Odd Thomas - Romanverfilmung mit Niveau

Inhalt:

Der junge Odd Thomas wirkt wie ein normaler, junger Mann. Allerdings hat er eine Fähigkeit. Er kann mit Toten sprechen, die immer noch auf der Welt herumirren und er kann Wesen sehen, die in dem Moment auftauchen wenn sich der Tod eines Menschen ankündigt. Diese „Bodachs“ dürfen natürlich merken, dass er sie wahrnimmt, sonst wird Odd selbst zum Opfer.

Eigentlich wünscht er sich ein normales Leben mit seiner Freundin „Stormy“, die in einer Eisdiele in einem Einkaufszentrum arbeitet. Doch dann merkt er, dass sich immer mehr Bodachs um einen Menschen scharen, der offenbar Böses im Sinn hat.

Er will dies verhindern und gerät so in einen Strudel von Ereignissen, der in einem Anschlag auf ein Bowlingcenter und das Einkaufszentrum gipfelt.

Doch kann er die Katastrophe verhindern?

Covermotiv

(Bild: Ascot)

Analyse:

Der Autor Dean Koontz hat seit seinen Anfängen im Jahr 1970 zahlreiche Horrorbücher geschrieben und einige davon wurden auch verfilmt. Dabei legt er Wert auf besondere Werktreue und verfasste auch schon selbst ein Drehbuch. Bei „Odd Thomas“ schrieb er das Drehbuch zwar nicht selbst, Regisseur Stephen Sommers („Die Mumie“, „Predator 2“) versprach aber, dass er sich soweit wie möglich an die Vorlage halten würde. Das ist auch gelungen und Koontz war mit dem Endergebnis sehr zufrieden.

Als Hauptdarsteller kann Anton Yelchin brillieren, den viele vor Allem als „Mister Chekov“ aus den neuen Enterprise-Filmen kennen. Und mit Willem Dafoe ist ein weiterer bekannter Schauspieler dabei, der die Rolle eines Polizisten und Freundes von Odd Thomas spielt. Odds Freundin „Stormy“ wird von Addison Timlin gespielt, die auch in der Serie „Californication“ an der Seite von David Duchovny zu sehen war.

Sehr überzeugend sind im Film auch die computergenerierten „Bodachs“ geworden, die weniger als „Schatten“, wie im Buch, sondern eher wie glänzende, diabolische Horrorgestalten herüberkommen. Wenn sie einzeln oder in Rudel, scheinbar unbemerkt durch Szenerie geistern kann einem schon mal eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Der Film übernimmt aus dem Buch auch die Erzählung von Odd Thomas, der dem Zuschauer erklärt, was es mit den Wesen auf sich hat. Das muss auch so sein, denn es wäre schwierig – und nicht ohne weitere Handlungserweiterungen möglich gewesen das Auftreten der Bodachs sonst darzustellen. Der routinierte Regisseur setzt das Buch damit sehr genau um ohne sich allzu viele Freiheiten herauszunehmen. Damit wirkt der Film auch sehr harmonisch und fesselt von der ersten bis zur letzten Minute.

„Odd Thomas“ ist eine Buchreihe, die der Autor David Koontz im Laufe der Jahre auf immerhin sieben Bände erweitert hat. Das endgültig Letzte „Saint Odd“ erschien 2015 unter dem Titel „Opferweg“ auch in Deutschland. Leider scheint der Kinofilm an den Kassen gefloppt zu sein. Bei einem Budget von 27 Millionen Dollar spielte der Film lediglich knapp 700.000 US-Dollar ein. Einer der Gründe war das desaströse Marketing weswegen man auch vor Gericht zog. Mit einem vernünftigen Werbeaufwand hätte mit dem Film sicherlich noch ein größeres Einspielergebnis erzielt werden können. So sah der Film seinen Ersteinsatz auf den Philipinen und Finland bevor es eine Videoauswertung in Deutschland  und England gab. In den USA ist der Film inzwischen auch über Netflix buchbar.

 

Fazit:

Der Film hätte wirklich ein größeres Publikum verdient. Gerade nachdem Hollywood jedes Jahr zu Halloween lauter Horrorfilmremakes raushaut hätte man mit „Odd Thomas“ sicher ein noch größeres Einspielergebnis erzielt. Am Film lag es nicht, dass der große Reibach ausblieb. Ein routinierter Regisseur, sehr gute Darsteller und gelunge Effekte. Dazu eine ungewöhnliche und reizvolle Story, die nicht unbedingt als Splattermovie, dafür aber als guter, übersinnlicher Thriller gelten kann. Damit ist der Film auch ohne Gore-Effekte in keiner Minute langweilig. Im Gegenteil, man wird ständig in Atem gehalten und fiebert nicht nur irgendwelchen Gewalttaten entgegen.

Nachdem ich den Film gesehen hatte musste ich mir gleich noch das eBook kaufen und verbrachte tatsächlich, nach langer Zeit mal wieder, Nächte damit zu die Romanvorlage und danach die Fortsetzungen zu lesen. Die anderen Geschichten hätten dabei durchaus Potential ebenfalls verfilmt zu werden. Allerdings könnte ich sie mir als TV-Eventmovie besser vorstellen als im Kino präsentiert zu werden.

Auf jeden Fall möchte ich den Lesern dieses Blogs nahelegen sich diesen Film anzuschauen, da er unterhaltsam und ungewöhnlich ist und zudem äußerst sympathische Darsteller hat. Besonders die schnuckelige „Stormy“, das Love-Interest des Protagonisten, ist resolut und toll anzuschauen. Ich hätte gern noch mehr von ihr gesehen….

Odd Thomas arbeitet in einem Imbiss

(Bild: Ascot)

Ein Eis mit Stormy im Einkaufszentrum

(Bild: Ascot)

Gruselige Bodachs suchen nach Opfern

(Bild: Ascot)

Das Wetter: „Stormy“ mit Aussichten

(Bild: Ascot)

Credits

Besetzung:

  • Anton Yelchin: Odd Thomas
  • Addison Timlin: Stormy
  • Willem Dafoe: Chief Wyatt Porter
  • Kyle McKeever: Officer Bern Eckles
  • Nico Tortorella: Officer Simon Varner
  • Morse Bicknell: Kevin Goss
  • Melissa Ordway: Lysette
  • Gugu Mbatha-Raw: Viola
  • Gäste: Patton Oswalt, Arnold Vosloo

Das beste kommt zum Schluss:

Die DVD und BluRays sind bei AMAZON zum absoluten Niedrigpreis von knapp 6 Euro zu haben. Wer hier nicht zugreift ist selbst schuld….

Einmal rechts auf das Cover klicken und Ihr landet im Amazon-Shop

Team

  • Regie     Stephen Sommers
  • Drehbuch     Stephen Sommers
  • Produktion     John Baldecchi, Howard Kaplan, Stephen Sommers
  • Musik     John Swihart
  • Kamera     Mitchell Amundsen
  • Schnitt     David Checel

    USA 2013
    Länge: 97 Minuten

AMAZON-Bestellseite