The Expanse – SciFi at it’s best

21. Mai. 2017Blog, Reviews0 Kommentare

Inhalt:

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Die Menschheit ist ins All aufgebrochen und hat den Mars besiedelt. Im Asteroidengürtel haben sich Industrien angesiedelt, die Rohstoffe wie Eis und Edelmetalle abbauen. Da die Wasservorräte auf dem Mars knapp sind und auch auf der Erde Versorgungsschwierigkeiten bestehen haben sich Feindschaften zwischen Mars und Erde entwickelt. Leider werden die Transportschiffe immer wieder von Raumschiffen angegriffen und man verdächtigt sich gegenseitig dafür verantwortlich zu sein.

Den Bewohnern des Asteroidengürtel, den „Beltern“ ist es relativ egal wem sie liefern solange die Bezahlung stimmt. Auf den größeren Asteroiden wie Eros, Ceres und anderen haben sich Schürferkolonien gebildet, die auch nach ihrer eigenen Unabhängigkeit streben. Doch dann geschieht etwas Unfassbares.

In einem Raumschiff namens „Anubis“ wird die Besatzung von einer seltsamen, infektiösen Krankheitserreger angegriffen. Als die Besatzung des Raumschiffes „Tachi“ das Schiff inspiziert findet sie die Besatzung tot vor. Offenbar hat ein bläulich schimmernder Virus die Mannschaft getötet. Doch irgendjemand ist entkommen und zum Asteroiden Eros gelangt.

Glücklicherweise kann sich die Mannschaft auch von dem Verdacht befreien die Explosion des Wassertransporters „Canterbury“ verschuldet zu haben.Weil sie sich von nun ab nichts mehr zuschulden kommen lassen wollen benennen sie ihr Raumschiff in „Rocinante“ um und folgen einer Spur nach Eros.

Auf Eros ist ein Ermittler namens Joe Miller gerade auf der Suche nach einer gewissen Julie Mao als die Besatzung der Rocinante eintrifft. Gemeinsam können sie das Versteck der jungen Frau finden, denn sie ist die Überlebende der Anubis. Doch offenbar ist sie auch von der Seuche betroffen und stirbt einen qualvollen Tod. Das Team fragt sich, wie die junge Frau nach Eros gelangt ist. Die Wahrheit ist erschreckend!

 

Allein im Weltraum

James Holden ist der Kommandant der Rocinante

Die Rocinante

Analyse:

Seit sich der Sender „SyFy“ darauf besonnen hat seinem Namen alle Ehre zu machen und aufwändige SciFi-Eigenproduktionen zu bestellen kann man sich als Fan wirklich freuen. Nach den Eigenproduktionen „Killjoys“ und „Dark Matter“ ist nun mit „The Expanse“ eine weitere Weltraumserie geschaffen worden, die wirklich sehenswert ist. Basierend auf den Büchern von James S. A. Corey hat man eine Serie kreiert, die sich wirklich Mühe gibt wissenschaftlich korrekt mit den Gegebenheiten im All umzugehen. Angefangen von den Verzögerungen bei der Kommunikation aufgrund der Lichtgeschwindigkeit bis hin zu Distanzen, die die Schiffe bewältigen müssen. Auch die Schwerelosigkeit in einigen Schiffen kommt gut rüber.

Als Fan von Weltraumserien freut man sich über zahlreiche, neue Raumschiffdesigns, die sehr funktional wirken und sich von anderen Serien abheben. Man „glaubt“ der Serie, dass diese Schiffe funktionieren können und auch die Sets und Gebrauchsgegenstände sind unglaublich detailreich gestaltet. Der Sender hat hier eine Menge investiert und der Look der Serie ist absolut überzeugend.

Visuell könnte man „The Expanse“ für einen Ableger der legendären Serie „Babylon 5“ halten. Würde man diese Kultserie mit der Computerleistung von heute neu drehen, dann würde sie sicherlich ähnlich aussehen. Dass die Macher mit viel Liebe zum Detail arbeiten sieht man schon daran, dass die Raumschlachten nicht mit „Laserkanonen“ sondern mit „Railguns“ durchgeführt werden. Dabei werden Projektile mithilfe von Magnetfeldern so stark beschleunigt, dass sie mühelos Raumschiffhüllen durchschlagen können. Dadurch bekommen die Gefechte auch gleich eine neue visuelle Qualität. Insgesamt sehen die Weltraumszenen auch sehr plastisch aus. Wenn man bei „Battlestar Galactica“ mitunter den Eindruck gewinnen konnte, dass die Bilder manchmal doch zu gedrängt waren, so hat man hier immer das Gefühl der Tiefe.

Die Charaktere

Manchmal würde man sich wünschen, dass die Figuren etwas mehr Humor an den Tag legen würden. Die Besatzung der „Rocinante“, aber auch sämtliche anderen Charaktere scheinen dauerhaft unter schlechter Laune zu leiden. Wenn man dieser Serie einen Vorwurf machen kann, dann dass es zuwenig Humor gibt. Da hat „Babylon 5“ eindeutig die Nase vorn. Eigentlich wünsche ich mir bei Serien immer Charaktere, die man liebgewinnen kann und ab und zu auch mal einen lockeren Spruch absondern. Eine andere Serie, „Firefly“, die auch Kultstatus genießt, hat es vorgemacht. Die Besatzung der „Rocinante“ kann es, was die Sympathiepunkte betrifft, keinesfalls mit der Crew der „Serenity“ aufnehmen.

Die Grundsituation

Die Serie ist äußerst komplex angelegt. Die politischen Verwicklungen zwischen Erde, Mars und den „Beltern“ werden oft thematisiert. Dabei überstrahlt die indische Ministerin Chrisjen Avasarala alle anderen Akteure. Sie agiert teilweise recht skrupellos um der Erde ihr Recht zu verschaffen. Als der Wassertransporter „Canterbury“ auf dem Weg zur Erde zerstört wird glaubt sie, dass Holden, der Captain der „Rocinante“, hinter dem Anschlag steckt. Damit wird die Verbindung zwischen den politischen Intrigen und der unschuldigen „Rocinante“ geschaffen.

Alex – Pilot der Rocinante

Joe Miller, Privatdetektiv

Die Crew der Rocinante

Fazit:

Endlich mal eine Serie bei der alles stimmt. Eine Raumschiffcrew, die sich inmitten eines Handelskrieges befindet und neben den politischen Verwicklungen es auch noch mit einer außerirdischen Bedrohung aufnehmen muss. Die Charaktere agieren zwar spröde schaffen es aber trotzdem Sympathien zu wecken. Dazu kommen grandiose Spezialeffekte, die nicht mit überladenen Bildmanipulationen befrachtet sind.

Ich habe es weiter oben schon betont: Würde man versuchen die Serie „Babylon 5“ wiederzubeleben, dann hat man mit „The Expanse“ eine neue Qualitätsmarke gesetzt an der sich spätere Serien ein Beispiel nehmen könnten. Hier stimmt auch die verzwickte Geschichte, die das Leben in einer nicht zu entfernten Zukunft schildert.  Insbesondere die indische „Deputy Undersecretary“ der vereinten Nationen beeindruckt mit ihrem Durchblick – und ihrer unglaublich tiefen Stimme.

Die zweite Staffel endet mit einem Cliffhanger, der Lust auf mehr macht. Es gibt in den Romanvorlagen auch noch spektakuläre Elemente auf deren visueller Umsetzung der Buchkenner hoffen dürfte.

 

Amos – Wartungstechniker

(Alle Bilder Copyright: SyFy)