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Inhalt:

30 Jahre nach dem Ende des Imperiums formieren sich Überbleibsel in einer Bewegung namens „Der erste Orden“. Der Anführer namens Snork ist mit der Macht vertraut und hat einen früheren Jedi-Padawan auf die dunkle Seite gezogen, der nun als „Kylo Ren“ Kommandeur über die Flotte des Ordens ist. Als dieser einen besonders menschenverachtenden Befehl gibt hält es einer der Sturmtruppler, FN-2187, der später Finn genannt wird, nicht aus und nimmt die erste Gelegenheit wahr zu fliehen indem er einen Gefangenen des Ordens, einen Piloten namens Poe Damaron aus dem Verhörraum befreit.

Damaron hatte zuvor eine Karte in einem Roboter deponiert, der den Weg zu einem absoluten Angstgegner des Ordens, einen alten Jedi namens Luke Skywalker. Damaron und Finn suchen nun nach dem kleinen Droiden BB-8 um die Karte ins Hauptquartier der Republik zu bringen. Gehetzt von den Truppen des Ordens begegnen sie auf dem Wüstenplaneten Jakku einer jungen Frau namens Rey, die über erstaunliche Fähigkeiten zu verfügen scheint, die sie selbst gerade an sich  entdeckt. Wird es den Flüchtigen gelingen die Karte zu finden bevor der „Erste Orden“ es tut?

Fakten:

Lange hat es gedauert bis die Fans von Starwars mit neuem Stoff versorgt wurden. Dass es überhaupt noch eine dritte Trilogie geben würde war nicht unbedingt sicher, da die Geschichte um Anakin Skywalker in Teil 6 „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ mit einem Happy End abgeschlossen wurde. Doch da George Lucas die Rechte an Starwars für immerhin Vier Milliarden Dollar an Disney abgegeben hatte, war klar, dass es weitere Filme geben würde um die Investition für Disney lohnenswert zu machen. Neben den animierten TV-Serien sind es vor allem die Merchandisingartikel, mit denen das meiste Geld verdient wird.

Tatsächlich plant Disney aber noch mehr als nur die Saga auf 9 Teile zu erweitern. Zwischen den einzelnen Teilen sollen noch losgelöste Spielfilme gedreht werden, die das Starwars-Universum erweitern werden. Für den Teil 7 – „Starwars – Das Erwachen der Macht“ wurde mit JJ Abrams ein Regisseur verpflichtet, der seit 2009 dem „Raumschiff Enterprise“ mit zwei Spielfilmen neues Leben eingehaucht hat. Dass Abrams nun ausgerechnet auch noch Starwars wiederbelebt ist irgendwie amüsant, da zwischen Startrek- und Starwarsfans häufig eine harte Rivalität besteht. In dem Independentfilm „Fanboys“ wurde dies nur all zu deutlich persifliert. Was kommt nun also dabei raus wenn ein Startrek-Regisseur nun auch noch StarWars-Filme macht?

Eines ist schon mal sicher. „Starwars – Das Erwachen der Macht“ hat den erfolgreichsten Start der Filmgeschichte hingelegt. Er hat sogar den Rekordhalter „Jurassic World“ übertrumpft, der 2015 schon zunächst als erfolgreichster Kinostart gefeiert wurde. Der Erfolg ist natürlich auch das Ergebnis eines harten Kalküls: Viele Kopien in vielen Kinos, darunter auch einige Imax-Kinos. Dazu eine Werbekampagne, die mithilfe von Kinotrailern angeheizt wurde, aber auch mit bisher nicht dagewesener Geheimhaltung verbunden war.

Auf dem Kinoplakat fehlt beispielsweise Luke Skywalker, obwohl irgendwann durchsickerte, dass Mark Hamill (64) durchaus am Set war – komplett mit Jedi-Bart. Die Fans mussten nun rätseln, ob er vielleicht zur dunklen Seite der Macht abgewandert war oder gar gestorben war. Zum Glück bewahrheiteten sich diese Befürchtungen nicht und Luke stellt ein anderes, wesentliches Handlungselement dar.

Die Fans hatten allen Grund zur Freude als bekannt wurde, dass man mit Harrison Ford (73) und Carrie Fischer (59), aber auch Anthony Daniels (69), Kenny Baker (81) und Peter Mayhew (71) die Schauspieler aus der Originaltrilogie verpflichtet hatte. Trotzdem war auch klar, dass im Fokus der neuen Geschichte neue Gesichter stehen würden. Die alten Darsteller haben somit im neuen Film die Funktion das Staffelholz an die nächste Generation weiterzugeben. Die Charakterriege ist dabei sehr talentiert. Ähnlich wie damals, 1975, als man Starwars drehte, setzt JJ Abrams auf unverbrauchte Gesichter, die aber eine unglaubliche Präsenz besitzen und mühelos in die Fußstapfen treten, die ihre Vorgänger hinterlassen haben.

Starwars 7 – Das Erwachen der Macht

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Han Solo – Bindeglied zwischen den Generationen

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Analyse

Ich muss sagen, dass ich nicht mehr damit gerechnet hätte überhaupt nochmal einen Han Solo oder eine Leia Organa zu sehen. Für mich war die Saga mit „Starwars 6 – Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ abgeschlossen. Zwar war mir klar, dass George Lucas vor vierzig Jahren neun Teile im Sinn hatte und der „Krieg der Sterne“ eigentlich Teil 4 „Eine neue Hoffnung“ heißen sollte. Aber da unsere Darsteller immer älter werden war irgendwann klar, dass man nichts mehr erwarten kann. Umso überraschter und erfreuter war ich, als ich las, dass die alten Darsteller wieder mit dabeisein würden wenn es zu einer weiteren Trilogie kommen würde.

Beim ersten Gucken des neuen Films wird man zunächst von den gewaltigen Bildern erschlagen. Regisseur J J Abrams gelingt es recht gut das alte Starwars-Feeling wieder aufkommen zu lassen. Dabei vermeidet er Fehler, die George Lucas bei den Teilen eins bis drei machte. Damals war Lucas so sehr darauf bedacht die politischen Umstände zu schildern, die zu Anakin Skywalkers Weg zur dunklen Seite der Macht führten, dass er irgendwie vergaß sich mehr um sympathische Charaktere zu kümmern.

In StarWars 7 haben wir wieder sehr herzliche Hauptfiguren, die einen saloppen Umgang miteinander pflegen. Besonders sticht jedoch Harrison Ford hervor, der trotz seines Alters die ganze Show an sich reißt. Seine Sprüche und Gesichtsausdrücke sind wirklich göttlich und man kann nur hoffen, dass in künftigen Teilen dies von Poe Dameron geleistet wird. Dabei hat man bei Harrisons Gesicht manchmal das Gefühl, als wäre er der Einzige, der eine Knautschgummi-Alienmaske trägt. Herrlich sein Gesichtsausdruck als erstmals Chewies Armbrustwaffe benutzen darf und für gut befindet.

Die jungen Darsteller sind sehr gut gewählt. Daisy Ridley spielt „Rey“, deren filmische Eltern hier ja noch nicht erwähnt werden, ist äußerst ausdrucksstark und agiert fast schon oscarreif wie sie in sich die Macht erwachen fühlt. Besonders hervorzuheben ist hier der Moment wenn Kylo Ren versucht ihr per Gedankenverschmelzung die Lagekarte zu entreißen und sie sein Eindringen nicht nur abwehrt sondern wohl selbst in Kylos Gedanken an Erinnerungen gelangt. Sie ist außerdem äußerst agil und sie springt dermaßen behende in den Pilotensitz des Millenium Falcon, als ob sie nie etwas anderes getan hätte.

Und auch Finn führt sich hier großartig ein. Darsteller John Boyega ist ja bereits Alien-erfahren – Er spielte in „Attack the Block“ einen jugendlichen, der Aliens aus seinem Wohnhaus vertreiben musste. Man sollte auch ein paar regietechnische Kniffe in StarWars7 erwähnen, die wirklich klasse sind. Als ein Verletzter seine Uniform mit blutigen Handabdrücken verunstaltet kann man ihn deutlich von den anderen schneeweißen Sturmtrupplern unterscheiden. Darsteller John Boyega ist in seiner Rolle gewissermaßen der Avatar des Zuschauers, dem man erklären muss, was sich in den letzten dreißig Jahren getan hat. Auch er beeindruckt mit einer guten darstellerischen Leistung zwischen Erstaunen und Willenskraft, die mich manchmal an Sidney Poitier denken ließen.

Poe Dameron, der auf Standbildern immer ein bischen düster aussieht, kann in den ersten Minuten bereits überzeugen. Seine herzliche Art und sein gutes Verhältnis zu Roboter BB-8 und später Finn erwecken gleich den Eindruck, als ob er mit Han Solo konkurrieren wollte. Ich freue mich schon, ihn in Teil8 wiedersehen zu können. Leider können wir von ihm hier noch nicht soviel sehen…..

