Doctor Who – S09E10 – Das Schattenquartier

27. Nov. 2015 | Doctor Who, Episodenführer, Reviews | 0 Kommentare

Inhalt:

In der TARDIS staunen der Doctor und Clara nicht schlecht als sich ihr Freund Rigsy auf der Notrufnummer meldet. Er hat einen Tag verloren und beim Aufwachen stellt er fest, dass er im Nacken ein Tatoo hat, das einen Countdown darzustellen scheint. Der Doctor untersucht Rigsy und muss leider feststellen, dass der junge Vater dem Tode geweiht ist.

Dank akribischer Ermittlungsarbeit stoßen die drei schließlich auf eine Gasse in London, die durch einen „Wahrnehmungsfilter“ vor Passanten geschützt ist. In dieser Gasse treffen die Freunde nicht nur auf, als Menschen getarnte, Aliens, sondern auch auf Ashildir, die jetzt als „Bürgermeister Me“ die Geschicke der Straße leitet. Die „Trapstreet“ dient als Refugium für Aliens, die nach Vorfällen mit dem Doctor hier Asyl suchten.

Angeblich soll Rigsby hier eingedrungen sein und eine Bewohnerin umgebracht haben. Ashildir hat ihn zum Tode durch den Raben verurteilt. Was das heißt merken sie auch schnell als ein anderer Bewohner wegen Diebstahls von Medikamenten ebenfalls ein Opfer des Rabens wird. Immerhin kann Clara noch aufschnappen, dass es durchaus möglich gewesen wäre das Tatoo, ein sogenanntes „Chronolock“ zu deaktivieren oder auf jemand anderen zu übertragen.

Während der Doctor Zeugen befragt und auch die „Leiche“ untersuchen darf entscheidet sich Clara zu einem, wie sie meint, klugen Schritt: Damit Rigsys Kind und dessen Frau nicht alleine aufwachsen müssen übernimmt sie das Tatoo von ihm. Inzwischen hat der Doctor herausgefunden, dass die ganze Angelegenheit inszeniert wurde um ihn in die „Winkelgasse“ zu locken. Als er das Stasisfeld der vermeintlich Toten per TARDIS-Schlüssel deaktivieren will bekommt er einen Armbandteleporter verpasst. Offenbar wollen „SIE“ den Doctor zu sich holen. Ashildir hatte mit „IHNEN“ einen Vertrag ausgehandelt um im Austausch Schutz für die Gasse zu erreichen.

Sie erklärt sich bereit Rigsys Tatoo zu deaktivieren und ist wie von Donner gerührt als Clara sich outet. Leider kann sie dieses „Quantum Shade“ nicht mehr deaktivieren. Der Doctor ist geschockt. Auch er kann Clara nicht helfen. Doch während in ihm die Wut hochkocht findet Clara beruhigende Worte für ihn. Sie akzeptiert ihr Schicksal und bitte ihn Eindringlich keine Rache zu üben. „Sei kein Krieger! Sei ein Doctor!“ schärft sie ihm ein bevor sie sich ihrem Schicksal stellt.

Clara und der Rabe

(Bild: BBC)

Notfalltelefon klingelt?

(Bild: BBC)

Der Rabe ( Edgar Allen Poe )

„Und meine Seele soll sich erheben aus dem auf dem Boden schwebenden Schatten – nimmermehr.“

Fakten:

In dieser Folge gibt es ein Wiedersehen mit „Rigsy“, dem jungen Graffitti-Sprayer, der mit Clara bereits im letzten Jahr gegen die „Knochenlosen“ kämpfte. Der Darsteller blieb tatsächlich gut im Gedächtnis und daher ist es schön, dass man ihn hier mit einer spannenden Kriminalgeschichte wieder ins Spiel bringt. Und auch Ashildir, von der wir ja wissen, dass sie die „Opfer“ aus den Einmischungen des Doctors betreuen wollte, tritt hier wieder auf. Die Gasse, in der sie es Aliens, die mit einem Wahrnehmungsfilter ausgestattet wurden, ermöglicht, dass sie sich unerkannt auf der Erde bewegen können, erinnert optisch ein wenig an die „Winkelgasse“ aus „Harry Potter“ und wird auch hier vor normalen Bürgern „vor aller Augen“ versteckt.

