedersehen wird.

DannyPink

[/media-credit] The Walking Dead aus UK

Danny Pink

Danny Pinks Rolle in der achten Staffel war eigentlich nicht schlecht. Sympathisch, einfühlsam und kriegsmüde konnte er die Sympathien des Publikums gewinnen. Sein Schicksal als Cyberman zu enden ist einerseits bedauerlich, andererseits dient es aber auch Clara um sich weiterzuentwickeln. Sein zweiter Tod hätte sogar wieder rückgängig gemacht werden können, wie man am Ende erfuhr, doch sein, in der Nethersphäre gespeicherter Geist entschied sich dafür lieber den Jungen zurückzuschicken, an dessen Tod er schuld war. Das dafür benötigte Armband funktionierte nur noch einmal. Nun hat Clara die Aufgabe die Eltern des Jungen ausfindig zu machen und ihn zurückzuschicken.

Clara

Clara hatte in den vergangenen Folgen immer mit dem Gedanken gespielt, den Doctor zu verlassen. Doch nun will sie sich endgültig von dem Timelord verabschieden. Bei einem Treffen in einem Cafe behauptet der Doctor, er würde nach Gallifrey zurückkehren, da er den Planeten an den, von MIssy genannten Koordinaten, wiedergefunden habe. Doch in einer Parallelmontage sehen wir, dass sich dort nur leerer Raum befindet. Clara hatte auch in dieser Folge wieder Gelegenheit die ganze Bandbreite von Gefühlen zu durchleben. Besonders, als sie sich als Timelord ausgibt um die Cybermen zu täuschen pfeffert sie den Maschinenmenschen die persönlichen Daten des Doctors um die Ohren. Ihr zu Ehren wurde sogar der Vorspann geändert. „Clara Oswald hat nie existiert…“ behauptete sie noch im Trailer und schockierte Tausende von Fans. Doch man konnte sich denken, dass dies nur eine Finte war. Schauspielerin Jenna Coleman gibt ihr Bestes und verdient für ihre Rolle sicherlich einen Schauspielerpreis.

ClaraDoctor

[/media-credit] Hochstaplerin

Der Doctor und die Cybermen-Invasion.

Und auch Peter Capaldi als Doctor ist wieder großartig. Seine Abneigung gegen Soldaten, aber auch die wechselnden Stimmungen im Zusammenspiel mit Missy sind toll anzusehen. Man darf aber auch Jenna Redgrave nicht vergessen, die als Tochter des Brigadiers erneut zu überzeugen weiß.

Interessant sind auch noch die Seitenhiebe im Dialog auf die Popkultur. Als man den Doctor mit „Boat One“ in die Lüfte bugsiert fragt er nach der Flugplatform „Valiant“, die früher einmal dem Master als Basis gedient hatte. Osgood vergleicht sie mit der Flugplattform aus der Serie „Thunderbirds“ (wir berichteten)  und wird kurz darauf von einem Soldaten korrigiert, dass die Serie „Captain Scarlett“ hieß. Auch der kurze Verweis auf die Episode „The Invasion“ von 1968 ist köstlich. Kate Stewart wirft den Cybermen einen alten Cyberman-Helm vor die Füße. „Ich habe hier etwas von Eurem letzten vergeblichen Versuch….“ Dabei kann man die beiden Episoden durchaus vergleichen.

The Invasion_nowandthen

[/media-credit] Die Cybermen damals und heute

In „The Invasion“ traf Patrick Throughton auf einen Großindustriellen einer Elektronikfirma, die über einen Apparat mit einer fremden Intelligenz verbunden war. Mithilfe dieses Funkgerätes koordinierte er die, in der Kanalisation wartenden, Cybermen um dann schließlich Raumschiffe zur Erde zu lotsen. Während schon einige Cybermen die Treppen von St.Pauls Cathedral (heute der Sitz des 3W-Instituts) herunterstapften konnte Companion Zoe mit ihren Computerkenntnissen die Abfangraketen von Unit bzw. den Russen so programmieren, dass die anfliegenden Raumschiffe zerstört wurden.

Vergleicht man diese Motive mit der aktuellen Folge, sind alle Elemente da: Cybermen aus dem Untergrund, Bedrohung vom Himmel, St.Paul Cathedral als Kulisse und ein böses Mastermind, das die Invasion einleitete. Und auch die Actionelemente erinnerten in beiden Fällen sehr an James Bond-Schlüsselszenen.

Fazit:

Die Episode „Death in Heaven“ war ein aufwändig produziertes Finale, das zwar etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, in sich aber stimmig war. Sicherlich waren einige emotionale Szenen mit Danny etwas too much und die Idee aus „Cybermen-Pollen“ und Skeletten komplette Cybermen zu erschaffen etwas zu weit hergeholt, aber verglichen mit dem „Wald über Nacht“ vor zwei Wochen durchaus im Rahmen der typischen Doctor Who Ingredienzen.

Nethersphere

[/media-credit] Fußball regiert die Welt

Man könnte die Finalepisode mit einem Fußballfinale vergleichen: Hohe Erwartung, doch am Ende reicht es nur zu einem knappen 1:0 .

Dass man Missy scheinbar pulverisierte war schade, wenngleich der Effekt eher auf Nottransporter hinwies (siehe „Time Heist“).  Coleman und Capaldi, aber auch Frau Gomez haben Drehbuchmängel durch ihr großartiges Spiel in dieser charakterlastigen Folge wieder herausgerissen und nun müssen die Fans wieder ganz stark sein, da die Staffel offiziell beendet ist. Immerhin gibt es noch einen kleinen Nachschlag zu Weihnachten, dessen Hauptfigur am Ende an der TARDIS klopft. Doch dann heißt es wieder. Staffel Neun kommt im Herbst 2015… Na, denn.

Credits:

  • Drehbuch: Steven Moffat
  • Regie: Rachel Talalay
  • Ingrid Oliver……Osgood
  • Jemma Redgrave.…..Kate Stewart
  • Michelle Gomez…Missy
  • Chris Addison – SEB
  •  Sanjeev Bhaskar – Colonel Ahmed
Death In Heaven
86.3 Gesamtwertung
66.7 Lesermeinung (3 votes)
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch
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