In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnen, dass ich mich sehr über den Kurzauftritt von Max von Sydow als untergetauchten Jedimeister gefreut habe. Der Charakterdarsteller, der auch schon mal als „Ming der Gnadenlose“ im Film „Flash Gordon“ von 1980 agierte, wirkt hier wie ein heimlicher Bruder von Alec Guiness.

Kommen wir aber zu Kylo Ren, dem Oberschurken. Er wirkt in seiner Maske zunächst ein wenig wie „Darth Vader für Anfänger“ und so ist es dann auch. Irgendjemand hat ihm wohl von Endor die verbrannte Maske von Darth Vader besorgt und wenn er schwört, dass er beenden wird, was Darth begann, dann nehmen wir erstaunt zur Kenntnis, dass er offenbar dessen Neffe ist. Das Publikum kommt ins Grübeln: Ist Kylo Ren der Sohn von Luke? Hat Luke sich ins Exil begeben weil er eine, für Jedi verbotenen, Liebschaft nachgegangen ist? Wessen Sohn er ist wird erst im Verlauf des Films enthüllt.

Von den Fans wurde mit Schrecken registriert, dass Kylo Ren irgendwann seine Maske abnahm und ein normales menschliches Gesicht zum Vorschein kam. Man ist irgendwie schon enttäuscht, denn meistens büßen Schurken ihre Ausstrahlung ein sobald sie sich demaskieren. Für einen Schauspieler ist es sicher schön, wenn er nicht nur als Body wahrgenommen wird, aber für den Film wäre es besser gewesen wenn man diesen Moment noch weiter hinausgezögert hätte. Allerdings muss man auch bedenken, dass nun die emotionale Zerrissenheit von Kylo besser dargestellt werden kann. Zum einen als er sich auf einen mentalen Macht-Kampf mit Rey einläßt, zum anderen als er auf seinen Vater trifft und schon beinahe wieder zur guten Seite wechselt…..

Rey – Schrottsammlerin mit Charisma

(Bild: Disney/Lucasfilm)

C3-PO, R2-D2 und BB-8

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Der optische Eindruck Einen riesigen Pluspunkt hat der Film: Er nutzt die heutzutage perfektionierte Tricktechnik bis zum äußersten aus. Die Beleuchtung sämtlicher Szenen ist sehr realistisch und mitunter vergisst man tatsächlich, dass es nicht wirklich fliegende TieFighter gibt. Im Gegensatz zu Episode 1-3, wo alle VisualFX eine Art Comiclook hatten, sind die Raumschiffe und Landschaften von einem hohen Realismus geprägt.

Auch die rein digital erzeugten Alienwesen fügen sich harmonisch ins Gesamtbild ein. Die größte Überraschung des Films ist dabei der Roboter „BB-8“ (Ball-Bot Eight). Ein Droide, dessen Körper nur aus einer Kugel besteht, auf der ein freibeweglicher Kopf thront. Als man den ersten Trailer sah dachten wohl Viele, dass dieser Droide als Computermodell in die Szene eingefügt wurde. Dass diese Konstruktion aber wirklich echt ist und tatsächlich am Set war erfuhr man auf einem Panel auf einem StarWars-Kongress, wo BB-8 unter dem Johlen des Publikums auf die Bühne fuhr und R2D2 die Show stahl.

Tatsächlich kann man inzwischen bereits kleine, ferngesteuerte Modelle dieses Droiden im Spielwarenhandel kaufen. BB-8 ist aber nicht nur eine rollende Kugel. Es ist schon beeindruckend, wie die „Puppenspieler“ dem Droiden Leben und scheinbar Emotionen einhauchen. Auch die Robotersprache ist deutlich näher an echter Sprache als es das Piepsen von R2D2 jemals war. Sowohl Rey als auch Poe Dameron sind in der Lage den Droiden ohne Übersetzer zu verstehen. Der Kleine, der hier als Bewahrer der Sternkarte fungiert, hat sich bestimmt schon in die Herzen der Zuschauer gespielt.