Wie es Rigsy gelang, trotzdem in die Gasse zu gelangen, wird nicht erwähnt. Da sich aber alles als Komplott gegen den Doctor herausstellt wird er wohl Hilfe gehabt haben. Es ist interessant zu sehen, dass die Wahrnehmungsfilter (die von Wesen in den Straßenlaternen erzeugt werden), viele bekannte Rassen verbergen. Darunter auch die Judoon, die Ood, Silurianer und Cybermen. Der mittelalterliche Look erinnert daran, dass die Straße wohl schon länger existiert und irgendwie erwartet man, dass der Doctor sich in dem HarryPotter-Zauberstabgeschäft gleich einen neuen Sonicscrewdriver kauft.

Während die Geschichte voranschreitet sehen wir wieder einmal Clara im „Doctor-Modus“. Sie ist inzwischen schon dermaßen übermütig, dass selbst Rigsy bemerkt: „Sie genießt das viel zu sehr…“ und der Doctor antwortet: „Das ist inzwischen ein ziehmliches Problem…“ Tatsächlich merkt man, dass Clara zu glauben scheint, dass der Doctor alle Probleme irgendwie aus der Welt schaffen kann. Dass diese Sicherheit nur trügerisch ist bemerkt sie erst als der Doctor vor der Situation kapitulieren muss. Auch Ashildir hatte nicht mit Claras unvorhergesehenen Schritten gerechnet. Aber als Clara merkt, dass die Reise für sie nun zuende geht, nimmt sie ihr Schicksal erstaunlich gefasst entgegen.

Der Doctor kocht vor Wut und nur Claras Abschiedsworte können ihn an ein Versprechen binden keine Rachegelüste gegenüber Ashildir und ihrer kleinen Gemeinde auszuüben. Aber er warnt die Unsterbliche. Falls er sich noch einmal ihre Pläne korrigieren muss, dann wäre sein Zorn unermesslich. Doch vorerst hat er mit dem Problem zu kämpfen, dass er zu „Ihnen“ teleportiert werden soll. Wer ist so mächtig und so stark interessiert ihn in die Finger zu bekommen.

Interessanterweise bemerkt Ashildir, dass es wohl auch um die Beichtscheibe des Doctors geht, die sie ihm abnimmt bevor sie ihn wegbeamt. Da stellt sich die Frage, ob sie die Scheibe separat verschickt oder ob sie die zurückbehält um einen Trumpf für den Doctor im Ärmel zu behalten. Haben wohlmöglich die „Schwestern von Karn“ steuernd eingegriffen? Das wird dann in der Solo-Doctor Episode 11 „Heaven Sent“ thematisiert.

Autorin Sarah Dollard hat mit ihrem DoctorWho-Debüt eine interessante Geschichte abgeliefert und vermochte es sogar ohne Einmischung von Steven Moffat eine ergreifende Schlussrede für Clara zu verfassen. Die Worte, die die Begleiterin dem Doctor zuflüstert sind wirklich sehr emotional und weise gewählt. Claras Abgang erinnert visuell stark an Szenen, in denen der Doctor sonst zur Regeneration schreitet. Sie nimmt den Tod mit ausgebreiteten Armen entgegen und fast hat man den Eindruck, als ob sie nun überraschenderweise in eine neue Person regeneriert. Doch ihr (netterweise) stumme Schrei und der schwarze Rauch, der aus ihrem Mund quillt erinnert tatsächlich eher an Edgar Allen Poes „Der Rabe“.

Trapstreet – Verborgen vor aller Augen

(Bild: BBC)

Trapstreet oder Winkelgasse?

