Rogue One – A Star Wars Story

28. Dez. 2016Blog, Reviews0 Kommentare

Inhalt:

Galen Erso war einer der Konstrukteure einer riesigen Raumstation. Doch dann zog er sich zurück weil er die Bedeutung des Planetenzerstörers erkannte. Ein Todesstern! Von den Schergen des Imperiums verfolgt fristete er mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter Jyn ein karges Leben auf einem abgelegenen Planeten bis man ihn dort aufstöberte und verschleppte. Die kleine Tochter musste nun alleine aufwachsen, nur beschützt von Söldner Saw Gerrera. Sie entwickelt sich zu einer rebellischen, widerspenstigen jungen Dame, die in einem Alienknast landet bevor sie überraschenderweise von den Rebellen befreit wird. Sie soll der Rebellion helfen Galen Erso zu finden denn der hat mit Hilfe eines abtrünnigen Imperiumspiloten die Mitteilung an die Rebellenallianz geschickt, dass die bisher noch geheime Raumstation eine von ihm extra eingebaute Schwachstelle hat.

Jyn Erso bricht mit einem kleinen Trupp nach Eadu auf, wo das geheime Forschungslabor des Imperiums ist. Captain Cassian Andor hat zwar den geheimen Auftrag Galen auf jeden Fall zu töten, doch als man Zeuge wird wie sich Galen schützend vor seine Kollegen stellt kommen ihm Zweifel. Doch ein vorzeitig gestarteter Angriff der Rebellen auf das Labor verletzt Galen schwer. Jyn bekommt von ihm einen Kristall mit einer holografischen Nachricht, den allerdings nur sie zu sehen bekommt weil Grand Moff Tarkin einen Probeschuss auf das Felsendorf auf Sedha abfeuert. Jyn kann zwar in letzter Sekunde dank Captain Andor entkommen, doch der Hinweis auf die Schwachstelle des Todessterns ist mit der Zerstörung des Kristalls verloren. Jyn Erso versucht die Allianz davon zu überzeugen, dass man in das Datenarchiv des Imperiums auf Scarif eindringen muss und die Festplatte mit den Daten direkt stehlen muss.

Nur ein kleiner Trupp von Freiwilligen ist bereit sich auf das Himmelfahrtskommando einzulassen und so kommt es auf Scarif zu einem Gemetzel, das auch von einem gewissen Darth Vader nicht unbemerkt bleibt. Verbissen verfolgt er die Spur der gestohlenen Daten bis zu einem Blockaderunner der Rebellenallianz, auf der eine gewisse Prinzessin gerade neue Hoffnung schöpft.

 

Offizielles Poster

Analyse:

Als Disney ankündigte, dass man, abgesehen von der geplanten neuen Star Wars Trilogie, noch weitere Einzelfilme drehen wolle, war die Skepsis zunächst sehr groß. Einerseits freut man sich als Fan natürlich über neues Material, aber mit den Animationsserien „Clone Wars“ und „Rebels“ wurde das Star Wars Franchise doch eigentlich schon recht umfassend bedient. Welche Geschichten sollten reizvoll genug sein um als Einzelfilme zu funktionieren? Wie sich herausstellte war die Idee gar nicht mal schlecht. Die Geschichte vom Diebstahl der Pläne des Todessterns ist ein reizvolles Thema und gab gleichzeitig Gelegenheit eine der Ungereimtheiten der ganzen Saga richtig zu stellen. Als Darth Vader den Satz sagt: „Was ist mit der Funkübertragung der Rebellen geschehen, die sie euch gefunkt haben?“, muss man sich fragen: „Wieso jagt man einer Funkübertragung hinterher? Die könnte doch von hunderten Raumschiffen gleichzeitig aufgefangen worden sein….. Mit dem Film „Rogue One – A Star Wars Story“ wird dieser Punkt geklärt und zeigt auch sehr spannend wie emotional Darth Vader ist als er den Plänen hinterher jagt.

