Doctor Who – S09E11 – Die Angst des Doktors

3. Dez. 2015Doctor Who, Episodenführer, Reviews0 Kommentare

Einführung

Wenn Du in diese Welt kommst wird ebenso etwas Anderes geboren werden.
Du beginnst Dein Leben und es beginnt eine Reise – zu Dir.

Es geht nur langsam, aber es bleibt nie stehen.
Wo auch immer Du hingehst, welchen Pfad Du auch immer nimmst…
Es wird Dir folgen. Niemals schneller, niemals langsamer, aber beständig kommend

Du wirst laufen. Es wird gehen.
Du wirst Dich ausruhen. Es ruht niemals.

Eines Tages wirst Du zu lange an einem Ort weilen.
Du wirst zu stillsitzen oder zu tief schlafen.

Und wenn Du, zu spät, aufwachst um zu gehen…
wirst Du einen weiteren Schatten bemerken, der nicht Dir gehört.
Und Dein Leben wird vorbei sein.

Inhalt:

Der Transporter von Ashildir befördert den Doctor in eine Empfangsstation, die sich in einer Art mittelalterlichen Burg zu befinden scheint. Vergeblich versucht der Doctor „Die“ zu warnen, die ihn herbeizitiert hatten. Doch er scheint alleine zu sein. Ganz allein? Nein, denn ein eigenwillig verhülltes, schlurfendes Wesen mit mächtigen Pranken schleicht durch die Gänge. Schnell bemerkt der Doctor, dass „der Schleier“ es auf ihn abgesehen hat. Überall in der Burg befinden sich Hinweise, dass jemand etwas für ihn vorbereitet hat. Doch wer? Dass die Burg sich ab und zu drehen scheint und andere Räume freigibt hilft nicht gerade dabei das Rätsel zu lösen.

Konfrontiert mit dem Wesen begreift er langsam, dass man ihn zum gestehen seiner Geheimnisse bringen will, denn eigenartigerweise bleibt „Der Schleier“ jedesmal stehen wenn er wieder ein Detail preisgibt. Mithilfe eines Blicks auf die Sterne glaubt er zu wissen, dass er sich 7000 Jahre in der Zukunft befindet. Doch erst die Entdeckung einer Wand aus einem Material, das 400 mal so hart wie Diamant ist gibt ihm die Gewissheit, dass er diese Mauer einschlagen muss. Doch das kann dauern….

 

Wo bin ich?

(Bild: BBC)

The Horror On Clockwork Castle

(Bild: BBC)

Dem Tode geweiht?

(Bild: BBC)

Fakten:

Die Folge, die von Steven Moffat verfasst wurde, ist eine One-Man-Show für Peter Capaldi. Wie schon in anderen Episoden beweist der Darsteller in seinen Monologen und Handlungen sein großes Talent. Dabei helfen natürlich die grandiosen Texte, die ihm Moffat in den Mund gelegt hat. Zwar ist die Folge, trotz der manchmal aufkommenden Hektik, etwas langatmig, dafür besticht sie aber durch Capaldis großartiges Spiel. Im letzten Drittel ist man eigentlich nur noch geflasht und beeindruckt.

Moffat nutzt das Stilmittel des „Mindcastles“ um die Gedanken des Doctors sichtbar zu machen. Eine ähnliche Taktik wird von Steven Moffat auch oft in den Drehbüchern zu seiner anderen Serie „Sherlock“ angewandt. Für den Zuschauer bedeutet dies aber auch, dass man nicht ständig nur die Wände der Burg sehen muss sondern auch schon mal in der TARDIS verweilt wo der Doctor Zwiegespräche mit seiner Gedanken-Clara führt. Sie spricht zwar fast überhaupt nicht. Dafür kommt für die Fragen, die das Unterbewusstsein stellt, wieder die Kreidetafel zum Einsatz.

Nebenbei erfahren wir einige Details zur Mentalität des Doctors und wie sehr er auf die Führung durch Clara angewiesen ist. Da die Geschichte sich buchstäblich im Kreis bewegt muss man schon genau hinhören um mitzukriegen, dass der Doctor bis zum Ende der Folge gut 2 Milliarden Jahre braucht bis er schließlich die Wand durchbricht, die sich als Einziges Element nicht ständig resettet.

Man muss auch die gute Kameraarbeit von Regisseurin Rachel Talalay loben, die dem langweiligen Gemäuer immer wieder neue Blickwinkel abverlangt sodass man nie den Eindruck von Eintönigkeit bekommt. Ebenso ist mal wieder Murray Golds Musik hervorzuheben. Für die ganze Episodenlänge wurde durchgehend ein Soundtrack unterlegt, der die einzelnen Stimmungsschwankungen des Doctors vortrefflich unterstreicht.

 

Der Doctor gegen den „Schleier“

(Bild: BBC)

Der Doctor im Mindcastle

(Bild: BBC)

Fazit:

Ich muss zugeben, dass ich zunächst ein wenig gelangweilt war. Ähnliche Stories hat es schon in anderen TV-Serien gegeben. Nicht zuletzt erinnert die Story auch an „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Allerdings versteht es Steven Moffat hervorragend durch imaginäre Schauplatzwechsel, beispielsweise in das Mindcastle, für Abwechslung zu sorgen. Man rätselt bis zum Ende, worauf das Ganze hinauslaufen wird. Allerdings vermutete ich schon recht früh, dass die Bekenntnisse des Doctors etwas mit der Scheibe zu tun haben würden, die Ashildir von ihm einkassiert hatte.

Auch wenn die Geschichte zunächst etwas langatmig daherkommt muss man die Auflösung und den Knalleffekt am Ende loben. Besonders die Szenen, in denen der verunstaltete Doctor sich zu der Transporterkammer schleppte verursachten bei mir seelische Pein. Es lohnt sich, wenn man sich in Serien Zeit nimmt die Charaktere so darzustellen, dass man mit ihnen mitfiebern kann. Da könnten sich so manche, hektische US-Serien eine Scheibe abschneiden.

 

Alone again, naturally!

(Bild: BBC)

Besetzung

Jami Reid-Quarrell – „Der Schleier“

Team

  • Autor – Steven Moffat
  • Regie – Rachel Talalay
  • Produzent – Peter Bennett
  • Executive Producer – Steven Moffat
  • Executive Producer – Brian Minchin
S09E11 - Die Angst des Doktors
78.1 Gesamtwertung
Pro
- Grandiose One-Man-Show - Gute Monologe - Interessante Grundstory - Toller Soundtrack
Kontra
- Etwas langatmig - keine "neue" Idee
Zusammenfassung
Peter Capaldi beweist in seiner One-Man-Show was für ein grandioser Schauspieler er ist. Auch wenn die Story kaum actionlastig ist, so übt sie eine eigenartige Faszination aus.
Dramatik
Humor
Logik
Optik
Musik/Sound
Regie/Drehbuch