Interessant ist, dass der Film so gut wie überhaupt keine Weltraumszenen zeigt. Sämtliche Raumschiffschlachten spielen sich an der Oberfläche von Planeten ab. Damit werden die Szenen deutlich dynamischer und bekommen eine größere Raumtiefe für den 3D-Zuschauer als es ein leerer Weltraum könnte. Gleichzeitig gibt es dadurch wesentlich mehr Hindernisse zu umfliegen und die Piloten- und -tinnen können ihr Talent unter Beweis stellen.

Ich muss zugeben, dass ich mich sehr gefreut habe als Rey plötzlich den Millenium Falcon in halsbrecherischer Weise über Jakku steuerte. Das Raumschiff scheint wirklich einiges auszuhalten. Man kann kaum zählen wie oft es irgendwo aneckt. Selbst Han Solo ist von Reys Verständnis für den Falcon begeistert und bietet ihr einen Job an….

Wiedervereinigung – Leia und Han

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Charakterposter

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Die Handlung

Leider muss ich sagen, dass die Handlung des Films nicht unbedingt innovativ ist. Man hat mehrfach den Eindruck, als ob man hier die Episode 4 genommen hat und einfach die Schlüsselszenen nochmal spielt. So ganz möchte ich mich in den Chor der Kritiker, die DIES bemängeln, nicht einklinken. George Lucas hat schon zum Start von Episode1 gesagt, dass die Trilogien wie Gedichte zu verstehen sind. Alles reimt sich…. Manches wiederholt sich….

Genau genommen wüsste ich auch nicht, was für eine Actionhandlung man hätte konstruieren sollen um wirklich innovativ zu sein. Ebenfalls von Lucas stammt der Hinweis, dass die Saga eher eine Familiengeschichte ist und man sich lieber um die Charaktere sorgen soll. Was das betrifft, kann Episode 7 punkten. Einerseits weil wir einen neuen „Möchtegernbösewicht“ erleben, der möglicherweise durch seine letzte Tat nun den Weg geht, den seinerzeit der Imperator Luke im Todesstern2 vorschlug um seinen Weg zur dunklen Seite abzuschließen. Zum Anderen sehen wir die junge Rey, in der die Macht wohl auch sehr stark ist. Ihre Eltern werden noch nicht enthüllt, aber man kann schon fast glauben, dass wir diese schon längst kennen.

Man könnte sich also an den Ähnlichkeiten zu Episode4 stören. Genau genommen gab es ähnliche Elemente aber auch bei Episode 1.  Allerdings kam ich ein wenig ins Grübeln nachdem der Film zuende war. Regisseur J J Abrams letzter großer Film war ja „Star Trek: Into Darkness“, was eine Neuinterpretation von „Star Trek 2: Der Zorn des Khans“ war. In der ursprünglichen Reihenfolge der alten Star Trek Kinoreihe kam als nächstes „Star Trek 3: Auf der Suche nach Mister Spock“. Was passierte da?

Kirk stiehlt die Enterprise um das Bewusstsein Spocks, gespeichert in McCoy, zum Genesisplaneten zu bringen, wo der verschollene Körper von Mister Spock wartet. Am Ende hat Kirk einen tödlichen Zweikampf mit einem Klingonen, der zuvor seinen Sohn töten ließ, während der Planet um sie herum auseinanderbricht.

Hier haben wir Rey, die den Millenium Falcon stiehlt um die, in BB-8 gespeicherten Informationen, zum Widerstand bringen will um den verschollenen Luke zu finden. Im letzten Akt kämpft sie gegen den Bösen, der gerade einen vertrauten Menschen umgebracht hat, während um sie herum der Starkiller-Basisplanet auseinanderbricht.

Die Ähnlichkeiten sind schon recht groß. Aber ich möchte wirklich nicht meckern. Der neue Film ist optisch und emotional rundherum gelungen und macht Lust auf mehr. Auffällig ist, dass die Charaktere der letzten Trilogie, inklusive C3-PO und R2D2 nur Randfiguren bleiben und ebenfalls im nächsten wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen werden. „Das Erwachen der Macht“ führt stattdessen starke, neue Charaktere ein und mit dem „Bot Ball 8“ (BB-8) hat man auch einen wirklich schnuckeligen neuen Droiden eingeführt, der sicherlich auf dem Wunschzettel so mancher Kids stand.

Eins steht jedenfalls fest: Diesen Film werde ich mir einige Male ansehen müssen um alle Details zu genießen. So muss Starwars sein!

Finn probiert ein Lichtschwert aus

(Bild: Disney/Lucasfilm)

Dreamteam im Einsatz

(Bild: Disney/Lucasfilm)