(Bild: BBC)

Ein Versprechen für Clara

(Bild: BBC)

Fazit:

Die Folge beginnt wie ein Krimi und verwandelt sich dann in eine höchst emotionale Szenerie. Dass Jenna Coleman in dieser Staffel aussteigt war ja schon zu lesen. Allerdings ist ihr Tod in Folge 10 doch ein wenig überraschend. Leider hat die BBC dies bereits im Vorwege stark gespoilert weswegen ihr früher Abgang doch etwas erstaunlich ist. Doch nun können wir in den verbleibenden Folgen sehen wie der Doctor auf den Verlust seines „Lieblingscompanion“ reagiert. Mit Clara hatte er eine Begleiterin, die, wie nie eine Begleiterin zuvor, einen großen Einfluss in seiner mentalen Ausrichtung ausgeübt hatte. Als er sich fragte „Bin ich ein guter Mann?“ und auch ein Dalek behauptet, er hätte einen guten Dalek abgegeben, war es Clara, die ihn quasi auf den humanitären Weg zurückgeführt hatte. Ohne Companion fehlt dem Doctor die Anleitung, dass man eben doch nicht alles tun solle, was man tun könnte…. Insofern hatte Clara einen hohen Stellenwert für ihn.

Eigentlich war Claras Abgang ja schon fest für das letzte Weihnachtsspecial eingeplant. Als sich Jenna Coleman im letzten Moment zum Bleiben umentschied musste sogar noch ein etwas eilig konstruiertes Ende her. Für einen Schauspieler muss es auch schwer sein aus den Nachfolge-Angeboten das Richtige auszusuchen. Für Jenna Coleman kam dann wohl doch noch die richtige Rolle und so darf sie in ITVs „Victoria“ die berühmte Königin spielen. (Lustigerweise die Königin, die in der Folge „Klauen und Zähne“ das Torchwood-Institut gründete um das Werk des Doctors in Großbritanniens zu überwachen).

Irgendwie habe ich aber das Gefühl, dass wir Clara noch nicht ganz abhaken müssen. Es gibt Bilder von ihr, in denen sie in einem amerikanischen Diner als Bedienung arbeitet. Wohlmöglich besucht der Doctor noch ein paar Instanzen der „gesplitteten Clara“ bevor er sich von ihr löst. (Was irgendwie stark an das Ende von „Xanadu“ erinnern würde…)

In all dem Trubel um Clara bleiben jedoch noch ein paar Fragen übrig: Wer sind „DIE“, mit den Ashildir einen Pakt eingegangen ist? Timelords? Oder eine bisher unbekannte Rasse? In der Vorschau zur nächsten Woche wird ein Wesen namens „The Veil“ („Der Schleier“) gezeigt. Muss der Doctor wieder einmal für seine Taten geradestehen? Oder wird er für etwas angeworben?

Was führt sie im A-Shildr?

(Bild:  BBC)

Warnung des Doctors

(Bild:  BBC)

Besetzung

  • Rigsy    Joivan Wade
  • Ashildr    Maisie Williams
  • Kabel    Simon Manyonda
  • Rump    Simon Paisley Day
  • Anahson    Letitia Wright
  • Chronolock Mann   Robin Soans
  • Alien Frau   Angela Clerkin
  • Habrian Frau   Caroline Boulton
  • Ältere Frau    Jenny Lee
  • Jen    Naomi Ackie

Team

  • Autor    Sarah Dollard
  • Regisseur    Justin Molotnikov
  • Produzent    Nikki Wilson
  • Ausführender Produzent   Steven Moffat
  • Ausführender Produzent   Brian Minchin
S09E10 - Das Schattenquartier
82.2 Gesamtwertung
Pro
- Interessante Sets - Starke Grundstory - Gute Monologe
Kontra
- Claras Abgang - Aliens ein wenig zu sehr übertrieben
Zusammenfassung
Claras Schwanengesang, der eigentlich ein Rabenkrächzen ist erinnert mitunter an Edgar Allen Poes "Der Rabe". Die Geschichte ist zunächst verhältnismäßig unspannend, entwickelt sich dann aber zu einer Folge mit einem hohen Dramatikfaktor für Clara und auch dem Doctor.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch