Extant – Review erste Staffel

Extant - Überleben oder aussterben?

Der Begriff „Extant“ steht im Englischen für „Erhalten geblieben“, im Gegensatz zu „Extinct“ wie „Ausgestorben“. Im Vorspann zu der SciFi-Serie wird der Zusammenhang auch mit einer Animation deutlich gemacht. Die Geschichte handelt davon, wie eine außerirdische Spezies versucht auf der Erde Fuß zu fassen. Die Frage ist nur, wer ausstirbt oder erhalten bleibt. Der Mensch oder der Außerirdische.

 

Mit Oscarpreisträgerin Halle Berry, die auch schon als Bondgirl einen erfreulich toughen Frauentyp repräsentierte, konnte man für die Hauptrolle eine extrem gute Schauspielerin gewinnen, die in der Serie alle Höhen und Tiefen menschlicher Emotionen durchmachen muss. Berry gelingt es wunderbar die anfangs etwas sperrige Handlung mit ihrem beeindruckenden Spiel zusammenzuhalten.

 

Inhalt:

 

Die Astronautin Molly Wood (Halle Berry) kehrt nach einer 13-monatigen Solomission von der Raumstation „Seraphim“ zurück und freut sich auf ihre Familie. Ihr Ehemann, Doctor John Woods (Goran Višnjić), ist ein Forscher auf dem Gebiet der Robotertechnik. Er hat einen Prototypen namens Ethan (Pierce Gagnon) hergestellt, der absolut menschenähnlich ist, allerdings vorerst in Kindergestalt daherkommt. Damit der „Junge“ menschenähnliche Verhaltensweisen erlernt hat Woods ihn nachhause mitgenommen, wo er durch ein Familienleben bessere Impulse bekommen soll, als durch reines Programmieren im Labor. Dabei stößt er naturgemäß auf Widerstände anderer Eltern und normaler Erwachsener, die befürchten, dass der „Humanich“ gefährlich sein könnte. Die Entwicklung Ethans ist jedoch ins Stocken geraten, weil man mehr Forschungsgelder benötigt.

 

Während John mit Ethan als Demonstrationsobjekt nach neuen Investoren sucht muss sich Astronautin Molly vor dem Kommittee der ISEA Raumfahrtorganisation verantworten, weil es während ihrer Mission zu einem Zwischenfall kam, der verwirrenderweise aus den Logbucheinträgen gelöscht zu sein  scheint. Tatsächlich hat Molly impulsiv einige Protokolle gelöscht, da sie während eines Ausfalls des Lebenserhaltungssystems die Vision eines verstorbenen Freundes gehabt hatte.  Das Kommitee scheint ihr zwar zu glauben, doch sie hat mit einem anderen, schwerwiegenderen, Problem zu kämpfen. Obwohl sie auf ihrer 13-monatigen Mission im All alleine gewesen war, ist sie nun schwanger – und ihre Vorgesetzten scheinen dies zu wissen. Der Fötus entwickelt sich mit rasender Geschwindigkeit und Molly wird plötzlich gejagt, weil ihre Chefs ein großes Interesse an dem „Nachkommen“ haben.

 

 

 

Analyse:

 

Die Serie „Extant“ gehört zu den Serien, wo sich das dranbleiben lohnt, da sie eine Kapitelstruktur aufweist mit zahlreichen Plotpoints, die der Handlung ständig neue Richtungen geben. Der Zuschauer wird in den ersten Episoden in die zukünftige Welt eingeführt und man darf sich an den technischen Gimmicks erfreuen, aber auch die Charaktere werden eingeführt und man bekommt einen ersten Eindruck von den Intrigen und Machtspielchen, die sich im Hintergrund verbergen.

 

Doch dann wendet sich das Blatt als sich herausstellt, dass Mollys „Nachkomme“ offenbar telepathisch in der Lage ist, Menschen virtuelle Realitäten vorzugaukeln, was zu Verrat unter Kollegen führt. Schließlich wird man sich der Lage bewusst und nur durch ein großes Opfer scheint man eine Invasion durch weitere Aliens abwenden zu können. Eine kinomäßige 3-Kapitel-Struktur mit Anfang, Mitte und Schluss, die man sich manchmal bei anderen Serien, die hilflos im Handlungschaos herumeiern, ebenfalls wünscht.

 

Man muss der Serie bescheinigen, dass Halle Berry die ganze Chose zusammenhält. Mit einer weniger ausdrucksstarken Schauspielerin hätte die Serie leicht in die Unbedeutsamkeit abgleiten können. Doch mit ihrem Spiel vermag sie es sehr gut uns in die zukünftige Welt einzuführen und an den mysteriösen Vorgängen teilhaben zu lassen.

 

Allerdings steht sie ständig in Gefahr vom Kinderdarsteller des „Ethan“ an die Wand gespielt zu werden. Der Roboterjunge steht oft im Mittelpunkt der familären Geschehnisse und wird von Jungdarsteller Pierce Gagnon sehr überzeugend rübergebracht. Man könnte ihn als eine Art Zwillingsbruder von Haley Joel Osment aus dem Film „A.I. – Künstliche Intelligenz“ ansehen, was kein Wunder ist, da die Serie ja auch von Steven Spielberg produziert wird. Überhaupt sind alle typischen Spielbergthemen versammelt: Ein harmonisches Ehepaar, ein Kind, plus Außerirdische. Dazu noch jede Menge Mystery und überzeugende Zukunftsvisionen. Diese Erkennungsmerkmale findet man auch in anderen Spielberg-Serien wie „Falling Skies“ und neuerdings auch „The Whispers“.