Der Film ist sicherlich keine leicht verdauliche Kost. Obwohl man auch hier auf die Darstellung von Blut verzichtet ist der Bodycount doch immens hoch. Wie sagte noch Leia in „Krieg der Sterne“? „Viele Rebellen sind für diese Pläne gestorben. Ich hoffe, dass die Pläne eine Schwachstelle aufzeigen…“ Und Regisseur Gareth Edwards nutzt die Chance diesem Star Wars Film eine ganz neue, düstere Note aufzuerlegen. Zwar gibt es auch hier ein paar humoristische Einlagen, aber man bekommt nicht viel Gelegenheit sich allzu sehr mit den Hauptfiguren anzufreunden. Am ehesten noch mit dem Roboter K-2SO, der einige köstliche Bemerkungen vom Stapel lässt.

Visuell ist der Film auf der Höhe der Zeit. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass reale Aufnahmen mit Computeranimationen so perfekt vermischt werden, dass alles organisch zusammenpasst. Außerdem haben sämtliche Szenen eine große Tiefe. Noch vor zehn Jahren hatte man mitunter den Eindruck, dass einzelne flache Bildebenen zusammengepappt wurden. Heute wirkt vieles sehr plastisch, auch ohne die 3D-Version sehen zu müssen. Nur bei Weltraumszenen bleibt die Tiefenwirkung etwas auf der Strecke. Daher spielen sich die meisten Kampfszenen eher in Bodennähe ab

Besonders überraschend dürfte für viele Zuschauer sein, dass man dem Gouverneur Grand Moff Tarkin einige Screentime eingeräumt hat. Nachdem der Schauspieler Peter Cushing ja bereits verstorben ist wurde (zumindest das Gesicht) per Computergrafik simuliert. Und das höchst überzeugend. Wie man liest waren wohl zunächst weniger Szenen mit ihm geplant, doch als die Simulation so überzeugend war wurden zusätzliche Szenen geschrieben. Dabei wäre es sicherlich auch kein Problem gewesen einen komplett anderen Charakter für die ursprünglich konzipierten Szenen einzusetzen. Möglicherweise sogar nur mit Darth Vader, der Tarkins Dialog sprechen könnte.

Mir persönlich gefiel die Darstellung der jungen Prinzessin Leia allerdings nicht so sehr. Ihr Gesicht wirkt leider ein wenig in die Länge gezogen. Komisch, dass das niemanden aufgefallen ist….

Die Nachdrehs

Irgendwann kam das Gerücht auf, dass man rund ein Drittel des Films neu drehen würde weil Disney mit den bisherigen Aufnahmen nicht zufrieden war. Normalerweise ist dies bei den meisten Filmen so, allerdings schien der hohe Prozentanteil darauf hinzudeuten, dass irgendetwas daran außergewöhnlich war. Man kann nur spekulieren ob Disney der Look einfach zu düster war, oder ob einige Handlungselemente nicht zusammenpassten. Anhand der Kinotrailer kann man allerdings erkennen, dass wohl ganze Sequenzen komplett anders zusammengefügt werden mussten. So sieht man in den Trailern Jyn Erso mit der erbeuteten Festplatte quer durch das Schlachtfeld mit den AT-ACT-Walkern laufen, eine Szene, die so im fertigen Film nicht enthalten ist. Dort scheint es, dass die entscheidende Funkantenne im selben Gebäude ist wie das Datenarchiv. Es war sicher eine teure Entscheidung die bereits fertig gestellten Szenen fallen zu lassen. Im Netz hat jemand ein Video mit den, im Film nicht enthaltenen, Einstellungen zusammengestellt. Insgesamt 45 Einstellungen, die auf teilweise deutliche Storyänderungen hindeuten.

Was auch immer dort ursprünglich vorgesehen war, hätte man im Vorfeld nicht über die Nachdrehs berichtet, dann wäre niemandem eine Änderung aufgefallen.