Ausblick auf die zweite Staffel

 

Die Geschichte der ersten Staffeln wurde zum Ende recht gut zum Abschluss gebracht. Allerdings nicht ohne einen Epilog, der eine Weiterführung der Serie in Aussicht stellt. Vernünftig, da man ja nie weiß, ob der Sender eine zweite Staffel bestellt. Zum Glück ist dies auch erfolgt, denn der Sender hat das Potential von „Extant“ erkannt. Und so läuft seit Anfang Juli 2015 die zweite Staffel, in der wieder Halle Berry die Hauptrolle spielt. Allerdings wird der Fokus nun verschoben und so muss man auf einige Charaktere aus der ersten Staffel verzichten. Stattdessen bekommt Molly nun einen neuen Weggefährten namens J.D.Richter (Jeffrey Dean Morgan), der einen Ex-Polizisten und Kopfgeldjäger spielt. Mit Tobias Shepherd (David Morrissey) wurde auch ein neuer Gegenspieler eingeführt.  Er ist ein General einer Einheit, die nach außerirdischen Bedrohungen jagt. Das Militär befürchtet, dass eine Armee von „Nachkommen“ die nationale Sicherheit mit ihren telepatischen Kräften gefährden könnten. Außerdem hat seine Einheit ein großes Interesse an Ethans Programmierung, die sich im Kampf gegen Aliens sicherlich als nützlich erweisen könnte.

 

Die neuen Showrunner versprechen eine neue Ausrichtung der Serie. „Kantiger, Sexier und voller Action“. Da die Geschehnisse nichts mehr mit Mollys Weltraummission zu tun haben werden wird man auch von der Raumfahrtzentrale der ISEA und deren Mitarbeitern nichts mehr sehen. Stattdessen wird Molly gejagt und muss sich wohl mit der Tatsache abfinden, dass ihr Nachkomme nicht alleine bleibt. Action ist vorprogrammiert.

Wo kann man die Serie auf Deutsch sehen?

 

Die erste Staffel der Serie wurde gerade auf SIXX ausgestrahlt und der Sender hat bereits bekannt gegeben, dass er auch die zweite Staffel senden wird, da die Einschaltquoten sehr zufriedenstellend waren.

 

Eine DVD/BluRay gibt es zur Zeit noch nicht in Deutsch. Man kann die Serie jedoch bei Amazon als Stream komplett abrufen.

 1.Staffel (Angaben lt. Wikipedia)

Nr.
(ges)
Nr.
(St.)
Deutsch­sprachiger Titel Original­titel Erstaus­strahlung USA Deutsch­sprachige Erstaus­strahlung Regie Drehbuch Quoten
(USA)
1 1 Der Wiedereinstieg Re-Entry 9. Juli 2014 1. Juni 2015 Allen Coulter Mickey Fisher 9,58 Mio.
2 2 Ausgestorben Extinct 16. Juli 2014 1. Juni 2015 Matt Earl Beesley Leslie Bohem 7,96 Mio.
3 3 Ich wünschte, du wärst hier Wish You Were Here 23. Juli 2014 1. Juni 2015 Holly Dale Mickey Fisher 6,48 Mio
4 4 Zuflucht Shelter 30. Juli 2014 8. Juni 2015 Paris Barclay Greg Walker 5,92 Mio.
5 5 Vertuschung What on Earth Is Wrong? 6. Aug. 2014 8. Juni 2015 Dan Lerner Peter Ocko 5,94 Mio.
6 6 Albträume Nightmares 13. Aug. 2014 15. Juni 2015 Adam Arkin Eliza Clark 5,68 Mio.
7 7 Es gibt mehr zwischen Himmel und Erde More in Heaven and Earth 20. Aug. 2014 15. Juni 2015 Christine Moore Vanessa Reisen 5,57 Mio.
8 8 Seitenwechsel Incursion 20. Aug. 2014 22. Juni 2015 Paul McCrane Gavin Johannsen 5,57 Mio.
9 9 Schutz und Pflege Care and Feeding 27. Aug. 2014 22. Juni 2015 Dan Attias Mickey Fisher 5,67 Mio.
10 10 Nur ein Haufen Karten A Pack of Cards 27. Aug. 2014 29. Juni 2015 Dan Lerner Les Bohem 5,67 Mio.
11 11 Eine neue Welt A New World 3. Sep. 2014 29. Juni 2015 Kevin Dowling Eliza Clark 5,78 Mio.
12 12 Vor dem Blut Before the Blood 10. Sep. 2014 6. Juli 2015 David Solomon Peter Ocko 4,64 Mio.
13 13 Die Mission Ascension 17. Sep. 2014 6. Juli 2015 Miguel Sapochnik Mickey Fisher 5,44 Mio.

 

Extant 1.Staffel
7
Spannung
6
Humor
6.5
Optik
6
Sound
3
Musik
5
Drehbuch
4.5
Regie
Gesamtbewertung 5.4
Zusammenfassung

Eine interessante Zukunftsvision aus dem Hause Steven Spielberg. Eine gut aufgelegte Halle Berry läßt die zukünftige Welt spürbar werden. Die Handlung ist zwar nicht ganz frei von Klischees. Dafür wird man durch immer wieder neue Twists und Spannungsmomente bei der Stange gehalten. Am Ende freut man sich, dass der Sender eine weitere Staffel in Auftrag gegeben hat.

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