Neuer Bösewicht

Orson Krennic will es wissen!

Cassian Andor und K-2SO

Ein neues Mitglied kommt an Bord

Die Bauarbeiten sind beendet

Der Todesstern ist bereit zum Probeschuss

Suche nach der Schwachstelle

Die Rebellen schöpfen neue Hoffnung

Fazit:

Mit „Rogue One – A Star Wars Story“ ist es Disney/Lucasfilm gelungen einen vollwertigen StarWars-Film abzuliefern, der vom Stil sicherlich nichts für zarte Gemüter ist, aber die StarWars-Saga doch recht gut abrundet. Im Netz ist man sich einig, dass der Begriff „Prequel“ nicht mehr unbedingt als Schimpfwort zu gelten hat. Die Episoden 1-3 der Saga sind bei den Fans bekanntlich nicht so beliebt weil es wohl doch zu unangenehm ist dem Leidensweg des Annakin Skywalker zu folgen. Mit „Rogue One“ gelingt es dem Regisseur einerseits sympathische Antihelden in eine aufrührende Geschichte zu verwickeln ohne dass man allzu sehr an sie gewöhnt. Zum Anderen werden einige Erklärungen nachgeliefert, die der Saga noch mehr Gewicht verleihen.

Besonders beeindruckt hat mich eine kleine Rede der Freiwilligen, die sagen, dass sie bereit sind zu sterben weil sie als Rebellen selbst unehrenhaft waren und Menschen und Aliens umbringen mussten um die Ziele der Allianz zu erfüllen. Diese kleine Rede ist vielleicht das, was „Rogue One“ so wertvoll macht. Das plumpe Geballer war bisher immer nur ein Heidenspaß. Jetzt werden wir nachdenklich wieviele Lebewesen bei ihrem Kampf ins Gras beißen müssen.

Nichtsdestotrotz ist es für den Fan natürlich schön einige Details aus der ursprünglichen Saga wiederzuentdecken. Angefangen von der Ruinenstadt auf Yavin4 mit Droiden, die wir alle noch in Erinnerung haben bis hin zu Begegnungen mit Leuten, die auf 12 Sternen zum Tode verurteilt sind. Die Spielzeugindustrie freut sich natürlich, dass man mal wieder ein paar neue Raumschiffmodelle und Modifikationen auf den Markt bringen kann.

Viele Fans sind auch begeistert als Darth Vader am Ende seinen Lichtsäbeltanz aufführt. Endlich ist er wieder der Böse und nicht nur ein unterwürfiger Scherge eines kichernden Imperators. Der Kreis schließt sich.

Zum Abschluss sei noch ein kurzer Hinweis auf den grandiosen Soundtrack von Michael Giacchino gegeben. Da John Williams mit der Vertonung von Spielbergs „BFG – Sofie und der Riese“ beschäftigt war musste jemand anderes den Anthologiefilm vertonen. Michael Giacchino versteht es geschickt den Williams-Sound zu treffen. Da der Film andere Charaktere hat tauchen natürlich auch andere musikalische Themen auf. Vertraute Melodien ertönen nur wenn beispielsweise Darth Vader oder andere vertraute Dinge im Bild zu sehen sind. Der Film ist bekanntlich kein Heldenepos für schmetternde Fanfaren. Stattdessen wirkt die Gesamtstimmung neben den Actioneinlagen fast schon „verzweifelt“. Allerdings arbeitet der Soundtrack ein wunderschönes Thema heraus, das die große Hoffnung der Rebellenallianz widerspiegelt. Die Filmmusik fügt sich nahtlos in die Reihe bisheriger John Williams-Star Wars Soundtracks ein und ist eine absolute Kaufempfehlung.

Bereit für das Himmelfahrtskommando

(Alle Bilder Copyright: Disney/Lucasfilm)

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